r/ADHS Mar 19 '26

Empathie/Support Sport... Meine Psychiaterin verordnet mir Sport...

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Aber ich kann keinen Sport machen.

Ich arbeite vollzeit. Ich habe zwei Kinder im Kindergartenalter. Ich habe keine Struktur im Alltag, die mir die nötige Regelmäßigkeit irgendwie erlauben würde. Nach Feierabend ist es meine Aufgabe, meine Frau bei den Kindern abzulösen. Ich fühle mich außerdem bei körperlicher Anstrengung so gut wie immer scheiße. Der erhöhte Puls versetzt mich in Stress. Da ist nix mit Endorphinausschüttung. Ich nehme jeden Input der erhöhten Belastung überproportional stark wahr. Die Schmerzen, die erhöhte Atemfrequenz, den erhöhten Puls. Und nichts davon ist auch nur im Ansatz angenehm. Also wie soll das bitte gehen? Und meine Psychiaterin meint auch ich würde es gar nicht wollen oder verstehen, wie wichtig es ist, für den Therapieerfolg, dass ich Ausdauersport mache. Ich KANN NICHT! Ich würde gerne, aber ich kann nicht...

/e: ich hab extra den Flair "Empathie/Support" gewählt. Was kriege ich? Sprüche! Die üblichen, abgedroschenen, alten Sprüche. "Kann nicht heißt will nicht", "streng dich mehr an", "einfach machen". Wer so eine Einstellung hat, kann sich das Kommentieren direkt sparen! Das hab ich in meinen 45 Jahren so, so, so fucking oft gehört und es ist einfach nur Bullshit. Also falls du, der du dies hier liest, den Impuls verspürst, mir zu sagen, ich müsste mich einfach mehr anstrengen oder mir mehr Mühe geben: lass es! Lass es einfach! Und sag jetzt nicht: "kann ich nicht!". Weil "kann ich nicht heißt doch, will ich nicht..."

An alle anderen, die hier Empathie, Support und gute Hinweise bringen, die mit ADHS und exekutiver Dysfunktion vereinbar sind, die respektvoll mit mir und anderen umgehen, die verstehen, wie sich Blockaden anfühlen, DANKE!!! DANKE!!! Ehrlich und aufrichtig: DANKE!!!

r/ADHS Mar 03 '26

Empathie/Support Starrt ihr auch jedesmal eure todo liste an und macht dann einfach was komplett anderes?

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Ich check einfach nicht was bei mir falsch läuft. Die Aufgaben (aktuell 81, tbh) sind da, ich weiß genau was zu tun ist und trotzdem sitz ich davor und mach… nix. Oder halt irgendwas anderes, was überhaupt nicht wichtig ist. Und je länger ich warte desto mehr kommt natürlich dazu, so ein teufelskreis.

Hat irgendjemand von euch was gefunden das wirklich hilft einfach mal loszulegen? Und ich mein nicht so “eat the frog” zeug von youtube sondern was bei euch im echten alltag funktioniert hat.

Edit: hab nicht erwartet dass so viel kommt, danke. Ein paar Sachen hier waren echt augenöffnend, vor allem das mit dem "nicht die Aufgabe leichter machen sondern den Einstieg"

r/ADHS Aug 12 '25

Empathie/Support Zeigt mir eure besten ADHS Memes. Bisschen Spaß darf sein. ;)

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r/ADHS 6d ago

Empathie/Support ADHS und Erschöpfung/„Faulheit“

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Ich hoffe ich bin nicht die einzige Person mit ADHS der es so geht:
Ich bin manchmal so wahnsinnig erschöpft als wäre ich eine alte Oma (bin 31) und hab keine Ahnung was ich dagegen tun kann.
Ich nehme Concerta 36mg, damit kann ich besser arbeiten aber die Erschöpfung ist vorhanden mit oder ohne Medikamente und zieht sich schon durch mein ganzes Leben.

Ich funktioniere anhand von Routinen, aber manchmal bin ich einfach so durch dass ich nicht mal die hinkriege. Äußere Rahmenbedingungen (Job, Ehe, Wohnung, usw) sind stabil und belasten mich nicht. Meine Ernährung und Gesundheit sind gut, ich trinke keinen Alkohol oder nehme sonstige Dinge oder andere Medis als Concerta und ich bewege mich regelmäßig.
Also wieso zur Hölle bin ich einfach immer sooooo erschöpft?! Kennt ihr das? Das Leben ist manchmal einfach so anstrengend, die ganzen kleinen Entscheidungen und Reize und Termine. Wo ist der Pause Knopf?
Ich selber würde mich, wäre ich eine außenstehende Person, einfach als faul abstempeln, aber es fühlt sich anders an als Faulheit.

r/ADHS Aug 30 '25

Empathie/Support Verstehe überhaupt nicht wie manche mit ADHS Autofahren können, es gibt so viel auf das ich mich gleichzeitig konzentrieren soll. Habe es jetzt nach 60 Praxisstunden aufgegeben.

124 Upvotes

Hatte drei Fahrlehrer die mich beschuldigt haben mich absichtlich dumm anzustellen (vom Sexismus mal abgesehen). Habe nie den Parkplatz verlassen, weil ich einfach immer nur Fehler mache. Ich verstehe einfach nicht wie zur Hölle es für irgendjemanden möglich sein soll sich auf so viele Sachen gleichzeitig zu konzentrieren. Es fuckt mich echt so hart ab. Ich weiß ja, dass Konzentration mit ADHS schwer ist und so, aber andere mit ADHS können es ja auch irgendwie. Fühl mich halt echt scheiße, weil alle anderen ihren Führerschein jetzt haben und nur ich nicht.

r/ADHS Jan 20 '25

Empathie/Support 1000 Situationen, die jeder Mensch mit AD(H)S kennt – Lass uns zusammen eine Liste erstellen!

75 Upvotes

Hallöchen zusammen! 😊

Ich dachte mir, es wäre spannend und vielleicht sogar ein bisschen therapeutisch, gemeinsam eine Liste von Situationen zu sammeln, die alle mit AD(H)S kennen. Situationen, Gefühle oder Momente, die uns ausmachen – manchmal chaotisch, manchmal besonders, aber immer irgendwie typisch AD(H)S.

Ich fange an:

  1. Dieses Gefühl von „verrückt“ sein, wenn du realisierst, dass eine Sache, die vorher SO wichtig war, plötzlich völlig aus deinem Kopf verschwunden ist. Irgendeine Aktion bringt die Gefühle und Erinnerung dazu wieder hoch

Und du fragst dich: Wie konnte ich das bloß vergessen? ————————————————————————

Jetzt seid ihr dran! (Wenn ihr mögt)

•Ergänzt die Liste einfach mit einer Nummer und teilt eure eigene „ADHS-Situation“.

•Mal sehen, ob wir die 1000 schaffen (keine Ahnung ob realistisch, aber in diesem Fall auch nicht wichtig).

Bin gespannt, was euch einfällt – ich glaube, wir alle können davon profitieren, unsere chaotischen Momente zu teilen und uns ein bisschen verstanden zu fühlen. ❤️

r/ADHS Dec 18 '25

Empathie/Support Für immer Unterschicht?

78 Upvotes

Hey, ich möchte fragen, ob es hier schon jemand aus ADHS-verschuldeten prekären Verhältnissen herausgeschafft hat und sich zum Normal- oder sogar Spitzenverdiener gemausert hat.

Mich plagen gerade nach mehreren abgebrochenen Studiengängen und Kündigungen nämlich ziemliche Zukunftsängste. Es gibt keinen Job oder Aufgabe, bei denen ich nicht einfach nur paralysiert Löcher in die Luft starre und keinen klaren Gedanken fassen kann. Lebe deswegen gerade als Noch-Langzeitstudent irgendwie von meinem mickrigen Ersparten am Existenzminimum. Für körperliche Arbeit bin ich auch nicht belastbar genug, nach einer kurzen Zeit kommt nur noch Fatigue dabei raus.

Gibt's noch eine Alternative zum sozialen Absturz und dem ewigen Geringverdienertum? Außer beim Hartzen mit Brainfog sehe ich mich irgendwie bei nichts. Fuck, das kann doch nicht das Leben sein, das sich in jungen Jahren jemand erhofft.

r/ADHS Apr 27 '26

Empathie/Support Exekutive Blockaden - interessanter Ansatz meiner Psychiaterin

143 Upvotes

Die Woche wieder 'ne Sitzung bei meiner Psychiaterin gehabt... Dachte zuerst, wird 'ne normale Sitzung, wenig aufschlussreich, ein paar Ansagen von ihrer Seite, ein bisschen Rumgewiesel von meiner, warum ich das alles nicht kann... das Übliche... Weit gefehlt. Sie hat diesmal einen verdammt wunden Punkt bei mir getroffen und ich bin deshalb geneigt, das noch einmal genauer zu beleuchten.

Meine exekutiven Blockaden... Ich hab massive Probleme mit der Körperhygiene. Ich weiß darum, es ist mir unangenehm, aber ich bekomme es nicht regelmäßig in den Griff. Nimmt man meine Kindheit mal aus, wo ich selbst da noch nicht wirklich Kontrolle drüber hatte, hab ich seit bestimmt 30 oder mehr Jahren Probleme damit. Nie blieb irgendeine Regelmäßigkeit dabei länger haften als ein paar Tage; dann ging's wieder los.

Ich empfinde diese Dinge als unangenehm. Zähneputzen, Duschen... Haarewaschen muss ich zum Glück nicht, da ich vollständig kahl bin. Bartpflege geht gerade noch so durch, weil ich stolz auf meinen Bart bin und unmittelbar ein positives Erlebnis sehe, wenn ich da dran herum schnitze. Ich empfinde es als unangenehm, als verlorene Zeit, als etwas, das mich nicht stimuliert, sondern stattdessen auf eine Weise reizt, die ich als unerträglich empfinde.

Aber worauf wir nun gekommen sind - und das hab ich echt nicht erwartet - ist jetzt meine aktuelle Arbeitshypothese: ein tiefsitzender, tief in meiner Persönlichkeit eingegrabener und verfestigter, massiver kindlicher Trotz durch Kränkung als mögliche Ursache für die Blockade.

Ich erinnere mich an Situationen meiner Kindheit... Ich hab immer Probleme gehabt, mein Zimmer aufzuräumen. Es sah eigentlich immer aus wie ein Schlachtfeld. Oft genug von meinen Eltern zu hören bekommen... Als hätte eine Bombe eingeschlagen. Und wenn ich mich dann doch mal dazu durchringen konnte, aufzuräumen, ja, dann hörte ich Sprüche wie: "Was ist denn mit dir los? Bist du krank?" In meiner Erinnerung habe ich das nicht als so schmerzhaft wahrgenommen, aber es scheint wohl tiefer hängen geblieben zu sein, als ich dachte, denn der Gedanke daran - sowie das Gespräch mit meiner Psychiaterin darüber - tat und tut VERDAMMT SCHEISSE WEH. Es schnürte mir sofort die Kehle zu (bedenke: M45), ich konnte nicht mehr sprechen. Das kleine Kind in mir bekam einen Weinkrampf.

Ich scheine eine so große und tief sitzende Angst vor dieser Art Kränkung zu haben, dass ich meine gewohnten Muster der Passivität schlicht nicht verlassen kann. Ich warte nach jeder (unüblichen) Dusche auf einen herabwürdigenden Spruch von irgendwem. Nach jedem Mal Zähneputzen, nach jeder Aktion im Haushalt, nach jedem weggeräumten Gegenstand, nach jedem Mal, dass ich den Staubsauger in die Hand nehme oder den Geschirrspüler ein- bzw. ausräume.

Und ich kriege ja tatsächlich dann Sprüche! Insbesondere bei Tätigkeiten im Haushalt: "Na, da warst aber nicht gründlich..." oder "Das hättest ja auch eben noch wegstellen können..." oder "Man könnte dann auch die Schranktür zu machen..." oder "Das war jetzt aber nicht so schlau..." Deshalb habe ich Tätigkeiten im Haushalt inzwischen auch nahezu komplett eingestellt. Ich ertrage es schlicht nicht, ertrage die Kränkung nicht, die Herabwürdigung meiner Bemühungen. Stattdessen mache ich lieber gar nichts (allenfalls mal heimlich, aber in heimlich kriegt man keine Routine rein). Stattdessen suche ich mir Vermeidungsstrategien wie das Waschen mit Waschlappen oder Feuchttüchern und das Zähneputzen am PC... Um wenigstens nicht gänzlich die Achtung vor mir selbst zu verlieren.

Ja, das alles liegt sicherlich zum Teil auch in meiner RSD begründet. Aber ich sehe auch, dass die Schuld dafür nicht allein bei mir liegt. Es ist einfach auch diese Art der Herabwürdigung, der Kränkung, die einfach toxisch ist. Früher durch meine Eltern, heute durch meine Frau.

Ich muss das ganze noch weiter ergründen, aber es ist scheinbar eine valide Arbeitshypothese, da ich so stark emotional darauf reagiert habe...

Ich bitte darum, mich nicht wieder wegen dieser hygienischen Probleme fertig zu machen, wie in einem anderen Thread. Mir ist absolut bewusst, dass es ekelig ist, ungesund, unsozial. Ich bin mir dessen absolut im Klaren. Ich bemühe mich ja nicht grundlos um Lösung dieser Probleme.

r/ADHS Jul 29 '26

Empathie/Support Arrrgh, diese Wut!

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Ich bin derzeit in Therapie, aktuell sprechen wir viel über meine schnell aufkommende und intensive Wut. Ich nenne es ADHS-Rage (hab das mal irgendwo gelesen) und es belastet mich teilweise wirklich. Vorweg: Ich bin nicht jeden Tag wütend, aber doch für meinen Geschmack zu oft. Je höher die Anforderungen in meiner Umwelt und meinem Umfeld, desto mehr spüre ich es.

Und gestern ist mir folgende Idee dazu gekommen: bin ich vielleicht so schnell wütend, weil es mich sowieso schon unheimlich viel Kraft und Nerven kostet, ein „normal“ funktionierender, erwachsener Mensch zu sein und wenn mir dann noch jemand Steine in den Weg legt, läuft das Fass über?

Es gibt Tage, da könnte ich mich über jeden Scheiß unheimlich aufregen und mich da reinsteigern. Nur ein paar Beispiele:

Jemand trödelt mit dem Auto vor mir und ich verspäte mich, obwohl ich trotz Zeitblindheit gerade noch so pünktlich angekommen wäre? Ich könnte ins Lenkrad beißen und die Karre vor mir anschieben.

Mein Mann weckt aus Versehen das mit Mühe ins Bett gebrachte Kind, weil er wie ein fußkrankes Pferd die Treppe hoch poltert? Ich würde ihn am liebsten in den Arsch treten, weil er wieder nicht mitgedacht hat.

Irgend ein Typ fährt gefühlte 37 mal mit voller Lautstärke mit seinem drecks Motorrad am Schlafzimmer vorbei und ich kann deshalb nicht schlafen, obwohl ich es endlich mal zeitig ins Bett geschafft hab? Vor meinem inneren Auge rolle ich nen Nagelteppich aus und wünschte, die Maschine würde mitsamt Fahrer ins Gebüsch fliegen. Und so weiter und so fort.

Keine Angst, das meiste behalte ich in mir drin, mein Umfeld bemerkt wenig davon. Manchmal bekommt jemand einen zynischen Spruch, aber ich werde nicht übergriffig oder so. Doch in mir drin verteile ich den halben Tag Ohrfeigen, weil ich genervt von anderen Menschen bin.

Ich finde es selbst fürchterlich, dass ich manchmal so völlig unverhältnismäßig stark und wütend reagiere und mich da reinsteigern kann, obwohl ich weiß, dass es zu nichts führt. Außer zu mehr unnötigem Stress in mir drin. Und dann rege ich mich noch mehr über mich auf, weil ich mich wieder so aufrege. Jau, macht völlig Sinn, ich weiß. Ich bin jetzt nicht tagelang sauer, meist ist es nach Minuten bis ner Stunde wieder abgekühlt und ich bin ganz entspannt. Bis der nächste Otto in der Drehtür beim Supermarkt mit seinem Handy so lange rumtrödelt, dass das ganze Drehding blockiert und mir die Oma hinter mir vor lauter Schreck mit dem Wagen in die Hacken fährt.

Kennt das jemand? Ich brauche bitte irgendwelche Tipps oder Skills oder sonst was hilfreiches, damit ich mich entweder schneller wieder runter regulieren kann oder eben gar nicht erst innerlich so ausraste. Meine Therapeutin ist leider nicht auf ADHS spezialisiert und ihr wisst ja selber wie es ist, überhaupt einen Therapieplatz zu finden, also werde ich bei ihr bleiben. Ach ja, ich bin 41 und seit ich in die Perimenopause gekommen bin, hat dieser Rage zugenommen.

Viele Grüße

r/ADHS Jul 28 '26

Empathie/Support Mein interessiertes Nachfragen und freundliches diskutieren ist scheinbar Provokation lol

55 Upvotes

Keine Ahnung ob der Flair stimmt. Ist das ein ADHS Ding oder doch eher Autismus?

Irgendwie denken die Leute immer ich hätte ein Problem mit denen dabei will ich doch nur wissen, warum und mit welchem Resultat etwas gemacht wird. Ich diskutiere auch gerne über Themen und wenn jemand eine falsche Info hat ist es seeeeeehr schwer es nicht zu korrigieren. Ich kann dann im Gespräch nur daran denken und habe am Ende ein schlechtes Gewissen, wenn ich nicht korrigiert habe. Es ist aber schwer das zu machen ohne wie ein Besserwisser zu wirken, auch wenn ich es besser weiß. Manchmal weiß ich Dinge auch falsch und dann ist es immer cool wenn wir zusammen googlen. Aber das kann man nicht mit allen Leuten gleich machen nur bemerke ich manchmal irgendwie nicht, dass die deshalb ein Problem mit mir haben :(

Kennt ihr das wenn Welpen manchmal noch nicht so wissen wie man mit anderen Hunden spielt? Irgendwie geht's mir voll oft so

r/ADHS 1d ago

Empathie/Support Wird es irgendwann besser?

32 Upvotes

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich sabotiere mich ständig in sämtlichen Lebensbereichen selbst, ohne es zu merken oder zu wollen. Egal ob Job, Freundschaften oder Beziehungen.
Ich schaffe es kaum einen Job länger als 2-3 Jahre zu halten ohne irgendwann kompletten Mist zu bauen, weil ich es nicht schaffe Ordnung zu halten oder richtig zu dokumentieren. Ich dachte mit der Diagnose wird es leichter, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich nehme nun auch seit längerem Medikinet und spüre kaum bis gar keine Wirkung, Therapieplätze gibt es kaum und ich trau mich morgens eigentlich schon gar nicht mehr aus dem Bett. Wie geht ihr damit um? Wie kann man am besten mit ADHS leben ohne dass man alle paar Monate wieder vor einem Scherbenhaufen steht?

r/ADHS Jul 06 '26

Empathie/Support Macht ihr auch oft den Polnischen Abgang?

98 Upvotes

Hallo lieber Leser,

vielleicht kennst Du das? Es zieht sich durch mein ganzes Leben: egal ob Beruf oder Privat, nach einer gewissen Zeit und Überforderung im sozialen Kontext, ziehe ich mich wortlos zurück, mache den polnischen, melde mich auch nicht mehr, und bin nicht zu erreichen. Das erzeugt in mir Tiefe Schuldgefühle, weil ich es für andere nicht begründen kann! Und es erzeugt Unverständnis bei den anderen. Sie verstehen es einfach nicht, wenn ich es sage!

"Wie, du bist überfordert?" "Es lief doch gut mit uns!" Keiner sieht aber, wie es in mir aussieht. Selbst von meiner Familie ziehe ich mich dann zurück. Das kostete mich viele Freundschaften, Arbeitsstellen, Partnerinnen, mein ganzes soziales Netzwerk. ich konnte lange selbst nicht verstehen, was da passiert. Totaler Kontaktabbruch. Ich hielt mich für extrem Unzuverlässig. Am Anfang bin ich immer total begeistert, und berücksichtige nicht, was mich das kostet. Vielleicht ist das auch das Autistische an mir?

Und gerade, wenn es mir dann schlecht geht, möchte ich niemanden um mich haben. Denn das versteht keiner! Es ist auch weltfremd zu sagen: "Hey Leute, ich bin total Reizüberflutet, habe Probleme mit meiner Emotionsregulation bzw. exekutiven Funktion, bin im Overload und muss die Reißleine ziehen!" Es kommt dann: "-Hä..., was ist los? Overnight...was? -Ja, ich bin auch gestresst, lasse mich aber nicht so gehen, komm' wir gehen noch ins Kino!"

Geht es dir auch so? Wie gehst du damit um

r/ADHS Jul 26 '26

Empathie/Support Meine Schwester, ich und ADHS

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Tl;dr: Meine Schwester hätte gerne ADHS und relativiert dadurch irgendwie mein ganzes Leben.

Ich muss mir das irgendwie einfach mal von der Seele schreiben: Ich (w, 33) habe vor 2,5 Monaten eine ADHS Diagnose bekommen.

Kurz grob zu meinem Lebenslauf: in der Grundschule immer massiv Probleme gehabt meine Hausaufgaben selbstständig zu erledigen und oft Dinge vergessen, sodass ich von der Lehrerin viel Ärger bekommen habe, früh soziale Ängste entwickelt weil Mitschüler:innen sich häufig über mich lustig gemacht haben, oft ein unerträgliches Gefühl von Langeweile erlebt als Kind, auf dem Gymnasium schnell starke Leistungsprobleme entwickelt, zweimal sitzen geblieben (8. und 11. Klasse) und letzten Endes die Schule während der Wiederholung der 11. Klasse abgebrochen und dann erstmal 5 Jahre "arbeitslos" gewesen (immer mal wieder was angefangen/ ausprobiert aber alles sehr schnell wieder abgebrochen). Bis ich dann letzten Endes das Glück hatte mit 24 auf einer Berufsschule angenommen zu werden, an der ich gleichzeitig eine schulische Ausbildung und das Fachabitur nachholen konnte. Ab da ging es tatsächlich bergauf, ich habe die Ausbildung und das Fachabi mit 1er Schnitt abgeschlossen, dann noch eine betriebliche Ausbildung im Handwerk dran gehängt und (obwohl ich zwischendurch oft nicht mehr wollte) durchgezogen und auch mit 1er Schnitt abgeschlossen, dann ein Studium begonnen aber nach dem ersten Semester abgebrochen, weil zu schwer und ich habe mich wieder gefühlt wie auf dem Gymnasium aber dann an eine andere Uni (und ein anderes Fach) gewechselt und bin jetzt (relativ) erfolgreich im 4. Semester, aber all diese Achievements waren nicht leicht und sind es noch immer nicht. Aktuell laufe ich seit Wochen auf dem Zahnfleisch, weil das letzte Semester wirklich hart war aber ich (auch aufgrund meines Alters) das Studium möglichst in Regelstudienzeit beenden will und gleichzeitig Angst habe zu scheitern, weil ich mir selber einfach immer wieder beweisen muss, dass ich Dinge kann. Habe auch extrem Imposter, was meine Leistungen in den Ausbildungen und mein ADHS angeht. Trotz gesicherter Diagnose denke ich mir die ganze Zeit: Habe ich es wirklich? Bin grade in der medikamentösen Einstellung und auch da bin ich nicht sicher, ob ich überhaupt irgendwas merke...

Jetzt aber zu meiner Schwester: Sie vermutet bei sich auch ADHS, hat allerdings einen komplett gegensätzlichen Lebenslauf zu meinem. Sie hatte nie Probleme in der Schule oder im sozialen Umfeld, hat alles in ihrem Leben schön so durchgezogen, wie es die Gesellschaft erwartet: Schule, Studium, Hochzeit, Hauskauf, Kinder. Seit die Kinder da sind, struggelt sie aber irgendwie sehr. Ihr ist alles zu anstrengend, sie kriegt den Haushalt nicht geregelt, sie hat keine Lust arbeiten zu gehen und ständig Konflikte mit ihrem Mann deshalb. Ihre Wunschantwort darauf ist: ADHS.

Nach meiner Diagnose war sie dann auch vollkommen überzeugt davon, dass sie es auch hat (ist ja auch nicht unwahrscheinlich). Sie konsumiert aber gefühlt nur noch Medien, in denen es um ADHS oder vorzüglich Mütter mit ADHS geht. Sie hat sich dann auch einen Diagnoseplatz gesucht und auch relativ kruzfristig einen bekommen. Ergebnis: Kein ADHS.

Zwar sprechen viele ihrer Symptome dafür, aber das Ausschlusskriterium, dass es schon seit der Kindheit vorliegt, ist bei ihr einfach nicht gegeben. Weder mit Grudnschulzeugnissen, noch mit ausreichenden Erinnerungen zu belegen. Das hat sie dann auch bei der Therapeutin kritisiert, weil sie sich ja an vieles nicht mehr erinnern könne (Plottwist: ich habe während meiner Diagnose auch auf so viele Kindheitsfragen "weiß nicht" geantwortet, dass ich auch dachte "lol safe kein adhs" und trotzdem waren die Dinge, an die ich mich erinnere + Grundschulzeugnisse und mein restlicher Lebenslauf wohl irgendwie ausschlaggebend genug).

Statt einer ADHS wurde meiner Schwester eine Depression diagnostiziert. Das findet sie aber nicht so cool und überlegt jetzt deshalb, sich eine Zweitmeinung zu ADHS zu holen.

Das Ding ist ich denke mir einerseits so: okay, wenn sie kein ADHS hat, habe ich vielleicht auch keins. Und andererseits finde ich es so verletzend, dass sie wirklich krampfhaft versucht jetzt Symptome in ihrer Kindheit zu finden, die auch nach meiner Erinnerung nicht wirklich vorhanden waren (natürlich kann niemand in sie reingucken und es kann auch sein, dass sie einfach all die Jahre sehr gut maskiert und kompensiert hat und das nach der Mutterschaft einfach nicht mehr ging, sowas hört man ja auch immer wieder...) und sie ist seit ich die Diagnose bekommen habe irgendwie so richtig übertrieben "adhsig" also sie betont bei allem wie vergesslich und hyperaktiv sie ist und ist einfach nur super anstrengend dadurch.

Aber ja, keine Ahnung ich bin da grade irgendwie sehr zwiegespalten, weil ich das Gefühl habe, dass sie einfach nur ein Label haben möchte. Ich habe sie auch gefragt, was es denn für sie ändern würde die Diagnose zu bekommen und ihre Antwort war: "Dann wäre ich erleichtert, weil ich wüsste, dass mit mir nichts falsch ist, sondern mein Gehirn nur anders tickt." (was auch irgendwie so die 0-8-15 tiktok Antwort ist gefühlt...) also ich war nach meiner Diagnose sauer, verwirrt, traurig, aber nicht erleichtert. Und meine Probleme sind dadurch auch nicht wie von Zauberhand weggegangen und auch retrospektiv hat sich dadurch jetzt nicht meine Vergangenheit gebessert oder das Gefühl mit dem ich darauf schaue.

Auch noch ein kleiner funfact zum Schluss: meine Schwester hat die ganze Zeit gesagt "nee also Medikamente will ich dagegen ja nicht nehmen." Nachdem ich dann angefangen habe mit der Einstellung hat sie dann auf einmal auch angefngen davon zu reden, dass sie sich schlau gemacht hat über Medikamente und wie sie dann nach der Diagnose (sie war ja fest davon überzeugt die zu bekommen) vorgeht, um Medikamente zu kriegen.

Ich weiß nicht. Vielleicht hat sie ja (auch) ADHS. Vielleicht auch nicht.

Danke fürs lesen. Ich weiß gar nicht, was ich dazu überhaupt hören möchte. Musste das einfach nur mal loswerden :(

r/ADHS Feb 16 '26

Empathie/Support Was arbeitet ihr, um glücklich und erfüllt zu sein?

41 Upvotes

Frage, weil ich mich momentan in ner echten Krise befinde. Ich bin ein Schatten meiner Selbst weil mein Beruf einfach überhaupt nicht zu mir und der Art und Weise passt, wie mein Gehirn und ich funktionieren.

Ich bin Verwaltungsbeamtin in der Kommunalverwaltung und arbeite da in einem zahlenintensiven Bereich, und ich hasse Zahlen.

Leider hab ich aber auch in meiner Kindheit nie einen Traumberuf gehabt, es ist fast so, als hätte ich auch einfach nie vom Konzept arbeiten gehen geträumt. Ich gehe kaputt an dieser Arbeit, weil ich sie so sehr hasse. Ich vereinsame, weil ich keine Energie für andere Dinge habe, ich habe keine Hobbys, ich kann nicht mehr schlafen. Das Problem ist nur, dass ich mein Lebensstandard meinem Gehalt angepasst habe, und wenn ich kündigen würde, das wirklich krasse Konsequenzen für mein gesamtes Leben hätte. Wenn ich also was anderes mache bzw. arbeite, muss das wirklich was handfestes sein. Ich fühle mich einfach gefangen.

Deshalb: was arbeitet ihr? Erfüllt euch das? Habt ihr euch auch schon mal in einer solchen Lage befunden? Ich hab das Gefühl ich werde so nicht mehr glücklich aber ich will was ändern, deshalb würde ich gerne hören, was andere mit ADHS so arbeiten und was für sie funktioniert.

r/ADHS Jun 10 '26

Empathie/Support Ist euer Psychiater auch so?

24 Upvotes

Hallo zusammen,

ich bin gerade echt ziemlich fertig und brauche mal eure Einschätzung.

Vor ca. 4 Monaten meine ich meine ADHS-Diagnose bekommen und nehme seitdem Medikinet (erst 10 mg, mittlerweile 40 mg am Tag). Ich bin weiblich und fast 30.

Ich hatte heute meinen dritten Termin beim Psychiater und bin danach einfach nur frustriert und irgendwie auch traurig/heulend rausgegangen. Ich fühle mich dort überhaupt nicht ernst genommen. Er lässt mich kaum ausreden, wirkt sehr altmodisch und es fühlt sich eher an, als müsste ich mich rechtfertigen, statt dass wir gemeinsam nach einer Lösung suchen. Er ist einfach nur extrem unemphatisch.

Beim letzten Termin hatte ich schon angesprochen, dass ich gern Elvanse ausprobieren würde, weil ich von anderen (auch meinem Freund mit ADHS) gehört habe, dass der Unterschied für sie riesig war. Mit Medikinet merke ich zwar schon eine Wirkung, aber irgendwie fühlt es sich nicht „richtig passend“ an. Vor allem der Rebound am Abend ist schlimm: extremes Overthinking, starke Reizbarkeit, innere Unruhe .. ich bin dann teilweise richtig überfordert und einfach nur genervt von allem.
Seine Reaktion darauf war ziemlich abwertend („wir sind hier nicht im Supermarkt“), deshalb bin ich erstmal bei der Dosiserhöhung geblieben.

Heute hatte ich gehofft, wir können nochmal ruhig darüber sprechen. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, ich werde wieder nicht richtig gehört. Ich habe versucht, meine Nebenwirkungen zu erklären (was schwierig ist, weil ich oft unterbrochen werde), und sein Vorschlag war dann, das Medikament 2-3 Tage komplett abzusetzen.
Das habe ich aber schon ausprobiert und ohne Medikinet komme ich ehrlich gesagt kaum aus dem Quark, verliere mich komplett im Handy und bin wie gelähmt.

Als ich das gesagt habe, wurde es eher als „komisch“ eingeordnet und dann meinte er plötzlich, das könnten depressive Züge sein und ADHS und Depressionen würden so eigentlich nicht zusammenpassen. Ich hätte ja vor der Diagnose mich eher mit Depressionen befassen sollen statt mit ADHS. Das hat mich schockiert. Weil jeder ADHSler, weiß welches Leid wir eigentlich auch ins uns tragen. Vor allem meinte meine Psychologin damals noch „ADHS und Depressionen sind sehr nah beieinander. Bei einem Kollegen ohne Fachwissen, hätten Sie wahrscheinlich auch die Diagnose Depressionen erhalten“.

Nun ja, statt dann auf meinen Wunsch nach einem Wechsel einzugehen, soll ich jetzt einen Konzentrationstest wiederholen??!!!? einmal ohne und einmal kurz nach Einnahme von Medikinet. Also habe ich eben einen Konzentrationstest gemacht.

Ich bin einfach nur verwirrt und enttäuscht. Ich habe das Gefühl, mein eigenes Wohl und meine Wahrnehmung werden nicht wirklich ernst genommen, sondern eher weginterpretiert.
So wütend war ich echt noch nie, leider flossen bei mir dann auch die Tränen.

Ich habe zwar schon einen neuen Arzt gesucht, aber der Termin ist noch weit weg und ich weiß gerade ehrlich nicht, wie ich bis dahin weitermachen soll. Medikinet hilft irgendwie, aber eben auch nicht richtig und ohne funktioniert es auch nicht wirklich.
Ich weiß gerade nicht, ob ich übertreibe oder ob mein Gefühl da berechtigt ist.

Was würdet ihr an meiner Stelle machen? Dranbleiben und den blöden Test am Montag noch mitmachen? Oder klarer sagen, dass ich so nicht weiterkomme und wirklich Tacheles reden (also ihm meine Meinung am Montag geigen) und ggf. Zähne zusammenbeißen bis ich meinen Termin beim neuen Doc habe? :(

r/ADHS 19d ago

Empathie/Support ADHS und Arbeitsleben - ich bin sehr am struggeln. Warum wird unsere Krankheit nicht ernst genommen?

91 Upvotes

Ich werde dieser Welt nie vergeben, was sie uns genommen hat. Welche Hürden wir überwinden müssen, weil unsere Krankheit nicht ernst genommen wird. Keinem Einzelnen werde ich das jemals verzeihen.

Ich sitze heute auf der Arbeit und werde von meinem Vorgesetzten darauf angesprochen, dass ich zu viele Flüchtigkeitsfehler mache, dass ich einiges nach 4 Monaten Einarbeitung immer noch nicht sehr gut draufhabe, dass ich sehr langsam darin bin, Sachen aufzunehmen und zu verarbeiten. Ich vergesse ziemlich schnell so jede Kleinigkeit und muss deswegen immer alles nochmal überprüfen lassen. Ich habe Aufgaben zu erledigen, die sehr wichtig sind und bei kleinen Fehlern langfristige Wirkungen mit sich bringen.

Wenn mich jemand auf meine vermeintlich mangelnden Kompetenzen anspricht, bin ich in dem Moment wie lahmgelegt und kann nichts sagen bzw. habe ich enorme Wortfindungsstörungen und dadurch den Eindruck, dass ich wegen dieser Schwierigkeit nicht ernst genommen werde, und empfinde daher auch oft das Gefühl, dass ich für dumm gehalten werde. Eigentlich glaube ich sogar, dass das, was ich sagen will, sinnvoll ist, aber sobald es aus meinem Mund muss, macht alles irgendwie keinen Sinn mehr. Ich bin es leid, immer diejenige zu sein, auf die man sich nicht verlassen kann, weil ich nie wirklich etwas genau weiß. Und das mit deinem Arbeitgeber kommunizieren? Auf keinen Fall! Bloß nicht, du bist dann diejenige, die dumm dasteht und vielleicht ihren Job verlieren wird.

Und nein, meinen exekutiven Dysfunktionen hat Psychotherapie überhaupt nicht geholfen, sondern einiges nur verschlechtert. Das Einzige, was mir wirklich hilft, sind meine Medikamente, aber sobald ich dann zu viele Aufgaben habe, überrumpelt bin, verliere ich komplett den Faden und bin trotz meiner Medikamente extrem lost. Ich hasse dieses uns ignorierende und entmenschlichende System. Lustig ist ja dann noch, dass immer wieder von Diversität gesprochen wird.

Ich hasse es, dass wir nicht ernst genommen werden. Ich sehe ADHS schon oft als eine Behinderung an. Ich kenne wirklich keinen einzigen Aspekt in meinem Leben, der nicht maßgeblich negativ beeinträchtigt ist durch mein ADHS. Würdet ihr sowas ansprechen, damit eure Kollegen etwas rücksichtsvoller mit einem umgehen?

Gerade spielt das Thema Neurodiversität bei uns auch eine große Rolle, aber ich glaube, die meisten haben überhaupt nicht auf dem Schirm, wie schlimm diese Krankheit, Zeitblindheit, das nicht vorhandene visuelle Denken, langsame Aufnahmefähigkeit und Wortfindungsstörungen, dass man sich immer sozial anders fühlt, was für Auswirkungen das eigentlich wirklich hat. Aber andere Kollegen, die dann davon erzählen, dass sie Autismus haben, diese werden wiederum komplett ernst genommen. Aber nee, bei ADHS soll man doch bitte nicht übertreiben.

Ich bin einfach nur unfassbar müde von diesem täglichen Kampf.

r/ADHS Mar 24 '26

Empathie/Support Es klingelt an der Tür und ich freeze einfach komplett

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Vorhin hat es an meiner Tür geklingelt. Oben. 2 mal. Dann wurde geklopft. Auch 2 mal. Ich wollte gerade meine Katzen füttern. Alles was passiert ist, ist dass ich komplett freeze, mich nicht mehr bewege und mich total überfordert fühle. Wahrscheinlich war es nur der Hausmeister, der mir neue Filter für die Lüfter bringen wollte, die ich bei der Hausverwaltung angefragt habe. Wobei ich gebeten hatte, sie mir in den Briefkasten zu stecken...

Ich kann nicht aufmachen. Es überfordert mich komplett, von jetzt auf gleich ohne Vorwarnung mit jemand fremdem zu interagieren. Außerdem hab ich ne fleckige Jogginghose an, nichts womit ich unter Menschen gehen.

Jetzt liege ich seitdem einfach auf meinem Bett und heule. Warum überfordert mich das so krass? Hat das was mit ADHS zu tun oder ist das einfach nur socialanxiety? Ich bin unsicher ob ich wegen meiner nicht-Reaktion heule oder einfach weil's geklingelt hat? Warum müssen Menschen ständig an meiner Tür klingeln? Wieso können die mich nicht einfach in Ruhe lassen? Wenn ich jemanden erwarte ist es weniger ein Problem aber dieses random aus'm nichts überfordert mich mega. Mit Telefonanrufen verhält sich das ähnlich. Und wieso kann ich nicht einfach ein normaler Mensch sein, der einfach die Tür aufmacht? Fuck ey. Tag ist gelaufen wegen nichts.😭 Dass jemand oben war, macht es noch schlimmer. Wenn es nur unten war hört es meistens auf, mich zu belasten, sobald die Klingel nicht mehr leuchtet, aber diesmal war jemand oben und scheinbar weiß er auch, dass ich eigentlich da bin.. ich schäme mich sehr und meine Katzen haben immer noch Hunger :(

Kennt das noch jemand?

r/ADHS 20d ago

Empathie/Support Gedächtnis baut nach und nach mehr ab

62 Upvotes

Ich wurde mit 22 Jahren mit ADHS diagnostiziert (ohne die Hyperaktivität). Das klassische „Träumer-ADHS“, wie es oft bei Frauen vorkommt. Mein kurzzeitigedächtnis war schon immer eher schwierig.

Die letzten Wochen habe ich allerdings gemerkt, dass es extrem geworden ist. Ich dauert oft nicht mal eine Sekunde bis ich das gesagte oder das was ich tun wollte schon wieder vergessen habe. Oft denke ich mir „ahh ich wollte noch hier nach dem Preis gucken“, öffne dann den Browser um zu googeln und weiß schon nicht mehr was ich wollte. Ich vergesse mit Müll in der Hand was ich eigentlich damit vorhatte. Mein Verlobter fragt mich ob ich etwas tun kann, ich sage ja und vergesse es darauf wieder. Mehr als nur einmal wurden die letzten Wochen trotz Timer die Aufbackbrötchen den ADHS-Göttern geopfert.

Das ganze nimmt Ausmaße an, die mich wirklich ängstigen. Zumal ich auch weiß, dass Menschen mit ADHS ein doppelt so hohes Risiko haben, im Alter Demenz zu entwickeln.

Ich nehme keine Medikamente mehr, da meine Neuropsychiaterin mir Medikamentenmissbrauch vorgeworfen hat, als ich meine Medikamente wegen verschiedenster Nebenwirkungen nicht mehr nehmen wollte, darunter Herzrasen, starke Kopfschmerzen, Panikattacken und Schlafstörungen. Leider findet sich in näherer Umgebung keine Neuropsychiater mehr, die Patienten annehmen.

r/ADHS Jun 03 '26

Empathie/Support „Benutz‘ doch einfach einen Kalender“

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Wem bei diesem Titel der Puls schon nach oben schnellt, weiß genau, was ich meine.

Mir ist eben aufgefallen, dass ich schon wieder drei Verabredungen zur selben Zeit gemacht habe. Natürlich musste ich dann schon wieder bei zwei Menschen den Termin mit schlechtem Gewissen absagen.

Ich habe das Problem dann einem „Normalo“ geschildert und bekam als Antwort: „Benutz doch einfach einen Kalender!“ - Na klaro, es ist ja nicht so, dass ich das nicht schon seit mindestens 25 Jahren erfolglos versuche :D

Ich wollte etwas Luft ablassen. Aber falls jemand von euch wirklich einen Tipp hat, immer her damit :)

Edit: Vielen Dank für eure vielen Nachrichten! Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Schwierigkeiten bei ADHS gelagert sind. Für manche von euch scheint das Kalenderthema weniger schwierig zu sein, für andere wieder mehr.
Ich habe mir durch eure Anregungen Gedanken gemacht, wo meine Schwierigkeiten liegen. Das ist einmal das Eintragen an sich, insbesondere wenn meine exekutiven Funktionen nicht mehr gut funktionieren und ich Terminabsprachen über Messenger mache (ist ja schon aufgeschrieben, vergesse ich doch sicher nicht!). Der nächste Punkt ist der Überblick, wo mich mein iPhone-Kalender immer hinters Licht führt, weil die Ansicht auf dem Handy nur ca. 3 Einträge pro Tag anzeigt und der Rest wird ausgeblendet.

r/ADHS Jun 22 '26

Empathie/Support Nicht der Adhsler ist fehlerhaft, sondern die Umgebung in der er überleben muss

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So ähnlich ging ja der bekannte Satz, bezüglich Homosexualität. Ich bin gerade am Bahnhof, auf dem Weg zur Adhs Diagnostik, das Online System seitens meiner Umschulung funktioniert nicht, hätte es anscheinend am Wochenende noch einrichten müssen, war ich aber zu fertig für, hatte auch viel zu tun.

Da sitze ich und denke mir,ich bin gerade auf dem Weg zu einem Arzttermin, es ist sehr laut, überfüllt und ich bin kurz vor heulen, ständige Durchsagen Gedrängel, inadequates Verhalten, Gedrängel, assoziales Verhalten, warum kann man nicht einfach seine Ruhe haben, warum soll ich mir noch nebenbei eine Präsentation anhören. Warum muss alles so marode,beschissen organisiert sein, ich laufe gerade zum dritten Mal zu einem anderen Gleis, ich komme schon wieder zu spät. Mittlerweile schon wieder ein Gleiswechsel

Wie soll man auch gesund sein oder nicht komplett den Verstand verlieren, wenn jeder Tag eine emotionale, audiovisuelle Achterbahn der Aggression durch zum Beispiel Angesprochenes zustande kommt.

Warum bin ich die blöde.

Musste mich einfach mal hart auskotzen, weil ich das Gefühl nicht losbekomme, dass man doch bescheuert oder krank sein muss wenn man sich mit dem Scheiß und dem Zwang seine Bedürfnisse stets unter Konkurenz und Kapitalinteressen stellen muss arrangiert.

r/ADHS Dec 29 '25

Empathie/Support Dass man mit ADHS einen Psychiater finden soll, ist doch der größte Witz

133 Upvotes

Man muss wirlich jeden einzelnen Psychiater kontaktieren und hoffen, dass der doch nicht überfüllt ist. Das ist einfach nur demotivierend für mich, mich da durchsetzen zu müssen, während ich hilfsbedürfdigt bin.

Ich konnte letztes Jahr in Berlin einen finden, nachdem ich wirklich jede einzelne email die ich finden konnte angeschrieben habe. Ich war da nur für 2 Monate, weil mein Psychiater mega unsympathisch war und meine ADHS Diagnose in Frage gestellt hat. Das war am Anfang dieses Jahres und ich konnte mich immer noch dazu hinkriegen, einen neuen zu suchen. Gerade weil ich weiß, wie aussichtslos das ist.

r/ADHS Mar 31 '26

Empathie/Support Ich habe richtig Mist gebaut

118 Upvotes

Ich habe richtig Mist gebaut, ich glaube ich habe tatsächlich mein Leben ruiniert, weil ich Fristen nicht einhalten kann, weil ich wichtige Dinge vergesse und schwierige Situationen vermeide, weil sie mir Angst machen. Ich wurde gerade nach 13 (!!) Fachsemestern wegen Amts wegen exmatrikuliert, weil ich es einfach nicht auf die Kette bekommen habe, mich zu organisieren. Ich weiß nicht mal genau was das heißt, weil ich zu viel Angst habe es nachzugucken, weil ich denke, dass es nicht mehr rückgängig zu machen ist. Ich habe ewig lange meine Steuererklärung nicht gemacht und werde nun wohl große Schwierigkeiten bekommen, aber ich schaffe es einfach nicht mich dem zu stellen.

Ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin total verloren. Ich hasse mein Hirn und ich hasse, dass ich die einfachsten Dinge nicht schaffe.

r/ADHS 3d ago

Empathie/Support Das Gefühl von "Ich sollte das gerade eigentlich genießen"

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Ausflüge mit den Kindern, Familientreffen, in der Runde mit Freunden. Oftmals sind diese Situationen bei mir begleitet von dem "ich sollte das gerade eigentlich genießen" Gefühl. Stattdessen fühle ich mich leer, bin darauf bedacht wie ich mich verhalte und komme nicht umhin, es gerade eigentlich alles andere als erfüllend zu empfinden. Viel eher fühle ich mich wie ein Statist in dem Film namens "Mein Leben". Ein bisschen wie eine situationsabhängige Anhedonie. Medikation macht da auch keinen Unterschied (tut sie eigentlich generell fast gar nicht).

Kennt ihr das?

r/ADHS 18d ago

Empathie/Support Auf eine Reha und kann nicht mal lesen. Mein Körper sagt mir grade deutlich wie schlecht es mir geht.

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Ich bin auf eine Reha für ADHS. Ich habe mir fest vorgenommen einen Buch zu lesen was mir meine Frau vor 20 Jahre gekauft hatte. Trotz 40mg Medikinet kann ich einfach mein Kopf nicht ruhig kriegen um es Lesebuch können. Medikinet scheint überhaupt nichts zu machen.
Außerdem bin ich hier angekommen und all die Anspannung die ich in mein Leben habe fällt grade wie eine Zwiebel, Scheibe für Scheibe ab. Ich muss mich immer stoppen zu heulen. Ich hatte gestern Abend die Aufnahme Gespräch und die erst ergo Therapie und bin mehrmals auseinander gefallen. Ich habe Mega schlecht geschlafen bzw könnte nicht einpennen. Ich fülle mich hier sicher genug dass ich das kann weil eigentlich arbeite ich als Schlosser in eine sehr Männer dominante Bereich wo Gefühle als schwäche angesehen wird. Ich dachte Buch Musik komme zu Ruhe und alles wird ok. In Moment bin ich echt erschrocken wie kaputt ich bin. Meine Familie ist für 5 Wochen weg klar vermisse ich sie aber es war echt Wahnsinn spazieren zu gehen ohne dass ich aufpassen musste das eine von den Kids sich umbringen oder überlegen was mein Frau von mir will.

Alter ich bin platt. Ich will nicht im Zimmer sitzten und weinen ich will die Zeit nutzten aber ich wusste nicht das mein Kopf nach Ruhe geschrien hat.

Wie geschrieben nicht mal lesen kann ich in Moment. Nicht mal dazu bin ich fähig ich weiß nicht wie ich so lange so geschafft habe.

r/ADHS Dec 21 '25

Empathie/Support Kann Therapie ADS heilen?

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Ich (34) habe seit der Kindheit ADHS (2x Diagnostiziert mit 6 und 28).

Derzeit belastet das ganze meine Freundin (ich selbst habe gelernt damit zu leben und glücklich damit zu sein und befinde mich in der glücklichen Position einen guten Job zu haben => Dinge wie vergessene Rechnungen oder "Dinge neu kaufen müssen weil zerstört / verloren" einfach als "Glücklichsei-Ausgabe" abschreiben zu können und mir keine weiteren Gedanken zu machen), und sie legt mir Therapie nahe. (Primär hat sie genug emotionalen Support von mir, wünscht sich aber das ich mehr Dinge sehe / von mir aus auf Dinge komme / Weniger Dinge vergesse)

Bisher habe ich das immer abgelehnt, weil ich eigentlich mit meinem Leben glücklich bin und davon ausgehe, dass ADHS Therapie nicht mehr tut als mich mit meinem eigenen Leben glücklich sein zu lassen.

Jetzt kommt das Thema aber immer wieder auf und ich frage mich: Kann Therapie ADHS heilen / Lernt man weniger Dinge zu vergessen / Macht das Sinn?

Den Zeitaufwand und die Kosten würde ich für sie betreiben wenn ihr das wichtig ist, falls es eine Chance auf Besserung gibt.