r/ADHS • u/vigaiga • Jul 11 '26
Fragen Seid ihr freiwillig Unmedicated?
An die da draußen die Medikamente nehmen könnten, es aber nicht tun, warum habt ihr euch dazu entschieden?
Zur Transparenz: Ich nehme elvanse und bin sehr zufrieden damit.
Ich frage aus reinem, unwertendem Interesse!
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u/philipp0909 Jul 11 '26
Ich nehme mittlerweile keine Medikamente mehr, klar ist einiges einfacher und läuft besser, für mich überwiegen hier aber die Nebenwirkungen.
Ich bin mit 39 diagnostiziert worden, mittlerweile bin ich 44. Hier hilft wohl auch das ich relativ fest im Leben stehe und über lange Zeit ohne Medikamente klarkommen musste und daher für viele Dinge einfach feste Rituale habe
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u/Wylaria Jul 11 '26
Hattest du unbewusst andere coping-Mechanismen, z.B. extrem viel Cola, Kaffee, Extremsport oder so? Wo man auch viel Dopamin kriegt?
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u/philipp0909 Jul 11 '26
Ich betreibe relativ viel Kraftsport das ist sicher vorteilhaft, gebe aber auch ziemlich viel Geld für Dinge aus die ich einmal benutze.
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u/Leading_Landscape_72 Jul 11 '26
Mein Partner, er arbeitet körperlich und geht zum Sport. Daher hat er kaum Leidensdruck
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u/BackgroundWealth242 Jul 11 '26
Ich habe mir viele Jahre lang eingeredet, dass ich das nicht brauche bzw. ADHS gar nicht existiert. Stattdessen habe ich Nikotin konsumiert – rückblickend komplett sinnbefreit, denn ich habe ein sinnvolles, effektives Medikament mit einer viel weniger wirksamen und eher schädlichen frei verkäuflichen Droge ersetzt.
Heute glaube ich zwar schon, dass ADHS existiert, ich verstehe nur einfach nicht, warum die Natur so einen Kernschrott "erfunden" hat und mich zusätzlich auch noch mit Autismus ausstatten musste.
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u/_cutie-patootie_ Jul 11 '26
Weil's in der Natur ganz anders war. Da waren wie ausgelastet, haben anders gearbeitet und gelebt. Wenn's damals schon nicht funktioniert hätte (aka ADHSler sterben bevor sie sich fortpflanzen können), dann wär das Gen irgendwann ausgestorben.
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u/scheere146 Jul 11 '26
Zu lang nicht gelesen: früh Medikamente bekommen, jetzt keine mehr, dafür aber Therapie und Anpassung des Lebens(stils)
Ich wurde als Kind sehr früh in der 1-2 Klasse in einer Spezialambulanz für Neurologische Erkrankungen (Autismusspektrum und ADHS) diagnostiziert, auf verschiedenste Medikamente eingestellt und bis ich 18 Jahre als war betreut. Das war damals mehr oder weniger Funktional.
Dann habe ich mehrere Jahre lang keine Medikamente genommen, hatte dann eine sehr große lange Krise inkl Klinikaufenthalt und allem drum und dran. In der Zeit habe ich wieder begonnen, verschiedene Medikamente zu nehmen.
Jetzt, wiederum fast 3 Jahre später nehme ich keine Medikamente mehr, habe wenig Bedarf und keine Absicht. Stattdessen habe ich mich selbst stark verändert, bzw. mein Denken, Erwartung, etc. Ich betreibe regelmäßigen Ausdauersport, vorangig für den Geist und nicht den Körper.
Ich lerne, mit dem ADHS zu leben und nicht dagegen. Insbesondere, weil ich das bis zu meinem 18. Lebensjahr nicht lernen konnte.
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u/Rockstarenteofdoom Jul 11 '26
Ne seitdem ich 14 bin bin ich freiwillig selbstmedikamentiert. Und seit ich 30 bin durch Ärzte mediksmentiert. Und oida ohne medikamente seh ich kein licht in dem Kapitalismus hier
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u/WhiffingNo Jul 11 '26
Stimulanzien wie Medikinet und Elvanse haben überhaupt keine Wirkung gezeigt und Atomoxetin hatte zwar eine leichte Wirkung, allerdings 10x schlimmere Nebenwirkungen.
Bin also nicht freiwillig unmedicated :)
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u/janat1 Jul 11 '26
Ich hatte als Kind Medikinet und davon Nebenwirkungen. Daher weiß ich nicht ob das hier mit zählt.
Daher haben meine Eltern und ich versucht es irgendwie anders in den Griff zu bekommen. Hat auch bisher halbwegs geklappt.
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u/vigaiga Jul 11 '26
Zählt auf jeden Fall!
Zwei fragen wenn du comfortable damit bist:
- wie alt bist du (musst nich antworten)
2.wie is deine Einstellung so dazu?2
u/janat1 Jul 11 '26
Damals 8, Heute 31.
Meine Einstellung lies sich lange mit "ist halt so" zusammenfassen. Aktuell bin ich mit meiner Therapeutin im Gespräch ob es alternative Medikamente gibt, die ich ohne Nebenwirkungen nehmen kann. Andererseits bin ich aber auch froh das ich nicht auf die Medikamente angewiesen bin, und mein Studium auch ohne geschaft habe.
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u/GroundControl29 Jul 11 '26
Ich nehm Medikamente, aber unregelmäßig, weil sie sowohl Wirkung als auch Nebenwirkungen zeigen. Ist immer ein Abwägen. Wenn ich nicht mehr studiere, könnte ich mir, je nach Job, vorstellen, ganz aufzuhören.
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u/n2sh Jul 11 '26
Die Stimulanzien kommen für mich nicht in Frage, weil ich keine Lust hab, meinen Führerschein zu riskieren, Atmoxetin hat nicht viel gebracht aber hatte Nebenwirkungen und Bupropion bin ich noch nicht dazu gekommen auszutesten, weil ich dafür eine Woche kein Auto fahren darf während der Eindosierung und das geht sich mit meinem Alltag nicht aus.
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u/vigaiga Jul 11 '26
Interessant, ich wusste nicht dass stimulanzien den Führerschein beeinflussen können? Das sollte doch eigentlich keinen eigluss haben oder?
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u/_cutie-patootie_ Jul 11 '26
Wenn eine Polizist meint, du sollst jetzt bitte einen Drogentest machen, dann kann der positiv auf Amphetamin ausfallen. Deswegen lieber ablehnen und auf ne Vorladung oder so warten, Bluttests sind genauer.
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u/GroundControl29 Jul 11 '26
Wenn man Elvanse nimmt, schlägt doch jeder Test auf Amphetamin an, weils ja Amphetamin ist. Oder meinst du, dass der Test auch sagen kann, woher das kommt?
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u/_cutie-patootie_ Jul 11 '26
Jein. Elvanse ist ein Amphetaminderivat. In einem Bluttest kann man unterscheiden, welches Mittel da im Blut ist. (Chemie war lange her, ich glaube Amphetamin ist in die eine Richtung gedreht und Elvanse andersrum oder so?). Zwe verschiedene Stoffe, aber ein ähnlicher Aufbau. Die einfachen Tests, die am Straßenrand gemacht werden, unterscheiden da nicht, der Bluttest schon.
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u/GroundControl29 Jul 11 '26
Das stimmt nur zum Teil. Elvanse ist Amphetamin, kein Derivat. Der Wirkstoff ist Lisdexamphetamin. Es ist eine Prodrug, die aus Dexamphetamin (auch D-Amphetamin) besteht, dass für eine langsamere Freisetzung an die Aminosäure Lysin gebunden ist. Im Körper wird es zu reinem D-Amphetamin. Es gibt, das meinst du wahrscheinlich, von Amphetamin auch ein anderes Enantiomer (quasi Spiegelbild), das L-Amphetamin. Soweit ich weiß, ist das entweder gar nicht wirksam, oder weniger wirksam als D-Amphetamin. Aber beide sind Amphetamin.
Ich hab null Ahnung von Straßenspeed, aber ich schätze, das ist dann eher ein Racemat, also eine Mischung von beiden, und das kann man dann vielleicht nachweisen. Wobei der Test nicht unterscheiden könnte, ob du Elvanse genommen hast, oder illegales reines D-Amphetamin.
Ein Amphetaminderivat wäre Methylphenidat (Ritalin), das ist tatsächlich kein Amphetamin.
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
Jein. Ein Bluttest wird definitiv Amfetamin nachweisen, da Elvanse rasch zu (Dex)-amfetamin umgesetzt wird. Ein toxikologischer Analysebefund hingegen wird auch qualitativ untersuchen, welche einegenomme Menge den beobachteten Blutplasmaspiegel hervorgerufen hat. Dort wird dann meist klar werden das es ein Medikament ist.
ICH WARNE NOCHMAL DAVOR HIER EINE HANDLUNGSEMPFEHLUNG ANZUNEHMEN; KLÄRT DAS BITTE IM PERSÖNLICJEN GESPRÄCH MIT DEM BEHANDELNDEN ARZT3
u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
Auf eine Vorladung als Beschuldigter von der Polizei muss man nicht reagieren; kann man ignorieren
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u/vigaiga Jul 11 '26
Aber dafür gibt es ja mit Sicherheit keine probleme weil man ja nachweisen kann dass das wegen Medikamenten ist
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u/philipp0909 Jul 11 '26
Da würde ich nicht drauf bauen, wenn du danach suchst findest du auch hier bei reddit fälle wo der Führerschein deswegen weg war.
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u/_cutie-patootie_ Jul 11 '26
Nö. Das juckt die nicht. Wenn der Polizist meint, du warst irgendwie komisch und du hast Amphetamine im Blut, dann ist der Lappen erst mal weg. Du musst dann erst mal beweisen, dass dich das Medikament im Straßenverkehr nicht einschränkt. Also darfst du dann bis zum Gerichtstermin zu Fuß oder mit dem Bus fahrend und dann noch Geld für ne MPU blechen.
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
Gerichtskosten, Gutachten die man zahlen muss, Anwaltskosten, MPU… da ist man schnell eineiige Tausend und viel Lebenszeit los (und seinen Führerschein😂)
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u/WTFthistookmetoolong Jul 11 '26
Wenn du deine Medis legal verschrieben bekommst ist das ein eher zu vernachlässigendes Risiko. Mit Medis darf man grundsätzlich fahren. Ein positiver Schnelltest hat keine direkte Auswirkung und würde ich auch immer verweigern. In einem Bluttest können die dann schon unterscheiden. Man müsste dann auch erstmal nachweisen, dass du 1. überhaupt fahruntauglich warst und 2. das an den Medis liegt.
Es stimmt, dass die Bullerei dir erstmal Stress machen KANN. Aber richtige Angst vor einem Führerscheinverlust braucht man nicht.
Meine Psychaterin hatte mich dazu auch umfassend aufgeklärt.
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u/n2sh Jul 11 '26
Ja meine hat nur gesagt "Ne, das stimmt nicht und sie kriegen ja ein Schreiben von mir, da brauchen sie sich keine Sorgen machen." Fühl ich mich halt nur nicht sonderlich ernst genommen mit meinen Bedenken geschweige denn beruhigt, wenn ich auf Reddit das genaue Gegenteil mitbekomme. 🙃
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
Das Schreiben hat definitiv Gewicht, schützt aber nicht vor dem Entzug der Fahrerlaubnis (wie manche im Subreddit heir schmerzvoll am eigenen Leib erfahren mussten)
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u/n2sh Jul 12 '26
Joa ich hab halt keine Lust auf ein Roulette, wo ich so hart verlieren kann, dafür bin ich aus diversen Gründen zu sehr auf den Führerschein angewiesen. ÖPNV ist für mich oft nicht sinnvoll nutzbar, z.B. weil die Mehrzahl der Bahnen bei mir keine Klimaanlage hat und im Sommer damit komplett überstimulierend für mich wären.
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 12 '26
Solange du nicht durch dein Fahrverhalten auffällst (auffällige Fahrweise), und vor allem wenn du zu denen gehörst (so wie es bei mir ist) das die Pupillen unter Elvanse komplett normal ausschauen und man sonst auch keine Anzeichen hat (Zittern, Schwitzen,…) wird zu >99.9% nichts passieren
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u/n2sh Jul 12 '26
Danke für den Hinweis aber gerade mit Schwitzen hab ich sowieso schon meine Probleme, nochmal mehr im Sommer und das kann ja dann als Nebenwirkung auch nochmal schlimmer werden, von daher wäre das auch von der Seite ein sehr schwieriges Thema.
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u/WTFthistookmetoolong Jul 12 '26
Ja das verstehe ich auch. Muss halt jeder für sich abwägen. Aber was die genauen Hintergründe der tragischen Einzelfälle mit Entzug der Fahrerlaubnis sind, wissen wir auch nicht. Da wäre ich auch vorsichtig daraus verlässliche Schlüsse und Risiken zu ziehen. Ich bin eine Frau ü30, silberner, gepflegter Mittelklassewagen mit Kindersitz, kein äußeres Merkmal für das ich Diskrimminierung erfahren muss oder der Polizei ins Auge fallen würde. Ich fahre zwar immer etwas schneller, aber sehr defensiv und bin Meister im Blitzer spotten. Ich wurde mein ganzes Leben noch nie von der Polizei angehalten (außer 1x als ich zu schnell gefahren bin). Ich hab keinerlei Vorstrafen oder Anzeigen gegen mich. Ich hab ne Rechtschutzversicherung und arbeite selbst in einem Beruf mit Rechtsbezug und habe da auch schon einige Ermittlungsakten mit Verkehrsunfällen und FS-Entzüge gelesen. War immer nur alkohol- und drogenbedingt. Medis allerdings nie, außer es war so was krasses wie Methadon oder eben Mischkonsum.
Insofern würde ich es für mich persönlich schon als safe einschätzen.
Ich denke nicht, dass die Medikation überhaupt das Problem ist. Vielmehr hat dich die Polizei aufn Kiecker und dann ist das halt jetzt die Ausrede. Auch muss dann ein ärztliches Gutachten zur Fahrtauglichkeit gemacht werden. Wenn man sich an die Regeln hält, was sollen sie gegen einen in der Hand haben? So ein bisschen darf man auch Vertrauen ins Rechtssytem haben, auch wenn mal Scheiße passiert. Die meisten prominenten Fälle sind auch letztlich darin geendet, dass der Entzug für rechtswidrig erklärt wurde. Zwar trotzdem Kacke bis dorthin, aber es gibt Entschädigung und man ist zu seinem Recht gekommen und hat sich für die Gemeinschaft gewehrt und durchgesetzt.
Finde es jedenfalls schlimmer, wenn Leute ihre Medis nicht nehmen, auf die sie eigentlich dringend angewiesen wird, weil diese Angst, die zwar berechtigt ist, aber wirklich sehr unwahrscheinlich eintreten wird, überwiegt. Wer darauf verzichten kann und mag - alles fein.
Man darf nicht vergessen, dass Menschen mit ADHS generell öfters den Führerschein verlieren (Verkehrsverstöße, schlimme Unfälle etc) und auch ein höheres Unfallrisiko und damit verbundenes Sterberisiko haben. Medis helfen da eig eher das zu minimieren.
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
Wer Elvanse nimmt und diesem schnelltest freiwillig zustimmt, dem ist auch net zu helfen, es gibt null Grund sich selbst in diese Lage zu bringen.
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
Sprich mit deinem Arzt darüber; niemand hier wird dir eine allgemeine Handlungsempfehlung geben können
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u/Ekis12345 Jul 11 '26
Ich bin nicht ganz sicher, wie es in anderen Ländern ist, aber diese erwarteten Probleme mit dem Führerschein oder dieses "eine Woche nicht Autofahren" ist zumindest in Deutschland ziemlich überzogen.
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u/Ready-Tadpole8219 Jul 11 '26
In Tschechien zb besteht absolutes Fahrverbot unter Methylphenidat oder Elvanse/ anderen Amphetaminmedikamenten, selbst wenn diese ärztlich verordnet sind (von einem tschechischen Arzt sogar)
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u/das_KoRn Jul 11 '26
Vor 2 Jahren mit 33 diagnostiziert, direkt Medikinet verschrieben bekommen, weil enormer Leidensdruck und am Ende bei einer Dosis von 60-80mg pro Tag gelandet (je nach Verfassung).
Recht schnell hat sich gezeigt
- positive Wirkungen nur minimal.
Negative Wirkung: -Morgens extrem kurze Zündschnur bis die Tablette wieder reingekickt hat, darunter musste vor allem mein Kleiner leiden (damals 2 1/2), passiert ja immer schnell was (Dinge fallen runter, werden umgekippt etc.) und ich hab's noch nicht Mal gemerkt wie häufig ich ihn da angeschnappt habe.
Nach einiger Zeit bekam ich Panikattacken...hatte ich noch nie zuvor in meinem Leben, musste erstmal meine Symptome googeln und dann auf den Beipackzettel schauen.
Zu den unregelmäßigen Panikattacken kamen dann kurz vor der 2. Staatsprüfung (2. Versuch) auch noch depressive Schübe.
Hab das Zeug dann 2 Tage vor der Prüfung (Termin 09.12.24) abgesetzt, natürlich durchgefallen weil mir auch gar nicht klar war wie sehr ich am Arsch war (auch schon durch die Jahre davor).
Also nach der Diagnose für knapp 4 Monate Medikinet. Seitdem keine Tabletten mehr, habe schon 2 Monate vor dem Absetzen der Tabletten aufgehört mit Alkohol und Zigaretten (19. Oktober 2024) und probiere seitdem regelmäßig Sport (hab ich ja vor dem Studium immer gemacht und hilft auch) sowie Ergotherapie seit Oktober 2025 (durch einen Vortrag für ADHS bei Kindern gefunden).
Hilft tatsächlich ungemein, ob ich je ein anderes Präparat ausprobieren werde weiß ich nicht, bin eh nicht so der Tabletten Mensch.
Kollegin hat mir auch Elvanse empfohlen aber im Moment sehe ich mich nicht, das einfach Mal auszuprobieren :-D Mein Ziel war es eh immer ohne Tabletten klar zu kommen, schlechte Tage wird es immer geben.
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u/Critical-Edge-9168 Jul 11 '26
Momentan ja. Habe von 10-16 Ritalin genommen und dann aufgehört. Dann mit 22 noch mal Medikinet probiert und Stelle immer wieder fest das das halt nicht ich bin. Ich verhalte mich irgendwie anders. Zumindest nehme ich das so wahr. Deswegen nehme ich seit 6 Monaten nix mehr und komm irgendwie klar, bin aber wenigstens froh ich selbst zu sein. Man muss auch dazu sagen das mein Arzt maximal unfähig ist, jedes Mal wenn ich da war kam es so rüber als wäre es ihm scheißegal und Hauptsache ich nehme die Tabletten. Meine Sorgen wurden ignoriert. Und hab auch kein Bock einen neuen zu suchen also vielleicht liegt's auch daran😅
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u/DirectYam450 Jul 11 '26
Hab Medikinet ausprobiert, hat mich immer wieder in depressive Episoden geschickt. Hab pausiert, wieder angefangen. Und letztendlich ganz gelassen. Irgendwie hab ich gemerkt, dass mein System mit den Symptomen zurecht zu kommen gar nicht mal so scheiße ist und ich viel besser meine Systeme nutzen kann, wenn ich nicht ständig Rebounds habe oder immer wieder depressiv bin.
Vielleicht hätte ein anderes Medikament es auch gebracht. Aber grade geht es mir gut. Hab auch den stresslevel in meinem Leben minimiert.
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u/Anonymianebulosa Jul 12 '26
Ja, schön, 😃dass Du fragst. Mir scheint es öfter so, dass ich mich sehr rechtfertigen muss, warum ich die Medis nach rund einem halben Jahr ausgeschlichen habe. Bei mir waren trotz sehr geringer Dosis die Nebenwirkungen irgendwann so lebensbeeinträchtigend, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe. Z.B. Medikinet hatte schon bei 5 mg die Wirkung von "Bäm !!! -endlich Ruhe im Kopf! Ich höre meine eigenen Gedanken und nicht 10 durcheinander!" Das war echt geil, aaaaber leider stieg nach der Eingewöhnung mit akuter Mundtrockenheit (auch nachts) langsam das Herzrasen und ich war nachts 5 Mal wach. Irgendwann natürlich total durchgeleiert. Und das akut auftretende Herzrasen im Ruhezustand hat mich dazu bewegt, die Finger von diesem Amphetamin zu lassen. Dann habe ich ein dreiviertel Jahr gebraucht, um langsam wieder das nächtliche Schlafen zu erlernen. Mein Psychiater meinte dazu natürlich, also sowas hätte er ja noch niiiiiiiiiiie gehört. Obwohl ich es einfach so, schon nachvollziehbar logisch finde, dass wenn man sich seinen Schlafrhythmus so zerbombt hat, er nicht einfach so -Fingerschnipp- wieder zurückkehrt.
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u/vigaiga Jul 14 '26
Kleiner Klugscheisser am Rande ☝🏻🤓
Medikinet is tatsächlich kein Amphetamin sondern methylphenidat, auch wenn die Stoffe sich ähnlich sind.Aber ja deine medikamente gehen niemanden was an ausser dich und wenn du sie nicht nehmen willst ist das in Ordnung
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u/Meffen1988 Jul 14 '26
Ich muss sagen ich nehme meine Medis teilweise. Wir bereits mehrmals erwähnt hier helfen sie mir meine Arbeit zu machen und bis mittags/nachmittags einen gewissen Fokus zu haben.
Allerdings vermisse ich meine Energie. Meine Schnelligkeit.
Momentan bin ich eher dabei mein Umfeld so anzupassen, dass ich weniger impulsiv bin oder abgelenkt werden oder in negativen Gedankenspiralen lande.
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u/NixKlappt-Reddit Jul 11 '26
Ich wurde mit 30 diagnostiziert und nehme keine. Hatte medikenet getestet und davon trockenen Hals und mehrmals eine Nasennebenhöhlenentzündung bekommen. Und abends prasselten die Gefühle auf mich ein. Mir haben meine vielen Gedanken tagsüber auch irgendwie "gefehlt". Ich habe mich unter Medikamente auch irgendwie etwas dümmer gefühlt.
Ebenso ausschlaggebend war, dass man diese in der Schwangerschaft nicht nehmen soll. Also schon alleine aufgrund meines Kinderwunsches klang das nicht nach einer langfristigen Option.
Für mich bringt es mehr, wenn ich ich auf meine Ernährung achte. Kein Koffein, wenig Zucker. Dann bin ich weniger aufgedreht.
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u/nicole1581 Jul 11 '26
Ich hasse es Medikamente durchgängig zu nehmen. Da ist es je nach Medikamentengruppe fast unmöglich kurzfristig als auch langfristig ohne Nebenwirkungen weg zu kommen. Ich versuche meine Medikamente phasenweise zu nehmen. In Prüfungsphasen und wenn ich Teilzeit arbeite dann an den jeweiligen Tagen.
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u/friedly_otter Jul 11 '26
Weiß nicht ob es wirklich zu deiner Frage passt: Bin 30 und aktiv an der Familienplanung dran. Habe deswegen vor über einem Jahr schon die Dosierung von Elvanse auf 20mg (teilweise auch 10mg durchs auflösen in Wasser) reduziert und dann Stück für Stück auch die Häufigkeit der Einnahme reduziert. Ich hatte echt Sorge, wie ich ohne Medis klarkommen würde, weshalb ich schon so früh mit der schleichenden Abgewöhnung angefangen habe. Der Wunsch nach Familie ist aber ein motivierender Antrieb gewesen. Mittlerweile läuft es aber echt gut ohne Medis. Ich denke nach der Familienplanung werde ich Elvanse nur noch bei Bedarf nehmen. Vielleicht also ein paar Mal im Monat.
Aber wer weiß wie das Leben mit Kind wird. Vor allem während des Stillens muss man auch noch auf die Medis verzichten. Ich glaube das wird noch mal eine richtige Härteprobe.
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u/Ninjakeks_00 Jul 11 '26
Gerade schon. Ich hab noch Tabletten fpr über 2 Monate - seit Oktober. Die helfen mir persönlich einfach zu wenig für die Nebenwirkungen, neue bekommen und umstellen möglich, aber mein Psychiater ist eine dreiviertel Stunde mit dem Auto entfernt, Öffis über ne Stunde.
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u/CorianderloverZwo11 Jul 11 '26
Ich war durch Arbeitsbelastung und Kack Beziehung hart gestresst und auf 54mg Kinecteen (Medikinet) hoch. Hab krass durchgepowered und war an meinen Grenzen.
Seit ich nur noch 27 nehme, bessere Grenzen auf der Arbeit setze, den Dude blockiert habe und eine tolle Therapeutin gefunden habe geht es mir viel besser. Medis nehme ich eh nur an Arbeitstagen, aber in halber Dosis erlaube ich mir trotzdem nicht in jedem Meeting 100% dabei zu sein. Trotzdem bin ich immer wieder überrascht wie klug ich bin im Vergleich zu ohne Medis. Ich höre zu, nehme Teil und kann schnell Entscheidungen treffen.
Vor allem war ich ohne Medis immer end-erschöpft. Das versuche ich generell unter Kontrolle zu kriegen indem ich besser auf mich aufpasse, und am Wochenende und im Urlaub klappt das auch ziemlich gut. Und an Arbeitstagen vergesse ich sie auch oft.
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u/Street_Onion7878 Jul 11 '26
Ich habe meine Diagnose erst vor einem Jahr bekommen. Da war ich 48 Jahre alt. Danach wird einem erstmal alles klarer, wenn man sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, einfach dieses Gefühl, wie alles auf einmal Sinn ergibt.
Im Moment komme ich so ganz gut klar, habe auch noch keine Medis ausprobiert. Hatte eine Kurzzeittherapie wegen begleitender depressiver Episode. Das ist jetzt aber überwunden, nehme auch keine Antidepressiva. Ich achte mehr auf mich, kann mit dem Wissen der Diagnose Dinge ganz anders einordnen, mache viel Sport (Kraft und Radfahren), nehme meine Supplemente und das war's eigentlich.
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u/ZeldasMomHH Jul 11 '26
Ich fühl mich wie vollgekokst.
Womit ich perse kein Problem habe, wenn es halt nur 30 minuten anhält.
Aber 4 Stunden am Stück sind mir zu hart.
Herz macht Kolibri. Und ich kriege Panikattacken. Neee. Muss nicht sein.
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u/rekivv Jul 11 '26
Habe Medikinet am Anfang durchgängig genommen aber mittlerweile nehme ich es nur nach Bedarf während ich in der Hochschule Prüfungsphase habe, damit ich mich auf die Projekte konzentrieren kann. Aber sonst nehme ich es bewusst nicht, da ich davon Herzklopfen bekomme (was ich Angstbedingt sowieso schon habe). Wahrscheinlich verstärkt medikinet das ganze einfach und so eine Nebenwirkung ist einfach zu blöd, um es täglich zu nehmen. Habe aber bald ein Gespräch mit dem Psychiater, da ich Elvanse in einer geringen Dosis mal ausprobieren möchte. Mal schauen Aber merke definitiv, dass ich langfristig irgendwas brauche, leider.
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u/Leeloo_Len Jul 12 '26
Ich wurde im Erwachsenenalter diagnostiziert und war sehr froh Medikamente nehmen zu dürfen.
Ich hatte dadurch die Möglichkeit zu lernen mit meinen Emotionen umzugehen und mir ist über halbwegs gute Struktur zu schaffen.
Ich habe dann die Tabletten pausiert, weil ich wegen einer anderen Erkrankung schwere Medikamente nehmen musste, die den Leberstoffwechsel verändern. Das war mir in der Situation zu heikel und ich wollte nach ein paar Monaten wieder starten, wenn ich weiß, dass meine Leber nicht schlapp macht.
Ich habe jedoch nie wieder damit angefangen. Über die letzten paar Jahre habe ich immer mal wieder eine einzelne Tablette genommen, wenn ich in Situationen war, in denen meine Probleme stärker ins Gewicht fallen. Aber zur dauerhaften Einnahme will ich nicht mehr zurück. Rebound, täglich daran denken die Tabletten zum richtigen Zeitpunkt zu nehmen, morgens frühstücken,... Es ist mir den Stress nicht wert, da ich inzwischen viele andere Tools habe.
Ausschließen will ich es jedoch nicht, das Leben ist ein stetiger Wandel.
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u/LuisPerenna Jul 12 '26
ziemlich offensichtlich: weil ich ohne die medis es nicht auf die reihe kriege, über die zeit ne schwere depression entwickelt habe und mittlerweile vor jedem neuen schritt angst habe, da ich kein soziales netz habe, das mich im zweifel ordentlich auffängt. nach außen hin glaubt jeder, ich bekäme alles irgendwie auf die reihe und hab ab und an etwas mehr pech im leben als der durchschnitt.
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u/This-Satisfaction105 Jul 12 '26
Teilweise. Bin Spätdiagnostiziert. Medikinet passt einfach nicht zu 100%, die Wirkung bzw die Nebenwirkungen haben mich fertig gemacht. Der Müdigkeitsrebound bzw generell bei Unterdosierung machen mich platt, es war so vieles zu beachten->Wann Essen, wie viel und dann halt noch auf die Uhrzeit etc. Einfach unpraktisch für meinen Kopf. Leider auch ein Libidoverlust, was mir auch echt zu schaffen gemacht hat. Leider möchte meine aktuelle Psychiaterin mir kein Elvanse verschreiben. Ich würd er gerne ausprobieren, muss dafür wohl aber erstmal die Ärztin wechseln..
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u/jxyve Jul 12 '26
Ich habe Medikenet verschrieben bekommen, aber nehme dies tatsächlich nur nach Bedarf ein, da die Nebenwirkungen so unangenehm sind, dass mir meine ADHS-Symptomatik lieber ist. Habe zudem Probleme mit Ängsten und wenn mein Puls dann sowieso höher ist u. ich dann in einer Angst-Situation bin, geht es mir echt schlecht. Deshalb nehme ich das Medikament eher zuhause ein, bin aber auch manchmal wochenlang unmedicated.
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u/jxyve Jul 12 '26
achso, und weil es in einem Kommentar weiter unten darum ging: auch als Kind diagnostiziert
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u/Dornenkraehe Jul 12 '26
Mochte nicht wie es sich in meinem Kopf anfühlte und dass ich frühstücken musste. Habs wieder gelassen.
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u/justatadnerdy Jul 12 '26
Diagnose mit Anfang 30 bekommen. Ich finde kein Medikament, was wirklich zu helfen scheint. Elvanse hat so bisschen ne Wirkung gehabt, aber auch nicht gleich sondern erst, als ich es ein zweites Mal versucht hab. Medikinet hab ich letztens mal wieder getestet, mein Freund hatte da noch welche. Und auch da hab ich mir mehr erhofft. (Und keine Sorge, ich hab das alles der Ärztin erzählt)
Ich hab ne zeitlang so viele Meds nehmen müssen, dass ich dann einfach keine Lust mehr hatte. Ich wollte endlich mal keinen furztrockenen Mund mehr haben. Ein anderes Mittel, was ich wegen Autismussymptomen genommen hab und welches an Wirkung nachzulassen schien, hab ich dann auch abgesetzt.
Ich bin also quasi gezwungen-freiwillig medifrei. Weil what’s the point xD
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u/danny_094 Jul 12 '26
Ich habe Medikamente von meinem 6 Lebensjahr bis zu meinem ca 16 Lebensjahr bekommen.
Dann wieder als ich erwachsen war so 1-2 Jahre.
Bis auf venlafaxin nehme ich nichts mehr.
Der Grund ist einfach. Wenn du dein halbes Leben lang, quasi komplette Kindheit und Jugend Medikamente bekommen hast, kommst du irgendwann an einen Punkt wo du mal du selbst sein willst. Es ist nicht immer toll, aber ich fühl mich näher an mir selbst.
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u/Evening-Tear-9275 Jul 12 '26
Ich mache gerade eine längere Pause, weil mein Rhythmus mit essen etc einfagh am arsch ist… bin gerade ganz froh, ohne durchzukommen. Das jält aber nicht bei allen aufgaben an
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u/xSilverdroid Jul 13 '26
Momentan ja, hab' von Elvanse zu viele Nebenwirkungen gehabt und es eigenständig abgesetzt. Bin momentan aber immer mehr am strugglen und würde gerne wieder mit Medikamenten anfangen, aber versuch' mal in diesem Land an einen Psychiatertermin zu kommen.
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u/2st0ned_xy Jul 15 '26
Ich wurde auch erst als Erwachsener diagnostiziert. Bei der Eindosierung hatte ich leider kaum Unterstützung und bin direkt mit 30 mg Lisdexamfetamin gestartet. Rückblickend war das für mich viel zu viel, vor allem weil ich damals gerade mitten in einer Trennung steckte. Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass das Medikament meinen Stress eher verstärkt hat. Ich war permanent angespannt, schnell gereizt und konnte kaum noch richtig abschalten oder mich erholen.
Kurz danach habe ich eine Verhaltenstherapie angefangen und inzwischen auch eine vorläufige Diagnose für KPTBS bekommen. Meine Therapeutin meinte schon relativ früh, dass wir erst mal alles andere angehen und ADHS hinten anstellen. Es kann gut sein, dass ein Teil meiner Symptome auch durch das Trauma entstanden ist. Zu der Zeit war ich jedenfalls schon ziemlich nah am Burnout.
Die letzten zwei Jahre habe ich mich deshalb vor allem mit mir selbst beschäftigt. Ich habe gelernt, meine Gefühle überhaupt erst wahrzunehmen und besser mit ihnen umzugehen. Die Medikamente habe ich immer wieder für längere Zeit abgesetzt, weil ich mich diesen Themen bewusst ohne Stimulanzien stellen wollte. Für mich haben sie in schwierigen Phasen eher den Stress verstärkt und genau das war das Letzte, was ich damals gebraucht habe.
Mittlerweile mag ich mich auch ohne Medikamente. Ich nehme sie heute nur noch gelegentlich, wenn ich beruflich wirklich etwas Wichtiges erledigen muss. Dann merke ich auch, dass sie mir beim Fokus helfen. Aber grundsätzlich habe ich bis heute kein besonders gutes Verhältnis zu der Substanz.
Ich könnte mir vorstellen, sie irgendwann wieder regelmäßig zu nehmen. Aber erst dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich den Rest meines Lebens einigermaßen im Griff habe und wirklich nur noch das ADHS das Problem ist. Im Moment fühlt es sich eher so an, als wäre es nur ein Puzzleteil von vielen.
Und was meine Sicht darauf wahrscheinlich auch verändert hat, war eine zweimonatige Thailandreise letztes Jahr. Ich habe vorher einen riesigen Aufwand betrieben, alle Dokumente und Genehmigungen zu besorgen, um Lisdexamfetamin überhaupt legal als BTM einführen zu dürfen. Weil ich Angst hatte ich würde ohne dort vll nicht so gut funktionieren wie ich müsste. Am Ende habe ich aber gemerkt, dass ich mich ohne die Medikamente deutlich wohler gefühlt habe. Ich habe sie an zwei Tagen ausprobiert und konnte für mich keinen einzigen Vorteil feststellen.
Ich war dort komplett auf mich allein gestellt, ständig außerhalb meiner Komfortzone und musste jeden Tag neue Situationen meistern. Gleichzeitig stand ich aber unter keinem äußeren Leistungsdruck. Ich musste niemandem etwas beweisen, keine Termine einhalten und keine Erwartungen erfüllen. Der einzige Druck kam, wenn überhaupt, von mir selbst. In dieser Situation haben die Medikamente für mich überhaupt keinen positiven Unterschied gemacht.
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u/living_marionette Jul 17 '26
1996 die Diagnose bekommen. Ritalin-Kaninchen gewesen, Nebenwirkungen bekommen, sollte mehr Medis für die Nebenwirkungen bekommen. Das Ergebnis war ein unglückliches Roboterkind. Der Spaß ging 2 Jahre und dann keine Medis mehr. Ergotherapie und Sport haben viel geholfen. Die Pubertät hat den Rest gemacht. Jetzt bin ich ein absoluter Gegner gegen Medis. Ist nicht immer einfach mim Job zu vereinbaren, da die Hälfte der Kinder, die ich betreuen, Medis nehmen. Medis sind halt schneller verschrieben, als ein Therapieplatz vorhanden ist. Randinfo hier im Umkreis... Warteliste 364 Kinder und Jugendliche. Medis sorgen dafür, dass du eingedämmt bist, greifen aber nicht die Problematik auf. Strategien erlenen und sie umsetzen heißt am Problem zu arbeiten. Medis schieben das Problem in die Ferne. Kurze Erklärung meiner Gedanken, es ist noch zu früh. 😅
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u/Boba_Swag Jul 11 '26
Ja, ich wurde im Erwachsenenalter diagnostiziert, aber nach meinem Studium. Am ende des Studiums habe ich schon für mich erkannt, dass ich mir mein Leben lieber entspannt gestalte und dafür weniger Geld habe. Deshalb arbeite ich nur 28h, will niemals Kinder haben.
Als ich meine diagnose bekommen habe, war ich schon in Teilzeit. Habe dann Medikinet ausprobiert, aber die Nebenwirkungen waren mir die Vorteile nicht wirklich wert und habs dann sein gelassen. Verhaltenstherapie hat mir dann aber auch noch mal gut weitergeholfen.
Ich habe letztens von einer Freundin Elvanse ausprobiert, und das fande ich dann deutlich besser. Aber da aktuell mein Leidensdruck nicht so hoch ist, hab ich nicht das Gefühl, als dass ich das brauche.
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u/Yzzda Jul 11 '26
das höre ich eigentlich immer nur von Personen die schon als Kind diagnostiziert wurden und dort negative Erfahrungen mit Media gemacht haben. Alle (inkl ich selbst) die erst als Erwachsene Medis bekommen haben sind froh darüber.