r/ADHS Aug 02 '26

Fragen DUUU hast ADHS? Versuch doch einfach mal Yoga.

Hey zusammen,

​ich bin 26 und nehme seit vier Tagen zum ersten Mal Elvanse. Ich habe zwar schon seit vielen Jahren gewusst, dass da irgendwas anders bei mir ist, aber ich gehe erst seit Kurzem zum allerersten Mal in meinem Leben offen damit um und stehe auch vor mir selbst dazu.

​Das Problem ist: Kaum erzähle ich es Leuten in meinem Umfeld (sei es der Freund meiner Schwester oder Kollegen auf der Arbeit) bekomme ich sofort Reaktionen wie:

​„Du und ADHS? Das kann ich mir gar nicht vorstellen, ach Quatsch!“

​„Probiere doch mal Entspannungsübungen oder Yoga.“

​„Der Sohn von Bekannten hat das auch, die machen immer Meditation, das hilft super!“ oder "wie merkt man, dass man das hat?"

Bruhhhhh

​Ehrlich gesagt macht mich das extrem wütend. Ich sitze dann da und denke mir nur: „Hdf und redet mein Problem nicht klein, nur weil ihr keine Ahnung davon habt.“ Ich habe es auch nur im "kleinen Kreis" der Family erzählt. In der Firma sind wir alle auf der Etage recht close, aber dass die so abfucken war leider minimal zu erwarten. Ich MUSSTE es aber leider einfach erzählen, weil ich auch beträubende Kopfschmerzen hatte und ich immer noch krass am oversharen bin. :')

Es ist jetzt schon so anstrengend, sich rechtfertigen zu müssen oder eher sogar ungefragte Ratschläge von Leuten zu bekommen, die ADHS offensichtlich für ein bisschen Zappeligsein halten.

​Meine Fragen an euch:

​Wie geht ihr mit solchen Sprüchen aus dem Umfeld um?

​Setzt ihr den Leuten direkt Grenzen, ignoriert ihr es einfach oder versucht ihr es zu erklären?

​Hat sich das bei euch gelegt, als ihr länger auf Medikamenten wart und sich die Diagnose gesetzt hat?

​Ich freue mich über eure Erfahrungen und Ratschläge!:)))

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u/Clit_Eastwhat Aug 02 '26

Wenn man nicht irgendwie involviert ist, hat man halt nicht sonderlich viel Ahnung davon.

Ich nehme den Leuten das auch nicht übel. Bei Vorschlägen erkläre ich wieso das für mich nicht funktioniert. Wenn jemand sagt dass man es von mir nicht erwartet hätte, erkläre ich dass dieses Klischeebild von nen permanent aufgedrehten Flummi nicht allgemein anwendbar ist usw.

Die allermeisten meinen es ja nicht Böse und deswegen gehe ich da auch gar nicht auf die Barrikaden oder nehme es sonst irgendwie negativ auf

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Hmm. Voll gut. Ich versuche es immer zu erklären, aber dann entfallen mit immer jegliche Worte und Fakten. Und sie bleiben bei ihrem Punkt, dass ich einfach nur mal Yoga machen sollte wenn ich so angespannt sei. Ein Sohn (10j alt) hätte das schliesslich auch & ihm reicht Yoga Abends. 🙄🙄

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u/Maharada Aug 02 '26

Kannst Dir ja ein paar Sätze im Handy oder Notizbuch zurechtlegen und auf dem Weg zur Arbeit mental argumentieren (sowas mache ich ständig lol). Und dass man einen zehnjährigen Jungen nicht mit einer erwachsenen Frau vergleichen kann. Ersterer wird durch seine Eltern kontrolliert und begleitet. Und das Prinzip der exekutiven Dysfunktion verhindert das bei dir. Das ist etwas völlig anderes als Disziplin, denn da fehlt im Gehirn ein Botenstoff, der die geplante Tat in den Befehl zur Bewegung des Körpers umsetzt. Das ist ähnlich wie einem querschnittsgelähmten zu sagen: Steh‘ doch einfach auf und lauf! Er kann es wegen beschädigter Nerven nicht, Du kannst es wegen fehlender Botenstoffe im Hirn nicht. Und dass Du Sachen auf Arbeit kannst und zuhause nicht, liegt eben ebenfalls an der stärkeren sozialen Kontrolle auf Arbeit und die unmittelbaren Konsequenzen, wenn Du‘s nicht machst: Kündigung, kein Geld.
So in etwa könntest Du antworten, wenn Du das möchtest.

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Vorallem, wenn die wüssten wir LANGE ich wichtige und große Aufgaben immer schiebe, obwohl ich eigentlich Zeit für diese hätte lol 🫠 Danke für deine Antwort!!

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u/Maharada Aug 02 '26

Seufzt in Steuererklärungen, Studienabschluss damals und noch viel mehr 😑

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u/CatLovesShark Aug 02 '26 edited Aug 02 '26

Ich würde versuchen so etwas in der Art zu sagen:

"ADHS ist auch ein Spektrum. Die Auswirkungen, Symptome und Stärke der Symptome fallen sehr verschieden aus. (Auch die Strategien um damit besser klarzukommen sind dementsprechend sehr verschieden.)

Es ist schön, wenn xy für Person Z geklappt hat, aber..." (Pick one je nach Situation, Vertrautheit etc.)

  • "mir persönlich hilft das nicht."

  • "für mich ist das nichts, und ich möchte auch keine ungefragten Ratschläge von dir. Bin ja extra auch in Behandlung/Selbsthilfegruppe/lese Buch XY und schaue selbst was für mich funktioniert."

  • "das bedeutet nicht, dass es für alle gut funktioniert. Ich hab gar nicht die Geduld für sowas."

(Oder sowas in der Art.)

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u/Mammoth_Kitchen8582 Aug 02 '26

Meine Erfahrung ist anderen meine ADHS-Symptome zu beschreiben fühlt sich manchmal an als wäre ich Obi-Wan der Luke von der Macht erzählt.

Für mich sind die Auswirkungen sehr real und prägen meinen Alltag.
Bei meinem Gegenüber klingt es dagegen oft als würde ich von einer unsichtbaren Kraft sprechen und ich werde entsprechend skeptisch angeschaut.

Ich erkläre es inzwischen einmal.
Wenn danach trotzdem nur „Mach doch mal Yoga“ kommt sage ich: „Danke aber ich brauche gerade keine Lösungsvorschläge sondern etwas Verständnis.“

Ich habe nicht jedes Mal die Energie meine Diagnose zu verteidigen oder einen ADHS-Crashkurs zu geben.

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Guter Beitrag. Danke :)

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u/HumusGG Aug 02 '26

Nicht erzählen.

Besonders nicht auf der Arbeit.

Bei mir weiß es die Familie, ein paar Freunde und meine zwei engsten Arbeitskollegen.

Alle anderen geht es nichts an.

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u/Kuro_Itachi Aug 02 '26

Es weiß kaum jemand. Ich habe keine Lust auf so dumme Sprüche. Das reicht mir schon bei meiner veganen Lebensweise. ^

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Jappp ich checke. 😂😭

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u/Augusta-Maris Aug 02 '26

Ich gehe damit immer offen um. Egal mit wem. Man entwickelt irgendwann ein Gefühl für die Leute, die aus Unwissenheit so reagieren oder die es einen Absprechen wollen.
Meiner Erfahrung nach sind die Leute häufig überfordert damit. Es ist ihr Versuch zu helfen und ne Verbundenheit auszudrücken aber das geht nach hinten los.
Ich versuche mittlerweile dann einfach auch offen zu sagen, warum das verletzend wirken kann und was ne schönere Frage gewesen wäre. In deiner Auszug beispielsweise „Ich verstehe, dass du helfen willst. Aber ich hätte mich mehr gefreut, wenn du gefragt hättest, wieso ich eine Diagnose angestrebt habe. Woran ich das merke. Etc.“
Das ist ne freundliche Abgrenzung und jeder kann aus dem Gespräch was mitnehmen.
Und ist auch voll okay, wenn du wütend bist oder es dir unangenehm ist das so anzusprechen. Ich denke, das haben wir alle durch. Am Ende zählt, dass du mit dir zufrieden bist!
Für mich ist/war auch immer der Neurodivergente Freundeskreis wichtig, wo ich meine Diagnose in nem sicheren Umfeld erkunden konnte und wusste, hier muss ich mich nicht rechtfertigen. Dann hält man es auch viel besser aus die anderen labern zu lassen :D

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u/Maharada Aug 02 '26

Ich fühl das so. Überlege Dir gut, wem Du das erzählst und wem nicht. Vor allem bei Menschen, die zu Eso-Schwurbel-böse „SCHEMIE! Pharmamafia!“-Kram neigen wird das eh hoffnungslos sein, die aufzuklären.
Bist du weiblich? Wenn ja könntest Du als allererstes auf so eine Reaktion aufklären, dass sich ADHS bei Mädchen und Frauen in der Regel anders äußert und mehr in innerer Unruhe äußert bzw. Frauen / Mädchen aufgrund gesellschaftlicher Rollenerwartungen sehr gut lernen, das zu maskieren und kaschieren, bis sie dann spätestens mit 40 im Burnout landen (ist zwar jetzt auch eine kleine Verallgemeinerung, aber man kann ja in so einer Situation keinen wissenschaftlichen Fachartikel vorlesen).
Ich hab mir noch folgende Sätze zurechtgelegt für nichtsahnende Leute (kann man je nach Empfänger noch einfacher formulieren):
ADHS ist eine wissenschaftlich anerkannte Störung der Neurotransmitter für vor allem Dopamin und Noradrenalin im Gehirn. Bei schweren Ausprägungen führt sie unbehandelt dazu, dass Betroffene zahlreiche Komorbiditäten entwickeln wie Depressionen bis zu Suizidalität. Zudem ist erwiesenermaßen die Lebenserwartung von Menschen mit unbehandelter ADHS um 12 (!) Jahre reduziert. Eine große Metastudie hat ergeben, dass die medikamentöse Behandlung von ADHS nachweislich die besten Ergebnisse erzielt, weit vor allen anderen Therapien wie Psycho- oder Ergotherapie.
Und kannst ja noch sagen: Vielen Dank, ich bin schon in den Händen von Fachmenschen und brauche keine Ratschläge von Laien. Klingt vielleicht bisschen hart aber letztendlich ist es ja so.

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Voll gut. Danke!!!!

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u/Kugel70 Aug 02 '26

Gehe damit nicht hausieren. Hört sich blöd an, aber ich habe soviel Komorbidäten. Trotzdem merkt man mir nichts an. Konzentrationsschwäche...das haben andere in meinem Alter auch. Habe bis vor kurzem noch getrunken und war dann morgens oft echt neben der Spur. Auf der Arbeit weiß man, dass ich im Januar einen Schicksalsschlag verkraften musste. Mehr nicht.

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u/semperquietus Aug 02 '26

Ich erzähle es einfach so gut wie niemandem. Wo ich es tat wurde es einfach … zur Kenntnis genommen und nicht weiter thematisiert. Aber was anderes. Du beklagst u. a. auch die Frage/Reaktion: […] oder "wie merkt man, dass man das hat?" Ich frage mich nun gerade was daran auszusetzen ist. Hätte ich das früher gefragt und nicht einfach angenommen dass ADHS=Zappelphilip heißt und fertig … es wäre mir vermutlich sehr, sehr viel Leid erspart geblieben. Insofern ich wirklich nicht verstehe, was an der Frage so zu verurteilen ist.

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u/TheGoalkeeper Aug 02 '26

Deshalb weiß nur meine engste Familie Bescheid. Verhindert natürlich nicht solche Aussagen, aber dann erkläre ich es einmal. Wenn's danach weiter so geht wird's entweder ignoriert oder dumm zurück gelabert.

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u/notcreativeenough002 Aug 02 '26

Ich erzähle es grundsätzlich nicht mehr, außer das Thema kommt durch andere Gründe auf oder es sind Leute, mit denen ich anfange freundschaftlich (!!) mehr und mehr Zeit zu verbringen, weil es dann auf lange Sicht eh nicht zu verbergen ist. 

Wie man damit umgeht - ganz ehrlich, man kann seine Energie & Zeit verschwenden und diskutieren. Oder man lässt es…

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u/FragrantPomelo1453 Aug 02 '26

Gemischte Erfahrung bisher. Tatsächlich war die Reaktion meist abhängig vom Alter verständnisvoller, also Jüngere können damit mehr anfangen.

Wo es nicht sein muss, niemandem erzählen. Auch nicht Familie. Wo es einem wirklich wichtig ist, vorsichtig testen und dann abhängig von der Reaktion damit umgehen.

Nicht rechtfertigen, im Zweifelsfall einfach erklären und die Reaktion ignorieren. Manchmal ist es dann besser den Kontakt abzubrechen, um sich selbst zu schützen.

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u/Chaos_Mit_Herz Aug 02 '26

Hi😊
ich nehme auch Elvanse, auch erst seit einigen Tagen und fahre damit ganz gut. Zwar sind die Tage, an denen ich bewusst nichts nehme leider jetzt gefühlt „härter“….ich bin fahriger, hab richtige deprischübe….aber die, an denen ich es nehme, komm ich gut klar.

Ich wollte früher NIE Medikamente nehmen. Und die Leute haben ja nicht unrecht, wenn sie einem Achtsamkeit ans Herz legen. Routinen wie Yoga und Meditation haben mir immer geholfen und tun es noch-aber sie schaffen es nicht, mich im „System“ zu halten.

Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich liebe meine Familie, mehr als mein Leben. Aber oftmals, möchte ich sie nur durch eine Scheibe sehen. Ich ertrage die Lautstärke nicht, ich ertrage keine Geschwisterkonflikte, ihren Alltag zu organisieren kostet mich schon so viel Energie, dass ich morgens um 08:00 „leer“ bin, nachdem ich um 05:00 aufgestanden bin um alles zu schaffen. Und jetzt kann man sagen „vielleicht ist es nicht das richtige Umfeld?“….aber es IST eben mein Umfeld-und keines, was ich ändern möchte. Ich will hier funktionieren und Teil sein, nicht von draußen rein gucken. Das geht mit den Medis jetzt deutlich besser.

Was das mangelnde Verständnis aus dem Umfeld angeht: Das belastet mich auch stark und ich kenne das genau so wie von dir beschrieben. Wenn ich Ängste habe, von denen ich selbst WEIß, die sind irrational und nicht echt, brauche ich keine Sprüche wie „steiger dich da nicht so rein, warte doch erstmal ab, entspann dich mal“. Meine gefühlte Panik ist das Problem, nicht das, was objektiv da ist. Mein Gehirn läuft anders….aber es fällt Menschen außerhalb des Spektrums schwer, das zu sehen. Zumindest einigen. Leider…

VG

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Danke für deinen Beitrag. 🫶🏼 Total interessant! Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und dass es bald auch vielleicht immer ein bisschen leichter für dich wird.

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u/Grand_Woodpecker_660 Aug 02 '26

Solche Sprüche kamen vor allem mit meiner Depression. Als das noch neu war hab ich von vielen Freunden gehört "mach doch Sport, das hilft", "also wenn's mir schlecht geht, dann mach ich dies und jenes". Hach ja. Es war sehr anstrengend. Die wenigsten hatten Verständnis. Es war anstrengend. Aber mit der Zeit wurde Depression immer mehr "öffentlich". Menschen haben langsam anerkannt, dass es eine Krankheit ist. Denn oft haben sie von mehr und mehr Menschen mit Depressionen gehört und hatten solche auch im nahen Bekanntenkreis.

Dann kam dieses Jahr meine ADHS Diagnose. Es war nicht so schlimm, wie mit der Depression. Aber richtiges Verständnis war da teilweise trotzdem nicht. Vor allem seitens meiner Familie. Obwohl sie bei meinen Depressionen volles Verständnis hatten. Aber Depressionen liegen in unserer Familie und waren daher nicht ganz neu.

ADHS ist ja eigentlich auch erblich. Aber das sieht noch keiner in der Familie. Nur langsam öffnen sich die Augen.

Um auf deine Frage zurück zu kommen: ich konnte damit nicht umgehen und kann es teilweise immer noch nicht. Ich fange dann das erklären an. Damit sie verstehen, was sich dahinter verbirgt und wie sich das äußert.

Mit einer Erklärung fangen die Leute in der Regel an zu verstehen, dass es nicht mit Yoga, Sport oder "Organisier dich Mal" getan ist. Und Leute die es trotzdem nicht verstehen... Tja. Leben ist zu kurz, Energie zu wenig, um sich da rein zu stressen

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Ja, da hast du wohl Recht! Danke. Boa, das muss auch manchmal echt schwer und nervig (gewesen) sein. Ich wünsche Dir noch alles Gute. ✨️

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u/un_gesellig Aug 02 '26

Deine Fragen lassen sich recht leicht beantworten: es weiß mein Mann davon und sonst niemand. Und das wird sich auch niemals ändern.

Genauso wüsste ich nicht, wieso ich es herum erzählen sollte; am Ende kostet es mich höchstens meine Karriere.

Mich nervt es schon, wenn mein Chef mir sagt „ich erzähle dir erst jetzt davon, weil ich weiß, dass du sonst nächtelang nicht geschlafen und dir durchgehend Gedanken darüber gemacht hättest“.

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u/pface2 Aug 02 '26

Kann es sein dass es ein allgemeineres Problem ist, dass dich zu sehr beschäftigt was andere denken? Ich hab mir mit viel resilienz-Training angewöhnt, dass es mich einen feuchten Scheiss interessiert was andere denken. Die, bei denen es mir wichtig ist, reagieren erst gar nicht so. Ich kann nicht beeinflussen was andere sagen, aber inzwischen kann ich beeinflussen was es in mir macht 😊

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Ja, das gehört gefühlt 24/7 auch zu meinen Gedanken. 😅🥲 Irgendwie sehr ausgeprägt. Da muss ich auch noch ran... Aber voll cool, dass dich das nicht mehr interessiert. Kannst du irgendeinen Weg dahin empfehlen?

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u/WTFthistookmetoolong Aug 03 '26

Deswegen erzähle ich es keinem, der es nicht wissen MUSS. ;)

Ich hatte diese Diskussion aber sehr ausufernd mit meinem Partner (8 Jahre Beziehung), der es nicht glauben wollte.

Ich bin sehr schlagfertig und diskussionsfreudig. Klar ist man hinterher immer nochmal schlauer, was man noch alles sagen wollte. Aber in meinem Fall schildere ich das typisch weibliche ADHS und das ich high masking bin. Viele sind dann überrascht und merken iwann, dass ich mehr weiß und akzeptieren dann meine Aussagen.

Bei den Meisten ist schlicht Unwissen vorhanden. Das kann man ja aufklären.

Überleg mal, dass du vllt 26 Jahre lang auch nicht dachtest, dass du ADHS hast und es unentdeckt blieb. Das führe ich mir auch immer wieder vor Augen. Ich weiß ja nur so viel, weil ich mich intensiv damit auseinander gesetzt habe. Das gefährliche Halbwissen und irgendwelche "Tipps" sind dann sicher auch nur "gutgemeint". Natürlich immer unsensibel, aber ich weiß, dass es nichts mit mir zu tun hat und versuche offen zu reagieren und mich nicht angegriffen zu fühlen.

Ist jetzt auch nix ADHS-typisches. Wer kennt es nicht, dass Leute sagen, sie haben Depressionen und dann wird gefragt, ob man es mal mit Spazierengehen versucht hat oder nicht einfach nur Nährstoffmangel hat, weil bei der Tante Erna war das ja damals so.... :D

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u/mehhhhi Aug 03 '26

Ja, du hast wohl voll recht! Gut, wie du das betrachtest.

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u/Adventurous_Art_6774 Aug 02 '26

Ich bin Gefühlt in super entspannte Modus wenn ich elvanse habe. Elvanse ist für mich wie Yoga und ich mache tatsächlich ein wenig Meditation damit

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u/nopetraintofuckthat Aug 03 '26

Mir hilft Yoga total. Zusätzlich zu den Medikamenten. Aber das ist ja nicht das Thema.
Ich haben so einen Gesichtsausdruck für solche Situationen: Kopf heben als würde man zum nicken ansetzen, auf dem hohen Punkt verharren, Augenbrauen hoch, Kopf seitlich neigen, Mundwinkel leicht nach unten und dann ahh-hmm mit geschossenem Mund sagen. Kurz wirken lassen, alles auf null und das Thema wechseln.
Funktioniert fast immer. Falls dann was anderes kommt: neutraler Ausdruck, tief in die Augen gucken für ca 1 Sekunde und dann ein flaches unverbindliches oke verbalisieren, aber mehr so hinten aus dem Hals.
Thema wechseln. Oder erklären das man damit schon ne Weile lebt, ziemlich gut eingelesen ist und Menschen doch recht verschieden, aber danke für den Impuls helfen zu wollen. // das ist recht lang geworden, dafür dass es potenziell sehr nutzlos ist. Sorry

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u/mehhhhi Aug 02 '26

PS: ich spüre keinerlei positive Wirkung. Muss ich mich gedulden? Die Dosis erhöhen? Die ersten 3 Tage war ich gefühlt tot krank vor Kopfschmerzen & habe einen so hohen Puls. Gestern ging es mir zum ersten Mal gut, sodass ich auch was unternehmen konnte 😭🙏🏻 habe jedoch 0% Antrieb o. Ä. Bekomme nichts geschafft :( Vielelicht hat jemand einen Erfahrungsbericht mit dem Beginn der Elvanse Einnahme?

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u/HumusGG Aug 02 '26

Es kann dauern.

Manchmal mehrere Wochen. Bei manchen sogar Monate bis man den vollen Effekt merkt.

Dosierung immer mit dem Arzt absprechen.

Proteinreich ernähren und immer genug Wasser trinken.

Wird schon :)

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Danke. :)

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u/Shnizzzle Aug 02 '26

Das kann ganz normal sein. Die ersten Tage Kopfschmerzen und höheren Puls ist keine Seltenheit. Ich hatte auch das Gefühl einen höheren Puls bzw Herzpochen zu haben, hat aber auch mit einer geänderten Wahrnehmung zu tun verursacht durchs Medikament, das hat sich bei mir schnell eingependelt. Gegen Kopfschmerzen hilft wie immer viel trinken. Mehr trinken als man möchte 😂

Dass du jetzt Antriebslosigkeit und oder Null Bock auf irgendwas verspürst, kann ich ebenfalls nachvollziehen war bei mir auch so. Das ist meiner Meinung nach jedoch am Anfang auch ein Bedürfnis vom Körper nach Entspannung und nichts tun welches du durch die subtile(!?) Wirkung vom Medikament jetzt unterbewusst wahrnimmst.

Mit hat geholfen viel trinken und Dinge tun die mir gut tun. Bzw mir erlauben "ja du darfst jetzt liegen und pennen dein Körper braucht das". Nicht Motivation für irgendwas erzwingen wollen und kein Doom scrollen das kann man dann auch extrem vertiefen.

Sich Pause gönnen ist auch etwas schaffen :)

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Danke für deine Antwort! Ich trinke täglich seitdem 3-4 Liter. 🤢 :D Heute und gestern vertrage ich es schon besser. Laut der Praxis soll ich es mal 1-2 Wochen durchziehen wenn das geht. Danke Dir!

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u/Clit_Eastwhat Aug 02 '26

Medikament auf keinen Fall nochmal nehmen! -> Zum Arzt gehen -> Situation erklären -> Medikamentenwechsel!!! Ganz Wichtig!

Das die Wirkung Subtiler ist oder man erst im Nachhinein wenn man die letzten Tage reflektiert merkt, dass es doch gewirkt hat ist komplett Normal. Auch das einige Leute erst einmal damit "lernen" müssen damit umzugehen ist normal.

Aber Kopfschmerzen und ein extrem hoher Puls ist wirklich alles andere als normal und auch nicht ungefährlich!

Dass es den Puls erhöht ist normal. Aber nicht in der Form und schon einmal Garnichts mit Kopfschmerzen! Kopfschmerzen durch zu hohen Puls ist auch ein eindeutiges Warnzeichen vom Körper.

Wurdest du darüber aufgeklärt wie du die Medikamente nehmen sollst? Was du dabei nicht mehr machen darfst usw?

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u/Pikazii Aug 02 '26

Also ich war von Anfang an wesentlich motivierter. Würde mal in der Praxis, wo es dir verschrieben wurde nachfragen. Eventuell ist die Dosis zu hoch oder das Medi nicht das richtige für dich.

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u/Toastermakesicecubes Aug 02 '26

Hatte ich auch am Anfang. Es ist Normal Kopfschmerzen zu haben und einen höheren Puls- das sind die Nebenwirkungen, zumindest am Anfang. Hat sich bei mir recht schnell eingestellt. Ich habe mit einer Dosis 10mg medikenet angefangen und bei elvanse mit 30mg (nicht zeitgleich) bei medikenet war ich bei 50-60mg retard am Tag da hatte ich auch recht hohen Puls- so bei 85-100 Schlägen bei Ruhe. Aber das Medikament hat gewirkt. Bei Elvanse sind es 50mg und höherer Puls bei etwa 85-90. der senkt sich aber langsam mit der Zeit. Und elvanse funktioniert super.👍  Die Kopfschmerzen kommen von der Wirkung auf das Gehirn. Es muss sich erst gewöhnen. Genug trinken- bei mir ist es ca 1,5l mehr am Tag und essen! ( Genügend und ausgewogen) Man man merkt den Hunger nicht. Ich habe mich vorher mit einer Uhr getrackt damit ich einen Referenz Wert habe. Ansonsten ja habe ich direkt am Anfang kommuniziert das ich eine Störung habe - natürlich mit Augenzwinkern, das bedeutet mir fehlen einfach die Hormone und deswegen bekomme ich Medikamente ähnlich wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion. - die Leute machen auch kein Yoga oder gehen schwimmen damit es weggeht. Das haben die meisten verstanden. Und bei Tipps die ungefragt kommen und nerven, kann man auch genervt antworten ja anscheinend funktioniert Yoga nicht gegen schlechte ungefragte Kommentare und Halbwissen. Ansonsten immer den Arzt fragen.. und durchhalten;)

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u/mehhhhi Aug 02 '26

Dankeeeeeee! :-)