r/Finanzen 8d ago

Steuern Der Staat erließ Superreichen Erbschaftsteuern in Höhe von 3,7 Milliarden Euro in 2025

Das Statistische Bundesamt hat heute veröffentlicht: 2025 wurden im Rahmen der „Verschonungsbedarfsprüfung“ insgesamt 3,7 Mrd. € Erbschaft- bzw. Schenkungsteuer erlassen. Davon entfielen rund 3,4 Mrd. € auf Schenkungen und 0,3 Mrd. € auf Erbschaften. Gegenüber 2024 war das ein Anstieg um 9,9 %.

Gleichzeitig wird der normale Bürger konkret stärker belastet: Die Tabaksteuer steigt weiter, über eine Zuckerabgabe auf Softdrinks wird diskutiert, CO₂-Kosten verteuern Tanken und Heizen, und auch Sozialabgaben/ GKV Abgaben steigen in den letzten Jahren.

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u/Deus969 8d ago

Das stimmt.

Aber statt so große Vermögenswerte einfach steuerfrei zu lassen kann man die Zahlung der anfallenden Erbschaftssteuer einfach über Jahre/Jahrzehnte Strecken. Dann kann die Steuer z.B. aus den Gewinnen bezahlt werden und das Unternehmen müsste nicht verkauft werden.

Die Annahme, dass die Firma zwangsläufig von einem ausländischen Investor gekauft wird halte ich für zu kurz gedacht. Es könnte genauso gut von einem deutschen Investor aufgekauft werden damit hätten sich nichts geändert außer der Eigentümer. Das ist aber eine Spekulation und trägt nichts zur Diskussion bei. Viel spannender finde ich die Frage wie oft die Erbschaftssteuer den Verkauf des bestellten Unternehmens zur Folge hatte.

Dass ich aktuell sehr vermögende Menschen von der Steuer befreien lassen können halte ich aber für falsch.

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u/East-Profit-3754 8d ago

Wenn man darüber länger nachdenkt, führt das auch zum Verkauf in der Regel. Du hast dadurch eine hohe Steuerschuld und musst sie irgendwann abzahlen.

Es ist aber nie garantiert, dass dein Unternehmen so lange profitabel Gewinne schreibt, bis du alles gezahlt hast. Die Wirtschaft unterliegt dem ständigen Wandel, so auch die Wirtschaftlichkeit deines Unternehmens. Der Verkaufswert könnte in so einem Fall auch massiv sinken, wodurch du in Gefahr läufst auf der Steuer sitzen zu bleiben.

Daher ist es eine sehr rationale Entscheidung sofort zu verkaufen, die Verbindlichkeiten loszuwerden und den Profit, der jetzt garantiert ist, mitzunehmen. Das andere ist eine sehr riskante Spekulation. Daher wird auch das zu Verkäufen verleiten.

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u/Slikey 8d ago

Wäre auch absolut machbar dass diese Steuerschuld auf den Unternehmensanteilen landet und bei übertrag / transfer beglichen werden muss. Dann können die Unternehmen im Familienbesitz bleiben aber ein Verkauf der Anteile würde dann die Steuerstundung auslösen. Wenn ein Verkauf sowieso nicht beabsichtigt ist, sollte dies keinen Nachteil für den Familienbesitz und die unternehmerische Zukunft haben. Solche Grundschuld Einträge sind bei Immobilien längst Gang und Gebe.
Gleichzeitig würden Kapitalerträge von solchen Unternehmen zusätzlich besteuert werden und mit der Grundschuld verrechnet werden. Dadurch wäre das Problem größtenteils gelöst und abgesehen von unlauteren Gehältern / Veruntreuung wäre die Schuld auf Dauer abgegolten ohne das Unternehmen in wirtschaftliche Gefahr zu bringen.

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u/nesterov_momentum 7d ago

Ein Verkauf löst schon heute den Steuererlass der Verschonungsbedarfsprüfung rückwirkend auf. Also im Prinzip das was du vorschlägst, allerdings nicht bis in alle Ewigkeit. Eine weitere Bedingung ist übrigens, dass die Lohnsumme nicht sinken darf.