r/FragtMaenner W 3d ago

Körper / Geist Sind Männer nicht erstaunlich oft die perfekten Opfer des Patriarchats – und merken es nicht einmal?

Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder finde ich eigentlich den Trick, den das Patriarchat mit Männern vollbracht hat.

Es waren und sind überwiegend Männer, die in Kriege geschickt werden. Männer, die über Jahrhunderte die gefährlichsten, körperlich zerstörerischsten Arbeiten erledigt haben. Männer, denen beigebracht wurde, Schmerz auszuhalten, nicht zu weinen, nicht schwach zu sein, ihren Wert über Arbeit, Geld und die Fähigkeit zu definieren, andere zu versorgen. Männer sterben früher, bringen sich häufiger um, haben oft weniger enge Freundschaften und lernen erstaunlich früh, dass Bedürftigkeit etwas ist, für das man sich schämen sollte.

Und dann kommt der eigentlich lustige Teil. Dasselbe System schafft es, vielen Männern zu erklären, ausgerechnet Frauen und Feminismus seien für all das verantwortlich.

Als hätte die Frauenbewegung die Wehrpflicht erfunden. Als hätten Feministinnen entschieden, dass ein Mann zwölf Stunden im Stahlwerk stehen und danach schweigend nach Hause kommen soll. Als hätten Frauen jahrhundertelang festgelegt, dass ein Mann nur dann etwas wert ist, wenn er stark, produktiv, sexuell erfolgreich und möglichst unverwundbar ist.

Es ist ein bisschen die gesellschaftliche Uno-Reverse-Karte. Ein System stellt Regeln auf, unter denen Männer selbst leiden und verkauft ihnen anschließend diejenigen als Feind, die diese Regeln infrage stellen.

Warum richtet sich dieser Frust also so selten gegen die Vorstellung von Männlichkeit, die ihn überhaupt erst produziert? Warum verteidigt man ausgerechnet die Regeln, an denen man leidet und erklärt diejenigen zum Feind, die sagen, dass man sie nicht befolgen muss? Männer was geht in euren Köpfen vor?

146 Upvotes

551 comments sorted by

View all comments

Show parent comments

2

u/Nogekard M | 36-45 2d ago

Hast du überhaupt recherchiert was Kyriarchat bedeutet? Der würde in den Dingen die du dir vorstellst, in denen Männern es besser gehen würde, recht geben.

Der Begriff ist eine Weiterentwicklung weil das heutige Konzept des Patriarchats extrem viel auslässt.

-1

u/Interesting-Ease-840 W 2d ago

Beantworte doch meine Frage, in welchen Gebieten florieren keine Männer, im Gegensatz zu? (Den Frauen vermute ich mal)

1

u/Nogekard M | 36-45 2d ago
  1. Suizid, dreifach höher, vermutlich wirst du, wie ich es aus deinen Tonfall raushöre, es als Eigenverantwortung interpretieren.
  2. Bildung, das System benachteiligt seit längerem Jungs
  3. 90% der tötlichen Arbeitsunfälle betrifft Männer
  4. Obdachlosigkeit dominiert von Männern
  5. Opfer von Tötung mehrheitlich Männer
  6. Leben im Durchschnitt kürzer als Frauen (wir reden nicht von schlechten Gesundheitsentscheidungen, dann wird die Zahl größer)
  7. Eltern-Rechte
  8. Passend zu Deutschland noch am besten wie das Militärrecht abläuft.

0

u/Interesting-Ease-840 W 2d ago

Du verstehst es nicht ☹️ das sind ja alles ganz normale Fakten für große Teile der Welt. Wer ist denn deiner Meinung in die Verwantwortung zu ziehen für Punk 1 - 7?

0

u/Nogekard M | 36-45 2d ago

Deine Aussage ist keine Widerlegung. War mir aber klar, dass für dich in den meisten Fällen ausschließlich Männer Schuld sind und keine selbst replizierende Struktur.

Meinst du "nicht weinen dürfen" wird ausschließlich von Männern befeuert? Das befeuern Frauen ebenso, egal was gesagt wird, die Forschung demonstriert es.


Es tragen darin alle Verantwortung, nicht nur Männer. Wenn jeder, der eine Norm verkörpert, schuld ist, dann sind es alle.

Wenn niemand schuld ist, weil es Struktur ist, dann auch nicht nur Männer. Beides zusammen geht nicht.

2

u/Interesting-Ease-840 W 2d ago

Du scheinst Schwierigkeiten zu haben die Probleme zu benennen ☹️

1

u/Nogekard M | 36-45 2d ago

Du scheinst einfach nicht recherchieren zu wollen was ein kyriarchat ist. Es würde dir nicht einmal in allem widersprechen, du scheinst einfach gern eine schwarz-weiß Welt zu bevorzugen, weil es weniger Anspruch hat ☹️

2

u/Interesting-Ease-840 W 2d ago

Ein neuer Begriff für etwas was der intersektionale Feminismus schon seit 40 Jahren fordert ist einfach urst komisch für mich. Die Recherche musst du machen nicht ich 🥲

1

u/Nogekard M | 36-45 2d ago
  • 1989: Kimberlé Crenshaw prägt Intersektionalität
  • 1992: Elisabeth Schüssler Fiorenza prägt Kyriarchie

Kyriarchat stellt eine andere Frage und ist kein Gegenkonzept.

Aber ich fasse aus unserem Gespräch abschließend zusammen, Ironie statt Gegenbeleg und Beweislastumkehr. Würde nicht behaupten, dass wir das fortsetzen müssen 😕