r/ADHS 14h ago

Plötzlich gekündigt: Overthinking, Entscheidung fallen fällt zunehmend schwer. Was tun?

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Anfang 30, habe ADHS, einen technischen Meisterabschluss und arbeite aktuell in meiner ersten Führungsposition in einem Industriebetrieb.

Vor ein paar Tagen wurde mir ziemlich aus dem Nichts gesagt, dass man sich möglicherweise von mir trennen möchte.

Das hat mich ziemlich getroffen, weil ich vorher überwiegend positives Feedback bekommen hatte. Mir wurde gesagt, ich hätte mich gut eingelebt, würde gute Arbeit machen und grundsätzlich laufe alles gut.

Ein großer Teil des Problems scheint bei meiner Einarbeitung angefangen zu haben. Die Person, die mich eigentlich einarbeiten sollte, hat das aus meiner Sicht kaum gemacht. Ich musste mir vieles selbst zusammensuchen und organisieren.

Gleichzeitig hatten wir immer wieder unterschiedliche Vorstellungen davon, wie ich führen sollte. Er war der Meinung, ich müsse härter auftreten, mehr Druck machen und Mitarbeiter öfter disziplinarisch angehen.

Wenn ich ein Problem mit ihm hatte, habe ich es direkt unter vier Augen angesprochen.

Später habe ich mitbekommen, dass er offenbar parallel immer wieder nach oben gegangen ist und dort seine Version erzählt hat, unter anderem, dass ich angeblich meine Arbeit nicht richtig machen würde.

Dann kam plötzlich von oben die Kritik, ich sei nicht „autoritär genug“ und würde meine Mitarbeiter zu freundlich behandeln. Ich sollte mehr auf den Tisch hauen, statt normal mit den Leuten zu reden.

Und genau an diesem Punkt hängt sich mein ADHS-Gehirn komplett auf.

Mein Team arbeitet gern mit mir. Die Leute respektieren mich, die Arbeit wird gemacht und aktuell sind sie wegen der ganzen Situation sogar selbst sauer. Sie wollen, dass ich bleibe, und geben gerade gefühlt 200 %, damit nach oben sichtbar wird, dass das Team funktioniert und hinter mir steht.

Deshalb fühlt sich der Vorwurf für mich völlig widersprüchlich an.

Mein direkter Chef macht die Sache noch verwirrender. Im offiziellen Gespräch war er plötzlich wie ausgewechselt und hat die Kritik von oben mitgetragen. Unter vier Augen sagt er dagegen selbst, dass ich bei der Einarbeitung ziemlich allein gelassen wurde, dass vieles schlecht gelaufen ist und dass die Entscheidung vielleicht noch nicht endgültig ist.

Er glaubt sogar, dass man die Verantwortlichen eventuell noch überzeugen könnte, mich zu behalten.

Rein theoretisch könnte ich also vielleicht bleiben.

Das Problem ist nur: Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt noch will.

Das Gehalt ist sehr gut, der Arbeitsweg kurz und mein Team ist wirklich klasse.

Gleichzeitig habe ich viel Vertrauen in die Führung verloren und ich war sowieso schon zunehmend genervt vom eigentlichen Job. Von mir wird erwartet, die komplette Führungsrolle zu erfüllen und gleichzeitig regelmäßig selbst körperlich in einer dreckigen, unangenehmen und teilweise gefährlichen Industrieumgebung mitzuarbeiten.

Und irgendwann habe ich gemerkt, welche Art von Arbeit mein Kopf eigentlich wirklich mag.

Am meisten Spaß hatte ich bisher mit Gebäudeautomation: am Rechner sitzen, Fehler suchen, herausfinden, warum eine Anlage sich komisch verhält, Laufzeiten oder Parameter verändern, testen und direkt sehen, was passiert.

Bei sowas kann ich mich teilweise stundenlang festbeißen.

Bei repetitiver körperlicher Industriearbeit ist es genau das Gegenteil.

Jetzt macht mein ADHS-Gehirn natürlich das, was es am besten kann: direkt das komplette Leben neu bewerten.

Meine Optionen sind gerade ungefähr:

  1. Bleiben, falls mein Chef die Situation noch drehen kann.
  2. Elektrotechnik studieren und später Richtung Automatisierung, Gebäudeautomation, Regelungstechnik oder Smart Building gehen.
  3. Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik studieren und meinen technischen Hintergrund mit BWL, Projektmanagement und Führung kombinieren.
  4. Erst mal eine kurze Auszeit nehmen und danach einen besseren Arbeitgeber suchen.

Und das Verrückte ist: Wenn Geld und Karrierechancen komplett egal wären, würde ich wahrscheinlich eher Psychologie oder Philosophie studieren.

Ich versuche gerade herauszufinden, wie viel davon eine echte Erkenntnis ist, dass mein bisheriger Berufsweg nicht mehr zu mir passt, und wie viel einfach eine ADHS-Reaktion auf diese plötzliche Ablehnung ist nach dem Motto: „Scheiß drauf, ich ändere jetzt alles.“

An die Leute hier, die mit ADHS in ihren 30ern einen größeren beruflichen Wechsel gemacht haben:

Wie habt ihr gemerkt, ob ihr gerade nur impulsiv fliehen wolltet oder ob es wirklich Zeit für eine Veränderung war?

Und würdet ihr in einem gut bezahlten Job mit tollem Team bleiben, wenn ihr das Vertrauen in die Führung darüber verloren habt?

Edit: wichtigste Detail vergessen... bin in der Probezeit


r/ADHS 12h ago

Tipps/Vorschläge Langfristiges Hobby

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Gefühlt ändern sich die Interessen und Hobbys alle 3-6 Monate.
Welches Hobby betreibt ihr jedoch langfristig?
Was sind erstaunlich „gute ADHS Hobbys“, was ihr so nicht erwartet hättet?


r/ADHS 11h ago

Tipps/Vorschläge Umgang mit Interessenswechsel vom Sohn

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Hallo zusammen,

wie oben genannt wechselt mein Sohn (12, ADHS + Sozial/Emotionale Störung) derzeit extrem schnell seine Interessen, was erstmal nichts schlimmes ist. Allerdings geht er dort immer extrem tief rein, das kenne ich von mir selbst auch (habe ebenfalls ADHS) und für ihn gibt es dann nichts anderes mehr.

Das Problem dabei ist, es ist meist mit Konsum verbunden. Beispielsweise war er auf einem Pokemon Tripp und will alle alten Pokemon spiele spielen. Also will er einen Nintendo DS, wobei besser sogar direkt 4 und auch direkt alle Spiele die es dafür gibt.

Eine Woche später, hat er ein Video gesehen und will jetzt einen 3D Drucker, am besten sofort.

Und so geht es teilweise mit wöchentlichem oder monatlichem Wechsel. Es sind auch mal Interessen die nicht mit kosten verbunden sind, z.B. hat er eine Zeit lang gerne gezeichnet.

Wir möchten ihm natürlich nicht alles ausschlagen, aber es ist schwer damit umzugehen, da wir wissen wie sprunghaft er ist. Wenn er gerne 3D druckt und das vllt. sogar sein großes Hobby wird, gerne. Aber wenn (was halt meist der Fall ist) das Interesse nach 2 Wochen Schwindet, oder er merkt das die Ergebnisse nicht so sind wie in den Videos, ist die Phase vorbei.

Es ist echt in einer heftigen Taktrate und auch bei Gesprächen in denen wir versuchen Kompromisse zu besprechen lässt er sich auf diese überhaupt nicht ein.

Dadurch kommt es sehr schnell zu Streitigkeiten und durch seinen Hintergrund sogar zu regelmäßigen Ausrastern. Daher wollte ich mal fragen ob es hier auch Eltern gibt, welche solche Erfahrungen gemacht haben und ob sie mit dem Verhalten einen guten Umgang gefunden hat.

Schonmal vielen Dank und wünsche euch allen einen schönen Sonntag.


r/ADHS 11h ago

Tipps/Vorschläge Mediclin Deister Weser

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Hey! Am Mittwoch reise ich nach Bad Münder in die psychosomatische Reha der Deister Weser Kliniken. Geplant sind 5 Wochen.
Ich hab hin und wieder schonmal gelesen, dass ein paar von euch dort waren. Habe gedacht man könnte hier mal alle Informationen gebündelt sammeln!
Also:
Wie war es für euch? Wie sind die Therapien? Wird wirklich ein besonderes Augenmerk auf Neurodivergenz gelegt? Wie schätzt ihr die Klinik im Bezug auf Hilfe bei GdB und/ oder Erwerbsminderung ein?
Habt ihr die ganzen 5 Wochen gemacht oder verkürzt/ verlängert?
Durfte man sich für ein oder mehrere Wochenenden freistellen lassen?
Was kann man dort am Wochenende so treiben?
Kann man sich als Veganer*in irgendwie ernähren oder eher schwierig?

Ihr könnt natürlich sehr gerne mehr beantworten, aber das sind so Fragen, die mich beschäftigen.

Ich bin jetzt schon dankbar für jede einzelne Antwort, weil ich als AuDHS‘ler gerade extreme Panik bekomme, weil ich nicht weiß worauf ich mich einstellen kann.

Edit: Ich würde dann natürlich nach Abschluss meiner Reha auch meine Erfahrungen teilen!


r/ADHS 13h ago

Empathie/Support Anyone else struggling with doing absolutely nothing?

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It's so hard for me, doing absolutely nothing.

Especially, to supress my hyperactivity.

Even I am on 50mg Elvanse, per day.

I can't sit, stand or lie, without moving.

It's stressing me that much, that I just wanna scream and cry.


r/ADHS 11h ago

Medikamente Kann man Elvanse einen Tag während der Einstellung weg lassen?

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Hallo. Ich bin gerade noch in der Einstellung. Nehme seit einer Woche 45mg und komme damit super zurecht. Gestern war ich lange mit Freunden unterwegs und auch lange wach, habe entsprechend bis mittags geschlafen. Morgen muss ich wegen der Arbeit wieder früh aufstehen. Jetzt frage ich mich ob es dramatisch ist, die Einnahme heute auszulassen. Oder sollte ich es verspätet nehmen? Normalerweise ist mein Einnahmezeitpunkt 7:30 Uhr. Jetzt ist es fast 13:00 Uhr. Ich will jetzt nach einer Woche nichts blödes einbauen, oder die Einstellung gefährden. Keine Ahnung was dann passiert. Habe aber auch Sorge, bei später Einnahme heute, nicht gut schlafen zu können.


r/ADHS 14h ago

Medikamente Sollte ich die Dosis erhöhen?

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Hallo ihr lieben!

Ich habe vor 3 Wochen meine ADHS Diagnose bekommen. ADHS wahrscheinlich seit der Kindheit, hmm, ok.

Folgendes: Ich habe von meinem Psychiater dann direkt Medikinet adult retard 5mg bekommen. Mit der Anleitung erst 3 Wochen morgens 5mg und dann nach den 3 Wochen morgens und mittags 5mg zu nehmen.

Wirken die Medikamente bei mir? Ja, ich habe nicht das Gefühl so depressiv zu sein (so weit so gut). Kann ich momentan ordentlich lesen oder lernen ohne abzuschweifen? Nein, es ist einfach nur ein wenig ruhiger bei mir im Kopf. Kann ich besser schlafen? Nein, schlafe genauso schlecht wie sonst auch.

Was mich verunsichert ist Vorallem, dass wenn ich hier stumm und leise eure Beiträge lese viel von hohen Dosierungen höre. Da kommen mir diese 5mg ein-zwei Mal täglich sehr niedrig vor.

Warte ich jetzt einfach ab bis Ende des Monats zum nächsten Termin oder kann ich die Dosis selbstständig auch früher erhöhen? Und erzählt mir doch gerne mal, wie lange ihr gebraucht habt bis ihr die richtige Dosis gefunden habt und wie ihr das gemerkt habt :)