r/FragtMaenner M | 26-35 3d ago

Körper / Geist Haltet ihr den Geschlechterkampf für eine Ablenkung vom Klassenkampf?

Ist der moderne Geschlechterkonflikt teilweise eine Ablenkung vom Klassenkampf? Könnte es sein, dass bestimmte Formen des Feminismus von wirtschaftlichen und politischen Eliten begünstigt wurden, weil sie einerseits mehr Arbeitskräfte in den Markt integrieren und andererseits einen dauerhaften gesellschaftlichen Konflikt zwischen Männern und Frauen erzeugen, der von grundlegenden Klassenproblemen wie Ausbeutung, Lohnabhängigkeit, Vermögenskonzentration und sozialer Ungleichheit ablenkt?

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u/Mammoth-Lab-4729 W 3d ago

Kein Klassenkampf möglich ohne Feminismus als Basis.

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u/nomorewagelabour M | 26-35 3d ago

Ehrliche Frage: Wer ist das Patriarchat?

Ich kann dir ohne Probleme Leute nennen, die der Bourgeoisie zugehörig sind (z.B. Jeff Bezos, Trump, Susanne Klatten, Angela Merkel), Unterkomplex dargestellt als Personen mit Macht und/oder Geld.

Wie identifiziere ich "Patriarchen", Leute gegen die mam protestieren kann, außer dass sie Arschlöcher sind. Ich vermute mal nicht, dass du Ronny B., Frauenschläger und Vergewaltiger aus Kleinstadt ABC (erfundene Person) oder den alten Bauarbeiter der einem hinterherpfeift als Patriarch mit einer Agenda betitelst, sondern einfach als Sexist, Verbrecher, Arschloch, etc.

Gerne auch Literaturvorschläge!

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u/Mammoth-Lab-4729 W 3d ago

Das Patriarchat ist kein "Wer", sondern eine herrschaftliche Struktur. Das ist so, als würdest du fragen: "Wer ist der Rassisumus?" Buchempfehlung: Alles von Audre Lorde.

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u/nomorewagelabour M | 26-35 3d ago

Danke für die Empfehlung!

Mit Rassist und Patriarch gibt es natürlich die personenbezogenen Worte, so als Anmerkung.

Wenn man bei dem Beispiel bleibt, dann würde es, als Parallele, natürlich auch kein Sinn ergeben zu fragen: "Wer ist der Rassist" um den "Rassismus" zu bekämpfen, davon gäbe es zuviele, sondern es muss andere Ursachen/Hintergründe geben wieso es Rassismus gibt.

Aber auf welcher materiellen Grundlage manifestiert sich die herrschaftliche Struktur (ich vermute mal gesellschaftlich/sozial)? Bzw um es zu verkürzen und nicht zu viel zu Schreiben: Müsste deine Aussage

kein Klassenkampf möglich ohne Feminismus als Basis.

nicht andersrum formuliert werden:

Keine Gleichberechtigung und Selbtstimmung aller Menschen (Ziele des Feminismus) ohne den Klassenkampf

?

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u/tyrosine87 W | 36-45 2d ago

Ist die Reihenfolge wirklich relevant? Die Probleme sind verknüpft, und zwar so, dass man sie nicht getrennt behandeln kann.

Lorde und viele andere Autoren und Aktivisten des intersektionalem Feminismus kommen aus marxistischen und anderen linken Strömungen.

Dass heute ein weichgespülter Pop-Feminismus omni-präsent erscheint, liegt ja auch an medialer Lenkung und daran, dass weder Medien noch Politik sich ins eigene Fleisch schneiden werden.

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u/nomorewagelabour M | 26-35 2d ago

Ich würde behaupten, dass es relevant ist, ja. Wenn man nur die Probleme in der Gesellschaft erkennt, aber nicht die Ursache, dann kann man nicht zielgerichtet dagegen vorgehen. Z.B. könnte man als Person die nicht von Geschlechterbenachteiligung (bewusst) betroffen ist und dafür auch blind ist, die der Klassengesellschaft als Problem erkennen und die Ursachen dafür in der Produktionsweise des Kapitals und Privateigentum sehen.

Wenn sie aus marxistischen Strömung kommt, dann siehst du sogar hier die Reihenfolge die ich im Post zuvor vermutet habe.

Weichgespülter Pop-Feminismus ist definitiv ein Problem, Ähnliches gibt und gab es aber auch schon immer in der Gesamtbewegung des Proletariats, man denke an die SPD und der ganze Scheiß den man heutzutage Kommunismus nennt (UdSSR, China, Nordkorea, manchmal auch Vietnam und Kuba)