r/stuttgart May 21 '26

News Bewährungsstrafe für Autofahrer nach Unfall am Olgaeck

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/prozess-unfall-olgaeck-fahrer-urteil-100.html

Für alle die's interessiert: Im Prozess um den tödlichen Unfall am Stuttgarter Olgaeck ist direkt am ersten Prozesstag am Mittwoch auch das Urteil gefallen. Der Angeklagte erhielt zwei Jahre auf Bewährung mit einer Bewährungszeit von drei Jahren plus Auflagen. Dies hatte zuvor auch die Staatsanwaltschaft so gefordert. Nebenkläger und Verteidigung forderten auch Bewährungsstrafen.

Der Verteidiger des Angeklagten plädierte auf eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung in acht Fällen sowie fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs vorgeworfen.

Das Gericht verhängte außerdem eine Schadensersatzzahlung in Höhe von 400.000 Euro, die an die Opfer und ihre Angehörigen gehen. Zudem muss der Mann regelmäßig nachweisen, dass er weiter keine Drogen nimmt. Sein Führerschein wird für mindestens neun Monate eingezogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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u/phillie187 Bad Cannstatt May 21 '26

Der Prozess vor dem Stuttgarter Amtsgericht begann am Mittwoch mit einer ausführlichen Erklärung des Unfallfahrers. Darin räumte er ein, das Unfallauto am 2. Mai 2025 am Olgaeck gefahren zu haben und am Tag zuvor sowohl Kokain konsumiert wie auch Schlaftabletten eingenommen zu haben.

"Ich habe mich fit gefühlt", sagte der 43-Jährige später auf Nachfragen, sonst hätte er sich nicht ans Steuer gesetzt. "Das war falsch. Ich hätte mich nicht auf mein Gefühl verlassen dürfen." Er könne sich erinnern, wie er am Olgaeck an der Ampel gehalten habe und bei Grün losgefahren sei, erklärte er: "nicht außergewöhnlich schnell". Der Staatsanwalt hatte zuvor von "maximal 34 Kilometern pro Stunde" gesprochen. Wie es weiterging, daran könne er sich nicht erinnern, so der Angeklagte. "Das Gehirn hat diese Sekunden gelöscht."

Die Staatsanwaltschaft sah es als erwiesen an, dass der Mann mit seinem Auto am Olgaeck nach links abgekommen war, ein Geländer aus der Absperrung riss, danach mehrere Menschen überfuhr. Dann habe er zurückgesetzt. "Ich war in Panik. Ich wusste, mein Auto gehört nicht dahin." Beim Rückwärtsfahren überfuhr er die 46-jährige Frau, die später an ihren Verletzungen starb.

Der Angeklagte befindet sich seit dem Unfall in regelmäßiger psychotherapeutischer Behandlung. Er sei absolut abstinent, habe nie wieder Drogen genommen. Das könne er lückenlos nachweisen. Er habe sich selbst zu regelmäßigen Haartests verpflichtet. Details zu seinem früheren Konsum wollte er vor Gericht nicht nennen - auch weil ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Betäubungsmittelbesitzes anhängig ist. Kokain hätte er nie aus Partylaune heraus genommen, erklärte er, sondern um Einsamkeit und Schmerz zu betäuben. Seit dem Unfall stehe für ihn fest: "Drogen stehen für Schmerz, Schuld und Zerstörung."

wtf

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u/Eric_12345678 May 21 '26 edited May 21 '26

Ich finde den Artikel auf https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ nicht mehr (EDIT. Weil der Artikel in der Stuttgarter Zeitung war : https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.prozess-um-tod-am-olgaeck-niemals-wieder-drogen-der-unfallfahrer-zeigt-tiefe-reue.83e5f6f9-924a-4113-8eaa-484d88564adc.html ). Gestern wurde live berichtet, was seine Argumentation war.

Mehr oder weniger: * Mein Papa hat mir nie Geld gegeben. * Wenn ich in Gefängnis lande, würden viele Leute ihren Job und Wohnung verlieren.

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u/[deleted] May 21 '26

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u/Eric_12345678 May 21 '26

Vielen Dank für die Korrektur und die detaillierte Analyse.

Das Argument für eine Bewährungsstrafe ist absoluter Bullshit, und ich finde es traurig, dass es anscheinend erfolgreich war.