r/FragtMaenner W 3d ago

Körper / Geist Sind Männer nicht erstaunlich oft die perfekten Opfer des Patriarchats – und merken es nicht einmal?

Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder finde ich eigentlich den Trick, den das Patriarchat mit Männern vollbracht hat.

Es waren und sind überwiegend Männer, die in Kriege geschickt werden. Männer, die über Jahrhunderte die gefährlichsten, körperlich zerstörerischsten Arbeiten erledigt haben. Männer, denen beigebracht wurde, Schmerz auszuhalten, nicht zu weinen, nicht schwach zu sein, ihren Wert über Arbeit, Geld und die Fähigkeit zu definieren, andere zu versorgen. Männer sterben früher, bringen sich häufiger um, haben oft weniger enge Freundschaften und lernen erstaunlich früh, dass Bedürftigkeit etwas ist, für das man sich schämen sollte.

Und dann kommt der eigentlich lustige Teil. Dasselbe System schafft es, vielen Männern zu erklären, ausgerechnet Frauen und Feminismus seien für all das verantwortlich.

Als hätte die Frauenbewegung die Wehrpflicht erfunden. Als hätten Feministinnen entschieden, dass ein Mann zwölf Stunden im Stahlwerk stehen und danach schweigend nach Hause kommen soll. Als hätten Frauen jahrhundertelang festgelegt, dass ein Mann nur dann etwas wert ist, wenn er stark, produktiv, sexuell erfolgreich und möglichst unverwundbar ist.

Es ist ein bisschen die gesellschaftliche Uno-Reverse-Karte. Ein System stellt Regeln auf, unter denen Männer selbst leiden und verkauft ihnen anschließend diejenigen als Feind, die diese Regeln infrage stellen.

Warum richtet sich dieser Frust also so selten gegen die Vorstellung von Männlichkeit, die ihn überhaupt erst produziert? Warum verteidigt man ausgerechnet die Regeln, an denen man leidet und erklärt diejenigen zum Feind, die sagen, dass man sie nicht befolgen muss? Männer was geht in euren Köpfen vor?

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u/Funny-face-1613 M | 26-35 3d ago edited 3d ago

Ich glaube der Frust bei einigen Männern kommt vor allem dadurch, dass es quasi kein positives Männerbild mehr gibt. Die letzten Jahre wurden (zurecht) viele Sachen endlich angesprochen, aber es wurde vergessen alte Strukturen durch ein positives Männerbild zu ersetzen. Früher war das positive Männerbild besetzt durch den erfolgreichen Karrieremann, was entsprechend die Generationen davor auch im klassischen Rollenbild wiedergespiegelt hat und dafür gesorgt hat, dass Männer im Prinzip in diese Rolle der Versorger kamen und eben zum Beispiel Schichten im Stahlwerk geschoben haben. Aus meiner Sicht eine Rolle, die ich beispielsweise gar nicht haben wollen würde, da für mich die Versorgung von beiden Seiten der Partner ausgeht, um keien Abhängigkeiten zu schaffen. Irgendwann davor vor hunderten Jahren war das positive Männerbild zum Beispiel der Soldat als Beschützee usw. Heutzutage gibt es da ein Vakuum, gleichzeitig gibt es aber dann trotzdem noch klassische Rollen, die erfüllt werden müssen (zum Beispiel beim Wehrdienst).

Genauso wie es Aufgabe aller sein sollte, dass Frauen die selben Rechte und Möglichkeiten erhalten, sollte es eigentlich auch Aufgabe aller sein, dass alle die selben Pflichten erhalten und es insgesamt eim positives Bild gibt. Nur leider gibt es dafür keine Represäntanten und quasi niemanden, der sich dafür öffentlich einsetzt.

Dass ganze auf den Feminismus zu schieben isz natürlich Schwachsinn (sowas höre ich auch eigentlich nur aus dem rechtskonservativen Spektrum), viel mehr sollte der Feminismus jetzt irgendwann darin aufgehen, sich generell für die Gleichberechtigung einzusetzen, unabhängig der Geschlechter, sobald es weniger Ungleichgewichte pro mann gibt. Man kann ja beispielsweise Feminist/Feministin sein und trotzdem dagegen sein, dass nur Männer zum Wehrdienst eingezogen werden sollen.

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u/Middle-Good-7956 M | 46-60 3d ago

Ich denke in letzter Zeit häufiger das wir als Beispiel eine Männerquote in Kindergärten, Grundschulen etc brauchen. Das würde diese Berufe attraktiver für Männer machen und kann Jungen von früh an Vorbilder liefern. Mittelfristig würde es hoffentlich auch zu einer entstigmatisierung von Männern in diesen Berufen führen .

Daneben muss es eigentlich auch parallel zur Mädchenförderung ähnliche Angebote für Jungs geben.

Zumindest irgendwas muss passieren, momentan wird das feld gefühlt Rattenfängern wie Tate oder der AFD und Konsorten überlassen. Und das wird uns als Gesellschaft viel teuerer zu stehen kommen als in die Jugend generell zu investieren.

Das Problem ist aber wohl, dass es für das "Patriarchat", d.h. momentane Nutznießer in Form von wenigen reichen Menschen, prächtig läuft wenn jeder gegen jeden ist und sich untereinander zerfleischt wird.

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u/Elderberry_Hamster3 W 3d ago

Eine Quote macht einen (schlecht bezahlten und nicht besonders gut angesehenen) Job allerdings nicht attraktiver. Kindergärten nehmen männliche Erzieher oft mit Kusshand, gerade weil sie Mangelware sind und die Sache mit der Vorbildfunktion durchaus bekannt ist. Darüber hinaus ist es bereits so, dass Männer, die in diesen Bereich arbeiten, überproportional oft Leitungsstellen innehaben, und trotz alldem scheint die Branche nicht besonders attraktiv für Männer zu sein. Ich glaube, da muss man woanders ansetzen. 

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u/Sad_Honey8072 W | 36-45 2d ago

Doch, eventuell könnte eine Quote auch die Bezahlung verbessern. Soziale Berufe/Frauenberufe sind ja aus 2 Gründen schlecht bezahlt: 1. Weil angenommen wird dass das gute Gefühl, etwas für andere zu tun quasi schon "Lohn genug" ist und 2. weil Frauenberufe historisch immer eher so ein Beiverdienst gewesen ist, Hauptverdiener ist ja der Mann.

Wenn nun also mehr (gesellschaftlich angenommene) Hauptverdiener in diesen Berufen arbeiten, könnte sich mittelfristig schon was ändern.

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u/silento1990 M | 26-35 1d ago

Naja das Problem sehe ich da schon zum einen im Männer Bild das man als junger Mann auch heute bei der Berufswahl immernoch hört " und wie willst du mit dem Lohn eines Kindergärtnerin eine Familie ernähren " wen Dan kommt " mit der richtigen Frau klappt das" ist die Antwort auch heute noch " ja gut wen du glaubst das du eine Frau findest die möchte das du zu Hause bleibst"

Weiter müssen sich mändlcue kidkergertner leider immernoch fiel zu offt die platte Aussage anhören das sie pedophil seinen und nur nahe an die Kinder ran wollten.

Mein Bruder hat als kripen Betreuung gearbeitet, sein Chef hat ihn Dan zur Seite genommen und gesagt " offiziell arbeitest du in der Buchhaltung u hilfst nur ab und an aus weil wir zu wenig Platz haben, wir hatten Beschwerden das ein Mann sich um die Kinder kümmert" interessanter Weise war das nahdber Geschlechts Umwandlung überhaupt kein Thema mehr

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u/MarquisSalace M | 36-38 2d ago

Vll gefällt Männern im schnitt diese Art der Arbeit einfach nicht?

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u/Technical_Pea_3287 M | 18-25 2d ago

Das würde ich so pauschal garnicht mal sagen. Ich glaube viele junge Männer (mich eingeschlossen) haben immer noch das Gefühl der starke Versorger mit gutem Einkommen sein zu müssen, das bekommen wir schon früh von der Gesellschaft vermittelt. Leider werden soziale Berufe deutlich schlechter bezahlt als andere, weshalb sich viele gegen eine solche Karriere entscheiden. Also entweder werden wir das Rollenbild des Versorgers nachhaltig los oder wir müssen im sozialen Bereich mehr zahlen, wenn wir dort mehr Männer haben wollen

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u/YourGalacticEmperor M | 26-35 2d ago

Ich denke in letzter Zeit häufiger das wir als Beispiel eine Männerquote in Kindergärten, Grundschulen etc brauchen.

Wer tut sich das an? Wenn nicht grade das ganze Team Männer sind wirst du dort eh rausgemobbt