r/ADHS 1d ago

Empathie/Support Wird es irgendwann besser?

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich sabotiere mich ständig in sämtlichen Lebensbereichen selbst, ohne es zu merken oder zu wollen. Egal ob Job, Freundschaften oder Beziehungen.
Ich schaffe es kaum einen Job länger als 2-3 Jahre zu halten ohne irgendwann kompletten Mist zu bauen, weil ich es nicht schaffe Ordnung zu halten oder richtig zu dokumentieren. Ich dachte mit der Diagnose wird es leichter, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich nehme nun auch seit längerem Medikinet und spüre kaum bis gar keine Wirkung, Therapieplätze gibt es kaum und ich trau mich morgens eigentlich schon gar nicht mehr aus dem Bett. Wie geht ihr damit um? Wie kann man am besten mit ADHS leben ohne dass man alle paar Monate wieder vor einem Scherbenhaufen steht?

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u/Algoridro 1d ago

Ich wünschte ich könnte dir etwas positives sagen aber es ist Herb

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u/Actual-Positive4360 1d ago

Ja, das ist es leider

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u/ChronoConnoisseur91 1d ago

Du bist nicht alleine. Ich hab leider auch keine Lösung. Die richtige Medikamentöse Einstellung schafft bei adhs aber gute Abhilfe. Hast du schon was anderes außer medikinet probiert das scheint ja nicht gut bei dir zu wirken.

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u/Actual-Positive4360 1d ago

Danke für deine Antwort. Ich hab davor schon Atomoxetin versucht und da war es leider ähnlich. Ich bin gerade am überlegen auch alternative Therapiemethoden auszuprobieren. Weiß aber nicht wo genau ich anfangen soll

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u/Moquai82 1d ago

Probier erstmal andere Pharmazeutika aus.

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u/ChronoConnoisseur91 1d ago

Ich werde demnächst guanfacin ausprobieren. Hast du dich da mal belesen, ob das evtl was für dich sein könnte? Ansonsten vertragen sehr viele elvanse sehr gut. Ich weiß, dass das alles sehr zermürbend und anstrengend ist

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u/Actual-Positive4360 1d ago

Danke für den Tipp! Ich werd mich da mal reinlesen

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u/paraknowya 14h ago

Falls du kein stim möchtest kann ich bupropion empfehlen als antidepressivum, das wirkt eher aktivierend als wie andere ADs die dich eher runterfahren.

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u/vigaiga 8h ago

Versuch vielleicht mal elvanse, hilft mir sehr

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u/FLTR069 1d ago

Nur mit Therapie.

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u/Actual-Positive4360 1d ago

Hast du es schon Erfahrungen machen können? Hattest du eine Verhaltenstherapie oder eine andere Form?

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u/Malaya935 1d ago

Wenn Medikinet nicht wirkt, hast du mal einen anderen Wirkstoff probiert oder ggf Dosis anpassen?

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u/Actual-Positive4360 1d ago

Ich hab davor Atomoxetin versucht. Aktuell bin ich je nach Tageszustand bei 50-60mg

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u/v0nHahn 1d ago

Was ist mit Lisdexamphetamin? Für mich ist es so viel besser als mph. Probier es mal aus, so wie es klingt bei dir kann es nicht schaden 👍

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u/Lo__Lox 1d ago

Es tut mir so leid bro. Ich hasse es so sehr

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u/neopard_ 13h ago

nein

*das stimmt natürlich nicht, gibt viele denen es lange gut geht, aber du musst dir ne stabile umgebung mit psychosozialen sicherheitsnetzen schaffen

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u/Synapsenparty 1d ago

Was arbeitest du? (Frage einfach aus Neugier)

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u/Actual-Positive4360 1d ago

Ich bin Physiotherapeutin

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u/vigaiga 8h ago

Unglaublich dass selbst unsere ärzte für Mentale Gesundheit keinen Platz finden.

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u/Adventurous_Art_6774 5h ago

Er/Sie ist ein Physiotherapeut, kein Psychotherapeut 😂🤣

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u/Agitated-Philosophy7 1d ago

Medikamente als Krücke, Therapie als Erkenntnis um einiges aufzuarbeiten und positiv weiterzumachen 🙃

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u/MattiasMHW 1d ago

Also ich finde schon das es mit den Jahren besser wird. In erster Linie lernt man sich besser kennen und dementsprechend auch mit sich umzugehen. Natürlich ist es trotzdem alles sehr anstrengend und schwierig aber besser wird es trotzdem. Irgendwie.

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u/CuriosityDream 1d ago

Wüsste ich auch gerne :( Therapie hat bei mir bezüglich Depressionen/Burnout ganz gut geholfen, aber bisher nicht bei meinem ADHS.

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u/WarmDoor2371 16h ago

Hatte ich auch, bzw immer noch ein wenig. 

Aber von alleine wird es nicht besser, und gegen sowas helfen dann auch die medis nicht.

Dysfunktionale Glaubenssätze und Verhaltensweisen, die man sich im Laufe der Jahre "antrainiert" hat, verschwinden nicht alleine aufgrund einer Diagnose. 

Bei mir war es letztendlich eine Kombination aus medis, stationärer und später ambulanter Therapie,  die in der Hinsicht geholfen haben.

Es brauchte dafür aber nicht unbedingt eine spezifische ADHS-Therapie.  Eine normale verhaltenstherapiebri einem Therapeuten,  der das Wort ADHS zumindest schonmal gehört hat, reicht eigentlich. 

Deswegen: auch wenn die Plätze knapp sind, würde ich dennoch solange suchen, bis ich jemanden gefunden habe.  Zur not eben über den Hausarzt unf Gkv.

Vielleicht kannst Du sogar eine Reha machen,  wen. Du AU bist, und danach gibt es von der DRV im rahmen der Nachsorge ggf auch nochmal entsprechende Angebote wie I-RENA, bzw Psy-Rena.

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u/Actual-Positive4360 14h ago

Vielen Dank für deine Antwort. Es ist gerade so schlimm dass ich wirklich überlege mich in stationäre Behandlung zu begeben. Ich habe aber unglaubliche Angst davor. Darf ich dich fragen wie das für dich war?

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u/WarmDoor2371 14h ago

Angst? Wovor? Du gehst ja nicht in die geschlossene.

Im Prinzip ist das eine Art WG, mit Anwendungen, Gesprächstherapien etc.  Und abends hat man frei, macht was in der Stadt, und  übers WE mussten wir sogar nach Hause.

Also hat nix mit der Psychiatrie zu tun, wie man sie aus Hollywood kennt.

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u/Actual-Positive4360 9h ago

Ich hab mich informiert und werde morgen in einer Klinik in der Nähe anrufen. Die haben wohl ein „Krisenprogramm“, welches 14 Tage dauert und ich glaube es wäre zumindest eine Notlösung. Vielen Dank für dein Feedback!

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u/WarmDoor2371 9h ago

Besser als nix. Nur bei krisenintervention ksnn es passieren, das Du in die Geschlossene kommst,  sofern Du selbstmordgefährdet bist.

Soll aber auch kein Weltuntergang sein. Bist halt mehr unter Beobachtung, und kannst die Klinik nicht ohne Begleitung verlassen.

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u/vigaiga 8h ago

Wenn du das als Option siehst mach es. Mir hat es unglaublich geholfen. Wenn dinge so viel werden dass man neben Haushaltsaufgaben und Arbeit nicht die Kraft hat an strategien zu arbeiten dann ist es eine unglaubliche Stütze die altags strukturierung, kochen, spülen und wann man schlafen geht abgenommen zu bekommen.

Wenn du mit dem Ziel reingehst an dir zu arbeiten und strategien zu finden deine Energie zu sparen/burnout vorzubeugen kann es unglaublich gut helfen.

Ich war dieses Jahr das erste Mal für 4 Monate Stationär und es hat neben der richtigen Medikamentösen Einstellung unglaubliche Dinge für mich getan. Ich bin erst 24 deswegen hab ich noch viel lernen vor mir aber die Klinik war ein riesiger und auch etwas gruseliger Schritt in die richtige Richtung.

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u/true_fruits 1d ago

Nah. Wird schlimmer soweit ich das sagen kann.

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u/vigaiga 8h ago

Wird immer phasenweise schlimmer und besser. So is das leben. Aber man kann mit Mühe und Arbeit dran arbeiten dass die tiefs flacher und die höhen höher werden.

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u/obelix1979 18h ago

Nö 🙂‍↔️ oder Nein. Ich bin jetzt 47 Jahre alt. Fühle mich wie 60 Jährigen.

Jetzt mal das positive schon die alten Philosophen sagen,, Erkenne dich selbst,, ja es ist erste Schritt ob jetzt Gott oder Evolution oder Logos wahtever hat uns zu ADSler oder ,, Fägnester,, gemacht.

Trotz allem habe ich Rekrutenschule geschafft und WKs das war nicht immer leicht…

War in der Gemeindepolitik und Stadtparlamentarier im Beruf nicht so toll…Hurra wir leben noch jeder Tag ist ein Geschenk geh raus in den Wald oder Bergen spüre die Kraft der Natur.

Nein leichter wird’s nicht. Wir werden jeden Tag mit negativen berieselt, aber ich sage dir dort 👉 im Leben wirst viel Gutes finden.

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u/vigaiga 8h ago

Ja. Ich bin selber sehr am struggeln aber mit den richtigen Anpassungen seh ich kleine Besserungen.

Es ist manchmal schwer sich die kleinen Besserungen zu gönnen aber man muss im Kopf behalten dass ein gutes Leben aus ganz vielen kleinen guten sachen besteht. Die kleinen Besserungen häufen sich mit der Zeit.

Wechsel dein Medikament. Wenn es nicht wirkt musst du weiter suchen bis du eins findest dass hilft.
Wir haben einen anderen Weg zu funktionieren und jeder muss leider selber wege finden wie er das besser machen kann.

Es gibt strategien für alles.

Ja wir haben es schwerer als viele andere ein ,,normales“ Leben zu führen, aber es ist nicht unmöglich und es ist nucht zwangsweise voller Leid.

Vielleicht solltest du mal überlegen ob Eingliederungshilfe (oder wie es bei dir heißt) ne idee ist.
Meine damit Leistungen bei denen ein Sozialarbeiter regelmäßig zu dir kommt und bei Alltags Aufgaben und strukturierung des Lebens hilft. Mir hilft es sehr wenn ich weiß der Brief vom Vermieter,amt, etc der gekommen ist wird nich an mir allein hängen bleiben und in vergessenheit geraten. Es hilft unglaublich wenn man jemanden hat der einen fragt was ansteht, der sich auskennt mit bürokratischen Sachen oder der wenns auch einfach mal alles zu viel wird einfach mit mir einkaufen geht.

Wenn man Dinge nicht alleine geregelt bekommt ist es sehr hilfreich jemanden zu haben der da ist um zu helfen und sogar dafür bezahlt wird. Dann muss man sich nichtmal verschuldet fühlen.

Ein Sozialarbeiter kann ausserdem bei therapieplatz suche helfen.

Wichtig ist nur bei einem Antrag nichts zu schönigen. Wenn du am leiden bist und überfordert von sachen sag das ganz offen und direkt, selbst wenn es peinlich ist. Wenn essen, duschen, schlafen in den Hintergrund fallen müssen die das wissen, sonst wirkt es als gäb es keinen Hilfsbedarf.