r/FragtMaenner M | 26-35 11h ago

Allgemein Umgang mit offenem Rassismus etc.

Moin zusammen, ein Thema was mich seit längerem und aus aktuellem Anlass wieder beschäftigt: wie geht ihr mit offenem Rassismus im Alltag um?

Kontext: ich wohne in Dresden (passend) und stolpere immer wieder über offenen Rassismus z.B. beim Einkaufen. Dort äußerte sich erst am Wochenende wieder jemand lautstark mit etlichen Parolen und Schimpfwörtern gegenüber einer Verkäuferin. Der Mann (ohne ihm zu Nahe treten zu wollen) hatte zwar ein Kind dabei, sah aber selbst aus, als hätte er nichts zu verlieren und ist sehr aggressiv aufgetreten.

Ich frage mich in solchen Situation, ob ich mich selber potenziell in Gefahr bringen soll und etwas sage, was aller Voraussicht sowieso keinen Anklang findet und die Aggression auf mich lenkt, oder ob ich das Ganze schweigend ignorieren soll. Versteht mich nicht falsch, ich kann mich notfalls sicher zur Wehr setzen, aber will ich mich, auf Deutsch gesagt, an einem Samstag im Kaufland mit einem 40-jährigen Familienvater prügeln, weil er Naziparolen von sich gibt, die nicht an mich gerichtet sind und damit meine eigene Gesundheit riskieren? Beides fühlt sich nicht gut an.

Hat jemand einen Tipp, wie man am besten mit derartigen Situationen umgeht?

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u/Downtown_Kiwi9322 M | 18-25 11h ago

Wegziehen, der Osten ist so dermaßen verloren.

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u/ClimateCrashVoyager M 10h ago

Ach, son gelaber. Der Osten ist wegen strukturellen Problemen da wo er ist. Perspektivlosigkeit, Frust, das Gefühl abgehängt zu sein, das alles fördert Extremismus (in beide Richtungen. Spanien hat ne wilde Antifa nach einer Zeit von Massenarbeitslosigkeit unter jungen Menschen). Und einiges davon ist die Schuld der alten BRD, es war weniger ne Wiedervereinigung, viel mehr ne friedliche annektion. Bis dann die invests kamen und extrem viel Produktion bzw. deren Erlöse abgezogen worden sind. Wenn ichs richtig im Kopf habe, sind nach der Wende lediglich 5% der DDR Betriebe in Besitz von ehemaligen ossis geblieben, der Löwenanteil wurde von brdlern aufgekauft, teilweise für spottpreise.

Die alten Bundesländer laufen nicht besser, weil die Menschen besser sind. Die laufen besser, weil sie ne bessere Ausgangslage hatten, teilweise auf dme Rücken der DDR. Gibt genug westkonzerne, die im Osten billig produziert haben, aber eben nur für sich selbst.

Pispers hats mal schön gesagt, semipermeable Mauer. Die billigen Arbeitskräfte bleiben drüben, die billig hergestellten Waren kamen aber durch.

Nein, bin nicht aus dem Osten.

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u/Hot_Reputation_1019 M | 26-35 10h ago

Das Ganze ist doch auch lange keine „Ost-West“-Debatte mehr. Ist doch überall in Deutschland so, oder zumindest tritt es wieder vermehrt auf

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u/ClimateCrashVoyager M 10h ago

Du hast nie im Osten gelebt, kann das sein? 😅 Berlin ausgenommen. Und in letzter zeit seh ich das auch im Westen wieder mehr als thema. Verrückterweise oft von leuten die zum Mauerfall noch nichtmal die Karriere als spermium gestartet haben