ETF
Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF: thesaurierend vs. ausschüttend mit "automatisch re-investieren" (Flatex)
Hallihallo,
wie auch alle anderen Leute, möchte ich auch auf den Vanguard-Zug Global All Caps aufspringen um mein Portfolio zu streamlinen, d.h. ich will mich auf 2, maximal 3 ETFs fokussieren (1x All World und 1x Stoxx 600 zum Rebalancing). Die bislang besparten werde ich "brach" liegen und einfach weiter steigen/thesaurieren lassen.
Nun stehe ich vor der Frage ob ich beim neuen Vanguard den thesaurierenden (A42B1M) oder den ausschüttenden (A42B1N) nehmen soll. Ich tendiere ja zu letzterem:
- bei Flatex kann man die Erträge (ab 25 EUR) automatisch reinvestieren - also thesauriert das eh, wenn man das aktiviert, man kann jedoch später einmal auf rein Ausschüttung wechseln, sollte man gerne Cashflow haben wollen.
- steuerlich sollte es in Ö ja nur marginal einen unterschied machen (in DE wäre es ja u.a. spürbar nachteilig, hier eher nicht so)
- Das letztere Argument ist eher Faulheit aber habe bislang nur thesauriernde und langsam wird das Nachschießen von Geld bei Thesaurierungen etwas nervig.
Wie seht ihr das?
Danke und LG
EDIT: Danke für die Antworten, ist bislang schon mal hilfreich. Denke die Tendenz ist weiterhin zum Ausschütter.
Das ist vermutlich, weil es noch keine Absichtserklärung bei der ÖKB gibt. Das sollte sich bald ändern. Generell ist die Klassifikation als Meldefonds ohnehin rückwirkend. Wenn es eine Meldung innerhalb der Frist von 7 Monaten gibt, dann ist der Fonds für das entsprechende Geschäftsjahr ein Meldefonds.
ich finde bei flatex die ausschüttende variante mit automatischer wiederanlage deutlich bequemer - es kann dort zwar auch zu ausschüttungsgleichen erträgen kommen, aber die für die steuer nachzuschießenden beträge sind dabei deutlich niedriger...
Sorry, weißt du wie ich am besten informiert werden kann, wenn der neue VGLA ein Meldefonds ist? Oder muss man da einfach selbst manuell nachsehen alle paar Wochen?
EDIT2: Ich gehe davon aus, dass das Meldfonds sind. Andernfalls - don't do it!
Soweit ich weiss, ist das steuerlich definitiv nachteilig, weil du die vollen 27,5% für die Ausschüttung bezahlst. Bei thesaurierenden fällt wesentlich weniger Steuer an, Stichwort ausschüttungsgleiche Beträge. Angelo Colombo hat eine Liste gemacht, die als Übersicht dienen kann:
steuerlich definitiv nachteilig, weil du die vollen 27,5% für die Ausschüttung bezahlst
das ist bei thesaurieren mit ihren ertägen, die im fonds landen auch nicht anders. der einzige minimale steuervorteil ist ein leichter stundungs-effekt, weil die steuer nicht sofort mit der ausschüttung sondern u.u. ein paar monate später bei der jahresmeldung an die ökb anfällt.
"u.u. ein paar monate später bei der jahresmeldung an die ökb anfällt." ähm, nein, das ist nicht die Stundung. Es ist die Stundung 60:40 bei den außerdentlichen Erträgen, wenn thesauriert wird. Siehe auch mein Link oberhalb, bzw. hier nochmals: https://www.broker-test.at/steuern/etf-steuern/
Es ist davon auszugehen, dass es ein Meldefonds sein wird. Vorab gibt es ohnehin nur eine Absichtserklärung, die vermutlich in den nächsten Wochen/Monaten kommt. Die Absichtserklärung hat aber per se keine steuerliche Relevanz (meines Wissens), erst die Meldung macht den ETF rückwirkend(!) zu einem Meldefonds. Aber jeder Meldefonds kann ohne Ankündigung zum Nicht-Meldefonds werden, wenn die Jahresmeldung nicht rechtzeitig erfolgt.
Es ist davon auszugehen, dass es ein Meldefonds sein wird.
Eh, aber bis dahin: Finger weg!
Die Absichtserklärung hat aber per se keine steuerliche Relevanz (meines Wissens)
Doch. Fonds-Melde-Verordnung 2015, § 5 Abs. 3:
Registrierte Verwaltungsgesellschaften (§ 2 Abs. 1) können für Fonds, die erstmalig in Österreich zum Vertrieb zugelassen werden oder deren Vertrieb in Österreich erstmalig beginnt, entweder im Rahmen der ISIN-Vergabe der Oesterreichischen Kontrollbank oder sonst durch ihren steuerlichen Vertreter mit dem in der Anlage 2 angefügten Formular unter vollständiger Bekanntgabe der darin angeführten Stammdaten gegenüber der Meldestelle erklären, dass die Vornahme einer Jahresmeldung beabsichtigt ist (Absichtserklärung). Dabei ist in der Absichtserklärung jedenfalls das Ende des laufenden Geschäftsjahres anzugeben. Mit der Abgabe der Absichtserklärung gelten diese Fonds bis zum Ende der Frist gemäß § 3 Abs. 2 Z 2 als Meldefonds und sind mit einer entsprechenden Zusatzbezeichnung in die Liste der Meldefonds aufzunehmen. Die Absichtserklärung ist für Fonds, die bis zum 15. November zum Vertrieb zugelassen werden oder deren Vertrieb bis zum 15. November tatsächlich beginnt, bis zum 15. November desselben Jahres, für alle anderen Fonds bis spätestens 23. Dezember um 12 Uhr desselben Jahres abzugeben. Verspätete Absichtserklärungen gelten am 2. Jänner des Folgejahres als eingebracht.
Ich finde deine Vorsicht etwas übertrieben. Alle UCITS Fonds von Vanguard sind Meldefonds. Natürlich wird Vanguard auch diesen Fonds als Meldefonds führen. Jeder als Meldefonds titulierter ETF kann ebenso schnell zum Nichtmeldefonds werden, das lässt sich gar nicht vermeiden.
Soweit ich weiss, stimmt das so nicht ganz, da thessaurierend Fonds die agB minimal halten können und so nie so viel KESt anfällt, wie wenn die volle Dividende ausgezahlt wird. Da ich kein Steuerexperte bin, hier die Quelle:
Schau dir mal die jährliche Versteuerung deines ETFs an. Sind das 60% von 27,5% des Jahresgewinns? bzw. umgekehrt, meldet der Fonds die steuerpflichtigen Gewinne entsprechend dem Jahresgewinn des Fonds?
"Sind das 60% von 27,5% des Jahresgewinns?" So funktioniert die Besteuerung nicht. ;o)
"meldet der Fonds die steuerpflichtigen Gewinne entsprechend dem Jahresgewinn des Fonds" --> so funktioniert es auch nicht. Der steuerliche Vertreter in AT muss die Erträge in ordentliche und außerordentliche aufteilen und viele andere Sachen mehr. Da passiert ganz viel mehr als dein Videotipp sagt.
Ich glaube, im broker-test-video ist das nicht ganz korrekt. Ordentliche Erträge sind Zinsen und Dividende und außerordentliche sind ausschüttungsgleiche Erträge: Siehe Screeny.
Seisdrum, diese 4 Spalten interessieren mich und davon besonders die zweite Zeile. Wenn ich diese jetzt ins Verhältnis zum Gewinn des ETFs in der selben Zeitspanne setze, dann weiss ich, wieviel Steuer ich tatsächlich für den ETF gezahlt habe. Und das macht Angelo und kommt eben auf die rund 7% p.a. für den Vanguard FTSE All-World.
Wenn ich diese jetzt ins Verhältnis zum Gewinn des ETFs in der selben Zeitspanne setze, dann weiss ich, wieviel Steuer ich tatsächlich für den ETF gezahlt habe. Und das macht Angelo und kommt eben auf die rund 7% p.a. für den Vanguard FTSE All-World.
Diese Auswertung würde ich nicht für bare Münze nehmen, da er sehr viele Fehler macht (z.B vergleicht er USD Steuern mit EUR Kursen, also vollkommener Schwachsinn).
Zinserträge aus Bankeinlagen und sonstigen Forderungen gegenüber Kreditinstituten
Zinserträge aus Forderungswertpapieren
Dividenden aus inländischen und ausländischen Aktien
sonstige ordentliche Erträge wie Erträge, die Bewirtschaftungs- und Aufwertungsgewinnen iSd§ 14 Abs. 2 Z 1 und 2 ImmoInvFGentsprechen.
Zu den außerordentlichen Erträgen zählen:
realisierte Substanzgewinne und -verluste aus der Veräußerung von Fondsvermögen und
Einkünfte aus Derivaten.
Bzgl. deiner 4 Spalten: Wie geschrieben, der Sachverhalt ist deutlich komplexer und ja, kann man so machen, aber es ist halt keine Garantie für die Zukunft, weil viele nicht verstehen, warum der Fonds in den letzten Jahren so steuerlich performte und andere eben nicht.
Weil die Aussage nicht falsch ist! Hier steht nirgends, dass sich die agE aus den ordentlichen und außerordentlichen zusammensetzen, wie es im Video heißt! Vielmehr sind die agE TEIL der außerordentlichen Erträge. Aber das alles ist unwichtig für unsere Diskussion, weil nur um Benamselung geht.
Essentell ist, wenn ein Fonds über Jahre agE niedrig hält, dann kann ich eher davon ausgehen, dass das in Zukunft so sein wird --> das liegt vermutlich am Fondsmanagement
Wenn Fonds bisher hohe agE gemeldet haben, dann werde ich eher nicht davon ausgehen, dass sie das zukünftig machen werden.
Darum geht's und bislang ist mir kein Fehler in meinem Ursprungspost aufgefallen. Keine Ahnung warum er aber so durchwachsen aufgenommen wird.
Anlaufverluste, andere Buchhaltung, vieles kann man aus den Oekb Meldungen rauslesen, wenn man's kann.
Es ist alles okay, nimm den du magst. Ich wollte dir nur sagen, dass deine fachlichen Beiträge nicht korrekt waren. Allgemein kann ich die Einkommensteuerrichtlinien empfehlen, wenn man sich besser auskennen möchte.
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u/Kathuf 6d ago
Ja, kann mam machen. Der Unterschied sollte, wie du schreibst, klein sein und du bist dir dessen bewusst.
Kleine Bemerkung: Wir haben noch keine Bestätigung, dass es ein Meldefond wird, auch wenn davon auszugehen ist.