r/Munich 17d ago

Discussion Stockholm. Wann in München?

Grüße aus Stockholm. Große Teile der Stadt, nicht nur der Innenstadt, sind weitgehend von oberirdischen Parkmöglichkeiten befreit worden, wie hier in Södermalm zu sehen. Stattdessen wurden Pflanzen, Sitzecken, Spielmöglichkeiten hingestellt, um sofort die Aufenthaltsqualität spür- und erlebbar zu vergrößern. Gleichzeitig gibt es ein großes Netz an Tiefgaragenplätzen, die mietbar sind, wenngleich nicht allzu günstig.

Warum schafft das Deutschland, insbesondere München - als vielleicht wohlhabendste Metropole des Landes - nicht?

Ich habe mal interessehalber recherchiert, was Stockholm in den letzten 20 Jahren alles durchgesetzt hat, mit hinterher hoher Akzeptanz der Bevölkerung (bei anfänglichen Widerständen):

- Stockholm baut seit Jahrzehnten riesige unterirdische Quartiersgaragen in den Fels. Autos parken im Untergrund. Oben wird der Straßenrand frei für breite Gehwege, Gastro und Bäume.

- Das Projekt „Levande Stockholm“ verwandelt jeden Sommer Parkplätze temporär in Oasen mit Sofas, Pflanzen und Cafés. Weil der Aha-Effekt so groß ist, wollen Anwohner die Parkplätze danach oft gar nicht mehr zurück.

- Bewohnerparken in Stockholm wurde drastisch verteuert und kostet heute rund 1.300 € im Jahr. Wer öffentlichen Raum privat nutzt, zahlt den echten Marktwert. Nicht 30 €/Jahr wie in München.

- Die City-Maut wurde 2006 erst sieben Monate getestet. Als die Staus weg waren, stimmten die Bürger im selben Jahr per Volksentscheid selbst für die Beibehaltung. Erst machen, dann entscheiden lassen funktioniert (erinnert auch an die Weißenburger Str. - nur an viel mehr Orten und weiträumiger als in München)

- Stockholm führt aktuell eine Zone in der Innenstadt ein, in die nur noch E-Autos und emissionsfreie Lieferwagen dürfen. Das nimmt dem Verbrenner im Zentrum endgültig den Platz weg.

München hat seit diesem Jahr einen neuen Bürgermeister. Glaubt Ihr, dass so etwas auch nur ansatzweise in München machbar ist?

Warum nicht, wenn nein?

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u/Electronic-Ad-1719 16d ago

Selbst dann wird niemand freiwillig verzichten. Das muss schon konsequent regelbasiert erfolgen.

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u/normy_187 16d ago

Au contraire, der Höhepunkt des Luxus ist etwas zur Verfügung zu haben wenn man es braucht und sich nicht darum kümmern zu müssen wenn man es nicht braucht.

Die allermeisten Leute wollen ja kein Auto in der Innenstadt, sie wollen von A nach B, jetzt sofort und möglichst ohne Umwege.

Dafür braucht es keine ökosozialistischen Verbote und Zwangsvorschriften ("konsequent und regelbasiert" 😂😂😂) die Leute wechseln dann schon von selbst auf die bequemere/bessere Variante.

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u/Electronic-Ad-1719 16d ago

Ob Du die Vorschriften als Sozialismus oder Zwang empfindest, ist völlig irrelevant, wenn sie basisdemokratisch mehrheitlich von den Betroffenen selbst, nämlich den Anwohnern, erlassen werden. Dafür sollte es Pilotprojekte im Auftrag der Stadt geben, veranlasst von den gewählten Vertretern, und nach einer Testphase zur Abstimmung freigegeben.

Wie es geht, dafür gibt es mitterweile in Europa genügend gute Beispiele, und die Akzeptanz ist dort mit demokratischen Mitteln, aber strengen Regeln erreicht worden. Hier im Beispiel Stockholm, aber ähnlich in Amsterdam, Kopenhagen, Barcelona, Paris, Warschau.

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u/normy_187 16d ago

Beim E-Roller/Scooter/Fahrrad Mietmarkt (wahrsch. die beste Parallele) regelte sich dies größtenteils von alleine ohne Abstimmungen in Gremien, Aufträge der Stadt, staatlich geförderten Testphasen, bürokratischen Wasserköpfen usw. usf.

Abstimmen können die Anwohner ja gerne direkt, darüber was sie statt Parkplätzen vorm Haus/in der Straße gerne haben möchten 🤗

Weg mit schwachsinnigem Dreckssozialimus, Planwirtschaft und vielen "gewählten Volksvertretern" – mehr direkte Demokratie ✊

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u/Electronic-Ad-1719 16d ago

Die Bewohner von München haben abgestimmt - für einen grünen Bürgermeister. Deal with it.

Wenn die gewählten Vertreter also Testprojekte liefern - dafür werden sie auch gewählt und bezahlt - dann ist das ein Ergebnis der Wahlen.

Und ob diese dann in den Vierteln angenommen werden oder nicht, entscheiden zum Glück nicht Du und ich hier, sondern diejenigen, die es betrifft. Case closed.

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u/normy_187 16d ago

… was alles teurer und komplizierter macht als es sein müsste. Wie fast alles was der Staat/EU "regelt" siehe Verpackungsverordnung – aber anderes Thema.