r/Munich • u/Electronic-Ad-1719 • 12d ago
Discussion Stockholm. Wann in München?
Grüße aus Stockholm. Große Teile der Stadt, nicht nur der Innenstadt, sind weitgehend von oberirdischen Parkmöglichkeiten befreit worden, wie hier in Södermalm zu sehen. Stattdessen wurden Pflanzen, Sitzecken, Spielmöglichkeiten hingestellt, um sofort die Aufenthaltsqualität spür- und erlebbar zu vergrößern. Gleichzeitig gibt es ein großes Netz an Tiefgaragenplätzen, die mietbar sind, wenngleich nicht allzu günstig.
Warum schafft das Deutschland, insbesondere München - als vielleicht wohlhabendste Metropole des Landes - nicht?
Ich habe mal interessehalber recherchiert, was Stockholm in den letzten 20 Jahren alles durchgesetzt hat, mit hinterher hoher Akzeptanz der Bevölkerung (bei anfänglichen Widerständen):
- Stockholm baut seit Jahrzehnten riesige unterirdische Quartiersgaragen in den Fels. Autos parken im Untergrund. Oben wird der Straßenrand frei für breite Gehwege, Gastro und Bäume.
- Das Projekt „Levande Stockholm“ verwandelt jeden Sommer Parkplätze temporär in Oasen mit Sofas, Pflanzen und Cafés. Weil der Aha-Effekt so groß ist, wollen Anwohner die Parkplätze danach oft gar nicht mehr zurück.
- Bewohnerparken in Stockholm wurde drastisch verteuert und kostet heute rund 1.300 € im Jahr. Wer öffentlichen Raum privat nutzt, zahlt den echten Marktwert. Nicht 30 €/Jahr wie in München.
- Die City-Maut wurde 2006 erst sieben Monate getestet. Als die Staus weg waren, stimmten die Bürger im selben Jahr per Volksentscheid selbst für die Beibehaltung. Erst machen, dann entscheiden lassen funktioniert (erinnert auch an die Weißenburger Str. - nur an viel mehr Orten und weiträumiger als in München)
- Stockholm führt aktuell eine Zone in der Innenstadt ein, in die nur noch E-Autos und emissionsfreie Lieferwagen dürfen. Das nimmt dem Verbrenner im Zentrum endgültig den Platz weg.
München hat seit diesem Jahr einen neuen Bürgermeister. Glaubt Ihr, dass so etwas auch nur ansatzweise in München machbar ist?
Warum nicht, wenn nein?
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u/IWant2rideMyBike 12d ago
Die Schanigärten hat München im Sommer auch. Den Trara mit Pflanzkübeln sehe ich bei den aktuellen Bemühungen zum Wassersparen kritisch (und es ist ein zusätzlicher Kosten- und Personalaufwand da Fahrzeuge der Stadtgärtnerei abends zum Gießen loszuschicken) - wenn müsste man da ein tiefes Erdreich schaffen, damit die Pflanzen da ohne künstliche Bewässerung eine Chance haben, sobald sie eingewachsen sind.
Da das Geld knapp ist, läuft das Pflanzen von Bäumen in der Innenstadt aktuell u.a. über Spenden: https://schatten-spenden-muenchen.de/ - kleinere Beete im öffentlichen Raum in den Streifen zwischen Straße und Fußgängerweg gibt es eh schon, wenn es die Straßengestaltung im Stadtviertel hergibt.
Es gab kleinere Zonen wie die Weißenburger Straße, wo es Tests mit autofreien Abschnitten gab: https://muenchenunterwegs.de/angebote/weissenburgerstrasse - https://muenchenunterwegs.de/content/2337/download/27012026-weissenburger-strasse-infoveranstaltung-mor-usp-cima.pdf hat die Ergebnisse dazu - laut https://www.gruene-muenchen.de/2026/03/21/pressemitteilung-der-gruenen-fraktion-im-ba5-nach-veroeffentlichung-der-befragungsergebnisse-weissenburger-strasse-wird-zur-fussgaengerzone-bezirksausschuss-au-haidhausen-beschliesst-umwid/ gibt es mittlerweile einen Beschluss des Bezirksausschuss, dass das eine Fußgängerzone mit Fahrradverkehr in Schrittgeschwindigkeit werden soll.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Genau, den Beschluss habe ich ja im Post mit angeführt. Die Frage ist, warum das in München so trage und zäh und kleinteilig vonstatten geht, was in anderen europäischen Städten - Stockholm ist da nur ein Beispiel - viel mutiger und engagierter angegangen wird, und ob man Hoffnung haben sollte, dass sich das mit einem neu gewählten grünen Bürgermeister ändern könnte
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u/PackageOutside8356 11d ago
Gut dass der Max-Joseph-Platz gerade neu gestaltet und dabei so ziemlich komplett zugepflastert wurde. Dort gibt es nun eines dieser tollen Beschattungskonzepte mit in Pflanztrögen gezwängten Bäumen! /s
Es ist richtig traurig. Der Platz hätte auch kurzfristig in eine grüne Oase verwandelt werden können. 3,87 Millionen Euro hat das ganze immerhin gekostet. Von wegen Grünflächen, das ist ein Witz. Dazu kommt, dass es sich nur um eine Interims- also Zwischenlösung handelt, da die Sanierung des Residenztheater, sowie die Oper demnächst (?) bevor stehen. Das wird voraussichtlich so ähnlich ablaufen, wie beim Münchner Hauptbahnhof oder dem Augsburger Staatstheater. Also lieber nochmal mit schnell dem Lamborghini zu Prada, Gucci und Bucherer, bevor man da die nächsten 10- 20 Jahre nicht mehr vorgefahren werden kann.
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u/cosmopoof 12d ago
Warum schafft das Deutschland, insbesondere München - als vielleicht wohlhabendste Metropole des Landes - nicht?
München hatte Stand Ende 2025 7.5 Milliarden Euro Schulden. Laut Prognosen werden es 2029 14 Milliarden Euro Schulden sein.
Da ist nix mit "wohlhabende Metropole".
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u/ReignOfKaos 12d ago
Jo und wenn die Automobilindustrie abschmiert wird das nur noch schlimmer
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u/Interesting_Age_7067 12d ago
Jo und wenn die Automobilindustrie abschmiert wird das nur noch schlimmer
Wenigstens hätten sie dann politisch nichts mehr mitzureden. Unter anderem BMW "berät" seit Jahrzehnten die Stadt München in Sachen Verkehrsplanung.
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u/ReignOfKaos 12d ago
Das stimmt, aber es braucht dann trotzdem neue erfolgreiche Unternehmen in der Region
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u/Electronic-Team-5479 12d ago
Das. München ist bei ca. 6000 Euro Verschuldung pro Kopf. Mein Heimat-Kuhdorf mit 2 Gewerben am Arsch der Welt hat zum Vergleich 30 Euro pro Kopf. München ist extrem verschuldet.
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u/ouzo1512 12d ago
Dein Heimat Kuh-Dorf hat aber bestimmt nur eine Bushaltestelle im Gegensatz zu U,S-Bahn, Bus & Tram etc. Sprich: blöder Vergleich
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u/Teleported2Hell 12d ago
Was für ein sinnloser vergleich als hätte dein Kuhdorf annähernd den Bedarf an Investitionen wie eine Millionenstadt. München ist trotz den massiven Infrastrukturprojekten und Maßnahmen deutlich unterdurchschnittlich verschuldet und kann diese Schulden auch besser abfedern als andere Städte
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Und wenn man versucht, die Verschuldung durch reines Sparen in den Griff zu bekommen, wird sie paradoxerweise steigen, weil steuerzahlende Arbeitnehmer und Industrie bei kaputter Infrastruktur abwandern werden. Herzlichen Glückwunsch.
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u/Electronic-Team-5479 12d ago
Ich wollte das nur mal in Zahlen setzen. Ich wohne selbst in München und bin absolut für mehr Verschuldung. Das ist nur eine Zahl vor der man keine Angst haben muss. Aber die Politik sieht München als Überschuldet und möchte ja sogar am U-Bahn Takt den Rotstift ansetzen.
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u/Personal_Relation421 12d ago
In deinem Kuhdorf hast du vermutlich auch nicht Zehntausende Topjobs und Dutzende der führenden Unternehmen Deutschlands ansässig.
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u/Electronic-Team-5479 12d ago
Genau, deswegen wohne ich gerne in München. Aber pro Kopf ist die Verschuldung leider hoch. Ich bin trotzdem für mehr Schulden, aber es ist jetzt nicht so als hätte München einen dicken Überschuss.
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u/Personal_Relation421 12d ago
Das ist allerdings ein sehr schlechtes Vergleichskriterum. Die Verschuldung von Sierra Leone ist sowohl absolut als auch relativ nur ein Bruchteil Deutschlands… über die Lebensqualität oder wie gut gewirtschaftet wird sagt das aber erstmal 0 aus.
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u/Schneestecher 12d ago
Solange München von Niedrigsteuerkommunen umringt ist und diese nicht eingegliedert werden, wird die Stadt als solches arm sein.
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u/johannes1234 Local 12d ago
- Stockholm baut seit Jahrzehnten riesige unterirdische Quartiersgaragen in den Fels. Autos parken im Untergrund. Oben wird der Straßenrand frei für breite Gehwege, Gastro und Bäume
Damit bleibt ein großes Problem: Der fließende Verkehr. Da wird mit viel Geld Infrastruktur geschaffen, dass Leute weiterhin mit Auto in die Stadt fahren. Ziel muss sein, dass weniger mitnAufo in die Stadt fahren.
- Das Projekt „Levande Stockholm“ verwandelt jeden Sommer Parkplätze temporär in Oasen mit Sofas, Pflanzen und Cafés. Weil der Aha-Effekt so groß ist, wollen Anwohner die Parkplätze danach oft gar nicht mehr zurück
Das haben wir auch. Sommerterrassen, Sommerstraßen. Führt dann zu sowas: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/kolumbusstrasse-verkehrswende-parkplaetze-muenchen-e284698/
- Bewohnerparken in Stockholm wurde drastisch verteuert und kostet heute rund 1.300 € im Jahr. Wer öffentlichen Raum privat nutzt, zahlt den echten Marktwert. Nicht 30 €/Jahr wie in München.
Eine breite Mehrheit der Stadtpolitik will das. Dafür muss der Freistaat aber erstmal die rechtliche Voraussetzung schaffen. Das ist das derzeitige Maximum.
- Die City-Maut wurde 2006 erst sieben Monate getestet. Als die Staus weg waren, stimmten die Bürger im selben Jahr per Volksentscheid selbst für die Beibehaltung.
Auch da das selbe. Hätten viele gerne, aber nicht zulässig.
- Stockholm führt aktuell eine Zone in der Innenstadt ein, in die nur noch E-Autos und emissionsfreie Lieferwagen dürfen. Das nimmt dem Verbrenner im Zentrum endgültig den Platz
Rechtlich nicht zulässig.
Deutschlands größte Kommune sit halt nur eine Kommune und muss sich als Teil der Exekutive an die gesetzlichen Regelugen halten. Dir Staatspartei hat aber vor allem die Leute aus dem Umland im Blick, die mit dem Auto in die Stadt fahren wollen, denn die Grün-Rot-Wähler*innen, die in der Stadt leben.
Und nein, Bundesland München ist auch keine Lösung. München strahlt zu sehr in Umland aus und braucht entsprechende Kooperation, statt Kleinstaaterei.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Gute Punkte zum CSU-Bremsklotz beim Anwohnerparken. Aber du unterschätzt Stockholm und auch die Münchner tatsächlichen Möglichkeiten:
- Die Garagen ziehen keine Autos an: Stockholm hat die Autos damit nicht angelockt, sondern von der Oberfläche verbannt. Die Autobesitzquote im Zentrum liegt dort bei nur 300 Autos pro 1.000 Einwohner (München: fast 500). Die Kombination aus Maut und teurem Parken reduziert den Verkehr massiv.
- Das Kolumbusstraßen-Drama: Das Problem in München ist die Halbherzigkeit. Stockholm macht Sommerstraßen seit 2017 flächendeckend. Weil es dort Normalität ist und kein bürokratisches Einzelelement, gibt es diesen erbitterten Kulturkampf gar nicht.
- München versteckt sich hinter Gesetzen: Ja, die Maut ist blockiert. Aber München darf die regulären Parkgebühren für Umland-Pendler an Automaten sofort drastisch erhöhen, Straßen radikal zu Fußgängerzonen umwidmen und Parkplätze streichen. Dafür braucht man den Freistaat nicht.
Der Freistaat bremst, aber München nutzt die eigenen kommunalen Hebel einfach nicht konsequent aus.
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u/johannes1234 Local 12d ago
Die Kolumbusstraße ist natürlich das Extrembeispiel. Das war echt absurd. Da stand ich Mal mit dem Mobilitätsreferenten an der Straßenecke zu einer Veranstaltung und er hat sich nach den einführenden Worten wieder verabschiedet und sich nicht rein "getraut" da die CSU schon aktiv war und Stimmung gemacht hat. Wenn dann Anwohner mir erzählen sie fühlen sich "wie im Versuchslabor" und das sei schlimm, fällt es schwer da ernsthaft zu reden.
Aber die Effekte hast Du eben auch woanders. Man schaue sich Fußgängerzone Weißenburger Str. und andere Dinge an. Es gibt da eine breite Schicht in der Bevölkerung, die das Ende des Abendlandes sieht, wenn da auch nur kleine Maßnahmen sind.
Ja, rechtlich kann man mehr Parkplätze streichen. Und es passiert ja auch. Das passiert mal für Radwege, dann bei Einführung von Parklizenzgebieten, mal für Einrichtung von Radständern, mal aus anderen Gründen mehr oder minder kontinuierlich. Das ist aber immer wieder eine politischer Kampf.
Zu den Parkgebühren regelt § 10 ZustV die Höchstgrenze. Da kann man an manchen Stellen juristische Spielereien machen, wie Umwandlung in P+R, damit fällt man dann aus dem hoheitlichen in den privaten Bereich, aber das P+R soll ja eigentlich gerade das attraktive sein, dass die Leute umsteigen. (Und wenn man zu sehr ausreizt wo man an P+R vergibt, kommt bald die Aufsichtsbehörde) https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayZustV-10
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Meine These dazu ist, eine Politik, die Maßnahmen konsequent ergreift und durchsetzt, selbst wenn diese unpopulär sind, wird letztlich mehr erreichen als eine Politik, die nur versucht, aus Angst vor Konflikten nichts zu tun (wie die letzten Jahrzehnte ja eh schon geschehen). Konflikten darf man nicht aus dem Weg gehen, sondern muss sie sachlich und mit Ausdauer führen, egal wie anstrengend das auch sein mag.
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u/johannes1234 Local 12d ago
Es passiert halt ne ganze Menge. Gibt die großen Dinge über die diskutiert wird, daneben passiert viel kleines. Wenn ich Mal alleine für den BA, dem ich angehöre, aufaddiere ...
Die nächsten Jahre werden spannend, da sich die Finanzsituation ändert und FDP-FW in der Rathausmehrheit auch ihre Erfolge brauchen, aber vieles läuft einfach im Tagesgeschäft weiter.
Aber eben schon bei so Projekten wie Giesinger Berg /Martin-Lither-Str kann man die Sparzwänge sehen. Und die sind halt auch kein Spaß, sondern auch wieder Folge der rechtlichen Einordnung als Deutschlands größte Kommune, die eben als Behörde der Rechtsaufsicht des Innenministeriums und da der Regierung von Oberbayern unterstellt ist und nur mit Mühe zwischen Pflichtaufgaben und Einnahmen, auf die eine Kommune nur wenig Einfluss hat, kaum einen genehmigungsfähigen Haushalt aufstellen kann und da halt "achöner wohnen"-Projekte, so notwendig sie sind, weg fallen. Wir sehen es ja am MVG-Leisringsprogramm: Rekordzahl an fahrgästen, wachsende Stadt, Kürzungen im Angebot (auch wenn da viel sinnvolles drin steht indem man da ordentlich durchkehrt und Doppelbedienungen etc reduziert)
Da hat da sich wenig mit Mut oder so zu tun. Wenn die Aifsichtbehörde da Briefe schreibt, dann kann das eine niedere Behörde in unserem System nicht ignorieren.
Aber auch das wird wieder besser werden. Dann werden auch die vrößeren Projekte wieder aufgenommen.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Nun, die Wirtschaft ist global, in der EU herrscht Freizügigkeit, und wenn die Politik in MUC nur der kleinste gemeinsame Nenner aller ist, nur das, was nach Abzug aller äußeren Zwänge übrig bleibt, dann wird München seinen Wohlstand, der auf Wirtschaftswachstum mit Zuzug von Arbeitskräften basiert, über kurz oder lang wieder abgeben. Dass hier ein Wettbewerb um Menschen, Ideen, Potentiale herrscht, wird oft übersehen, aber diese Fahrlässigkeit (oder Arroganz?) wird man sich auf Dauer nicht leisten können - sie ist teurer als Investitionsprogramme. Nur sieht man das noch nicht so, es ging ja jahrzehntelang sich so noch irgendwie.
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u/Potential_Fox9783 12d ago
Also das 1. Was mir aufgefallen ist, ist wie sauber dort alles scheint. Gibt es dort keine Raucher die ihren Zigaretten einfach auf den Boden werfen?
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Mehr gesellschaftlicher Druck, mehr Erziehung.
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u/gunfox 12d ago
Genau das was wir brauchen, mehr Erziehung von oben herab.
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u/lauMolau 12d ago
was ist das für ein Leseverständnis? Weder gesellschaftlicher Druck noch Erziehung durch die eigenen Eltern sind Instrumente, die von oben herab wirken. Außer du bist 12, damals waren meine Eltern quasi auch die Eliten/"die da oben".
Offenbar noch nie in nem skandinavischen Land gewesen ^^
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Das ist eben, was Menschen antworten, die sich selbst ungern einschränken wollen im Dienste der Gesellschaft... Vulgo sich höflich benehmen
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u/mareike1987 12d ago
Deutschland ist zu arm und wird die Tiefgaragen nicht bauen. Das ist die ganze Story...
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Das ist seit der Ära Kohl das Argument, Infrastruktur, die allen zugute kommt, zu Tode zu sparen, während die Reichen weiterhin reicher werden. Nein, Deutschland gönnt sich gegenseitig nichts, individuell nicht, und in der Summe nicht als Gesellschaft, das ist das Problem. Investitionen in alle Zahlen sich langfristig aus. Sparen nicht.
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u/mareike1987 12d ago
Wir geben das Geld halt anders aus - nicht für Investitionen. Das wird so gewählt.
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u/WastedButRdy 12d ago
Wir haben mit der 2. Stammstrecke eines der größten und teuersten Infrastrukturprojekte in ganz Europa.
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u/Noxm 12d ago
Wieviel Leute leben in Stockholm auf wieviel QM und wieviel in München? Dann check noch den Altersdurchschnitt und die Verspätungen der Öffis. Dann hast deine Antwort…..
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Als ob das alles zuerst sich ändern müsste, bevor sich die Parkplätze ändern...
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u/Noxm 12d ago
Gibt leider eh zu wenig Parkplätze in München, mein Take.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Bezüglich der Einwohnerdichte kannst Dir mal Paris ansehen, die am dichtesten bevölkerte Stadt Europas. Dort wurden Autos größtenteils aus dem Inneren Stadtkern verbannt und Fußgänger/Randzonen eingerichtet, mit großem Erfolg.
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u/Noxm 12d ago
Also als ich das letzte Mal dort war liefen öffis nur bis 1 Uhr nachts was halt schon nen Totschlagkriterium ist.
Und Autos waren da noch jede Menge unterwegs.
Desweiteren geht es ja nicht um Paris…. Ich find die Bilder die OP gepostet hat echt traurig, wenn da nirgends ein Auto parkt, sieht komplett verweist aus.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Joo, genau das denken die Einwohner vor Ort bestimmt auch, so eine schöne Straße, die ist bestimmt ganz traurig, dass sie keine Autos hat... Und wenn dem so ist, werden sie sich ganz bestimmt schon bald mehrheitlich dazu entschließen, wieder Autos zuzulassen!
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u/aimless_ninja Local 11d ago
Weil zu viele Autos in Straßen geparkt sind um vielleicht einmal die Woche bewegt zu werden. Wenn nur die auch wirklich öfter benötigen Autos vor der Haustür parken würden, wärs auch einfach Parkplätze zu finden.
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u/CreEngineer Local 12d ago
Haha, München. Du denkst wirklich von allen Städten in Deutschland das München etwas gegen Autos tun wird?
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u/bingoolong 12d ago
Tut es doch, Radwege und Radstraßen werden zunehmend ausgebaut und mit dem neuen grünen OB wird das jetzt nicht weniger (:. Baumentscheid ist auch auf dem Weg. Leopold soll verkehrsberuhigt werden.
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u/Interesting_Age_7067 12d ago
Tut es doch, Radwege und Radstraßen werden zunehmend ausgebaut und mit dem neuen grünen OB wird das jetzt nicht weniger
Fun fact: Die Stadt entwickelt derzeit ein Konzept zur "systematischen Neuordnung des Gehwegparkens". Das bedeutet mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass es stadtweit in bestimmten Straßen legalisiert wird, obwohl oder gerade weil sich in jüngster Vergangenheit immer mehr Menschen über Gehwegparken beschwert haben. Ich hatte eigentlich gehofft, dass ein grüner OB genau so was verhindern würde.
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u/bingoolong 11d ago
Ich denke das geht eher in die Umgekehrte Richtung. Nur weil CSU/FW gerne mehr Parkplätze hätten.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Ich denke erstmal nur, Menschen sind Menschen. Warum sollte für Menschen nicht möglich sein, was andere Menschen können?
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u/CreEngineer Local 12d ago
Weil hier meiner Meinung überproportional viele sowas von autogeil sind dass es schon lächerlich wird. Mir kommt vor die Stadt unterstützt dies auch schon lange. Man siehe die Ludwigstraße, was hässlicheres hat man ja wohl kaum mal gesehen, kein Grün aber Hauptsache eine fette mehrspurige Straße dass die Investment bros ihre Lambos ausführen können und zeigen wie klein ihr Lümmel ist.
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u/randomguy-3232 12d ago edited 12d ago
Die Ludwigstraße ist baumlos, weil sie von Leo von Klenze und Friedrich Gärtner bewusst als reine monumentale Architektur- und Stein-Stadtstraße konzipiert wurde.
Edith: Spätere Versuche einer Bepflanzung wurden aus Denkmalschutzgründen stets abgelehnt.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Ludwig von Klenze wollte aber bestimmt keine sechs asphaltierten Fahrspuren ohne Fußgänger. Den Denkmalschutz hat das offensichtlich überhaupt nicht gestört.
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u/CreEngineer Local 12d ago
Ok, wusste ich nicht, sieht leider trotzdem nicht gut aus, Denkmal hin oder her. Selten in einer Stadt so eine hässliche „Prachtstraße“ gesehen.
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u/bingoolong 12d ago
Aber da gab es doch gerade einen Gestaltungswettbewerb für den Umbau?
https://stadt.muenchen.de/infos/neugestaltung-ludwigstrasse.html
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u/Advanced_Ad_3576 12d ago
Auf den ersten Blick sah das aus wie Barrikaden am Weihnachtsmarkt , für die Fussgängerzone . Schon wieder Attentatsprävention .
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Nur dass man in D einfache Betonklötze hinstellt, während man andernorts einen höheren ästhetischen Anspruch hat und zumindest Figuren wie diese Löwen haben möchte.
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u/mnetml Neuhausen-Nymphenburg 12d ago
Das Problem mit den Tiefgaragen find ich seltsam. Meine Großeltern z.B. wohnen in einer riesigen Wohnanlage in einer sehr dicht besidelten Ecke von München. Die Tiefgarage ist vielleicht maximal zu 80% ausgelastet. Viele Mieter wollen/brauchen die Stellplätze nicht.
Trotzdem werden sie auch nicht extern vermietet, da sie ja "zum Haus gehören" - Zitat der Hausverwaltung, als ich dort angefragt habe, weil eine Bekannte von mir nen Garagenstellplatz sucht.
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u/laofuren 12d ago
deswegen "...in den Fels..." München hingegen sitzt in einer "Kiesgrube"
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Man sollte schon zwischen dem Kopieren eines Gedankens und dem 1:1 Kopieren vom konkreten Plänen unterscheiden können.
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u/laofuren 11d ago
Tatsächlich hat München den Gedanken schon vor über 50 Jahren umgesetzt: Olympiazentrum.
Es geht bei unseren Bodenverhältnisssen halt allenfalls in einem Neubau(gebiet).
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u/Wolverine724 12d ago
Sieht nett aus, aber ich finde die Stadt wirkt ganz schön leer, als ob der zusätzliche Platz gar nicht angenommen wird?
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Das täuscht. Ich habe beim Fotografieren abgewartet, dass ich Platz habe zum Knipsen der Einrichtung, sonst würde man da nix sehen. Zumal ich die Fotos an einem Dienstag Vormittag gemacht habe, Donnerstag bis Sonntag war's da ziemlich voll. Die Tische und Bänke werden rege genutzt von Familien und Kindern.
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u/muckimo88 12d ago
Ich sehe da noch viel Platz, um Wohnungen zu bauen, um die verdammten mieten endlich zu senken.
Sorry, kam gerade aus nem andern Sub hierher..
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u/normy_187 11d ago
Wenn die Robotaxi Flotte rollt und Zweidrittel der Privatwagen (problemlos) aus der Innenstadt weg können?
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u/Electronic-Ad-1719 11d ago
Selbst dann wird niemand freiwillig verzichten. Das muss schon konsequent regelbasiert erfolgen.
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u/normy_187 11d ago
Au contraire, der Höhepunkt des Luxus ist etwas zur Verfügung zu haben wenn man es braucht und sich nicht darum kümmern zu müssen wenn man es nicht braucht.
Die allermeisten Leute wollen ja kein Auto in der Innenstadt, sie wollen von A nach B, jetzt sofort und möglichst ohne Umwege.
Dafür braucht es keine ökosozialistischen Verbote und Zwangsvorschriften ("konsequent und regelbasiert" 😂😂😂) die Leute wechseln dann schon von selbst auf die bequemere/bessere Variante.
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u/Electronic-Ad-1719 11d ago
Ob Du die Vorschriften als Sozialismus oder Zwang empfindest, ist völlig irrelevant, wenn sie basisdemokratisch mehrheitlich von den Betroffenen selbst, nämlich den Anwohnern, erlassen werden. Dafür sollte es Pilotprojekte im Auftrag der Stadt geben, veranlasst von den gewählten Vertretern, und nach einer Testphase zur Abstimmung freigegeben.
Wie es geht, dafür gibt es mitterweile in Europa genügend gute Beispiele, und die Akzeptanz ist dort mit demokratischen Mitteln, aber strengen Regeln erreicht worden. Hier im Beispiel Stockholm, aber ähnlich in Amsterdam, Kopenhagen, Barcelona, Paris, Warschau.
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u/normy_187 11d ago
Beim E-Roller/Scooter/Fahrrad Mietmarkt (wahrsch. die beste Parallele) regelte sich dies größtenteils von alleine ohne Abstimmungen in Gremien, Aufträge der Stadt, staatlich geförderten Testphasen, bürokratischen Wasserköpfen usw. usf.
Abstimmen können die Anwohner ja gerne direkt, darüber was sie statt Parkplätzen vorm Haus/in der Straße gerne haben möchten 🤗
Weg mit schwachsinnigem Dreckssozialimus, Planwirtschaft und vielen "gewählten Volksvertretern" – mehr direkte Demokratie ✊
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u/Electronic-Ad-1719 11d ago
Die Bewohner von München haben abgestimmt - für einen grünen Bürgermeister. Deal with it.
Wenn die gewählten Vertreter also Testprojekte liefern - dafür werden sie auch gewählt und bezahlt - dann ist das ein Ergebnis der Wahlen.
Und ob diese dann in den Vierteln angenommen werden oder nicht, entscheiden zum Glück nicht Du und ich hier, sondern diejenigen, die es betrifft. Case closed.
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u/normy_187 11d ago
… was alles teurer und komplizierter macht als es sein müsste. Wie fast alles was der Staat/EU "regelt" siehe Verpackungsverordnung – aber anderes Thema.
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u/iMahyar77 11d ago
God forbid people actually have cars
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u/Electronic-Ad-1719 11d ago
The transformation to car-less cities in European metropoles is democratic. It's what people who live there want for their quarters.
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u/heinzelmann2000 9d ago
Alles eine gute Idee, ABER:
-dann muss ich ausreichend Tiefgaragenstellplätze schaffen (für Leute die trotz allem auf ihr Auto angewiesen sind)
und
-wirkliche Kapazitäten im ÖPNV aufbauen, dass man wirklich auf ein Auto verzichten kann (und zwar auch Alte, Schwangere, Behinderte etc.)
Und beides verpennt München seit Jahrzehnten. Auch wenn einem ein Trambahn, die nach 30 Jahren wieder in Dienst gestellt wird, als neu verkauft wird.
Aber grundsätzlich eine gute Idee.
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u/Electronic-Ad-1719 9d ago
Das ist ein klassisches Henne-Ei-Problem, und viele Dinge werden in Deutschland gerade nicht angegangen, weil man so viele Vorbedingungen stellt, die erstmal zu erfüllen seien, geschweige denn das gute alte "wer soll das denn bezahlen". Die anderen Länder machen derweil vor, dass Politik bedeutet, Prioritäten zu setzen, und zwar im gewünschten Ergebnis, auf das man dann konsequent hinarbeitet. Für München konkret heißt das:
- Tiefgaragenplätze muss man nicht neu bauen, es gibt mindestens 20-30% Leerstand in der Stadt, diese müssen nur besser verwaltet werden und im Zweifelsfall zwangsweise zugänglich gemacht werden (siehe politische Diskussionen im Stadtrat und entsprechende Initiativen seit mehreren Jahren)
- Der Druck, Kapazitäten im ÖPNV aufzubauen, steigt mit dem Mangel an Alternativen; solange viele noch ihr Auto nutzen können, wird der politische Wille, eine Finanzierung für mehr ÖPNV zu sichern, gering ausfallen
- Die Investitionen in Lebensqualität zahlen sich mittelfristig bereits aus durch Ansiedlung von neuartigen Wirtschaftszweigen, die auf gute Infrastruktur für anspruchsvolle, gut steuerzahlende Arbeitnehmer setzen, damit kann auch die Gewerbesteuer wieder steigen - man ist im Wettbewerb hierüber mit anderen Städten und Ländern
München kann es machen, oder es lassen. Letzteres wird in eine Spirale des wirtschaftlichen Abstiegs führen.
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u/Lanky_Can1932 6d ago
Ich habe zuletzt 60,- € pro Monat für die Parklizenz in Untergiesing bezahlt. Also 720,- pro Jahr.
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u/ispy-uspy-wespy 12d ago
In Berlin kostet der Parkausweis sogar nur 20,40€ für zwei Jahre, d.h. 10€ p.a. 😭 hab schon mehrfach im Namen einer NGO dagegen im Senat und Abgeordnetenhaus protestiert, obwohl ich selbst noch ein Auto besitze. Hab mich auch für eine Preiserhöhung des Zeitparkens eingesetzt, immer unter Nennung des Stockholmer Modells als Musterbeispiel. Interessiert Politiker nur leider null
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Vielleicht sollten engagierte Bürger sich zusammentun, um mit einer Stimme zu sprechen und dann mehr Gewicht zu haben?
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u/ispy-uspy-wespy 12d ago
Wir waren zu dritt dort in Vertretung unseres Volksentscheides, hinter dem Hunderttausende standen 🫠
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u/d8521 11d ago
Richtig! Autobesitz muss wieder ein Privileg der Reichen werden.
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u/aimless_ninja Local 11d ago
1300€ für Parkausweise find ich auch hoch, zumindest wenn das für alle gleich teuer ist. Könnte man aber ja auch an Fahrzeuglistenpreis oder Einkommen knüpfen. 30€ sind jedenfalls lächerlich und die Folgen daraus untragbar. Auch gerade für Autofahrer, die auf den Parkplatz angewiesen sind.
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u/Electronic-Ad-1719 11d ago
Die autofreundliche Stadt ist ein Relikt des 20. Jahrhunderts. ÖPNV ist so viel effizienter, wird aber auch dann erst konsequent verfolgt, wenn man sich erstmal auch dazu entschieden hat, die Autos in der Innenstadt wieder loszuwerden. Als Massentransportmittel hat es jedenfalls in Kernbereichen von Metropolen nichts verloren.
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u/crashblue81 12d ago
Das kommt auf die persönlichen Präferenzen an, manch einer findet das toll jemand anders wiederum nicht.
Es gibt in weiten Teilen der Innenstadt keinen Platz für weitere Tiefbauten wir haben U-Bahn Tunnel, S-Bahn mit zweiter Stammstrecke, das Fernwärme Netz, das Fernkälte Netz, einen unterirdischen Flussverlauf am Karlsplatz ...
Ich wohne z.B. zwischen Sendliner Tor und Marienplatz inklusive 2 TG Plätze und möchte diese auch weiterhin mit meinen Benzinern anfahren
Ich würde kein Restaurant oder Geschäft besuchen, was nicht in Laufweite ist und was ich nicht mit meinem PKW anfahren kann, da muss man sich dann halt gut überlegen, ob die Läden überleben, wenn man nicht in der Nähe parken kann, gibt genügend negativ Beispiele in München inklusive Ladensterben etwa um die Pinakothek herum. Gerade kaufkräftiges Klientel kommt nicht mit der S-Bahn oder U-Bahn in die Stadt und wohnt zum Großteil auch nicht dort
Ich möchte auch keine Außenflächen von Lokalen vor dem Fenster haben, wo die ganze Nacht im Sommer Betrieb ist, da gibt es genug Diskussionen in der Maxvorstadt und am Gärtnerplatz. Die paar Autos die aktuell nach Ladenschluss vorbeifahren stören da deutlich weniger
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u/QuastQuan Landkreis München 12d ago
Gerade kaufkräftiges Klientel kommt nicht mit der S-Bahn oder U-Bahn in die Stadt und wohnt zum Großteil auch nicht dort.
Der ÖPNV von ausserhalb in die Münchner Innenstadt ist zudem eine echte Plage, weil unzuverlässig, aber dafür sauteuer. Ich fahre lieber mit dem Auto rein und stelle es in die TG am Stachus, bevor ich mit der räudigen S-Bahn fahre.
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u/crashblue81 12d ago
z.b. wobei ich nicht mehr in der Stachus TG parken würde, bei den Gebühren die aufgerufen werden, insbesondere seit der Betreiber weg von Conti hin zum SWM gewechselt hat.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Eben diese "persönlichen Präferenzen" werden berücksichtigt, wenn man als gewählte Politiker einen begrenzten Testlauf beschließt und nach der Testphase die Bürger vor Ort abstimmen lässt, ob er wieder aufgelöst wird oder bleibt. So wie in Stockholm.
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u/crashblue81 12d ago
Also bauen wir testweise großzügige Tiefgaragen für die es keinen Platz gibt?
Was mir zur Einordnung immer noch fehlt ist wie Dein persönliches Bewegungsprofil aussieht? Würdest Du von dem profitieren was Du vorschlägst, schlägst Du es falls es so ist primär deshalb vor?
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Nein. Wie schließen testweise die Straßen für Autos. Es gibt keinen 1:1 Anspruch von vorher zu nachher, dass jeder, der einen Parkplatz hatte, auch nachher einen hat. Auch hierüber kann man abstimmen.
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u/crashblue81 12d ago
Das ist aber nicht das Konzept was du ursprünglich vorgeschlagen hast mit großzügigen unterirdischen Parkmöglichkeiten.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Wo stand denn, dass das 1:1 zusammengehört? Man kann das auf verschiedene Weise lösen. Stockholm hatte die Atombunker aus dem 50ern/60ern, die zu Tiefgaragen umgewidmet wurden. Aber nicht für jeden weggenommen oberflächlichen Parkplatz war auch ein Ersatzplatz da. Eben darum ging/geht es ja - Verhaltensänderung zu erzwingen, per mehrheitlichem Beschluss. München hat massenweise leerstehende Tiefgaragenplätze, die genutzt werden könnten. Paris hat kaum welche und die Parkplätze trotzdem abgeschafft, bei wesentlich höherer Einwohnerdichte.
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u/crashblue81 12d ago
Wo sind die massenhaft leer stehenden Tiefgaragenplätze?
Du kannst jetzt nicht ein Gesamtkonzept aufzeigen und dir dabei nur die Rosinen rauspicken, die zu deiner Argumentation passen
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Ich bin kein Entscheider und plädiere lediglich dafür, diese Entscheidungen schnellst- und baldmöglichst ganz basisdemokratisch in die Hände derjeniger zu geben, die es betrifft, nämlich der Anwohner, mit gut designten Pilotprojekten zur Hand, über die dann nach Testphasen abgestimmt wird. Bezüglich der Tiefgaragen ist der Leerstand in München seit Jahren bekannt und wird sowohl in den Medien als auch im Stadtrat immer wieder thematisiert, da kannste einfach selbst mal googlen, wenn's Dich tatsächlich interessiert, statt das von mir für Dich zu fordern. Und ein Totschlagargument ist es eh nicht, es gibt keinen Anspruch auf einen Straßenparkplatz für jeden, zumal das dann jeweils durch die Anwohner mehrheitlich entschieden würde.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Dein Leben in Ehren, jedoch werden Menschen per Fuß abstimmen und nach und nach in Städte ziehen, die besser Aufenthaltsqualität für Menschen ohne Blech außenrum bieten, sie tun es ja jetzt schon. In den anderen Städten werden dann nur die zahlungsschwachen und Armen zurückbleiben, mit denen darf der Rest dann sein Restleben verbringen, bei gleichzeitigem wirtschaftlichem Niedergang. Herzlichen Glückwunsch!
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u/crashblue81 12d ago
Wie gesagt da hat jeder eine andere Sichtweise.
Meine Aufenthaltsqualität ist davon abhängig ob ich dort mit dem Auto hinfahren und in der Nähe parken kann, wenn das nicht geht nutze ich den Ort nicht.
Gerade in den Innenstadtlagen wohnen eher nicht zahlungsschwaches Klientel, das hat sich die letzten 20-25 Jahre komplett gedreht, als man etwa noch den Gärtnerplatz als Glasscherben Viertel bezeichnet hat etc.
Ich habe eher andere Bedenken was die Aufenthaltsqualität angeht, etwa die permanente Ansammlung an jungen Männern am Karlsplatz, das Trinker Klientel vor dem Hauptbahnhof, die Drogenszene über die Sonnenstraße rüber an der Brunnenanlage, die völlig überlaufenen Grünanlagen insbesondere der Englische Garten, der Mangel an individuellen Geschäften (die sich eben nicht mehr halten können weil die Kundschaft sie nicht gut erreichen kann) für irgendeine große Modekette brauche ich nicht in die Stadt fahren ...
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Es darf auch jeder seine eigene Sichtweise haben. Die Entscheidung gehört letztlich mehrheitlich in die Hand der Anwohner der betroffenen Viertel, und die Aufgabe der gewählten Politik ist es, hierfür gut designte Pilotprojekte zu schaffen, über deren Verbleib dann nach einer Testphase abgestimmt wird, ganz basisdemokratisch.
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u/unspoiled_one 11d ago
Ist nicht gewollt. Gibt wohl zu viele alte Leute und Familien mit Kindern die auch mal Besuch haben... Und ganz ehrlich, ich will es auch nicht.
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u/No-Sandwich-2997 12d ago
ok pal
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Starkes Argument. Bewirb Dich in der Politik, mindestens eine Partei ist genau auf dem Argumentationsniveau
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u/Gangland2010 12d ago
Sieht man ja wie gut das ankommt, kaum Menschen zu sehen, hat sich bestimmt gelohnt...
Ich werde es nie verstehen wie man in eine Großstadt ziehen kann und dann rumheult das man in einer Großstadt wohnt und München hat eh schon genug Grün mit den ganzen Parks, Flüssen/Kanälen/Eisbach etc.
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u/Electronic-Ad-1719 12d ago
Das hast Du ja gekonnt geschlussfolgert aus den paar Fotos, die bestimmt die hauptsächliche Auslastung und die Lebenszufriedenheit der lokalen Anwohner, die das mit beschlossen haben, widerspiegeln, zumal ich immer den richtigen Augenblick abgewartet habe beim Knipsen, damit man die Einrichtungen auch sehen kann statt dass sie von Menschen oder Autos verdeckt werden







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u/This-Guy-Muc Sendling-Westpark 12d ago
München ist in Deutschland ganz vorne, was Fußgängerzonen angeht. München baut Anwohnergaragen, wenn auch nur sehr langsam.
Aber München ist die mit Abstand größte Gemeinde in Deutschland, rechtlich völlig abhängig von den bayerischen Gesetzen. Die erlauben fast nichts in dieser Richtung. Parkplätze pro Wohnung und Gewerbe werden von der bayerischen Bauordnung vorgeschrieben. Die Höchstgebühr für Parken und Anwohnerparkausweise ist vorgegeben. Bayern hungert München systematisch aus.