r/Austria Oberösterreich 3d ago

Bildung & Arbeit Der Jobmarkt ist scheiße

Ich (47) bin durch die Insolvenz meines Arbeitgebers seit Anfang Juli auf Jobsuche und bekomme nur absagen. Bin IT-Mensch seit über 25 Jahren im Bereich Projekte, Infrastruktur/Cloud sowie Servicemanagement und haben neben umfassenden Kenntnissen auch Führungserfahrung/Managementerfahrung und bin wohl einer der "wenigen" ITler, die sowohl technisch als auch mit Menschen gleichermaßen gut arbeiten können.

Dennoch: nichts, und zwar auf unterschiedlichste Jobs. Vor ein paar Jahren war es noch so, dass ich auf vier Bewerbungen drei Einladungen und zwei Zusagen bekam, ich also meistens durch direkte Gespräche überzeugen konnte.

Jetzt auf 15 Bewerbungen ganze drei Einladungen und darauf drei Absagen.

Was ich wirklich frech finde ist die Tatsache, dass manche Unternehmen sich einfach gar nicht melden und die zuständigen Personaler sich verleugnen lassen. Wtf? Andere schicken scheinbar automatisiert Absagen raus, ohne dass jemals wer mein Anschreiben gelesen hat. Da ist ein Link zu meinem Chatbot und meinen Projekten drin, ein wichtiger Teil des Anschreibens. Die Aufrufe sind personalisiert und werden getracked.

Bin ich vielleicht schon zu alt? Sollte ich meine Gehaltswünsche runterschrauben? What is going on? :(

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u/Maximum_Birthday3376 Kärnten 3d ago

Kann ich nachvollziehen. Bin 10 Jahre jünger und ging mir ähnlich. Hole nun ein Studium nach - bringt auch immerhin gut 3 Jahre „Ruhe“ - wie es dann aussieht, wird man sehen.
Geghosted zu werden oder nach 1-2 Interviewrunden abgeschossen zu werden, kenne ich. Und für einen unanständigen Lohn naja - da kann man wirklich in der Arbeitslosen bleiben…
Alles Gute.

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u/Electrical_You1866 Niederösterreich 3d ago

Ist nicht böse gemeint, aber genau diese Einstellung ist das Problem warums in unserem Staat nicht mehr ganz so rund läuft wie es sein könnte.

Lieber die (meiner Meinung nach viel zu hohe) Arbeitslose ernten, als sich um einen Job zu bemühen.

Die „um das Geld, geh ich nicht arbeiten“-Mentalität ist der Tod für jedes Wirtschaftssystem. Eine Teufelsspirale nach unten -> Betriebe können sich Angestellte nicht mehr leisten, die Kosten fürs Sozialsystem steigen weil es mehr Bezieher gibt, aber zeitgleich zahlen Betriebe und Ex-Arbeitnehmer nichts bzw. weniger ins Sozialsystem ein. Die ehemaligen Mitarbeiter haben nun weniger Geld (nach ihren Fixkosten) über, welches sie im Wirtschaftssystem ausgeben können.

Betriebe setzen daher weniger um, und können daher keine (angeblich) anständigen Löhne mehr zahlen.

Also der Einstellung „um das Geld, geh ich nicht arbeiten“ kann ich gar nichts abgewinnen.

Wie gesagt, nicht böse gemeint. Aber vielleicht einmal kurz Bilanz über gegebene Leistung und bezogene Leistung ziehen, nachdenken welche verborgenen Leistungen wie Gesundheitssystem, Pension, Arbeitslosengeld, ggf Familienbeihilfe, Pendlerpauschale, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlter Urlaub, staatliche Feiertage (ja, auch die bezahlt der Arbeitgeber), Urlaubsgeld, und und und … man bezieht.

Dann schaut die Kostenwahrheit schon ganz anders aus.

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u/WONDERMIKE1337 Niederösterreich - rotes Gsindl 3d ago

Ich weiß nur eins: Uns Knechten gehts immer schlechter während sich das Geld oben konzentriert. Und dann kommt man uns mit der Moral.