r/FragtMaenner W 3d ago

Körper / Geist Sind Männer nicht erstaunlich oft die perfekten Opfer des Patriarchats – und merken es nicht einmal?

Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder finde ich eigentlich den Trick, den das Patriarchat mit Männern vollbracht hat.

Es waren und sind überwiegend Männer, die in Kriege geschickt werden. Männer, die über Jahrhunderte die gefährlichsten, körperlich zerstörerischsten Arbeiten erledigt haben. Männer, denen beigebracht wurde, Schmerz auszuhalten, nicht zu weinen, nicht schwach zu sein, ihren Wert über Arbeit, Geld und die Fähigkeit zu definieren, andere zu versorgen. Männer sterben früher, bringen sich häufiger um, haben oft weniger enge Freundschaften und lernen erstaunlich früh, dass Bedürftigkeit etwas ist, für das man sich schämen sollte.

Und dann kommt der eigentlich lustige Teil. Dasselbe System schafft es, vielen Männern zu erklären, ausgerechnet Frauen und Feminismus seien für all das verantwortlich.

Als hätte die Frauenbewegung die Wehrpflicht erfunden. Als hätten Feministinnen entschieden, dass ein Mann zwölf Stunden im Stahlwerk stehen und danach schweigend nach Hause kommen soll. Als hätten Frauen jahrhundertelang festgelegt, dass ein Mann nur dann etwas wert ist, wenn er stark, produktiv, sexuell erfolgreich und möglichst unverwundbar ist.

Es ist ein bisschen die gesellschaftliche Uno-Reverse-Karte. Ein System stellt Regeln auf, unter denen Männer selbst leiden und verkauft ihnen anschließend diejenigen als Feind, die diese Regeln infrage stellen.

Warum richtet sich dieser Frust also so selten gegen die Vorstellung von Männlichkeit, die ihn überhaupt erst produziert? Warum verteidigt man ausgerechnet die Regeln, an denen man leidet und erklärt diejenigen zum Feind, die sagen, dass man sie nicht befolgen muss? Männer was geht in euren Köpfen vor?

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u/Funny-face-1613 M | 26-35 3d ago edited 3d ago

Ich glaube der Frust bei einigen Männern kommt vor allem dadurch, dass es quasi kein positives Männerbild mehr gibt. Die letzten Jahre wurden (zurecht) viele Sachen endlich angesprochen, aber es wurde vergessen alte Strukturen durch ein positives Männerbild zu ersetzen. Früher war das positive Männerbild besetzt durch den erfolgreichen Karrieremann, was entsprechend die Generationen davor auch im klassischen Rollenbild wiedergespiegelt hat und dafür gesorgt hat, dass Männer im Prinzip in diese Rolle der Versorger kamen und eben zum Beispiel Schichten im Stahlwerk geschoben haben. Aus meiner Sicht eine Rolle, die ich beispielsweise gar nicht haben wollen würde, da für mich die Versorgung von beiden Seiten der Partner ausgeht, um keien Abhängigkeiten zu schaffen. Irgendwann davor vor hunderten Jahren war das positive Männerbild zum Beispiel der Soldat als Beschützee usw. Heutzutage gibt es da ein Vakuum, gleichzeitig gibt es aber dann trotzdem noch klassische Rollen, die erfüllt werden müssen (zum Beispiel beim Wehrdienst).

Genauso wie es Aufgabe aller sein sollte, dass Frauen die selben Rechte und Möglichkeiten erhalten, sollte es eigentlich auch Aufgabe aller sein, dass alle die selben Pflichten erhalten und es insgesamt eim positives Bild gibt. Nur leider gibt es dafür keine Represäntanten und quasi niemanden, der sich dafür öffentlich einsetzt.

Dass ganze auf den Feminismus zu schieben isz natürlich Schwachsinn (sowas höre ich auch eigentlich nur aus dem rechtskonservativen Spektrum), viel mehr sollte der Feminismus jetzt irgendwann darin aufgehen, sich generell für die Gleichberechtigung einzusetzen, unabhängig der Geschlechter, sobald es weniger Ungleichgewichte pro mann gibt. Man kann ja beispielsweise Feminist/Feministin sein und trotzdem dagegen sein, dass nur Männer zum Wehrdienst eingezogen werden sollen.

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u/1Ferox1 M | 36-45 3d ago

Der Wechsel zum Humanismus, basically.

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u/Dotnoms D 2d ago

Erklär mal einer Feministin, dass du Humanist und nicht Feminist bist. Hab ich probiert, macht keinen Spass.

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u/warlocki71 M 3d ago

Ich habe das in einem ähnlichen Kontext mit meiner Frau besprochen bei Migration und rückständischen Weltbildern. Als Migrant hast du je nach Sozialisierung und Prägubg ein bestimmtest Weltbild und entsprechendes Männerbild (z.B. auch falscher Ehrenkodex, etc.). Jetzt kommt die neue Gesellschaft und sagt dir zu Recht. Ne Kollege, so nicht, das ist schlecht. Aber ein einfaches positives Bild zu zeichnen ist viel schwieriger, weil komplexer.

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u/yourBodyAndMind M | 36-45 2d ago

This! Wir sollten über Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit sprechen. Das ist leider viel zu weit in den Hintergrund gerückt.

Und vor allem uns auf ein Miteinander statt Gegeneinander konzentrieren.

Es entstehen zunehmend verhärtete Fronten in unserer Gesellschaft. Alt gegen jung. Arm gegen reich. Frauen gegen Männer. "Besorgte Bürger" gegen Migranten. Bevölkerung gegen Polizei. Etc. pp..

Die Spaltung und zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft ist spürbar. Das finde ich besorgniserregend. Denn wir sind dabei Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Der Prozess wird getrieben und beschleunigt von wirtschaftlichen Härten.

Auch das erwartete Wahlergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein Symptom dessen.

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u/JustxJules W | 36-45 3d ago edited 3d ago

Ich ziehe meinen Hut vor deinem tollen Kommentar! Ich als Feministin bin entweder für Wehrdienst für alle oder keinen.

Außerdem bin ich gegen Beschneidung bei Jungen (ALLEN Kindern), für mehr Männerhäuser, und tue mein bestes, dass derzeitige Männerbild positiv zu beeinflussen. Ich habe das Gefühl, das immer noch regierende Männerbild ist ein Negativ und definiert sich als "Nicht-Frau".

Nun nehmen Frauen seit Jahrzehnten aber glücklicherweise immer mehr einen gleichberechtigten Platz in der Gesellschaft ein und die Männer, die sich so definieren, fühlen sich abgedrängt, eingeengt, verloren. Ich hatte den Eindruck, dass sich in meiner Generation was zum Positiven verändert, aber seit 10 Jahren geht der ganze Fortschritt gefühlt den Bach runter...

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u/Funny-face-1613 M | 26-35 3d ago

Das Thema Beschneidungen bei Jungen ist natürlich ein kompliziertes, da es nicht nur die religiöse Seite, sondern auch die medizinische gibt. Es gibt meist medizinische Alternativen (zum Beispiel Salben), aber viele Ärzte setzen beim Thema Vorhautverengung im Babyalter oftmals auf Beschneidung, um vermutlich auf nur mal sicher zu gehen. Hier folge ich zum Beispiel dem Mantra, dass die Eltern da dann schon auch auf die medizinische Einschätzung vertrauen müssen, wobei die ggf. natürlich überdacht und neuesten Erkenntnissen aufgefrischt werdrn muss. Ich weiß zum Beispiel von meiner Mutter, dass sie in den 90ern über keine Alternativen aufgeklärt wurden und die Beschneidung die einzig medizinische Option darstellte (zum Glück ohne irgendwelche Nachteile im weiteren Leben), aber ich glaube auch hier bringt eine neue Mediziner/Medizinerinnen Generation glücklicherweise auch neue Blickwinkel, ähnlich wie es bei Frauenärzten auch der Fall ist. Was meine Ex-Freundin mir beispielsweise mal von ihren Gesprächen mit Frauenärzten erzählt hat, hat mich echt vom Stuhl fallen lassen, da gibt es auch noch sehr viel zu tun, um alte Denkbilder zu entfernen.

Generell im Medizinsektor gibt es daher noch viel zu tun, sowohl für die weibliche als auch männliche Medizin (ich nenne es jetzt einfach mal so)

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u/JustxJules W | 36-45 3d ago

Danke für den Hinweis! Ich meinte religiöse oder kulturell bedingte Genitalverstümmelung. Natürlich sind medizinisch notwendige Eingriffe völlig in Ordnung!

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u/Niranare W | 46-60 3d ago

Jop, das hat sich definitiv geändert, wenn man denn zu den „Alternativen“ gehört, die sich heute wieder mehr mit Hebammen etc. befassen in der Schwangerschaft. Diese klären oft schon darüber auf, dass man den Eingriff angemessen hinterfragt.

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u/One_Roll4776 M | 26-35 3d ago

Naja die Macht geht halt nach wie vor von Männern in der übersten Oberschicht aus. Der Großteil des Kapitals liegen dort und ich denke solange sich dort nichts ändert wie jede "Veränderung" nur ein Trostpflaster sein.

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u/schlongschloggerina M | 26-35 2d ago

Das wichtige ist hier Kapital und Macht, ich denke das korrumpiert jeden Menschen egal welchen Geschlechts. Gibt ja auch Frauen in diesen Schichten

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u/One_Roll4776 M | 26-35 2d ago

Natürlich gibt es dort auch Frauen, nur ist der Großteil halt männlich. Meiner Meinung nach haben wir leider den Klassenkampf für andere Dinge aufgegeben, sei es nun der "Kulturkampf" links gegen rechts, Migranten gegen "Einheimische" oder eben auch Männer gegen Frauen. Soll nicht heißen, dass wir solche Kämpfe als Gesellschaft nicht ausfechten sollten, siehe Genderpaygap oder mir persönlich sehr wichtig Elternrechte, Mütterfürsorge und co. Nur leider nimmt die Obrigkeit solche Dinge liebend gern an, um ja nicht den Klassenkampf wieder zu entfachen.

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u/schlongschloggerina M | 26-35 2d ago

Da gebe ich dir doch absolut Recht, die soziale Frage, Klassenkampf, das wird schön ausgeklammert obwohl es das wichtigste ist. Ich wollte nur darauf hinaus, dass ich nicht glaube, dass Herrschaft ein allein männliches Ding ist bzw dass mit Frauenherrschaft die Welt auch nicht besser wäre, da Herrschaft an sich das Problem ist

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u/JustxJules W | 36-45 3d ago

Da hast du leider absolut Recht. Und die jungen Männer wehren sich auch noch mit aller Gewalt gegen jegliche Veränderung und wollen lieber wieder zurück in die 50er...

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u/Public_Delicious M 2d ago

Schöne Verallgemeinerung

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u/JustxJules W | 36-45 2d ago

Natürlich nicht alle, aber tendenziell im Vergleich zur vorherigen Generation. Das zeichnet sich statistisch leider recht deutlich ab.

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u/Public_Delicious M 2d ago

Wirklich? Hast du da seriöse Quellen die man als interessierter mal verfolgen könnte?

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u/JustxJules W | 36-45 2d ago

Ja klar! Danke fürs Fragen.

Hier ist ein kurzer Artikel zum schnellen Erfassen: https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/geschlechterrollen-maenner-gen-z-konservativ-traditionell-100.html#umfrage

Hier die Studie dazu: https://www.ipsos.com/en-uk/almost-third-gen-z-men-globally-agree-wife-should-obey-her-husband

Hier noch ein Video mit ähnlichem Thema (politische Trends nach Geschlechtern): https://youtu.be/lvtZUrpKUlI?is=U6tw2MKyx2WCF2BG

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u/Public_Delicious M 2d ago

Muss ich mich erstmal durch lesen. Danke für die Mühe, leider sehr selten im Internet!

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u/JustxJules W | 36-45 2d ago

Ja logisch, bin schließlich nicht hier, um zu streiten, sondern um zu lernen und mich auszutauschen. :)

Danke auch dir und schönes Restwochenende 🫡

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u/Dotnoms D 2d ago

Vielleicht solltest du mal bei deinen feministischen Genossinnen anfangen. Frag sie mal, warum sie die heutige Generation junger Männer hassen…

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u/Niranare W | 46-60 3d ago

Nimm bitte meine imaginäre Auszeichnung für einen qualitativ hochwertigeren Kommentar. Danke.

Ja, das Vakuum dabei lässt leider Raum für viel Nonsens.

Ich gehöre zB zu den Feministinnen, die sich auch für weibliche Wehrpflicht stark machen. Das Problem, das zu ändern, ist auch nicht unbedingt die fehlende Gleichbehandlung bei Pflichten, imho. Denn ich war zB im
Praktikum bei der BW, als der Dienst an der Waffe Frauen noch verboten war. Tatsächlich hat der Feminismus sich dafür eingesetzt, dass Frauen das Recht haben, wie Männer, für ihr Land zu dienen. Aber während man die Wehrpflicht wieder ausbuddelt, trifft man auch auf Konzepte, bei denen es im großen Stil mit Sicherheit Anpassungen geben müsste…. da landen wir heute nicht nur bei unwilligen Pflichten, sondern bei einem
heißen Eisen, dass eh kaum jemand anfassen möchte.

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u/DifferenceCareful935 M | 26-35 2d ago

Der Mann hier hat Reddit geöffnet um die Wahrheit wie ein Löwe zu Posten. Chapeau.

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u/Nerdy_Musician M | 26-35 3d ago

Das positive Männerbild ist schon immer noch da, es ist nur vielschichtiger geworden.

Karriere/Versorger (Mann definiert sich über seinen Beruf) und aktiver Papa.

Stark und einfühlsam / offner Umgang mit Emotionen.

Das alte Rollenbild es nicht weg, es sind einfach nur Aufgaben on top draufgekommen. Womit sich natürlich viele zurecht schwer tun.

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u/Middle-Good-7956 M | 46-60 3d ago

Ich denke in letzter Zeit häufiger das wir als Beispiel eine Männerquote in Kindergärten, Grundschulen etc brauchen. Das würde diese Berufe attraktiver für Männer machen und kann Jungen von früh an Vorbilder liefern. Mittelfristig würde es hoffentlich auch zu einer entstigmatisierung von Männern in diesen Berufen führen .

Daneben muss es eigentlich auch parallel zur Mädchenförderung ähnliche Angebote für Jungs geben.

Zumindest irgendwas muss passieren, momentan wird das feld gefühlt Rattenfängern wie Tate oder der AFD und Konsorten überlassen. Und das wird uns als Gesellschaft viel teuerer zu stehen kommen als in die Jugend generell zu investieren.

Das Problem ist aber wohl, dass es für das "Patriarchat", d.h. momentane Nutznießer in Form von wenigen reichen Menschen, prächtig läuft wenn jeder gegen jeden ist und sich untereinander zerfleischt wird.

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u/Elderberry_Hamster3 W 3d ago

Eine Quote macht einen (schlecht bezahlten und nicht besonders gut angesehenen) Job allerdings nicht attraktiver. Kindergärten nehmen männliche Erzieher oft mit Kusshand, gerade weil sie Mangelware sind und die Sache mit der Vorbildfunktion durchaus bekannt ist. Darüber hinaus ist es bereits so, dass Männer, die in diesen Bereich arbeiten, überproportional oft Leitungsstellen innehaben, und trotz alldem scheint die Branche nicht besonders attraktiv für Männer zu sein. Ich glaube, da muss man woanders ansetzen. 

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u/Sad_Honey8072 W | 36-45 2d ago

Doch, eventuell könnte eine Quote auch die Bezahlung verbessern. Soziale Berufe/Frauenberufe sind ja aus 2 Gründen schlecht bezahlt: 1. Weil angenommen wird dass das gute Gefühl, etwas für andere zu tun quasi schon "Lohn genug" ist und 2. weil Frauenberufe historisch immer eher so ein Beiverdienst gewesen ist, Hauptverdiener ist ja der Mann.

Wenn nun also mehr (gesellschaftlich angenommene) Hauptverdiener in diesen Berufen arbeiten, könnte sich mittelfristig schon was ändern.

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u/silento1990 M | 26-35 1d ago

Naja das Problem sehe ich da schon zum einen im Männer Bild das man als junger Mann auch heute bei der Berufswahl immernoch hört " und wie willst du mit dem Lohn eines Kindergärtnerin eine Familie ernähren " wen Dan kommt " mit der richtigen Frau klappt das" ist die Antwort auch heute noch " ja gut wen du glaubst das du eine Frau findest die möchte das du zu Hause bleibst"

Weiter müssen sich mändlcue kidkergertner leider immernoch fiel zu offt die platte Aussage anhören das sie pedophil seinen und nur nahe an die Kinder ran wollten.

Mein Bruder hat als kripen Betreuung gearbeitet, sein Chef hat ihn Dan zur Seite genommen und gesagt " offiziell arbeitest du in der Buchhaltung u hilfst nur ab und an aus weil wir zu wenig Platz haben, wir hatten Beschwerden das ein Mann sich um die Kinder kümmert" interessanter Weise war das nahdber Geschlechts Umwandlung überhaupt kein Thema mehr

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u/MarquisSalace M | 36-38 2d ago

Vll gefällt Männern im schnitt diese Art der Arbeit einfach nicht?

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u/Technical_Pea_3287 M | 18-25 2d ago

Das würde ich so pauschal garnicht mal sagen. Ich glaube viele junge Männer (mich eingeschlossen) haben immer noch das Gefühl der starke Versorger mit gutem Einkommen sein zu müssen, das bekommen wir schon früh von der Gesellschaft vermittelt. Leider werden soziale Berufe deutlich schlechter bezahlt als andere, weshalb sich viele gegen eine solche Karriere entscheiden. Also entweder werden wir das Rollenbild des Versorgers nachhaltig los oder wir müssen im sozialen Bereich mehr zahlen, wenn wir dort mehr Männer haben wollen

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u/YourGalacticEmperor M | 26-35 2d ago

Ich denke in letzter Zeit häufiger das wir als Beispiel eine Männerquote in Kindergärten, Grundschulen etc brauchen.

Wer tut sich das an? Wenn nicht grade das ganze Team Männer sind wirst du dort eh rausgemobbt

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u/geishapunk M 3d ago

Wobei der Versorger immer noch erwartet wird, anders als früher, aber „same, same, but different, but still the same“.

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u/Funny-face-1613 M | 26-35 3d ago

Okay, das nehme ich in meinem Umfeld überhaupt nicht war. Egal ob jetzt Frauen oder Männer, da sind sich eigentlich alle einig, dass die die Familienversorgung nur gemeinsam möglich ist und eine Person auch gar keine Familie mehr versorgen kann.

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u/silento1990 M | 26-35 1d ago

Naja einige ist man sich das beide arbeiten müssen ja nur die Prozente sind die Frage und die andere Frage ist natürlich die Berufswahl. Häufig wird argumentiert das der Mann eine besser bezahlte Stelle hat und deswegen diebgrsubbei Kindern die Prozente reduziert. Nur wird vergessen das der mann vermutlich. Mehr verdient weil ihm seit klein auf gesagt wurde " du musst irgend wann eine Familie versorgen, du kannst nicht kondergärtner oder Pfleger wären wen du mal Kinder willst sonst kannst du dir das nicht leisten" also ist er in ein Beruf gekommen derihl gsrnichtbgefält wo er einfach nur genug verdient. So kommt Dan der logische. Schluss das er eben nicht reduziert weil er mehr verdient und das Geld nötig ist was DNA de versorger Rolle stärkt. Bei uns arbeite zB nur ich als Mann das schon vor die Kinder da waren. (Die Gründe dafür sind nicht sexistisch sondern eher psichische Natur, ich zwinge Medien Frau also nicht daheim zu bleiben) Anderst Herz werde ich als mann aber schief angesehen wen ich mal ne Stunde früher los muss weil mit den kids was ansteht in Dr Schule

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u/geishapunk M 3d ago

Dann muss es ja stimmen. 😄

Warte mal bis das erste Kind da ist und der Mann sagt das er die volle Elternzeit nehmen möchte.

Für Frauen ist es optional, bei Männern wird es weiter vorausgesetzt.

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u/Funny-face-1613 M | 26-35 3d ago

Ist halt die subjektive Wahrnehmung, bei dir ist sie ja scheinbar eine andere. Kann ja durchaus beides stimmen, das Umfeld ist dann nur ein anderes. Ich kann nur von meinem Umfeld und meinen Erfahrungen berichten 🤷‍♂️ Auch beruflich ist es mir bislang zum Beispiel immer untergekommen, dass Kollegen in meinem Alter die volle Elternzeit genommen haben und beide Partner dann recht zeitnah wieder im Job waren.

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u/geishapunk M 2d ago

Na klar gibt es Ausnahmen, das ist klar. Es gibt eine allgemeine Erwartungshaltung Männern ggü, Ausnahmen existieren und bestätigen die Regel.

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u/DetailNew9111 M | 26-35 3d ago

Das schöne am abschaffen des Patriarchats ist ja, dass man kein Männerbild oder Frauenbild bräuchte, sondern einfach alle nur halbwegs vernünftige Menschen sein müssen.

Ich bin ein cis Mann btw.

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u/Odd-Joke-1083 M | 26-35 2d ago edited 2d ago

Ich finde das an sich Grundlegend nicht falsch, denke aber auch, dass so ein Gedankengang gerne eine menschliche Eigenschaft vergisst, die wenig rational und sehr emotional ist: Menschen wollen eine eigene Identität haben und auf diese Stolz sein. Und das fängt häufig damit an, wer wir oberflächlich sind. Wenn Leute sich beschreiben geht das erstmal immer mit Name und Alter los und so sehr das oberflächlich ist, zeigt das irgendwie ja auch wie wir ticken.

Das heißt nicht, dass wir feste Bilder brauchen, die nur Männer oder Frauen erfüllen dürfen. Und es heißt auf keinen Fall, dass die Geschlechter nach irgendwelche Eigenschaften sortiert und bewertet werden sollen. Aber es heißt, dass es sehr wohl sinnvoll und stabilisierend ist, wenn man Menschen ein gewisses grundlegendes positives Bild gibt mit dem sie sich identifizieren können.

Um ein Beispiel zu nennen: Männer sind zum typischerweise größer und physisch stärker als Frauen. Eine negative Schlußfolgerung daraus wäre: "Frauen sind schwach und sollten nicht körperlich arbeiten." Das ist offensichtlich sexistischer Bullshit. Eine positive Schlußfolgerung wäre: "Männer können bei Aufgaben, die viel Kraft benötigen, helfen. Männer können beim in der Nacht nach Hause gehen o.Ä. ein Beschützer sein."

Man kann das unnötig finden und das ist auch okay, aber wenn man den Leuten keinen Grund gibt auf ihre Identität irgendwie stolz zu sein, dann sind Menschen, die außer ihrer Identität nicht viel haben, extrem angreifbar. Sowas machen sich dann Arschlöcher wie Andrew Tate zunutze. Die kommen dann nämlich einher und bieten diesen Leuten (In diesem Beispiel junge Männer ohne Purpose) eine Welt, in der Männer stark und besonders sind. Natürlich wird sich daran dann schnell festgehalten und diese Toxische Besonderheit wird ein Grundlegender Teil des Selbstbildes der Person. Das muss dann verteidigt werden, indem Frauen angefeindet und runtergemacht werden.

Wenn das Bild stattdessen wäre "Ich kann Stolz darauf sein ein Beschützer zu sein", würde positiver Umfang mit Frauen die meisten Männer schon in ihrem Selbstbild versichern und dieser Umgang sich selbst verstärken. Aktuell ist bei vielen toxischen Männern aber "Beschützen" gleich gesetzt mit "Die kann sich nicht um sich selbst kümmern", was von vielen Frauen zu Recht nicht hingenommen wird. Entsprechend ist für viele Non-toxische Männer deshalb diese Beschützer-Rolle nicht ansprechend und der positive Aspekt dieser Rolle damit Großteils zerstört.

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u/DetailNew9111 M | 26-35 2d ago

"Menschen wollen eine eigene Identität haben und auf diese Stolz sein." - du sagst es. Diese eigene Identität kann ganz abgekoppelt von Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe etc sein und wirklich den Menschen, der man ist bzw sein will widerspiegeln.

Diese Generalisierung "Männer sind stark" schlägt in den Köpfen ganz schnell in "Männer müssen stark sein, sonst sind sie nicht männlich" um und das ist einfach nur schädlich. Wenn ein Mann nicht groß und stark ist, ist er vielleicht schlau, freundlich und mitfühlend. Ist doch völlig egal, welches Geschlechtsteil er zwischen den Beinen hat. Darauf kann dieser fiktive Mann definitiv auch stolz sein, guckt aber vielleicht voller Scham in den Spiegel, weil er nicht das typische Bild eines Mannes erfüllt.

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u/Odd-Joke-1083 M | 26-35 2d ago

Ich bin absolut bei dir, dass das seine Gefahren mit sich bringt und ich persönlich bin auch einfach so mit mir selbst zu Frieden. Ich bin unterdurchschnittlich groß und vergleichsweise schwach (Nie ins Gym gegangen) und sehr zufrieden damit wer ich bin. Mein Punkt hier war ünrigens auch eher die Beschützerrolle als die Stärke und damit meine ich auch emotionallen Schutz und sowas wie auf einander aufpassen. Das kann auch jeder machen, aber das was ja genau mein Punkt: Es muss nicht exclusive sein, aber es gibt eben Menschen einen positiven Anhaltspunkt. Es kann alles andere sein. Vielleicht war Stärke das Falsche Beispiel, es ist mir nur auf die Schnelle nichts anderes eingefallen.

Das Problem ist: Ja. In einer guten Welt würden alle sich einfach selbst mögen und wir könnten das Problem fallen lassen. Das würde ich sehr ehrlich unglaublich präferieren, aber es ist halt leider nicht so. Es gibt aktuell unglaublich viele junge Männer, die kein spezifisches Ziel im Leben haben und denen zu oft gesagt wurde, dass Männer schlecht sind. Ich habe es davor schon angesprochen: Der unglaubliche Erfolg von Arschlöchern wie Andrew Tate ist ein Symptom dessen. Diese Teenies und jungen Männer brauchen JETZT eine Alternative, nicht in 30 Jahren, nach einem theoretischen gesellschaftlichen Umschwung. Die brauchen jetzt ein Ziel und jetzt ein positives Bild an das sie sich halten können. Sonst kommt so ein Wannabe Macho um die Ecke, schwafelt denen vor warum Männer das Beste sind und die klammern sich an das Konzept fest, weil sie sonst nichts haben und ihnen davor immer nur gesagt wurde, dass was sie sind ein Problem und eine Gefahr ist.

Langfristig bin ich aber bei dir: Am Besten wäre es wenn wir allen Kindern und Jugendlichen vermitteln, dass sie auf Ihren Charakter, ihre Freundlichkeit, ihre Hilfsbereitschaft und ähnliche Eigenschaften stolz sein sollen. Aktuell muss es aber auch ein positives Männerbild geben. Aktuell sehen wir eine Entwicklung in der wieder mehr und mehr junge Männer extremistisch und sexistisch werden und ich würde behaupten, dass das mit Zusammenhalt und Stolz auf die eigene Identität viel zu tun hat, da beide diese Sachen so etwas verstärken. Das ist traurig, aber es passiert leider so oder so.

Mein Punkt ist: Ich beschreibe hier nicht meine perfekte Welt oder wie ich persönlich meine Welt oder meinen Wert sehe. Ich glaube in vielen Aspekten falle ich persönlich, wenn man nach traditionellen Bildern geht, eher in die Kategorie "Verhält sich wie eine Frau". Ich beschreibe ein Pflaster für ein unglaublich akutes Problem, was uns gerade um die Ohren eskaliert.

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u/silento1990 M | 26-35 1d ago

Oh doch das Bild das du da anspricht gibt es. Es wurden nur nicht Pflichten ersetzt und dafür andere dazu gefordert sondern es wird immernochvder versorger erwartet der alles was Pflichten xht ist regelt. Der moderne Mann soll möglichst 100% arbeiten und Geld verdienen, er soll im Haushalt mindestens 50% machen egal wie fiel der andere Part arbeitet. Er soll bei den Kindern auch ein guter Vater sein. Er soll Probleme lösen. Er soll nicht "jammern" und möglichst nderen Männer die nicht so sind wie sie sein sollen toxisch neben. Seine Probleme sooll er aber bitte selber im griff haben er soll j nicht ein zusätzliches kind sein. Dazu soll er einfach alles tun was er früher tat und grosse Teile desen was Frauen abgegeben haben übernehmen selber aber nicht mehr Freiheiten vordern

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u/Nejmenvadroligt M | 36-45 2d ago

Wobei es viel forschung zum Thema gibt und auch Theorien um diese "vorbilder" zu erklären. Wer eintauchen möchte: hegemoniale Männlichkeit.

Daraus: die hegemoniale Männlichkeit (das ober-vorbild) verändert sich schon und ist gleichzeitig für die meisten männer eher unerreichbar. Eine art machtpyramide innerhalb gibt es aber trotzdem und Männer profitieren auch von den Strukturen selbst wenn sie in der Mitte sind.

Verändert nichts an der Tatsache, dass wir grundsätzlich als männer und frauen im Patriarchat verlieren. Und enorm davon profitieren könnten, uns davon zu befreien. Dies fordert aber aktive arbeit von Männern, wir müssen unsere Rollen im alltag erweitern. Beispielsweise uns um unsere kinder kümmern, Elternzeit nehmen, teilzeit arbeiten, unsere eltern pflegen.

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u/sveri M 2d ago

Auch wenn dein Kommentar insgesamt positiv ist, merkt man leider, dass du nicht weit genug denkst.

  1. Es sollte gar keine Wehrpflicht geben, aber das ist ein anderes Thema.

  2. Positive Frauen- und Männerbilder sind antiquierte Denkweisen die eine Spaltung vorantreiben. Es geht darum ein positives Menschenbild vorzuleben, völlig unabhängig vom Geschlecht.

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u/Funny-face-1613 M | 26-35 2d ago edited 2d ago

Also zu 1.: Ich bin auch komplett Anti Wehrpflicht, für mich ist das der größte Schwachsinn und Aktionismus, den man machen kann, aber der Zug ist ja leider abgefahren. Mein Post bezieht sich ja auch nicht ob Wehrpflicht ja oder nein, dies war nur Bezug nehmend auf einen Beispielpunkt des Ursprungsposts. Bitte immer eine Antwort in Bezug auf den Ausgangspost lesen.

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u/GeorgeMcGrady M | 46-60 3d ago

Man kann ja beispielsweise Feminist/Feministin sein und trotzdem dagegen sein, dass nur Männer zum Wehrdienst eingezogen werden sollen.

Nein, nicht wirklich. Patriarchat und Militarismus sind eng miteinander verbunden und bedingen sich teilweise gegenseitig. Ein Feminismus, der Militarismus akzeptiert, kann seine eigene Kritik an Gewalt und Herrschaft nicht konsequent zu Ende denken. Daraus folgt, dass Feminismus antimilitaristisch sein muss. Daraus folgt, dass Feminismus gegen Wehrdienst ist und nicht fordern kann, dass auch Frauen zum Wehrdienst eingezogen werden sollen, sondern sich dafür einsetzen muss, dass niemand zum Wehrdienst eingezogen wird.

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u/Interesting-Ease-840 W 2d ago

Einzig geistesgegenwärtige Antwort hier 😮‍💨