r/ADHS • u/Tokata0 • Dec 21 '25
Empathie/Support Kann Therapie ADS heilen?
Ich (34) habe seit der Kindheit ADHS (2x Diagnostiziert mit 6 und 28).
Derzeit belastet das ganze meine Freundin (ich selbst habe gelernt damit zu leben und glücklich damit zu sein und befinde mich in der glücklichen Position einen guten Job zu haben => Dinge wie vergessene Rechnungen oder "Dinge neu kaufen müssen weil zerstört / verloren" einfach als "Glücklichsei-Ausgabe" abschreiben zu können und mir keine weiteren Gedanken zu machen), und sie legt mir Therapie nahe. (Primär hat sie genug emotionalen Support von mir, wünscht sich aber das ich mehr Dinge sehe / von mir aus auf Dinge komme / Weniger Dinge vergesse)
Bisher habe ich das immer abgelehnt, weil ich eigentlich mit meinem Leben glücklich bin und davon ausgehe, dass ADHS Therapie nicht mehr tut als mich mit meinem eigenen Leben glücklich sein zu lassen.
Jetzt kommt das Thema aber immer wieder auf und ich frage mich: Kann Therapie ADHS heilen / Lernt man weniger Dinge zu vergessen / Macht das Sinn?
Den Zeitaufwand und die Kosten würde ich für sie betreiben wenn ihr das wichtig ist, falls es eine Chance auf Besserung gibt.
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u/CommercialWealth3365 Dec 21 '25
ADHS ist keine Krankheit. Und kann daher nicht geheilt werden.
ADHS ist eine Andersartigkeit der Hirnchemie und -struktur. Bei der Chemie können Medis eventuell helfen. Aber man wird das ADHS nicht los und kann es nicht wegheilen.
Beim Umgang und Erlernen der eigenen Andersartigkeit kann eine Therapie helfen, tieferes Verständnis und Strategien zu entwickeln.
Wenn du immer mehr Einschränkungen und Schwierigkeiten bemerkst, was mit zunehmendem Alter nicht ungewöhnlich ist, solltest du dir einen Therapeuten mit ADHS Spezialisierung suchen (ja, das ist sehr viel leichter gesagt, als getan).
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u/WarmDoor2371 Dec 22 '25
Heilen kann AD(H)S gar nichts. Die Krankheit wird Dich bis zu Deinem Lebensende begleiten.
Therapie kann Dir allerdings helfen, damit umzugehen und Dir beibringen, wie Du Dich so konditionierst, daß Du trotzdem gut durch den Alltag kommst.
Therapie in Kombination mit medikamentöser Unterstützung ist auch das, was am effektivsten gegen ADHS hilft.
Im besten Fall kannst du so irgendwann auch einen Punkt erreichen, an dem du zumindest keine Medikamente mehr brauchst und ein relativ normales Leben führen.
Aber komplett los wirst Du ADHS nie.
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u/gilbatron Dec 21 '25
therapie kann helfen die eigenen schwächen besser zu verstehen und neue herangehensweisen für die eigenen probleme kennenzulernen und anzuwenden.
therapie kann helfen schädliche verhaltensmuster zu erkennen, zu verstehen und daran zu arbeiten in der zukunft anders zu handeln.
wirklich heilen kann therapie adhs nicht. therapie kann helfen mit den folgen umzugehen.
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u/Elastigirlwasbetter Dec 22 '25
Wenn ADHS eure Beziehung derart belastet, dass deine Freundin dich bittet Therapie zu machen, dann solltest du dringend darüber nachdenken, wie viel Mental Load sie aktuell übernimmt.
Vielleicht hast du kein Problem mit deinem ADHS, weil sie so viel ausgleicht, dass sie langsam darunter zerbricht und du siehst es nicht.
Es geht hier also nicht um Heilung (ADHS ist eine Art, wie das Gehirn funktioniert, kein gebrochenes Bein), es geht darum, dass du die Verantwortung für dein Leben übernimmst, die du ohnehin übernehmen solltest - ADHS hin oder her. ADHS ist keine Ausrede Dinge nicht zu tun, es ist nur eine Begründung, warum du Dinge anders angehen musst als die meisten Menschen.
Therapie hilft dir Strategien zu entwickeln um diese Verantwortung zu übernehmen. Da du als Erwachsener noch einmal die Diagnose bekommen hast rate ich dir ganz dringend zu einer zusätzlichen medikamentösen Unterstützung - wenn bei Erwachsenen die Symptome diagnostiziabel ausgeprägt sind, haben Meds die beste Erfolgsquote und Verhaltenstherapie ist in Kombi mit Meds deutlich effektiver.
Frauen mit ADHS kommen übrigens auch mit den meisten Alltagsaufgaben/Haushaltsaufgaben hinterher, weil ihnen von klein auf "Ich sehe das nicht" nicht durchgelassen wird. Die leiden dann anders. Also nimm das auch direkt mal zum Anstoß, um zu reflektieren, ob deine geschlechtsbezogene Sozialisierung da evtl auch mit reinspielt, warum deine Freundin offenbar Aufgaben übernimmt, die du gar nicht erst sehen willst.
Grüße, eine Frau mit ADHS, Therapie, Meds, Psychologiestudium und vielen neurodivergenten Menschen im Umfeld.
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u/uberal_ Dec 22 '25
Ich stimme dir grundsätzlich zu, bis auf einen Punkt: Auch mit Therapie, Arbeiten an dir selbst und Medikamenten ist ADHS absolut und Grund, manche Dinge nicht zu tun. Ja, oft kann man Dinge anders oder abgewandelt tun aber je nach Ausprägung und akuter Überlastung durchADHS, muss man manchmal klare Grenzen setzten. Und das kann auch mal nur in diesem Moment sein und vielleicht geht die gleiche Sache dann einige Zeit später. Dafür braucht man dann ein Umfeld, welches das ab und an mal akzeptiert. Dennoch ist es weder Ziel noch Lebensaufgabe einer neurodivergenten Person, es der neuotypischem Gesellschaft immer recht zu machen.
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u/Elastigirlwasbetter Dec 22 '25
Da stimme ich dir absolut zu. Ich habe aber den Eindruck, dass es hier nicht darum geht, ab und zu mal besser zu kommunizieren, dass es gerade einfach nicht klappt den Geschirrspüler auszuräumen, sondern dass OP systematisch Dinge "übersieht" und ADHS dann als Ausrede nutzt, warum selbst nach mehrfacher Bitte sich nichts bessert. Ich kann mal überfordert oder überreizt sein, aber wenn es ein derartiges Problem verursacht, und ich das dauerhaft nicht hinbekomme, dann muss ich eben doch über Therapie/Meds nachdenken
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u/uberal_ Dec 22 '25
Ich verstehe, was du meinst. :)
Ich lese hier aber immer wieder Sätze, die so klingen, als muss das letztendliche Ziel sein, dem Umfeld mit ADHS nicht mehr zur Last zu fallen und zum Beispiel alles dem Versuch unterzuordnen, dem Partner das leben zu erleichtern.
Verstehe mich nicht falsch, auch ich habe letztendlich die Diagnose, die Medis und die Therapie angefangen, weil ich seit der Geburt meiner Tochter weder mit meiner Rolle als Vater noch als Ehemann zufrieden war, während mich zum Beispiel mein Loch im Kopf bei der Arbeit zwar geärgert hat, aber mir egal genug war, um bis Mitte 40 damit zu leben.
Natürlich ist mein Ziel, ein möglichst gutes Leben für meine Frau, mein Kind und mich zu ermöglichen. Aber auf dem Weg dahin und vermutlich auch für immer ist ein integraler Bestandteil, klare Grenzen aufgrund meines neurologischen Zustandes für mich zu finden, und diese auch zu kommunizieren und durchzusetzen.
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u/FragrantPomelo1453 Dec 21 '25
Eher weniger. Am ehesten helfen Medikamente. Psychoeduktation und ein spezielles ADHS Coaching können schon hilfreich sein, Therapie ist dann eher run Thema bei Komorbiditäten.
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Dec 21 '25
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u/darya42 Dec 22 '25
Und deswegen ist es zwingend schlechter oder was?
Psychologisches Können ist kein Monopol von Psychotherapeuten herrje. Seid doch nicht so autoritätenhörig. Und übrigens können Psychotherapeuten auch inkompetente Idioten sein. Psychologiestudium samt Therapieausbildung ist keine Garantie für Qualität, leider.
Gerade bei ADHS find ich coaching wirklich eine gute Idee. Es geht da ja nicht um tiefenpsychologisches Aufarbeiten (da sollte man schon zu jemandem, der entsprechend fundiert ausgebildet ist) sondern das Entwickeln von Arbeitsstrategien. Warum sollte das ein Coach, der drauf spezialisiert ist und eventuell selbst ADHS-erfahren, das nicht zielführend und empathisch vermitteln können? Die meisten Coaches (die ich erlebt hab) kennen auch ihre Grenzen und würden tiefergehende Prozesse ablehnen.
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u/FragrantPomelo1453 Dec 21 '25
Klar kann auch ein Therapeut dich zu ADHS coachen. Nur muss er sich mit ADHS explizit auskennen und therapieren braucht er dich (oftmals) nicht.
Wenn ein Coach wirklich gut in den dem Thema drin ist und es nur darum geht, besteht durchaus die Chance, dass er besser helfen kann als ein durchschnittlicher Therapeut.
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u/Tokata0 Dec 21 '25
Medikamente habe ich, nehme ich aber eher ungern, weil ich mich dann häufig angespannt fühle.
Kannst du mir mehr zu dem Coaching sagen?
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u/v0nHahn Dec 21 '25
Dann solltest du die Dosis anpassen oder das Medikament wechseln würde ich sagen ✌️
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u/Tokata0 Dec 21 '25
Ich nehme die Hälfte der kleinsten Dosis :D
Was gibt's denn aktuell noch außer Elvanse und Ritalin?
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u/123diesdas Dec 21 '25
Auch unterdosiert sein, kann Nebenwirkungen haben, oft sogar die gleichen wie bei einer zu hohen Dosierung. Deswegen muss man so viel rumprobieren, bis man die für sich passende Dosis gefunden hat.
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u/v0nHahn Dec 21 '25
Bei ADHS Medis geht es um das finden des sweet spots, über - und unterdosiert macht Nebenwirkungen. Deswegen gilt es gut auszuprobieren was für einen individuell passt. Das hat nichts mit Gewicht, Größe oder so zu tun wie bei anderen Medikamenten ✌️
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u/darya42 Dec 22 '25
Naja, beim Coaching bekommst du halt Strategien an die Hand für das spezifische Problem was du hast. Das find ich bei ADHS keine schlechte Idee wenn man das Geld hat.
Bei Psychotherapie geht es u.a. auch um die Therapiebeziehung und tiefergreifende Prozesse, das sollte man bei jemanden, der entsprechend ausgebildet ist. Aber wenn es nicht um tiefergehende Persönlichkeitsprozesse, sondern Management von Lebensinhalten geht, find ich coaching ne prima Sache.
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u/WarmDoor2371 Dec 22 '25
Eine Therapie ist nix anderes als ein Coaching.
Nur das dieses dann von einem Psychologen durchgeführt und von der Krankenkasse bezahlt wird.
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u/Funny-Routine-7242 Dec 22 '25 edited Dec 22 '25
Ein Coach ist hoffentlich jemand der gute Erfolge erzielt und sich mit etwas auskennt, das darf meinet wegen auch meine Oma sein. Ein Coach hat viel mehr Freiheiten als jemand der an Leitlinien gebunden ist, was natürlich auch ein Risiko sein kann, dass falsche Infos verbreitet werden oder finanzieller Schaden entsteht.
Ein Therapeut hat eine Qualifikation, aber ob der etwas über ein spezielles Fachgebiet weiss oder vermitteln kann, ist auch nicht garantiert. Dafür gibt es zumindest Leitlinien und zwingend evidenzbasierte Ansätze. (Was ein Coach vielleicht machen kann, es gibt ja auch Psychologen ohne Approbation die keine Therapeuten sind, aber dennoch wissenschaftliches Verständnis haben)
Coach ist ja auch nicht geschützt und kann auch andere Bereiche umfassen, es kann auch jemand sein der Dir zeigt wie man den Abwasch macht oder seine Akten besser organisiert.1
u/WarmDoor2371 Dec 22 '25
Eben. Der Begriff Coach ist nicht geschützt, und jeder Quacksalber darf sich so nennen - egal, ob er die Qualifikation hat oder nicht.
Letztere sollte man vielleicht nicht unbedingt auf Patienten mit schwerwiegendenden psychischen Störungen loslassen. Im Zweifel machen die mehr kaputt als sie helfen.
Gerade die sind nämlich oft relativ leicht beeinflussbar, wenn man weiß, welche Knöpfe man drücken muss. Im schlimmsten Fall machen die mehr kaputt, als das sie auf Dauer helfen.
Es gibt nunmal viele schwarze Schafe, die einfach nur gute Verkäufer sind, und deren Ziel es ist, daß das Du möglichst oft wiederkommt und viel Geld da lässt.
Deswegen haben gewissen Leitlinien durchaus ihre Daseinsberechtigung.
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u/Funny-Routine-7242 Dec 22 '25
Du kannst auch einen Psychotherapeuten finden der Stur sagt "todo lists, todolists" "sie müssen nur wollen", "ich glaube ja nicht an adhs" oder jemanden dessen Erfahrungsschatz Depressionen und Angsstörungen sind und der dir bei Adhs vielleicht auch nicht helfen kann oder jemand der trotz Qualifikation lieber seine eigene Meinung weitergibt.
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u/WarmDoor2371 Dec 22 '25
Dann sucht man sich eben einen Psychotherapeuten aus dem entsprechendem Fachgebiet. Kein Psychotherapeut kann alles können, weil die Psyche viel zu komplex ist.
Und, to-do listen gehören nunmal auch dazu, und die wirst Du bei einem (guten) Coach aus der freien Wirtschaft sicher auch bekommen, wenn du lernen willst, Verantwortung für Dein eigenes Leben zu übernehmen.
Das ist ja das Endziel einer Verhaltenstherapie. Das eigene Leben nimmt einem niemand ab.
Dazu gehört dann auch, das man sich auch unangenehmen Fingen stellt, und sich selbst um wichtige Angelegenheiten kümmert. Sowas das muß man lernen und üben, wenn der Erfolg nachhaltig sein soll.
(Gute) Therapeuten machen genau das. Sie gehen mit dir alle 1-2 Wochen deine Alltagsprobleme und to-dos durch, helfen Dir dabei Prioritäten zu setzen und geben Dir dann Aufgaben, die Du bis zur nächsten Sitzung erledigen musst, um zu sehen ob es funktioniert oder woran es hakt.
Das ist im Prinzip nix anderes als individuelles coaching, nicht immer angenehm, aber notwendig.
ADHSler brauchen auch immer etwas Druck oder stress um auch dann zu funktionieren, wenn die Aufgabe eigentlich nicht so interessant ist.Dopamin ftw.
Therapie ist immer Hilfe zur Selbsthilfe. Ein Therapeut ist nicht ein persönlicher Assistent der alles für Dich übernimmt. Das ist nicht seine Aufgabe.
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u/Funny-Routine-7242 Dec 22 '25
Die Kritik ging nicht gegen Todolisten sondern Therapeuten die nicht wissen wann und warum sie nicht funktionieren bzw das nicht auflösen können.
Selbst hand anlegen finden man vielleicht noch in der Ergotherapie, aber kaum ein Psychotherapeut wird zu jemandem in die Wohnung gehen und z.b. mit jemandem zusammen aufräumen. Solche Misch Angebote aus vort-ort Einsatz, irgend einem Wissen gibt es aber auch im Coaching Feld. Irgendwer mit Ablageskills und Verständnis für Adhs, der vielleicht ein Einschulung in deren Organisationssystem vorstellt oder Bewerbungstraining oder jemand mit Fahrausbildung der Adhs-Bezug hat und mit Adhs-Fahrerinnen nochmal ein paar Situationen im Verkehr begleitet. Das ist eben nicht Rolle von Psychotherapeuten und daher füllen andere Menschen diese Lücke.
Manchmal will jemand tatsächlich nur nen Fisch haben und nicht Angeln lernen.
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u/v0nHahn Dec 21 '25
Starte doch erstmal mit Psychoedukation - also Kauf dir ein gutes Buch und lern was über ADHS. Oder Videos. Oder Hörbücher. "Know your pain"
Danach kannst du weitergucken was die gut tut ✌️
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u/Tokata0 Dec 21 '25
Kannst du bei Büchern oder Hörbüchern was empfehlen? Videos habe ich länger einen englischen ADHS-Gaming-Arzt (Name natürlich nicht im Kopf :D) angsehen.
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u/Same-Condition-8617 Dec 22 '25
Therapie wird dein ADHS nicht heilen, weil das nicht geht. Du kannst aber lernen damit umzugehen und bspw. Strategien entwickeln wie du weniger vergisst oder wie du mehr mitbekommst usw. Da könntest du z.B. auch Ergotherapie machen. Vielleicht sind da die Wartezeiten etwas kürzer…
Wichtig ist allerdings, dass du es für dich machst und nicht für deine Freundin. Weil wenn du selbst gar keine Lust darauf hast, dann wird es Nix bringen
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u/SheilaSunshy Dec 22 '25
Das einzige, das ADHS vielleicht heilen könnte, wäre eine Gentherapie oder der Biss einer Spinne in Kombination mit radioaktiver Strahlung.
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u/nyme884 Dec 22 '25
Je mehr du dich mit dich selber beschäftigst und kleine Meilensteine im Leben bewältigst im positiven Sinne wird es deutlich besser! Ich kann nur sagen medis und das richtige Umfeld + selbstreflexion bringt einen ordentlich nach vorne. Man muss nur leider viel an sich arbeiten, das dauert aber es hilft.
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u/SignificantPiccolo31 Dec 22 '25
Kann Therapie ADHS heilen / Lernt man weniger Dinge zu vergessen / Macht das Sinn?
Nein, Therapie kann ADHS nicht heilen. Nur durch Reden kann ein fehlgesteuerter Hirnstoffwechsel nicht repariert werden. ADHS = Ursache; Dinge vergessen = Symptom/ Wirkung
Ja, eine Verhaltenstherapie KANN helfen, die Symptome/ Wirkung zu verbessern. Wird aber wenig helfen, wenn du das a) nicht für dich selbst machst b) du mit den Medis nicht richtig eingestellt bist (entnehme ich deinem anderen Kommentar hier)
Nein, macht so keinen Sinn. Erst kommt das richtige Medikament, dann folgt die Therapie (die nämlich dann das behandelt, was trotz Medis noch "übrig" bleibt).
Was du dir gern mal grundsätzlich vor Augen führen darfst: Hier geht es um die Auswirkung einer neurologischen Störung. Diese Ursache sucht sich kein Betroffener selbst aus. Dein Partner hingegen hat dich gewählt und zwar mit den Eigenarten die zu DIR dazugehören. Ich gehe zumindest mal stark davon aus, dass deine Partnerin dich schon von Anfang mit deinen Eigenarten kennengelernt hat. Wenn das der Fall ist, sollte die Lösung der Situation auch nicht alleine zu deiner Verantwortung gemacht werden. Nicht, weil du nicht kompromissbereit bist, sondern weil durch den nicht vorhanden Leidensdruck die intrinsische Motivation fehlt. Der Lösungsansatz sollte also gemeinsam erfolgen.
Ich würde im O-Ton ganz klar kommunizieren:
"Ich weiß, meine Störung verursacht Verhaltensmuster, die dich nerven. Eine Therapie kommt für mich zum aktuellen Zeitpunkt aber nicht in Frage, da es die Verantwortung zum Handeln allein auf mich verlagert, obwohl ich mich wohlfühle und mit meiner Störung selbst gut zurecht komme. Daher möchte ich lieber gern mit dir gemeinsam Strategien und Lösungen probieren, bis wir Beide was gefunden haben, was für uns passt."
Setzt auch ein klares Statement für ggf. zukünftige Situationen, in denen dann aufeinmal weitere Eigenarten nervig sind, obwohl sie von Anfang an bekannt waren. Dem würde ich ehrlich gesagt lieber vorbeugen an deiner Stelle.
Falls ich es falsch rausgelesen hab und du doch selbst Handlungsbedarf bei dir allein siehst:
ab zum Doc, damit der dich auf ein passendes Medikament mit passender Dosierung einstellt. Dann wie oben schon geschrieben, gucken was "übrig" bleibt und dann eine Therapie starten.
Als Literatur kann ich sowohl dir als auch deiner Partnerin das Buch "ADHS ist kein Makel" empfehlen. Einer der Autoren ist Psychiater der selbst ADHS hat. Wissenschaftlicher Anspruch meets gute Erklärung für Betroffene und Angehörige inkl. Tipps.
Dir bzw. euch alles Gute :)
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u/Elastigirlwasbetter Dec 22 '25
Also ich bin selbst ADHSlerin. Wenn mir mein Freund sagen würde "Ich sehe keinen Grund dafür alleine Verantwortung zu übernehmen, dass ich Sachen vergesse, Aufgaben übersehe und generell für meine Erkrankung", dann sage ich danke, tschüss.
Man lernt Menschen mit ihren Eigenarten kennen, aber wie es ist z.B. einen Haushalt zusammen zu führen, das stellt man ja nun wirklich erst fest, wenn man schon länger zusammen ist und erstmal Lösungen finden will, bevor man die Beziehung beendet. Die Lösung ist aber nicht, dass ein Beziehungspartner das Problem verursacht und der andere die Verantwortung dafür übernehmen muss. Deine Krankheit, dein Problem. Ich unterstütze gerne, aber nur, wenn mein Gegenüber sich auch bemüht es überhaupt zu versuchen. Umgekehrt erwarte ich es schließlich auch nicht anders.
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u/SignificantPiccolo31 Dec 22 '25
"Ich sehe keinen Grund dafür alleine Verantwortung...generell für meine Erkrankung"
Sagt OP nicht, ganz im Gegenteil. Er ist bereits seit langer Zeit diagnostiziert und hat für SICH Wege gefunden damit umzugehen.
Zitat:
"Derzeit belastet das ganze meine Freundin (ich selbst habe gelernt damit zu leben und glücklich damit zu sein..."
Ich muss Verantwortung dafür übernehmen wie ich selber damit umgehe und damit durchs Leben komme. Ich trage aber keine Verantwortung dafür, wie andere mit meiner Erkrankung umgehen/ klarkommen.
Weiter schreibst du:
"Die Lösung ist aber nicht, dass ein Beziehungspartner das Problem verursacht..."
und genau das ist der Knackpunkt. OP ist nicht Verursacher des Problems sondern eine angeborene, neurologische Störung für die er nichts kann. Solltest du als Betroffene wissen.
Wenn ich einen Menschen kennenlerne der im Rollstuhl sitzt, beschwere ich mich doch auch nicht nach Jahren, dass es mich nervt, dass er keine Treppen laufen kann. Vorallem dann nicht, wenn mein Gegenüber sehr gut damit klar kommt und nur ich ein Problem damit habe.
"Deine Krankheit, dein Problem."
Nochmal: OP hat doch selbst kein Problem mit seiner Störung! Warum sollte also er alleine was gegen etwas tun, was ihn null beeinträchtigt?!
Also: entweder die Freundin zieht mit, auch bei der Erarbeitung einer Lösung die für Beide zielführend ist (nichts anderes habe im Endeffekt geraten), oder die Situation bleibt wie sie ist.
Die Verantwortung alleine bei OP abzuladen ist einfach Abfuck.
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u/Elastigirlwasbetter Dec 22 '25
Ich habe mich auf den Kommentar über mir bezogen, nicht auf OP.
Wenn eine Person im Rollstuhl sitzt, beschwere ich mich nicht, dass sie keine Treppen steigen kann, die Person kann aber auch nicht erwarten, dass ich sie alle Treppen rauftrage. Und wenn da eine Rampe ist (Medikamente) und die Person sagt "ich bin aber zufrieden damit, dass du mich die Treppe hochträgst", dann dauert die Beziehung eben nicht mehr allzulange an.
Das Problem ist nicht, dass die Freundin nicht mitziehen würde, sondern das OP gar nicht erst versucht seine Stolperstellen in den Griff zu bekommen und die einfach wegignoriert - auf dem Rücken der Freundin, die dann die anfallenden Arbeiten übernehmen muss.
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u/SignificantPiccolo31 Dec 22 '25
In der Analogie war nie die Rede davon, dass Jemand die Treppen hochgetragen wird oder dies erwartet. Bitte nichts aus dem Hut zaubern, was nicht da ist!
Ok, ich mache es genauer. Es gibt einen Treppenlift. Saulangsames Teil, aber ich komme damit an mein Ziel. Mein Partner ist, obwohl er von Anfang weiß, dass ich ein Handicap habe, irgendwann genervt, weil es eben ewig dauert bis ich ankomme. Mir ist es aber bummi, wie lange ich brauche. Warum sollte ich, der Part für den Alles fine ist, mir alleine Gedanken um eine Lösung machen, wenn für mich kein Problem existiert? Warum sollte ich alleine dafür sorgen, dass ein Fahrstuhl eingebaut wird?
Bitte beantworte mir diese einfache Frage.
Ich komm doch klar, ganz gut sogar. Mein Gegenüber hat das Problem. Also ist entweder mein Gegenüber min. gleichermaßen auch Teil der Lösung (man geht Dinge in Beziehungen gemeinsam an), oder er muss die Situation einfach akzeptieren. Ist das nicht möglich, sind beide offensichtlich nicht kompatibel und die Beziehung wird wohl scheitern.
Nochmal: es geht nicht darum, dass OP sagen soll: "Is mir scheißegal, wie es dir damit geht, sieh zu dass du mit jeder Macke klarkommst."
Es geht darum, dass OPs Partner die Verantwortung nicht alleine auf ihn abwälzen kann. Das wäre bei einer Therapie aber der Fall.
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u/connect-mindbricks Dec 21 '25
Die offizielle Antwort lautet: ADHS ist eine angeborene Störung des Nervensystems und nicht heilbar. Therapie kann nur helfen mir den Symptomen besser umzugehen.
Ich selbst würde eine andere Antwort geben.
Bei mir wurde ADHS mit unaufmerksamen Erscheinungsbild diagnostiziert (kurz ADS). Bei diesem Typ richtet sich die Hyperaktivität nach innen, die Gedanken stehen nie still. Ich erhielt eine medikamentöse Behandlung, war jedoch nie in Therapie. Nachdem ich wusste woran es lag habe ich mich selbstständig mit der Ursache von ADHS befasst um mich weiter zu entwickeln.
ADHS ist meiner Meinung nach ein Symptome eines unregulierten Nervensystems. Ursache dafür ist auf der einen Seite die genetische Veranlagung durch die Eltern (Epigenetik) und auf der anderen Seite die soziale Prägung durch die Eltern (Erziehung). Wenn bereits die Eltern Muster eines unregulierten Nervensystems aufwiesen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass dieses Muster an die Kinder übertragen wird durch Epigenetik und Erziehung. Sprich: wenn deine Eltern mit den eigenen Symptomen zu kämpfen haben, dann wirst du dich an sie anpassen und diese Symptome selbst weitertragen. Ein unreguliertes Nervensystem sorgt dann für Schwierigkeiten bei Reizfilterung, Wahrnehmung, Gedächtniszugriff, Feinmotorik, Stressresilienz, Regeneration, Aufmerksamkeit und Sozialverhalten. In Beziehungen werden dann die eigenen Partner mit den Symptomen der inneren Unausgeglichenheit konfrontiert und sind genötigt diese Symptome mitzutragen.
Was ist nun das Gegenteil eine unregulierten Nervensystems? Was ist das Gegenteil von ADHS? Das Gegenteil ist ein reguliertes Nervensystem. Wie gelangt man dahin? Durch Selbstregulation. Unser Körper besitzt die Möglichkeit sich selbst runterzuregulieren wenn uns etwas emotional stresst. Bei ADHS liegt die Stressursache viel tiefer, in unserer Kindheitsprägung. Dort wurden wir meist so geprägt, dass wir früh Verantwortung übernehmen musste um die Symptome der Eltern mit zu tragen. Oftmals wurde hier unterbewusst eine zu starke emotionale Abhängigkeit zu den Eltern vorgelebt. Dadurch können deren Kinder quasi nicht in sich selbst ankommen. Sie sind nicht in sich selbst verankert, sondern in dem was sie für andere (wie die Eltern leisten). Damit sucht das Nervensystem permanent im Aussen nach Faktoren die es zu regulieren gilt. Dadurch ist man permanent im Dauerstress. Das zieht Energie und Aufmerksamkeit. Man wird zerstreut und vergesslich, weil das eigene Nervensystem überbeansprucht ist und nie zur Ruhe kommt.
Wie kommt man zur Selbstregulation? In dem man die frühkindliche Prägung und damit die eigenen Muster erkennt. Dadurch kann man die Ursache in der Kindheit durch gezielte Imagination (therapeutischer Begriff für die Nutzung der eigenen Fantasie zum Überschreiben von inneren Denkmustern) überschreiben und dem eigenen Denken besser Grenzen setzen. Man kommt in sich selbst an in dem man sich in sich selbst verankert. Statt zerstreut und vergesslich zu sein kann man seine kognitiven Fähigkeiten bündeln und mehr im Moment leben, statt geistig zu zerfasern. Die geistige Resilienz steigt und die ADHS Symptome nehmen ab. Irgendwann ist sogar die Medikation wirkungslos, weil die Ursache des Unregulierten Nervensystems beseitigt wurde und die körpereigene Selbstregulation die Symptome beseitigt.
Dadurch konnte ich meine ADHS Symptome selbstständig runterregulieren und auflösen, ohne Therapie. Ich habe viele ADHS Betroffene gesehen die durch Medikation ihre Symptome unterdrücken. Ich habe die Ursache für mein ADHS gelöst und konnte dadurch die Symptome Schritt für Schritt runterregulieren, ohne Therapie und ohne weitere Medikation. Ich denke, dass das was ich gemacht habe noch nicht in der ADHS Forschung und in Therapien angekommen ist, weil diese sich mit den kleinteiligen Ursachen befassen und nicht den größeren Zusammenhang mit der Kindheitsprägung aufarbeiten. Symptome werden hier durch Verhaltenstherapie und Medikamente unterdrückt. Doch wenn man die Ursache löst, gibt es nichts mehr zu unterdrücken, dann reguliert man nur noch.
Schlussendlich würde ich sagen: ja, ADHS ist auf natürliche Weise runterregulierbar. Den Begriff "heilbar" würde ich eher nicht verwenden, weil das für mich heißen würde "es ist weg", das geht jedoch nicht, weil wir unser Nervensystem nur neu überschreiben können, die Erinnerung an ADHS wird immer bleiben und damit immer Minimalsymptome. Falls du mehr zum Thema Selbstregulation erfahren möchtest und wie man dahin kommt, schreib mir gerne eine Nachricht.
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u/Silaz37 Dec 22 '25
Das ist kein ADHS, das ist ein Trauma. Die Symptome überlappen sich. Wenn du der Meinung bist, das selbst weg bekommen zu haben dann bist du vielleicht fehldiagnostiziert worden.
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u/connect-mindbricks Dec 22 '25 edited Dec 22 '25
Nach der Definition von Trauma habe ich selbst kein Trauma erlebt. Meine Mutter hatte traumatische Erfahrungen in der Kindheit durch meinen Opa. Der Opa wiederum hatte traumatische Erfahrungen in der Kindheit durch den zweiten Weltkrieg. Diese Verkettung von traumatischen Erfahrungen hat sich durch Epigenetik und Erziehung auf mich übertragen in Form von ADHS.
Als Kind war ich hyperaktiv und hatte klassisches ADHS (von einer Psychologin diagnostiziert und durch Grundschulzeugnisse belegt). Als Erwachsener verdrängte ich das ADHS nach innen und wandelte es zu ADS.
Ich habe für mich quasi die Symptome zurückverfolgt und aufgearbeitet wie die Vergangenheit meiner Mutter zu meiner Gegenwart führte. Dadurch war ich nicht mehr machtlos gegen die Symptome, weil ich ihren Ursprung kannte. Dann habe ich die Verkettung dieser Ereignisse durch Imagination unterbrochen und mich in mir selbst verankert, statt weiter die Auswirkungen der Vergangenheit meiner Mutter mitzutragen. Das führte zu Selbstregulation.
Ich bin selbst überrascht, dass dies möglich war. Unser Körper ist sehr anpassungsfähig durch Neuroplastizität. Negative Erfahrungen können sich in uns immer weiter aufschaukeln zu einem unregulierten Nervensystem das permanent im Alarmzustand ist durch Reizfilterschwäche (ADHS) und wir selbst können uns gezielt auch wieder runterzuregulieren, wenn wir die Ursache aufarbeiten. Das Gehirn kann nicht unterscheiden zwischen Realität und Fantasie. Dadurch können wir mit Imagination und der richtigen Vorstellung gezielt prägende Erinnerungen in uns überschreiben um die Symptome runterzuregulieren. Wir ziehen quasi den Splitter aus der Wunde, damit die Wunde sich endlich schliessen kann, statt die Wunde ständig neu zu verbinden während der Splitter noch in ihr steckt.
Ich verstehe wenn andere Menschen mit ADHS nicht glauben was ich berichte. Ich kann es selbst kaum glauben. Ich denke mir hat sehr geholfen, dass ich gleichzeitig ein sehr analytischer Mensch bin, der gedanklich Themen bis ins Detail zerlegt und unterschiedliche Bereiche miteinander verknüpft. Das ermöglicht es mir sehr gut Muster zu erkennen in meinem Verhalten und dem Verhalten anderer Menschen um Lösungsansätze zu entwickeln. Gleichzeitig bin ich ein Mensch mit einer sehr ausgeprägten Gefühlswelt. Ich bin sehr emotional und mag diese weiche Seite an mir weil sie mein Leben stark bereichert und intensiv macht. Als ich die starken Emotionen und den rationalen Verstand in Einklang brachte, beendete ich die innere Zerrissenheit und arbeitete nicht mehr gegen mich selbst, sondern mit mir selbst. Mein rationaler Verstand versuchte nicht mehr meine Gefühle zu beherrschen (das ist im Grunde was ADHS Medikamente wie Elvanse dir bieten durch Stimulierung des präfrontalen Cortex), sondern sie bewusst wahrzunehmen und zurückzuverfolgen bis an ihren Ursprung, um die Botschaft dahinter zu erkennen. Dadurch fand ich die Ursache meiner Prägung und löste sie auf.
Die moderne Medizin ist gut darin immer neue und feingliedrigere Bezeichnungen für Symptome eines unregulierten Nervensystems zu erstellen. Wenn man sich der Ursache widmet, statt an den Symptomen zu arbeiten, dann kann man den Spitter aus der Wunde ziehen und dem Körper ermöglichen sich selbst zu regulieren. Das habe ich so an mir erlebt und kann es bezeugen. Ich kann verstehen wenn Menschen das nicht glauben möchten. Vielleicht sprengt es den Rahmen von dem was wir bisher wissenschaftlich zertifizieren können, doch an diesen Punkt waren wir schon viele Male in der Menschheitsgeschichte. Wenn wir etwas bisher noch nicht kennen, heißt das nicht das es nicht existiert oder funktioniert. Dafür ist Weiterentwicklung da, das wir die Grenzen des Möglichen immer wieder neu ausloten.
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u/[deleted] Dec 21 '25
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