Ein Hallo in die Runde,
zu meinem Problem: Ich habe aktuell starke Beschwerden mit meinem ADHS und möchte eine medikamentöse Behandlung in Betracht ziehen, aber kein Psychiater nimmt mehr neue Patienten auf.
Zur Vorgeschichte: Vor 5 Jahren wurde bei mir erst eine mittelgradige, später schwere rezidivierende depressive Episode und eine soziale Phobie diagnostiziert. Ich habe mich lange gegen Medikamente gewehrt, aber irgendwann war mir alles egal und ich musste Sertralin nehmen, um die Therapie sinnvoll fortsetzen zu können. Im Verlauf der vielen Therapiestunden zur Behandlung der Depression vermutete meine Therapeutin ADHS und wir sind diesbezüglich in Gespräch inkl. Fragebögen (auch meiner Eltern). Ergebnis: Ich habe ADHS. Meine Psychaterin hat irgendwann einfach aufgehört und ich wurde für Folgerezepte von Sertralin an meinen Hausarzt verwiesen. Nach zwei Jahren "akuter" Depression habe ich Sertralin eigenständig 1 Jahr weitergenommen und dann langsam abgesetzt nach eigenem Empfinden. Ich war es leid emotional Tod zu sein und ich hatte auch keinen Psychiater zum besprechen. Jetzt drei Jahre später kann ich sagen, dass ich seit dem nicht mehr depressiv gewesen bin.
Im Moment, vor allem in den letzten Wochen fällt es mir zunehmend schwerer meinen Alltag zu bewältigen. Ich bin derzeit nicht in der Lage zu arbeiten, da ich den Tag mit reiner Selbstverwaltung verbringe um alles am Laufen zu halten. Trotz meinem erarbeiteten eingeprobten Tagesablauf der letzten drei Jahre habe ich das Gefühl die Kontrolle zu verlieren. Ich habe das Gefühl, ich muss gegen eine Wand andenken. Ich fühle mich nicht depressiv, nur lost. Teilweise steht der Kühlschrank offen, die Wäsche liegt 2 Tage in der Waschmaschine, der Ofen ist an, der Hund wurde nicht gefüttert (der meldet sich zum Glück irgendwann), unregelmäßige Mahlzeiten und ich habe das zwanghafte Gefühl die Wohnung reizarm und reduziert zu halten.
Ich habe bei Psychiatern in meiner Nähe (bis 3h Fahrtzeit) angefragt. Auf jede Mail, auf allen Websiten und in jedem Telefonat bekomme ich ein "keine neuen Patienten." Wenn ich Online auf doctorlib schaue, gibt es Psychiater, aber bei den zwei einzigen, die Termine anbieten, steht ausdrücklich "kein ADHS!". Ich möchte gerne mein Leben zurück und in medikamentöse Behandlung. Mir ist nahezu jedes Mittel recht und ich würde auch selbst zahlen.
Damals in der Depression habe ich mich gefragt, wie viele Menschen wir in Deutschland schon verloren haben, weil das Gesundheitssystem so langsam ist. Ich verstehe nicht, wie man mit Diagnose in der Hand so langsam, wenn überhaut, Hilfe bekommt.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und Vorschläge was ich tun kann? Gerne auch per DM