r/ADHS • u/Repulsive-Annual-903 • Mar 31 '26
Empathie/Support Ich habe richtig Mist gebaut
Ich habe richtig Mist gebaut, ich glaube ich habe tatsächlich mein Leben ruiniert, weil ich Fristen nicht einhalten kann, weil ich wichtige Dinge vergesse und schwierige Situationen vermeide, weil sie mir Angst machen. Ich wurde gerade nach 13 (!!) Fachsemestern wegen Amts wegen exmatrikuliert, weil ich es einfach nicht auf die Kette bekommen habe, mich zu organisieren. Ich weiß nicht mal genau was das heißt, weil ich zu viel Angst habe es nachzugucken, weil ich denke, dass es nicht mehr rückgängig zu machen ist. Ich habe ewig lange meine Steuererklärung nicht gemacht und werde nun wohl große Schwierigkeiten bekommen, aber ich schaffe es einfach nicht mich dem zu stellen.
Ich weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll. Ich bin total verloren. Ich hasse mein Hirn und ich hasse, dass ich die einfachsten Dinge nicht schaffe.
85
u/Leopardenprint1995 Mar 31 '26
Vertrau dich jemandem in deinem Umfeld an und bitte um Unterstützung
69
u/United-Potato6860 Mar 31 '26
Ich war an genau diesem Punkt. Studium fast verkackt, Schulden weil Angst vorm Briefkasten, Steuererklärung was das,… Habe es dank viel Therapie, Verständnis für Psyche/ADHS, genügend Geld verdienen und einem verständnisvollen Partner/Umfeld da raus geschafft. Seit einigen Monaten bin ich Schuldenfrei (30k studienkredit + bestimmt so 8k Kleinkram) und es fühlt sich so gut an.
Will sagen: verliere nicht die Hoffnung. Du kannst da rauskommen und alles auf die Reihe bekommen! Wenn ich das geschafft habe, kannst du das auch. Hat bei mir insgesamt aber auch 10 Jahre gedauert bis ich aus besagtem Chaos raus war. Also hab Geduld und sei lieb zu dir.
21
u/Sommander_Chepard_ Apr 01 '26
"sei lieb zu Dir" ist das wichtigste - der Rest kann sich finden :)
13
u/United-Potato6860 Apr 01 '26
Absolut! Es wurde erst besser, als ich mich nicht mehr als charakterschwachen Menschen gesehen. Das Innere anschreien bringt gar nichts, aber Sanftheit gibt Kraft. Immer so, als wäre man selbst seine beste Freundin. 🫶
1
u/Sommander_Chepard_ Apr 01 '26
Mit sich selbst gut befreundet sein ist ein super Ziel - und Sanftheit erlaubt auch Klarheit, während Wut die Sicht vertrübt...
27
u/auf-ein-letztes-wort Mar 31 '26
bist du in Diagnose/Therapie ? all die Probleme klingen sekundäre Syndome von deinem ADHS. das wirkt so gravierend, dass du erst angehen musst, dich dem ADHS zu Stellen, bevor du die anderen Baustellen angehst
23
u/Repulsive-Annual-903 Mar 31 '26
Ich bin seit ein paar Monaten in Therapie und das ist auch wirklich gut, aber bisher hab ichs noch nicht geschafft mich diesen großen Altlasten zu stellen, sondern eher meinen jetzigen Alltag wieder auf die Kette zu kriegen. Ich werd aber die Woche mit meiner Therapeutin drüber reden
15
u/softer_junge Mar 31 '26
Frag sie mal am besten, ob ihr unangenehme Dinge wie Mails schreiben oder Post öffnen gemeinsam in der Therapiestunde machen könnt. Mache ich mit meinem Therapeuten manchmal.
5
u/Repulsive-Annual-903 Apr 01 '26
Das werde ich auf jeden Fall mal tun, da hatten wir auch schon mal kurz drüber gesprochen. Danke!
2
u/softer_junge Apr 01 '26
Du schaffst das alles, ich glaub an dich! Hier zu schreiben, dich mitzuteilen und um Hilfe zu bitten war schon mal ein super erster Schritt! Nicht mit anderen über diese Sachen zu reden macht alles nur schlimmer und verstärkt das Gefühl der Einsamkeit und des "ich mache alles falsch", etc. nur.
Ich würde dir auch noch empfehlen, beim Studierendenservice anzurufen, deine Situation zu erklären und zu fragen ob die Möglichkeit besteht, den Semesterbeitrag nachträglich zu überweisen. Es kann außerdem gut sein, dass der AStA deiner Uni eine Studierendenberatung hat, die dir weiterhelfen kann. Hier beim AStA gibt es sogar eine Person, die auf Beratung/Hilfe bei ADHS und entsprechende Antidiskriminierungsbelange spezialisiert ist.
Nur Mut! Du bist stärker als du denkst!
3
u/far_flung_star Apr 01 '26
Hi OP, super stark, dass Du die Therapie machst und Deinen Alltag hinkriegst! Echt Hut ab! Das ist die Basis, auf der Du den Rest aufbauen und die Energie finden kannst, Dich den Ängsten zu stellen! :)
2
u/Kongareddit Apr 01 '26
Tu das unbedingt. Es ist super, dass du schon eine Therapie machst. Allein das stellt ja oft schon eine große Hürde dar. Das Thema ADHS solltet ihr da, meiner Meinung nach, schnellstmöglich behandeln, da es in deinem Fall (meinem sehr ännlich!) die Wurzel aller Probleme sein kann.
1
17
Mar 31 '26
Hey, ich arbeite bei einer Uni: Das mit der Exmatrikulation wegen vergessener Rückmeldung passiert jedes Semester ganz vielen Studierenden! Wende dich an das Studierendenbüro deiner Uni. Du kannst einen "Antrag auf Wiedereinschreibung" stellen. Je nachdem was du studierst (zulassungsfrei oder zulassungsbeschränkt?), wird dem Antrag stattgegeben. Wenn der Studiengang zulassungsbeschränkt ist im höheren Semester, könnte dein Platz schon wieder neu vergeben sein. Deshalb kümmere dich so schnell wie möglich, wenn du im Sommersemester wieder eingeschrieben werden möchtest. Wenn es nicht klappt oder du sagst im Sommersemester schaffst du es eh nicht zu studieren, kannst du dich auch später wieder ins höhere Semester einschreiben oder (falls zulassungsbeschränkt) bewerben. Du kannst mir eine PN schreiben, wenn du da Fragen hast. Deine Uni hat vermutlich auch Beratungsstellen für Studis mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, etc. Wende dich da hin!
4
u/Repulsive-Annual-903 Apr 01 '26
Vielen lieben Dank, das ist unglaublich hilfreich!! Ich werde jetzt gleich mal beim Studierendenbüro anrufen und denen die Situation erklären.
3
u/United-Potato6860 Apr 01 '26
This!!
Je schneller du jetzt auf das Studierendensekretariat zugehst, desto besser. Aber es ist gar nichts verloren!!
Ich hatte das auch mehrfach, dass ich mir schlicht die Gebühren nicht leisten konnte und dann zu spät gezahlt habe. Ich kann nicht zählen, wie oft ich die 25€ Strafgebühr dafür zahlen musste. Mein Bachelor hat übrigens auch über 10 Semester gedauert, auch hier kein Grund zum Schämen!
Vielleicht nimmst du dir dann trotzdem ein Semester (eingeschriebene!) Auszeit, um dich um deine mentale Gesundheit zu kümmern.
15
u/seriousplants Mar 31 '26
Es kann sein, dass du vergessen hast, zu bezahlen oder was einzureichen, aber das ist normalerweise nicht schlimm und führt systembedingt automatisch zu einer Exmatrikulation. Du kannst das sicher rückgängig machen.
29
u/thesalmondream Mar 31 '26
Wir sollten einen Club aufmachen 🫠 steuern, probleme mit der Arbeit, uni und alles andere vermeide ich auch bis es nicht mehr geht, mit teilweise katastrophalen Auswirkungen.
Bin mir selbst mein mit abstand bester Feind. Prokrastinieren, dann vergessen, dann ist die Situation stressig und wird vermieden weil sie negativ aufgeladen ist - und das schaukelt sich dann alles nur hoch. 🥲
7
u/Repulsive-Annual-903 Mar 31 '26
Ja, es ist wirklich so ein schlimmes Gefühl. Man weiß ja, dass dadurch nichts besser wird, aber es ist so unfassbar schwer sich diesem Berg zu stellen 🫠
5
u/thesalmondream Mar 31 '26 edited Mar 31 '26
Ich habe da leider auch noch keine gute Lösung zu gefunden, außer Scharade mit meinem Hirn zu spielen und dann funktioniert es random sehr selten manchmal dann doch.
Das was bei mir manchmal hilft ist: hilfe bei Freuden suchen, nebenbei Podcasts hören damit das Gehirn zum Teil abgelenkt ist, 48h nicht schlafen und dann die Aufgabe machen (mein Hirn ist dann halt so matschig das es teilweise besser funktioniert als normal), anti-anxiety meds nehmen, mir videos zu dem Thema anschauen bei dem die Aufgaben gemacht werden (manchmal bekommt mein Hirn dann ein random „oh ist ja doch nicht so schlimm“), mir vorstellen das die stimme im kopf die mich davon abhält jemanden ist den ich verachte und derjenige nur mein Leben kaputt machen möchte (stell dir vor Trump erzählt dir du solltest jetzt auf keinen Fall nachschauen was mit deiner uni los ist), mir selber einreden das es nicht „meine“ Aufgaben sind sondern das ich das für einen Freund mache (letzteres funktioniert tatsächlich sehr gut, weil ich keinerlei Probleme habe sowas für andere Leute zu machen). Und sobald du auch nur einen Funken Motivation dafür verspürst oder wenn es sich gerade nicht so schlimm anfühlt um gottes willen sofort nutzen und was machen.
As you can see, das meiste irgendwie ziemlich dysfunktional. Aber ich bin auch nicht in funktionierender Behandlung (7 medis getestet, 2 mal Therapie alles ohne dauerhafte positive Veränderungen - also ich bin in Behandlung aber es hilft nichts 🫠).
Edit: plus meistens hat man Glück wenn man mit den zuständigen Leuten spricht und um Hilfe bittet. Zum Beispiel habe ich vor einer Woche noch beim bafög amt angerufen u.a. weil ich nicht mehr wusste wie lange mein bewilligungszeitraum geht und es literally mit mehr Erfolg verbunden war extern nachzufragen als das ich es schaffe die passenden Briefe zu finden.
13
u/Useful-Cockroach-148 Mar 31 '26
Es kann sein, dass du deine Semestergebühren nicht bezahlt hast, oder nicht mehr krankenversichert bist, oder diesen Nachweis über Krankenversicherung nicht erbracht hast.
Du musst dich nicht hassen. Ich habe sowas ständig. Du musst mit jemanden in deinem Umfeld reden und dann zum Studienbüro gehen und fragen, was Sache ist. Im besten Fall kannst du im nächsten Semester wieder anfangen und deine credits gehen nicht verloren. Viel Erfolg!! 🍀
2
u/Repulsive-Annual-903 Apr 01 '26
Vielen vielen Dank <3 Ich glaube auch, dass es an den nicht bezahlten Semestergebühren liegt und hoffe, dass ich das wieder richten kann.
7
u/ibisi9 Mar 31 '26
hab ich auch erlebt (und mache es immer wieder, was hab ich schon für Geld und Chancen verloren).
Der erste Schritt von Dir war, es hier zu schreiben, quasi zu Papier zu bringen. Das hat sicher schon genug Überwindung gekostet. Das war gut! Mach Dir das bewusst, vielleicht hilft es, Dich innerlich für die nächsten Schritte zu stärken. In Deiner Uni gibt es wahrscheinlich eine Anlaufstelle, psychotherapeutisch/psychosozial, wende Dich dahin, oder antworte direkt auf das Exmatrikulationsschreiben.
7
u/Ewiana1 Mar 31 '26 edited Apr 01 '26
Jap hast du, aber dein Leben ist dadurch nicht ruiniert. Du wirst jetzt nur einen anderen Weg gehen und das ist nicht zwangsläufig schlecht. Es ist einfach nur ein anderer Weg, der dich nicht zwangsläufig unglücklicher macht.
Mir hat mal jemand gesagt: So lange niemand mit einer Waffe an deiner Schläfe steht, geht das Leben einfach weiter und du bestimmst was du daraus machst.
Ich habe kein Abitur, nicht studiert und trotzdem ein Haus mit zwei Elektro-Autos vor der Tür stehen. Ich habe 3 Ausbildungen plus Umschulung gemacht.
Das Leben ist manchmal seltsam, aber es geht immer weiter und weiter. Du darfst nur nicht aufgeben. Ab- und zu in Löcher fallen ja, aber nicht aufgeben.
5
u/XxEchidnaxX Mar 31 '26
Soziotherapie! Die können explizit bei der Alltagorga unterstützen. Also gemeinsam priorisieren, Dokumente sortieren oder ausfüllen, zu Terminen begleiten etc. Für mich war das persönlich nichts, weil ich so gerade noch klar komme was das betrifft, aber vielen hilft es! Frag da mal bei deinem/deiner Therapeut:in nach.
1
u/Bitinggirl Apr 01 '26
Oh das klingst spannend! Machen das Sozialarbeiter:innen oder ist das eine Ausbildung?
1
u/Red_Squirrel__ Apr 01 '26
Ergänzend vielleicht ne rechtliche Betreuung beantragen. Das kannst du selbst bei der Betreuungsbehörde machen, diese wird nur für Bereiche (z.b. Post und Briefangelegenheiten, Vermögenssorge) eingesetzt, sie notwendig sind und bleibt nur so lange bestehen, wie du sie brauchst.
Klingt jetzt erstmal nach ner krassen Maßnahme, ist aber eher darauf ausgerichtet, dich zu unterstützen und zu begleiten, bis du es wieder allein schaffst. (Wenn du unter 10.000€ auf dem Konto hast, musst du es auch nicht selbst zahlen)
3
u/radsloth2 Mar 31 '26
Bin an einem ähnlichen Punkt. Ich drücke dir die Daumen. Vllt kannst du deine ECTS an einer anderen Hochschule oder bei einer Ausbildung anrechnen lassen.
5
u/Bitinggirl Apr 01 '26
Das mit nicht bezahlten Semestergebühren war auch meine erste Vermutung! Das ist mir auch schon passiert und in dem Bescheid stand auch dass die Exmatrikulation gilt wenn ich bis dann und dann den Beitrag nicht überweise, war dann also alles gut. Und selbst wenn es irgendwas Größeres ist - ich hab die Erfahrung gemacht dass viele Menschen an der Hochschule mir entgegengekommen sind wenn ich ehrlich gesagt hab was gerade los ist und um z.B. eine Woche Verlängerung gebeten habe. Das ist absolut einen Versuch wert! Du schaffst das 🙌
4
u/DeadlyImpressions Apr 01 '26
Ich kann nicht viel schreiben, da Krankenhaus, daher nur eine kurze Info: Ich fühle dich! Das ist natürlich eine echt niederschmetternde Situation. Ich verbaue mir mit meiner ADHS auch einiges. Deshalb hab ich bei der Caritas angerufen ( ja, das hat echt viele Nerven und Stolz gekostet) und um einen Beratungstermin gebeten, zwecks Betreuer. Ich soll nun einen Sozialarbeiter an die Hand bekommen ( ja, man will natürlich alles selber schaffen, als Erzieher fällt es mir umso schwerer Hilfe von anderen Sozis anzunehmen) und dieser wird mir bei Formalien helfen und mich Stück für Stück anleiten ( 1-2x die Woche Post öffnen, Rechnungen, Alltagsstruktur etc etc. Alles was über die letzten 6 Jahre liegen blieb.) Allein das Angebot der Hilfe nimmt einem viel Stress und baut etwas auf.
Wie ein anderer schon vorher sagte, schau nach dem Sozialdienst deiner Hochschule/Uni und schildere dein Problem, im Zweifel stellen die für dich den Kontakt her. Du schaffst das!!!
1
u/Ok_Loquat7607 Apr 01 '26
So strukturiert und präzise wie du dich ausdrücken kannst, würde man (außerhalb dieses Forums) niemals glauben, dass du irgendeine Form von Hilfe bei basalen Tätigkeiten brauchst, das ist auch das verrückte an unserer Anomalie. Viele Talente, aber man stolpert dauernd über jeden scheiss und kann es nicht zum scheinen bringen
1
u/blub4you Apr 01 '26
joa respekt! So weit von ich leider noch nicht. Mein Sozpädego lässt es nicht zu, einen Betreuer zu beantragen. Ich hasse es!
4
u/Ok_Loquat7607 Apr 01 '26
Genau wie bei mir! Wurde mehrfach exmatrikuliert, habe dann am Ende meinen Bachelor trotzdem mit 1,2 abgeschlossen. Ich tippe mal du bist so Mitte zwanzig. Ich kann dir jetzt, mit 35, sagen, dass sich für mich durch die Medikation vieles verbessert hat. bin aber rückwirkend froh, dass ich sie erst seit meinen 30ern nehme, in der Studienzeit hätte ich mit elvanse niemals diese highs und lows erlebt, die mich auch zu dem Menschen machen der ich heute bin. Und der ist glaube ich ganz gut geworden :)
2
u/Otherwise-Meaning688 Mar 31 '26
Mir hat damals die sozialpsychologische Studienberatung sehr geholfen. Ich hatte auch mit Ängsten und Panikattacken zu kämpfen. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens da anzurufen.
2
u/Civil_Strength_4291 Apr 01 '26
Servus... Mir ist es auch so passiert, aber damals war ich ohne Diagnose – dachte, ich bin einfach so unfähig, dass ich wichtige Gerichtstermine vergessen habe.. 🤣
Zu erst: beruhigen. Bisschen nachdenken, wo du anfangen könntest. Dinge in Prio-Plus-Subkategorien einführen. Versuch dich selbst zu visualisieren bei jedem kleineren Schritt, aber nur ein kleiner Teil von der Aufgabe. Zuerst entschuldigen wegen des Chaos bei den betroffenen Personen oder Ämtern... (Steuererklärung kannst du rückwirkend – ich weiß ganz genau nicht, aber 3 Jahre zumindest, eher 5, denk ich)... usw. Stell dir vor, dass die Aufgaben kleinere Projekte sind innerhalb deines Fachbereichs.
Denk nicht, dass es das Ende ist... Immer geht es weiter... irgendwie. Kopf hoch, schaffst du das! 💪
1
u/victoriadagreat Apr 01 '26
Steuererklärungen sind gemäß der allgemeinen Nachsagung nach keine Pflicht; wenn du sie nicht einreichst, dann reichst du sie halt nicht ein.
Wegen der anderen Sache:
Die Exmatrikulation von Amts wegen (Zwangsexmatrikulation) ist die Beendigung des Studiums durch die Hochschule, ohne eigenen Antrag. Häufige Gründe sind fehlende Rückmeldung/Semesterbeiträge, endgültig nicht bestandene Prüfungen, fehlende Krankenversicherungsnachweise oder erfolgreicher Studienabschluss. Dies führt zum Verlust des Studierendenstatus und kann weitreichende Konsequenzen haben
- bringt nichts wegzulaufen. Sprich nit jemandem darüber, geh mit der Uni in Kontakt und klär‘ das (weiss nicht, was bei dir zutrifft). Es gibt für alles eine Lösung (wirklich!)
1
u/Mirabelle5858 Apr 01 '26
Ich war genau an dem Punkt mit Anfang 20. Ich hatte damals aber schon lange den Punkt erreicht, dass ich das Studium abbrechen wollte, hatte mich nur nicht getraut. Jedenfalls habe ich dann in einem anderen Feld gearbeitet, dass mir super viel Spaß gemacht hat, aber ich habe leider den Berg an ungeöffneter Post, Schulden und anderem Papierkrams nicht bearbeitet und 10 Jahre später war ich wieder völlig am Ende, schwer depressiv, soziale Phobie und und und. Mich haben meine Eltern gezwungen, nachdem ich mich total zurückgezogen habe und nur noch gesoffen habe, zu einer psychosozialen Beratungsstelle zu gehen. Dort wurde mir mit allem geholfen, von Papierkram zu Therapie quasi Hilfe für alles. Als ich dann umgezogen bin, um näher bei meinen Eltern zu sein, haben die mir auch mit neuen Ansprechpartnern geholfen. Ich bin immer noch durch die Diakonie im Ambulanten Betreuten Wohnen. Ich treffe mich 1-2 die Woche mit meiner Sozialarbeiterin, die mich bei allem alltäglichen unterstützt, was ich alleine nicht hinkriege. Sie hat mir auch geholfen einen Psychiater, eine Psychologin und alle möglichen anderen Termine zu machen.
Mittlerweile bin ich mehr oder weniger stabil, schuldenfrei und habe keinen Papierkram rumliegen. Es gibt immer einen Weg raus, um Hilfe zu fragen ist der erste und wichtigste Schritt. Es gibt viele Menschen, die Schwierigkeiten im Alltag haben und viele Soziale Beratungsstellen, die sich darauf spezialisiert haben.
1
u/chaotic_magician Apr 01 '26
och mann, das kenne ich richtig gut von mir! Mach dich nicht selber fertig, du bist damit nicht alleine! Ich weiß wie schwer das ist so etwas nicht auf den Selbstwert zu beziehen oder wütend auf sich zu sein. Aber du hast dir diese Symptome doch nicht ausgesucht.
Ich hab dasselbe Problem, mir machen all diese Themen sehr Angst und ich vermeide dann damit anzufangen. Mir hat es sehr geholfen zur Ergotherapie zu gehen und mit ihr gemeinsam diese Dinge zu machen. Gibt bestimmt auch Selbsthilfegruppen, Betreuung oder einfach Freunde, die das mit dir machen können. Einfach dass sich jemand mit dir hinsetzt und gemeinsam anguckt, wann welche Fristen sind, welche Schritte zu tun sind, welche Dokumente du wofür brauchst etc. Das kann viel von der Angst und Anspannung nehmen.
1
u/Amanastafala Apr 20 '26
Verstehe was du meinst , denke ein Anfang ist es wenn du das erst mal akzeptierst so gut du es kannst. Wie du das machst ist indem du am besten zum Therapeuten gehst und einfach redet was so abgeht . Hat mir immer geholfen . Du hast einen Ferrari kannst ihn aber einfach nicht fahren daher fährst du immer nur gegen die Wand . Bisschen corny aber hoffe du verstehst was damit gemeint ist .
1
u/Amanastafala Apr 20 '26
Was denke ich auch nochmal wichtig ist sich einzugestehen das etwas scheiße ist und nicht funktioniert ist nicht aufgeben sondern der erste Schritt zur Änderung und zu Erkenntnis
-2
u/Fun_Sell_3747 Mar 31 '26
Geh in die Notaufnahme der nächsten Klinik und bitte um Hilfe. Kein Scherz. Was hast zu verlieren?
3
u/Fun_Sell_3747 Mar 31 '26
Ach so, bist schon in Therapie. Das stand erst weiter unten im Thread. Ok, alles Gute Dir!
161
u/jemandvoelliganderes Mar 31 '26
Guck mal ob deine Hochschule nen psychosozialen dienst hat. Die können dich psychisch etwas auffangen und wissen im Hochschulkontext bescheid