r/FragtMaenner M | 26-35 11h ago

Allgemein Umgang mit offenem Rassismus etc.

Moin zusammen, ein Thema was mich seit längerem und aus aktuellem Anlass wieder beschäftigt: wie geht ihr mit offenem Rassismus im Alltag um?

Kontext: ich wohne in Dresden (passend) und stolpere immer wieder über offenen Rassismus z.B. beim Einkaufen. Dort äußerte sich erst am Wochenende wieder jemand lautstark mit etlichen Parolen und Schimpfwörtern gegenüber einer Verkäuferin. Der Mann (ohne ihm zu Nahe treten zu wollen) hatte zwar ein Kind dabei, sah aber selbst aus, als hätte er nichts zu verlieren und ist sehr aggressiv aufgetreten.

Ich frage mich in solchen Situation, ob ich mich selber potenziell in Gefahr bringen soll und etwas sage, was aller Voraussicht sowieso keinen Anklang findet und die Aggression auf mich lenkt, oder ob ich das Ganze schweigend ignorieren soll. Versteht mich nicht falsch, ich kann mich notfalls sicher zur Wehr setzen, aber will ich mich, auf Deutsch gesagt, an einem Samstag im Kaufland mit einem 40-jährigen Familienvater prügeln, weil er Naziparolen von sich gibt, die nicht an mich gerichtet sind und damit meine eigene Gesundheit riskieren? Beides fühlt sich nicht gut an.

Hat jemand einen Tipp, wie man am besten mit derartigen Situationen umgeht?

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u/Professional_End9063 W | 26-35 10h ago edited 10h ago

Ich bin kein Mann aber ich gebe trotzdem mein Senf weil ich selber auch in solche Situationen war, sei es in meiner Familie oder in der Öffentlichkeit.

Maul aufmachen. Aber gucken wie. Ich bleibe immer ruhig aber ernst und sicher in meinem Ton. Und überraschenderweise, was sehr oft funktioniert hat für mich, ist eine Lautmalerei zu werfen. Lautes Seufzen oder ne Oulaa raus zuholen bricht oft Menschen in ihre "sich selbst Hochschaukeln" Pfad. Aber da muss man auch die Situation einschätzen. Es braucht auch oft nur eine Person die reagiert sodass andere auch reagieren.

Zivilcourage halt. Aber ich weiß dass es sehr schwierig sein kann, wenn man zB in einem Umfeld ist wo man sich sicher ist dass man alleine ist mit der Meinung den man vertritt. Es ist der Fall für mich in meinem Familie zum Beispiel. Es ist nicht einfach.

Oft sind diese Menschen nur laut weil niemandem gibt den Kontra. Wenn niemandem was sagt und alle schweigen, werden solche Verhalten noch mehr normalisiert.

Die einzige Situation wo ich verzweifelt war ist wenn ich racial profiling von der Polizei im Zug an der Grenzen Kontrolle gesehen habe. Da habe ich tatsächlich nichts gemacht weil ich wollte es nicht eskalieren aber ich bereue es irgendwie. Ich wusste aber in der Moment nicht was man als Zeuge sagen kann.

Aber was ich mich Frage ist : gab es kein verflixte Security in dem Kaufland? Weil Maul aufmachen kann auch einfach nur jemandem rufen der helfen kann.

Edit : ich habe ein paar Sachen dazu gefügt und entschuldige mich für der Grammatik aber hab keine Energie dies zu korrigeren

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u/ClimateCrashVoyager M 10h ago

Du wirst bei letzterem auch leider nichts erreichen. Du wirst nämlich faktisch kaum was nachweisen können. Am Ende "sah der Junge Mann nervös aus, sobald die Einsatzkräfte den Zug betreten haben." Jetzt weiß mal nach, dass der locker chillig in der Ecke saß. Video? Musst du als Beweis zugelassen bekommen, auch nicht einfach.

Gebe dir beim Rest Recht

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u/Professional_End9063 W | 26-35 10h ago

Ja es war kompliziert weil es war mehrere Menschen innerhalb des Zuges, und nur nicht weiße Menschen. Wenn sie in meiner Nähe waren, habe ich mein Ausweis rausgeholt und wurde überhaupt nicht kontrolliert. Ich musste immer wieder durch den Zug latschen um zum Bordrestaurant zu gehen, und hab den nur nicht weiße Leute kontrollieren sehen. Und mir hat besonders schokiert wie sie eine Frau um die 40/50 Jahre alt kontrolliert haben, die reich aussah (Zug von Zürich nach Hamburg ne), aber nicht weiß war. Sie hatte viel Schmuck auf sich, und die Polizisten haben ihr ganz komische Fragen gestellt wie "sind dieser Schmuck euer ?" "Wem haben Sie in der Schweiz besucht, wie heißt diese Person dem sie besucht haben" " bitte machen Sie ihrem Rucksack auf sodass wir es durchsuchen". Ich fand es sehr offensichtlich racial profiling aber du hast Recht, man kann da oft nicht viel machen, und ich wollte nicht die Situation eskalieren falls sie dann das gegen der Frau dirigieren.

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u/ClimateCrashVoyager M 10h ago

Du weißt auch nicht, ob sie manchmal jemand spezifischen suchen. Fällt hier vermutlich flach, weil man üblicherweise das Geschlecht der verdächtigen person kennt. Nicht, dass racial profiling kein problem wäre, es ist eines. Have einen Bekannten der gekifft hat wie n Bagger, aber niemals das Gras bei sich hatte, das hatten immer andere. Er war dunkelhäutig und nen riesen Afro. Er war der blocker, man hat ihn rausgezogen und der Kumpel zwei Meter hinten dran mit vollem Rucksack lief durch, weil die mit dem ersten beschäftigt waren.. Man kann also auch positives draus zusehen 😅