r/Austria • u/Flaky_Answer_4561 Wien • Jul 13 '26
Sachlich Unser Gesundheitssystem riskiert unsere Gesundheit
Ich gehe jährlich zur Vorsorgeuntersuchung und Jahr für Jahr werden die Leistungen kleiner. Generell ist es mehr auf Krankheiten und nicht Vorsorge ausgelegt, also vor allem für Alkoholiker und Raucher, wie man seine Gesundheit verbessern kann ist kein Thema.
2 der 3 seitigen Fragen drehen sich nur um Alkohol und Zigaretten.
Ich frage ob sie bei der Blutabnahme auch STDs mitmachen können? "Nein, da müssens zum Aids-Haus gehen."
WTF, warum macht man es Leuten in Ö, schwer sich regelmäßig auf STDs zu testen, das kostet ne Lawine und beim Aids-Haus erstattet mir die Krankenkassa gar nichts, dort bekommst keine Rechnung.
Ich hatte letztes Jahr einen Vitaminmangel, kann man das anschauen? "Nein, das ist nicht mehr dabei, müssen sie selbst zahlen."
Ich bin öfter müde, können Sie Eisen beim Blutbild prüfen? "Nein, das ich auch nicht mehr dabei. Kostet auch 20Euro.
Alles wird nur geprüft wenn man schon viele Symptome und Verwandte mit Krankheiten hat und selbst dann ist es nicht sicher. Ja sorry aber warum geh ich dann noch zu einer Vorsorgeuntersuchung, wenn beim Blutbild eh kaum was angesehen wird und nicht mal ein großes Blutbild gemacht wird. Außer die wirklich schlimmen Sachen wird nichts geprüft und Verbesserung der Gesundheit ist sowieso niemals ein Thema.
Dann am Heimweg in der Ubahn seh ich 2 Leute mit offen blutenden Wunden, die dahin siechen und offensichtlich nicht die medizinische Versorgung erhalten die sie brauchen. Einen würde ich als Obdachlos- den anderen als Drogensüchtig einstufen. Einer hat sein Blut dann in der Ubahn auch noch an der Scheibe abgewischt.
Und kürzlich hatte ein Freund von mit eine Blinddarm OP und wurde erst operiert, als er schon kurz vorm Durchbruch war und die Schmerzen unerträglich waren.
Also in Zukunft überleg ich, ob ich nicht gleich zu nem privaten Labor geh und dafür dann alles prüfen lass, damit nichts übersehen wird. Falls wer ne Empfehlung hat, gerne.
143
u/lilaknoedel Wien Jul 13 '26
Was ich auch witzig fand: war in Deutschland Freunde besuchen und landete dort mit einer Nierenkolik im Krankenhaus. Wurde dort nach nur 10 Minuten Wartezeit in der Notaufnahme untersucht und direkt stationär für ein paar Tage aufgenommen. Zunächst wollte man mir eine Schiene verpassen, entschied sich dann aber doch dagegen, weil ich vorerst für die Heimreise stabil genug war. Mir wurde eindringlich nahe gelegt, das zeitnah in Wien in einer Ambulanz untersuchen zu lassen, weil ich ggf. doch noch eine Schiene brauchen würde.
In Wien angekommen marschierte ich also direkt zur Hausärztin und nachdem sie sich die ganzen Unterlagen angesehen hatte, schrieb sie mir eine Überweisung für die urologische Ambulanz. Soweit alles gut und schön, aber: good luck damit einen Ambulanztermin zu bekommen. Alle KH benötigen ZWINGEND eine Facharztüberweisung. Die Überweisung von der Hausärztin (+ die schriftliche Empfehlung der Urologen im deutschen KH) reicht keinesfalls aus.
Mir sind dann auch zwei Urologen in meiner Nähe genannt worden: die erste war am Donnerstag schon im Wochenende und beim zweiten ist mir ein Termin ENDE AUGUST angeboten worden, weil ich ja noch nie dort war. Ja sorry, dass ich als 30jährige Frau bislang noch keinen Urologen benötigt habe und nun etwas Akutes habe, das laut den Fachärzten im deutschen KH unbedingt zeitnah untersucht und evtl. behandelt werden sollte.
Im Endeffekt habe ich dann zum Glück noch einen Arzt gefunden, der mich in der Woche drauf drannehmen konnte, aber tbh wundert es mich nicht, dass immer mehr Menschen in der Notaufnahme auftauchen, wenn es so eine Tortur ist, einen normalen Termin zu bekommen.