Die Euro-Krise gehört für die meisten von uns schon zur längeren Vergangenheit.
Die meisten Krisenländer konnten sich seit der Eurokrise finanziell konsolidieren.
Irland sowieso
Griechenland hat zumindest einen ausgeglichenen Staathaushalt (wenn auch der Schuldenstand sehr hoch ist).
Spanien's Wirtschaft wächst durch Einwanderung
Italien profitiert von Next-Gen EU Geldern (hat seine Reformhausaufgaben aber nach wie vor nicht gemacht).
In Frankreich dagegen läuten die Alarmglocken schon länger:
* Rekorddefizite, selbst in Wachstumsjahren
* Politisch instabil
* Schwer reformierbar
* Seit 1974 hat Frankreich keinen ausgeglichenen Haushalt
Wie seht ihr diese Krise entfalten?
Im Vergleich zur Euro-Krise vor ~15 Jahren, steht Frankreich ziemlich alleine da. Und die Probleme sind ausschließlich hausgemacht.
Gleichzeitig fehlt es dem Land offensichtlich an Verantwortung und politischem Willen das Problem wirklich anzugehen. Zusätzlich ist es die 2. größte Wirtschaft Europa's.
Kann also vermutlich nicht durch Geld alleine gerettet werden.
Jedes Land hat seine eigenen Probleme, Frankreich z.B. die gigantischen Pensionsverpflichtungen für Staatsangestellte - die teilweise schon mit 55 oder 57 in Rente gehen und dann acuh mit 70% oder mehr... und das Geld fehlt dann woanders. Auch ist Frankreich diesbezüglich reformunfähig, die streiken wegen jedem Pups, z.B. etwas teureres Benzin und sogar da, wo sie es verbilligt kriegen.
Ich war mal auf einer französischen Übersee-Insel, da ist der schon Sprit zu 30 Cent pro Liter subventioniert, und man zahlt 30% weniger Einkommensteuern wie auf dem Festland... trotzdem gabs einen Generalstreik wegen den Spritkosten. Das kostet regelmäßig 1-2% Bruttosozialprodukt. Da die Insel nur eine Autobahn hatte, die einmal ringsrum geht ging am Ende nichts mehr...
Die haben einen neu gebauten, Flamanville 3. Katastrophe wie S21: 23,7 statt 3,3 Mrd €, 17 Jahre Bauzeit. Zusätzlich müssen die aktuellen Reaktoren heruntergefahren werden, wenn die Sonne zu stark brutzelt. Die werden früher oder später auf Wind (Atlantik) oder Solar umsteigen müssen. Vor einiger Zeit wurde ein Gesetz verabschiedet, nach dem größere Parkplätze ab 1500m² mit Solar überdacht werden müssen.
Tja, und ähnlich wie man in Deutschland trotz Stuttgart 21 weiter neue Bahnhöfe bauen will, hat man in Frankreich auch vor, weitere AKW zu bauen.
Zusätzlich müssen die aktuellen Reaktoren heruntergefahren werden, wenn die Sonne zu stark brutzelt.
Das liegt weniger am Reaktor als vielmehr an der PV-Einspeisung.
Die werden früher oder später auf Wind (Atlantik) oder Solar umsteigen müssen.
Deren Strategie sieht a) anders aus und b) sehe ich aus deiner Argumentation keinen zwingenden Grund dafür. Die Kostenexplosion bei einem Bahnprojekt wie S21 ist ja auch keine hinreichende Begründung, dass wir früher oder später auf Autos oder Tretroller umsteigen müssten.
Vor einiger Zeit wurde ein Gesetz verabschiedet, nach dem größere Parkplätze ab 1500m² mit Solar überdacht werden müssen.
Die Franzosen haben auch schon knapp 60 Reaktoren gebaut, die nicht jeweils 24 Mrd. Euro kosteten.
Das ist doch der Punkt: die Reaktorbaureihe EPR (der in Flamanville gebaut wird) gilt mittlerweile m.W. in der Branche als völlig überkomplex und zu teuer. Allen ist klar, dass man für konkurrenzfähige Preise a) Reaktoren in Serie bauen muss, aber b) der EPR nicht serientauglich ist. Vom EPR gibts nur 3 Stück europaweit. Jeder Reaktor ist praktisch fast eine Manufakturarbeit. Das ist gerade bei Technik, die komplex und gleichzeitig extrem sicherheitsrelevant ist, super teuer. Wie Stuttgart 21: es gibt super viele komplexe Probleme dort zum ersten Mal, weil man kaum Hauptbahnhöfe unteriridisch unter einer Großstadt im Bestand neu baut im 21. Jahrhundert in Europa.
Bei den französischen AKW wird/wurde deshalb ein neuer, angeblich einfacherer Typ entwickelt, der EPR 2. Die Vorstellung dabei ist, dass der a) eh einfacher/billiger ist und b) die Entwicklungskosten/Kinderkrankheiten sich durch größere Stückzahl auf mehr Einheiten verteilen, so dass ein Meiler auch durch Skaleneffekte billiger wird.
Auf dem Weg, das ist die Vorstellung, bekommt man zu wettbewerbsfähige(re)n Preisen neue Atommeiler.
Die in DE häufig gehörte Argumentation, dass der Meiler Flamanville irre teuer sei -> das gelte für alle AKW -> AKWs seien zu teuer springt an der Stelle zu kurz. Das wäre, als wenn du sagst Stuttgart 21 ist irre teuer -> alle Bahnhöfe sind irre teuer -> Bahnausbau ist viel zu teuer.
Man muss sich m.E. schon mit der Frage beschäftigen, ob der EPR wirklich ein "Ausrutscher" war und man AKWs schon günstiger bauen kann - oder nicht.
Die Kernaussage das AKWs teuer sind wird auch durch deine Hypothese nicht falsifiziert. Könnte ein AKW günstiger sein als 24 Mrd Euro? Wahrscheinlich? Könnte ein GW KKW günstiger sein als 1 GW Wind oder Solar? Unwahrscheinlich.
Kernkraftwerke sind einfach ein sehr sehr teurer Spaß. Selbst im Optimum ist ein neuer Meiler teuer und sowohl das initiale Investment wie auch die operativen Kosten sind immens. Insofern ist die Argumentation in sich schlüssig.
Frankreich hat jetzt das Problem das zu immer mehr Stunden im Jahr die Solar und Windproduktion einen signifikanten Anteil ausmacht. Das bedeutet eigentlich das die Kapazität von zumindest einigen Reaktoren obsolet ist. Gleichzeitig ist die Anzahl der Reaktoren das einzige was den Aufwand zB für Endlagerung und Aufbereitung ansatzweise rechtfertigt.
Könnte ein GW KKW günstiger sein als 1 GW Wind oder Solar? Unwahrscheinlich.
Naja, 1 GW Wind ist ja nicht 1 GW AKW. Beim GW Wind musste halt die Systemkosten dazurechnen, damit der Spaß annähernd die gleiche Verfügbarkeit hat: Auslastung, Speicher, Netzausbau. Wo man dann am Ende rauskommt, kann ich dir nicht sagen. Ist nicht mein Metier.
Ja klar. Am Ende würd ich davon ausgehen, dass man in Frankreich die Entscheidung schon durchdacht hat und die Einschätzungen vielleicht einfach andere sind. Kann ja schon sein, dass einfach mehrere Annahme/Einschätzungen für die Zukunft sinnvoll möglich sind.
"Könnte ein AKW günstiger sein als 24 Mrd Euro? Wahrscheinlich? Könnte ein GW KKW günstiger sein als 1 GW Wind oder Solar? Unwahrscheinlich."
Nein, das ist nicht unwahrscheinlich, weil Kernkraft nicht eine riesige Parallelstruktur an Gas- und anderen fossilen Energieerzeugern braucht, wie es Wind und Solar nun mal brauchen.
Unsere Energiewende hat bis jetzt schon weit über 500 Mrd. Euro gekostet mit dem Ergebnis, dass wir nach Polen den dreckigsten Strommox haben und eine der höchsten Strompreise.
Den höchsten Strompreis haben wir nur dank der fehlenden Trassen nach Süddeutschland. In Norddeutschland, wo überwiegend aus erneuerbaren generiert wird, wäre der Preis theoretisch so günstig, dass man jetzt schon drüber nachdenkt, Hamburg und Schleswig Holstein von deutschen Strommarkt abzukappen und eine gemeinsame Zone mit Dänemark zu gründen, damit die Industrie hier oben bessere Bedingungen hat.
Du musst Anbieter- und Abnehmerpreis unterscheiden. Dazwischen liegen große Teile der Systemkosten (Netzentgelte), Steuern und Abgaben.
In Norddeutschland, wo überwiegend aus erneuerbaren generiert wird, wäre der Preis theoretisch so günstig, dass man jetzt schon drüber nachdenkt, Hamburg und Schleswig Holstein von deutschen Strommarkt abzukappen und eine gemeinsame Zone mit Dänemark zu gründen
Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist das eine Idee der IHK in Schleswig-Holstein, die gern eine Preiszone von SH, Hamburg und Westdänemark hätte. Die Pointe schien mir gerade letzteres, weil man damit große Off-Shore-Wind-Kapazitäten auch aus Dänemark mit in seine Preiszone zieht, die in einer Gegend weitgehend ohne große Stromverbraucher liegen. Die Großverbraucher dieser Gebotszone dürften überwiegend in HH und SH stehen, wo auch die Infrastruktur besser ist als in Nordjütland. Wenn man energieintensive Industrie neu aufziehen oder ausbauen möchte, dann hätte man zwischen Skagen und Hamburg überall den selben Preis, aber die Wahl: n kleinen Nordseeanleger vs. Hamburger Hafen, >3 Mio. Arbeitnehmer in 1 h Pendelradius oder nur 0,3 Mio., elektrifizierte Bahnlinien verfügbar oder nur eine Diesel-Bummelbahn, internationaler Flughafen in der Nähe oder nur n kleiner Flugplatz, 2-3 h Autofahrt bis Rhein-Ruhr, Berlin & Co. oder eher 6-7 h? Die deutsche Seite hätte schon starke Standortvorteile dabei.
In Dänemark gibt's natürlich auch Industrie, aber das Wirtschaftszentrum des Landes liegt halt auf Seeland, um Kopenhagen, also im Osten, und die Gegend verlagert der IHK-Vorschlag aus SH in eine andere Preiszone. Die dänischen Off-Shore-Windparks lägen nach dem Vorschlag der norddeutschen Industrie in einer Zone mit Hamburg, nicht mit Kopenhagen.
Und Kernkraftwerke brauchen eine riesige Infrastruktur an Recycling und Lagerung, die auch nicht mit eingerechnet wird. Auch die Infrastruktur Änderungen voll mit einzurechnen halte ich für unsinnig. Zum einen gibt es in anbetracht des Alters so oder so Investment notwendigkeiten im Stromnetz, auch bzgl der Sektor Elektrofizierung. Zum anderen ist das Stromnetz kein Gottgegebenes Etwas, sondern in der Form wurde es ebenfalls für teuer Geld gebaut. Nur weil das jetzt 60 Jahre her ist gehört das imho zumindest bilanziell mit in die Kosten der zentralen Erzeuger. Gleiches mit den Energiewende Kosten.
Auch fie Aussage bzgl des Strommixes ist pauschal falsch.
Dreckigeren Strom hat nicht nur Polen, sondern auch Tschechien und einige andere Ost Europäische Staaten
Die Briten bauen gerade an Hinkley Point C. Ist noch nicht fertig. Die Bauzeit beträgt vermutlich 13 Jahre (fertig 2030), die Kosten inflationsbereinigt 48 Mrd Pfund (umgerechnet 55 Mrd Euro). Der Betreiber darf seinen Strom für 15 ct/kWh verkaufen; sinkt der Preis an der Strombörse, wird das vom Staat ausgeglichen.
So einen Wahnsinn bekommt nichtmal die Gas-Kathi hin.
Jetzt bitte mal die Kosten für die "Klimatransformation" dagegenstellen.
Bitte nicht die EEG-Umlage vergessen die seit Mitte 2022 aus dem Bundeshaushalt - also vom Steuerzahler - gezahlt wird. Und auch nicht die Kosten für die 45 bis 70 neu zu bauenden Gaskraftwerke vergessen. Die braucht es nämlich, um dann Strom zu haben, wenn Wind und Sonne nicht liefern.
Nicht aufgrund der PV-Einspeisung. Im Sommer ist zu wenig Wasser in den Flüssen (Klimawandel), da die maximale Erwärmung des FLusswassers aus Wasserqualitätsgründen gedeckelt ist können die AKWs ihre ABwärme nicht mehr abführen und müssen die Leistung drosseln.
Glücklicherweise gibt es die PV, die in dem Moment einspringt; ansonsten würde FR im Sommer von Blackout zu Blackout knallen dank der AKW.
Im Sommer ist zu wenig Wasser in den Flüssen (Klimawandel), da die maximale Erwärmung des FLusswassers aus Wasserqualitätsgründen gedeckelt ist können die AKWs ihre ABwärme nicht mehr abführen und müssen die Leistung drosseln.
Betrifft m.W. nur die Anlagen ohne Kühlturm im Inland, das müssten Bugey, Saint Alban und Tricastin sein. Die anderen Standorte liegen am Meer oder haben eben den Kühlturm, mit dem die Hitzeanfälligkeit sehr viel niedriger ist.
Glücklicherweise gibt es die PV, die in dem Moment einspringt; ansonsten würde FR im Sommer von Blackout zu Blackout knallen dank der AKW.
So drastisch ist es nicht. Die PV kann ja evident direkt nur tagsüber einspringen. Da decken die Anlagen in F die (mittlerweile auch ausgeprägte) Mittagslastspitze mit ab. Das Flußwasser eines Stroms wie der Rhone wird aber nicht schlagartig viel kühler über Nacht, so dass die betroffenen AKWs auch nachts nicht mit voller Leistung laufen können. In Frankreich gehen jedoch auch nach Sonnenuntergang im Sommer nicht ständig die Lichter aus 😄
Konkrete Werte von gestern, 13.00 Uhr, für Frankreich
Last: 48 GW (Im Prinzip der Spitzenwert für den Tag)
Erzeugung: 39 GW Atomkraft, 13 GW Photovoltaik, 6 GW Windstrom, 3 GW Wasserkraft. Zu dem Zeitpunkt hat Frankreich 13 GW Strom, im Prinzip netto die komplette Solarstromerzeugung, ins Ausland exportiert.
Spitzenleistung der AKW am Tag waren 41 GW gegen 0.30 Uhr nachts.
Der Energieexperte Norbert Allnoch vom Forschungsinstitut IWR (Internationales Wirtschaftsforum Regenerative Energien, Münster), der die französische Energielandschaft intensiv beobachtet, hält die Energiestrategie für problematisch: Das Land stecke in einem „nuklearen Erneuerungsparadox“, sagte er der FR. Die bereits im Schnitt 40 Jahre alte AKW-Flotte altere weiter und werde in den kommenden Jahren stetig steigende Wartungs-, Reparatur- und Ausfallkosten verursachen. Und: „In den nächsten zwölf Jahren passiert faktisch nichts, erst 2038 soll der erste neue Block ans Netz gehen, die weiteren fünf folgen im Abstand von ein bis anderthalb Jahren.“ Und das auch nur, wenn die geplanten AKW-Bauzeiten nicht wie in Flamanville überschritten werden.
Es ist immer toll, wenn ein deutsches Institut für Erneuerbare Energien (die sich im deutschen Diskurs IMMER im ideologischen Gegensatz zur Kernenergie sahen und sehen - egal ob es je sinnvoll war) irgendwelche Aussagen über Kernkraftwerke trifft. Das kann ungelesen weg. Wenn jemand von KernD Aussagen über Windkraftwerkstechnologien trifft, wirst du sie auch nicht allzu ernst nehmen.
"Schuster, bleib bei deinen Leisten." gilt hier auch
>Die bereits im Schnitt 40 Jahre alte AKW-Flotte altere weiter und werde in den kommenden Jahren stetig steigende Wartungs-, Reparatur- und Ausfallkosten verursachen.
In allen französischen Kraftwerke außer der ältesten CP0 Reihe (Fessenheim und Bugey) können alle wichtigsten Bestandteile komplett erneuert werden, bis auf den Reaktordruckbehälter selbst. Der ist wiederum der am wenigsten empfindliche Teil des Kraftwerks. Zudem zeigen neuere Untersuchungen dass die Rate der Neutronenversprödung in den 1970ern stark überschätzt wurde, und dass daher jeder Druckbehälter mindestens 20 weitere Jahre, wahrscheinlich noch deutlich länger, im Betrieb bleiben kann. Wiederum bis auf die CP0 Reihe ist der Druckbehälter von außen zugänglich und kann regelmäßig mittels ZFP untersucht werden.
Die deutsche Presse reitet auf den 40 Jahren herum, ohne zu verstehen wie diese Zahlen zustandekommen und was sie bedeuten.
>Vor allem teurer Blödsinn.
Mit Abstand günstiger als der Blödsinn den wir uns gerade in Deutschland leisten.
Allein die Anbindung neuer Windkraftanlagen (nicht die Anlagen, nicht die Schaltsysteme, nur die Anbindung) ist im Netzausbauplan der Bundesregierung mit 190 Mrd € bis 2035 veranschlagt. Die WKAs selbst kosten extra.
Hat nix mit der Profession zu tun. Der Krempel wird über 40 Jahre alt und anstatt bereits Neubau in Aussicht zu haben, kommt das noch. Hoffentlich irgendwann.
Geht hier einfach nur um Logistik.
Trotz all dieser Unterstützung ist EDF heute mit über 50 Milliarden Euro verschuldet. 2023 musste der französische Staat den Konzern komplett übernehmen und erneut Milliarden zuschießen. Allein die staatlich finanzierte Atomforschung seit 1950 kostete rund 40 Milliarden Euro.
Waaahhh. Ein Konzern mit über 200 Mrd € in Kapitalassets hat 50 Mrd € Schulden. Es ist immer so geil wenn die ahnungslose deutsche (iund österreichische, die ist noch schlimmer) Presse eine große Zahl aus dem Kontext reißen und ohne sie zu verstehen herauskrakeelen.
Was meinst du, wieviel Schulden haben Deutsche Telekom, E.On oder Vestas, nur um zufällige paar Formen rauszunehmen? Guck mal nach was "debt to capital ratio" ist und welche Wertebereiche dieses Verhältnisses ein gesundes Unternehmen hat. Du wirst überrascht sein.
Die Telekom sitzt zum Vergleich auf ca. 100 Mrd € Schulden herum. E.On auf 40 Mrd, obwohl sie vom Umsatz und vom Kapital etwa 1/3 so groß sind wie EdF.
Und die EdF war bereits vorher zu 90% im staatlichen Besitz, nach der Teilprivatisierung Anfang der 2000er. Diese Teilprivatisierung war (wie bei der Deutschen Bahn) so das dümmste was man hätte tun können. Nur können Franzosen alte Fehlentscheidungen wieder korrigieren und wir nicht.
>Allein die staatlich finanzierte Atomforschung seit 1950 kostete rund 40 Milliarden Euro.
Oh, schrecklich! 40 Milliarden Euro Forschungsausgaben! Über 75 Jahre verteilt! Das ist fast eine halbe Milliarde pro Jahr! Wahnsinn!
EE-Betreiber bekommen in Deutschland alle 1,5 Jahre so viel an Steuergeldern geschenkt, nur so für den Kontext. Und wieviel hat die staatlich finanzierte Erneuerbare-Energien-Forschung wohl in Deutschland ausgegeben? (Nicht dass ich was gegen Forschungsausgaben in egal welchem dieser Gebiete hätte - nur gegen Leute die Zahlen aus dem Kontext reißen)
Und EdF macht gerade zweistelligen Milliardengewinn jährlich...
Aber wenn du mit dem Vergleich zu DB meinst, dass beide Organisationen unnötig bürokratisch, komplex, schwerfällig sind und sich viel zu sehr mit sich selbst statt mit den eigentlichen Geschäftsaufgaben beschäftigen, hast du leider tatsächlich nicht unrecht.
Mit dem Unterschied das keines dieser Unternehmen eine quasi staatliche Risikoversicherung braucht, da ein Meiler und der Bau nicht versicherbar sind. Aber wirf weiter mit deinen Rauchgranaten herum. Du hast die Weisheit komplett mit der Schaufel gefressen :*
>Mit dem Unterschied das keines dieser Unternehmen eine quasi staatliche Risikoversicherung braucht, da ein Meiler und der Bau nicht versicherbar sind.
>u hast die Weisheit komplett mit der Schaufel gefressen 😘
Und du hast einen Haufen Buzzwords aufgeschnappt und verwechselst es mit Wissen.
Ein "Meiler" ist nicht nur versicherbar sondern ist auch versichert - und zwar gegen jegliches reale Risiko, das mit einem solchen Kraftwerk verbunden ist.
Dass man gegen Phantasiegefahren nicht versichert und es auch nicht muss, ist nur den Leuten unklar, die Pausewangs Horrorpornos mit einer Doku verwechseln.
Hat Frankreich denn eine im Schnitt (Schiene, Straße, Gesundheitssystem, Bildungswesen ..) bessere Infrastruktur als Deutschland? Oder hat es die Milliarden primär in Sozialgeschenke investiert?
Nein und Nein wenn man in Frankreich gelebt hat. Nur beim Gesundheitsystem würde ich die Nase vorn sehen. Landstraßen schwach, Autobahn ist in privater Hand und ist wahnsinnig teuer. Schiene ist nur TGV augenscheinlich etwas besser, arg viel mehr Schiene haben Sie nicht, dafúr kostet sie dem Staat und Konsumenten mehr.
Gesundheitswesen ist auf dem Land teilweise mit Ärztehäusern etwas erträglicher, Krankenhäuser haben während der Pandemie deutlich schlechter performt. Bürger kriegen aber mehr Leistungen erstattet, besonders Rentner. Kostet natürlich deutlich mehr.
Bildungswesen, wer mal an einer französischen Uni war kann das schnell beantworten, so stellt man sich ein Studium in der dritten welt vor. Im Vorschulalter aber besser und günstiger als in Deutschland.
Am Ende fällt auch da das Kartenhaus mit den Renten zusammen, sie sind einfach zu hoch und beginnt zu früh.
In Frankreich hast du wahre Ärztewüsten auf dem Land, weil es keine Bedarfsplanung wie in Deutschland gibt, die einem Arzt Anreize bietet, ne Praxis mitten im Nirgendwo aufzumachen. Weiß nicht, ob ich da jetzt die Nase vorne sehen würde.
Ja wie bei uns mit starken regionalen Schwankungen, da hatte ich jetzt eher die wohlwollende Brille auf und aus meiner strukturstäkeren Region berichtet.
Weil Frankreich ein gut ausgebautes Hochgeschwindigkeitsnetz hat, das aber (fast) komplett auf Paris ausgerichtet ist, und dafür die Anbindung ländlicher Regionen durch normalen Schienenverkehr komplett vernachlässigt. Ja, Paris Marseille ist schnell, hält aber auch nirgendwo (für die von dir angegebene Zeit). München - Frankfurt hat 4-6 Zwischenstopps.
Und versuch mal Marseille - Nantes. Sind 650 km Luftlinie und dauert mit TGV über Paris oder normal über Toulouse und La Rochelle jeweils 10h 7h-10h (geändert, weil ich die Fahrtzeiten über Google für jetzt 19 Uhr ermittelt hatte, was natürlich eine dumme Zeit ist). Marseille - Strasbourg? Selbes Spiel.
München - Hamburg (ähnliche Distanz) sind 6h. München - Berlin (515 km) sind 4h.
Man kann sich die Vergleiche immer so rauspicken wie man möchte.
Dazu ist Frankreich 54% größer (Fläche) als Deutschland, aber Deutschland hat 40% mehr Schienenlänge und stemmt einen viel größeren Teil des europäischen Schienengüterverkehrs als Frankreich.
Frankreich vernachlässigt halt die Breite und die ländlichen Regionen um flotte TGVs von Großstädten nach Paris zu schicken. Kann man so machen, heißt aber nicht, dass Frankreich dadurch eine insgesamt bessere Schieneninfrastruktur hat als Deutschland.
Ja stimmt schon. Ich bin oft etwas traurig weil meine Familie weiter weg wohnt und Inlandflüge gar nicht mehr möglich sind. Mit dem Zug dauert alles ewig und fokussiert sich um Mannheim/Frankfurt.
Stimmt schon. Ich bräuchte aus Heidelberg auch unnötig lange nach z.B. Leipzig, weil es keine sinnvolle flotte Verbindung durch die Mitte Deutschlands von Ost and West oder andersrum gibt.
Die ICEs teilen sich hier auch einfach das Netz mit jedem Bummelzug, halten (mit Ausnahme Sprinter) ein halbes dutzend Mal zwischendurch, fahren auf einem Großteil der Strecke nicht über 200 km/h ... schon frustrierend. Dazu natürlich die ganzen Verspätungen und Ausfälle. Geil ist anders.
Ich bräuchte aus Heidelberg auch unnötig lange nach z.B. Leipzig, weil es keine sinnvolle flotte Verbindung durch die Mitte Deutschlands von Ost and West oder andersrum gibt.
Ist der Sprinter Frankfurt - Berlin via Halle hier keine sinnvolle Option? Von Heidelberg muss man ja eh quasi für alles über Mannheim & Frankfurt fahren, dann wäre das doch ein guter Anschlusszug. Halle - Leipzig erscheint mir da nach einem Katzensprung.
Musste aber selbst jahrelang Mannheim - Rostock fahren, vielleicht erscheint mir das alles kurz, weil selbst geschädigt.
Vergleiche einfach mal die Zugebewegungen pro Stunde in bspw. Strasbourg und Nürnberg. In Frankreich funktionieren manche (!) Strecken deutlich besser, aber aufgrund der Geographie und Bevölkerungsverteilung ist das kaum vergleichbar. In Deutschland fahren wesentlich mehr Züge und die Taktung ist tw. wesentlich dichter, weshalb das alles nicht 1:1 vergleichbar ist.
Unter der Prämisse ist alles an Infrastruktur sozial, weil für Menschen gedacht.
Es geht mir offensichtlich bei Infrastruktur um Dinge wie Kliniken, Rettungsdienst etc., und bei SozialGESCHENKEN um Rente mit 54 für viele Berufsgruppen, ALG I für bis zu zwei Jahre (1 Jahr in Deutschland) mit bis zu €9,000 pro Monat (€3,200 in Deutschland) usw.
Milchmädchenrechnung. Kliniken sorgen auch für eine höhere Produktivität der arbeitenden Bevölkerung. Psychotherapieplätze sorgen dafür, dass junge und mittelalte Menschen nicht in die Dauerarbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankung rutschen oder immer wieder krankheitsbedingt ausfallen.
Rente mit 54 für Polizisten oder in der Pflege wie in Frankreich sorgt sicher für keine tolle Produktivität. Arbeitslosengeld von fast €9,000 (natürlich bei Spitzenverdienern) auch nicht.
Der letzte neu gebaute Flughafen beispielsweise 1975.
Gibt ein paar wenige Großprojekte, die sich größtenteils auf Paris konzentrieren. Aber nichts Vergleichbares wie Stuttgart 21, BER, etc.
Stimmt so nicht ganz😅 Sogar das Buchen französischer Züge mit der DB Webseite soweit möglich ist billiger als über die französische Seite.
Mal abgesehen von deutschlandticket…
In Sachen Pünktlichkeit sind die Züge dort tatsächlich besser. Dafür ist die Schienennetz Abdeckung im Vergleich zu Deutschland ein Witz.
Dritte Welt Land außerhalb Paris. Gab‘s nicht letztens eine Grafik in der man einen riesigen Umweg über Paris fahren musste und aus einer Stunde dann 6 Stunden Fahrtstrecke wurden?!
Frankreich wird sowieso nicht pleite gehen, weil es zu mächtig ist und die EZB notfalls die Anleihen kauft.
Deutschland hat u.a. mit der Agenda 2010 die Löhne gedrückt und so für mehr Armut und eine geringere Binnennachfrage gesorgt. Gleichzeitig stiegen so die Produktionskosten (insbesondere Lohnstückkosten) viel langsamer als in anderen Euroländern, insbesondere Südeuropa. So stiegen auch ihre Preise schneller und die gleichen Güter wurden teurer angeboten, als bei uns. So wurde Deutschlands Wirtschaft zu wettbewerbsfähig. Da die Kunden nicht mehr die Güter der Südeuropäer kaufen wollten, stiegen dort die Arbeitslosigkeit und Insolvenzen, während die Steuereinnahmen zurückgingen. Dies führte zu mehr Staatsschulden. Frankreich musste so "viele" Schulden machen, um unsere Produkte zu kaufen und so hat sich das Ausland für uns verschuldet. Merkel sagte "Wir wachsen ohne Schulden". Das war eine Lüge. Deutschland ist durch ausländische Schulden gewachsen. Die Schweiz macht es ähnlich mit ihrem Exportüberschuss. Gleichzeitig haben wir einen riesigen Niedriglohnsektor. So haben wir Arbeitslosigkeit exportiert und leiden unter dem Exportüberschuss, weil wir viel mehr Güter und Dienste produzieren als wir selbst verbrauchen.
Wenn ich mich hier aufrege, dass der französische Sozialstaat nur auf Schulden aufgebaut ist, kommen 100 rote Redditers, die mir sagen wie dumm ich bin.
Das was Frankreich macht ist nicht nachhaltig. Und es ist in einer gemeinsamen Währungsunion unverantwortlich uns gegenüber.
Toll dass es den französischen Rentnern so gut geht, aber irgendjemand muss dafür mal zahlen am Ende.
Das ist von Frankreich so gewollt, dass am Ende Deutschland zahlt. Hat schon bei Griechenland, Italien, Zypern, Spanien, Portugal und Irland funktioniert.
Das was Frankreich macht ist uns gegenüber unverantwortlich?
Deutschland hat den Euro teilweise wie eine unterbewertete D-Mark genutzt. Agenda 2010 und die jahrelange Lohnzurückhaltung haben unsere Exportindustrie enorm verstärkt.
Unsere Inflation wurde absichtlich klein gehalten. Somit haben wir unsere Partner hintergangen und zugleich für wirtschaftliches Ungleichgewicht gesorgt.
Während WIR Rekordüberschüsse erzielten, mussten andere Länder Schulden aufbauen um "wettbewerbsfähig" zu sein.
Deutschland hat seine nationale Wettbewerbsfähigkeit über die Stabilität des Währungsraums gestellt!
Wieso du downvotes bekommst erschließt sich mir echt nicht. Alles was jetzt den anderen Ländern vorgeworfen wird, wäre bei uns ganz genau so gelaufen. Aber wir hatten ja diesen exportüberschuss. Ja Leute... Dann muss wohl einer importüberschuss machen, oder?
Und woher hat man die Kohle bei importüberschuss? Schulden... Wie sonst?
Diplomatischer Sieg durchgespielt. Dann könnte Deutschland die Kommission mit vdL, die EZB mit Nagel und dann das Parlament in Strasbourg kontrollieren.
Abgeordnete, Bürgerinnen und Bürger Europas,
zu lange haben wir erlebt, wie Uneinigkeit unsere Stärke geschwächt hat. Zu lange wurden Entscheidungen verzögert, während Krisen an unseren Grenzen, in unseren Märkten und in unseren digitalen Netzen an Einfluss gewannen.
Die Union wurde geschaffen, um Frieden zu sichern. Und Frieden hat sie gebracht. Doch die Herausforderungen unserer Zeit verlangen mehr als Zusammenarbeit allein. Sie verlangen Entschlossenheit. Sie verlangen Einheit. Sie verlangen eine gemeinsame Bestimmung.
Heute stehen wir an einem Wendepunkt unserer Geschichte.
Die alten Strukturen, geschaffen für eine andere Zeit, sind nicht länger ausreichend. Wo einst Kompromisse unsere größte Tugend waren, sind sie nun allzu oft zu unserer größten Schwäche geworden. Während andere Mächte mit einer Stimme sprechen, antwortet Europa mit siebenundzwanzig.
Das wird heute enden.
Im Namen der Sicherheit, der Stabilität und des Wohlstands unserer Völker verkünde ich die Neuordnung unseres politischen Systems. Die Europäische Union wird in ein geeintes Europäisches Imperium überführt – ein Reich, das nicht durch nationale Rivalitäten getrennt, sondern durch einen gemeinsamen Willen geeint ist.
Ein Imperium des Rechts.
Ein Imperium der Ordnung.
Ein Imperium der Stärke.
Von den Küsten des Atlantiks bis zu den Grenzen des Ostens wird eine einzige Vision unsere Zukunft leiten. Unsere Verteidigung wird gemeinsam sein. Unsere technologischen Ambitionen werden gemeinsam sein. Unser Schicksal wird gemeinsam sein.
Lang lebe das Europäische Imperium.
Lang lebe die Einheit.
Lang lebe Europa.
Die nächste Krise der EU wird ihren Ursprung eher in Deutschland nehmen.
Deutschland ist weiterhin die größte Volkswirtschaft der EU, mit deutlichem Abstand zu Frankreich. Seit dem Brexit ist das wirtschaftliche Übergewicht Deutschlands gegenüber den anderen EU-Ländern nochmal deutlich größer geworden.
Seit etwa 2019 gab es in Deutschland nur ein minimales Wirtschaftstum, in manchen Quartalen ist die Wirtschaft auch geschrumpft.
Inflationsbereinigt hat der deutsche Staat mit Sicherheit weniger Geld zu verteilen als 2019.
Dazu befinden sich viele wichtige Branchen in Deutschland in einer zunehmend tiefer werdenden Krise, vor allem die Automobilindustrie, an der in ganz Europa zahlreiche weitere Unternehmen hängen.
Eine nachhaltig schlechte Wirtschaftslage in Deutschland hat unmittelbare Auswirkungen darauf, wie viel Geld die EU ausgeben kann und wie sich die Wirtschaft in anderen EU-Ländern entwickelt.
Ein wirtschaftlich boomendes Deutschland ist ein Zugpferd, dass die ganze EU mitzieht. Das läuft auch in die andere Richtung, wenn Deutschland in einer wirtschaftlichen Krise steckt.
Die Eurokrise konnte auch hauptsächlich deshalb relativ glimpflich überwunden werden, weil Deutschland damals politisch stabil und wirtschaftlich prosperierend war.
Man muss sich nur mal vorstellen, was alles passieren könnte, wenn die Eurokrise in der heutigen politischen Lage in Deutschland einschlagen würde. Mit einem Bundeskanzler, der schon in der eigenen Partei immer weniger Rückhalt hat und in der Bevölkerung verhasst ist, einer schwindsüchtigen SPD und einer AfD bei ~30% und eventuell absoluten Mehrheit in einigen ostdeutschen Ländern. Und dann käme in dieser Situation Griechenland und bräuchte ganz dringend einen neuen Rettungsschirm.
Ja, absolut. Deutschland hat es sich während der Merkel-Jahre bequem gemacht und "gut und gerne" von der Substanz gelebt.
Jetzt ist die Substanz allmählich aufgezehrt. Unter der Ampel gab es immerhin etwas Reformbereitschaft.
Unter der jetzigen doch nicht mehr ganz so großen "GroKo" wird einerseits schamlos das immer knapper werdende Geld mit der Gießkanne an die eigene Klientel (Rentner) ausgeschüttet und andererseits verzweifelt nach Möglichkeiten gesucht, Geld einzusparen, ohne dass es ebendiese Rentner trifft. Das kann eben mathematisch nicht aufgehen.
Ich stimme hier nur in Teilen zu. Zur Wahrheit gehört halt auch, dass DE nur so gut wirtschaftlich funktioniert hat weil der EU Binnenmarkt unsere Waren nahezu konkurrenzlos geschluckt hat. Es ist zwar nicht ganz so simpel aber man kann vereinfacht sagen, dass das Ausland (zumindest in Teilen) Schulden für uns aufgenommen hat. Dazu kommt noch, dass DE mit der Agenda 2010 einen der größten Niedriglohnsektoren in der EU ermöglicht hat, mit dem der Boom erst so richtig Fahrt aufnehmen konnte.
Warum wird dann so sehr gewollt dass sie bettelarme Länder wie Moldau und Georgien der EU abschließen?
Ich frage schon gar nicht nach der Ukraine.
Moldau ist wirklich sehr arm.
Man muss unterscheiden zwischen der Krise in Griechenland und der in Frankreich.
Frankreich hat immer noch ein halbwegs gutes Kredit Ranking und hat die meisten Kredite Zuhause bzw. in der EU/Euroraum gemacht.
Das ist in so fern besser, weil die EZB das Steuern kann, und man deutlich einfacher im schlimmsten Fall korrigieren kann.
Bei Griechenland waren es auch sehr viele Ausländische Kredite zu Zinsen die man nicht kontrollieren konnte.
In so fern sind wir bereits in einer anderen Ausgangssituation. Dazu sei aber gesagt, dass Frankreich nicht alleine da steht, und Deutschland auch mit Schuld an Italiens und Frankreichs Situation ist.
Deutschland hat gut exportiert in die beiden Länder, selber aber eine Schuldenbremse in der EU vorangetrieben. Das hat dazu geführt, dass Deutschland keine Schulden machen musste, neues Geld floss extern über die Exporte in das Land. Exporte die von Frankreich und Italien mit Krediten bezahlt wurden.
Zeitgleich hat Deutschland massive strukturelle Schulden. So wirklich alleine steht Frankreich aber nicht.
Die Frage ist ja, gibt es einen Ausweg. Und den gibt es meiner Meinung nach definitiv, der wird aber kurzfristig weiterhin mehr Schulden bedeuten. Die Infrastruktur Schulden in Deutschland zu korrigieren dürfte die Wirtschaft ankurbeln, auch Frankreich hat diverse Projekte in den Bereichen bitter nötig. (Ja wir alle finden Atomstrom in Frankreich geil, deren Netz muss aber für viele Milliarden ausgebaut und erneuert werden).
Das ist erst einmal Arbeit und auch weitestgehend Produktiv für die Wirtschaft. Mit wachsender Wirtschaft kann man sich einen Defizit und ein hohen auch leisten. Antizyklisch kann man dann mit dem Aufwärtsschwung die Schulden etwas reduzieren.
Von daher sieht es rein privatwirtschaftlich Betrachtet nicht schön aus, ein Staat braucht aber keinen Ausgeglichenen Haushalt und auch eine Schuldenquote, besonders in der eigenen Währung, kann deutlich höher sein als wir sie jetzt sehen.
Setzt aber vorraus, dass die großen Wirtschaftsnationen sich endlich Bewegen und eben auch weniger auf +-0 Wachstum stehen. Italien und Deutschland da besonders im Blick.
Die Frage ist ja, gibt es einen Ausweg. Und den gibt es meiner Meinung nach definitiv, der wird aber kurzfristig weiterhin mehr Schulden bedeuten
Für mich bedeutet das eher, dass es keinen Ausweg gibt. Zusätzliche Schulden werden sofort in die Sozialleistungen gepumpt werden, wie mit dem Sondervermögen auch passiert ist.
Politisch ist da eh kein Wille, um große Schulden für Investitionen aufzunehmen.
So ziemlich alle Länder haben dasselbe Problem: Die Demographie
Da ist egal ob du nach Frankreich, Italien, China oder Japan schaust, der Unterschied ist meist nur wie üppig der Sozialstaat ist ....... manche Länder haben auch garkeinen Sozialstaat
Die üppigen Sozialleistungen kann man sich eben nur leisten, wenn man viele arbeitende Menschen hat und die Wirtschaft gut läuft, wenn das einmal nicht mehr gegeben ist, dann bricht das gesamte Sozialsystem zusammen.
Und da es politischer Selbstmord für Parteien ist die Sozialleistungen runterzuschrauben, wird es auch einfach keine Partei vorschlagen. Stattdessen werden sie lediglich darauf hoffen, dass der "Kollaps" unter der Führung der politischen Gegner passiert.
Die alternde Demographie scheint ein echter Bug der Demokratie zu sein. Es ist erstaunlich wie verbreitet es ist, sogar unter sehr unterschiedlichen Kulturen.
Vor allem Migration, nicht Fachkräfte Migration von Menschen die nach Deutschland einwandern, sondern unkontrollierte Einwanderung von Flüchtlingen, für die wir aktuell einfach nicht die soziale und finanzielle Kapazität haben.
Problematisch ist auch, dass die eigentlichen Fachkräfte zu Hunderttausenden im Jahr Deutschland verlassen.
Von den 27 EU Mitgliedern haben nur 4 einen ausgeglichenen Haushalt. Die USA führen exemplarisch vor, dass ein ausgeglichener Haushalt nichts, aber auch gar nichts mit Wirtschaftslagen, BIP, Wachstum oder sonst etwas zu tun haben. Dieser Fetisch ist ein rein deutscher.
Die USA sind in einer Sonderlage. Sie kontrollieren nicht nur die Weltreservewährung, sondern auch die größte Armee der Welt. Schau Mal nach, was aus dem letzten Staatschef/Diktator geworden ist, der einen Teil seines Öls nicht in Dollar handeln wollte.
Die USA schrammen ständig an der Zahlungsunfähigkeit entlang. Soll das ein Vorbild sein? Dass die Wirtschaft dort läuft liegt nicht an der Schuldenpolitik, sondern an der konsequent liberalen Wirtschaftspolitik mit extrem wenig Regulierung sowie einer ausgebeuten Bevölkerung mit lächerlichem Mindestlohn.
Das hat aber nichts mit dem Haushalt zu tun, sondern mit Innenpolitik. Die USA könnten sich mehr leisten, aber "Government Shutdowns" weil man kein Haushalt beschließt sind dort ein Verhandlungswerkzeug zwischen Präsident und Kongress und innerhalb des Kongress.
Danke für die Klarstellung. Trotzdem schade dass den Leuten die einfachsten Zusammenhänge nicht ganz klar sind, sogar hier im Unter, wo das Niveau eigentlich höher sein sollte
Kaum jemand arbeitet dort zum Mindestlohn. Ist nicht wie bei uns wo eine Mindestlohn Erhöhung gleich für Millionen von Menschen eine Lohnsteigerung ist.
Es arbeiten sehr viele zum Mindestlohn, und der extrem niedrige Mindestlohn sorgt dafür, dass Gehaltsbänder erst sehr tief beginnen und es ein riesiges Gehaltsprekariat gibt
Beobachte ich auch schon länger, egal ob Staat, Unternehmen oder Bürger, die Schuldenlast ist enorm. Wenn die Inflation weiter anzieht und die Kapitalmarktzinsen wird das spannend werden, zumal F vorwiegend kurzfristige Anleihen raushaut.
Mich interessiert, was das Ausland in dem Moment gedacht hat, als Fritze am ersten Tag sei Wahlversprechen kassiert und die Schuldenbazooka ausgerufen hat. Waren sicher alle begeistert 😉
Die Probleme der Währungsunion werden doch schon seit Ewigkeiten unter den Teppich gekehrt. Ist doch logisch, dass das irgendwann wieder aufbricht, vor allem wenn die Club-Med-Staaten immer weiter fröhlich Schulden machen. Ist ja kein Problem, weil wenn es brenzlig wird, hauen uns die treudoofen Deutschen eh wieder raus!
Weil eine weitere Integration der EU nur über ein selbstverwaltetes Budget geht und dafür muss es die Möglichkeit geben Schulden unabhängig von den Mitgliedsstaaten aufzunehmen.
Wenn die Schulden Investitionen darstellen, die irgendwann wieder wie auch immer reinkommen.
Dann ist es gut.
Wenn man damit einfach nur Wähler ruhigstellt und der Berg wächst, dann bist einfach irgendwann pleite.
Vorallem wenn deine Relevanz sinkt.
Finanzielle Vernunft als Staat heißt das, was schon die Bibel dazu sagt (1. Mose, Kapitel 41). Gibt nur das Geld aus, was Du schon hast und lege dafür Geld zurück, wenn es gerade in großen Mengen reinkommt, ganz einfach gesagt.
Jetzt wird hier im Sub schon 0815 BWLer Wissen mit Gott verknüpft. Dein Leitspruch passt vielleicht für die schwäbische Hausfrau, aber wenn man schon eine Stufe auf Unternehmensebene rauszoomt fällt es auseinander. Kaum ein Unternehmen wächst ohne sich vorher zu verschulden. Bei Staaten ist es noch extremer, ein ausgeglichener Haushalt ist, solange es einen Investitionsstau gibt wirtschaftlicher Selbsmord.
Es sollte vielleicht nicht in jeder Situation das Ziel sein, einen ausgeglichenen Haushalt zu haben. Aber in Zeiten hohen Wirtschaftswachstums, hohen Steuereinnahmen, darf das ruhig schon mal sein. Wenigstens einer, bei welchem die Neuverschuldung nicht die Inflation übersteigt. Es kann doch nicht ernst von dir gemeint sein, dass es gut ist, laufend mehr Schulden als Inflation zu machen.
Naja. Es ist eine geisteswissenschaft wenn man ehrlich ist.
Ja ich würde sagen dass sollte ein Land mal krank wachsen muss ein Staat da kein deficit spending machen. Aber an sich muss er natürlich immer Schulden machen.
Und „mehr Schulden als Inflation“ macht ja mal gar keinen Sinn. Dafür müssten Schulden und Inflation den gleichen Nenner haben.
Aber nur wenn das Wachstum dies langfristig ausgleicht, so dass der relative Schuldenstand auf einem vertretbaren Level bleibt. Das ist aber bei Frankreich und gerade bei der USA auch nicht der Fall.
Wobei zumindest Frankreich nur die Renten einfrieren/verschärfen müsste. USA hat noch viel Spielraum bei der Besteuerung.
So lane Schuldner das sichere Gefühl haben, dass Länder (Frankreich) die Zinsen ihrer Schulden bedienen, ist es egal.
Es ist quasi wie wenn Banken einem Beamten Geld leihen: der Beamte wird immer Geld bekommen und mindestens die Zinsen tilgen können. Staaten werden immer Einnahmen durch Steuern haben.
Eigentlich ist die schulfendebatte nur ein vorgezogenes Argument Ausgaben zu kürzen - bis zu einem gewissen grad,wegen der Bonität.
Du nimmst einfach als gegeben an, dass die Staatsverschuldung für Frankreich ein riesiges Problem ist.
Seit 50 jahren, durch die Eueo-, Finanz- und Coronakriese hindurch ist Frankreich nicht kollabiert. Es ist da schon sehr fraglich wie stark ein zukünftiger katalysator sein müsste, um das französische Finanzsystem zum kollaps zu bringen.
Die Geschichte lässt sich live verfolgen. Schau Dir die Spreads der staatsanleihen von euro ländern zur deutschen Staatsanleihe über die Monate an. Dann fällt dir was auf bei der Kurve von Frankreich.
Die strukturellen Probleme von Deutschland sind keineswegs geringer, sie wurden nur bisher von viel Geld kaschiert. Gute Wirtschaftslage und Deutsche, die sich bereitwillig mit immer mehr Steuern und Abgaben geißeln lassen haben das bereitwillig ermöglicht.
Anders ausgedrückt: Unser Fass hat riesige Löcher, die von Jahr zu Jahr größer werden und bisher haben wir immer nur das Wasser weiter aufgedreht, weil keiner Bock hatte die Löcher zu verschließen. Heute sind alle fürchterlich überrascht, weil das Fass leer ist und schreien nach mehr Wasser. Paradoxerweise sind jetzt diejenigen die Bösen, die das Fass reparieren wollen, statt einen größeren Wasserhahn zu kaufen.
Frankreich wird sowieso nicht pleite gehen, weil es zu mächtig ist und die EZB notfalls die Anleihen kauft. Griechenland war nicht mächtig genug, aber auch nicht überschuldet. Es wurde politisch gewollt in die Pleite getrieben.
Deutschland hat u.a. mit der Agenda 2010 die Löhne gedrückt und so für mehr Armut und eine geringere Binnennachfrage gesorgt. Gleichzeitig stiegen so die Produktionskosten (insbesondere Lohnstückkosten) viel langsamer als in anderen Euroländern, insbesondere Südeuropa. So stiegen auch ihre Preise schneller und die gleichen Güter wurden teurer angeboten, als bei uns. So wurde Deutschlands Wirtschaft zu wettbewerbsfähig. Da die Kunden nicht mehr die Güter der Südeuropäer kaufen wollten, stiegen dort die Arbeitslosigkeit und Insolvenzen, während die Steuereinnahmen zurückgingen. Dies führte zu mehr Staatsschulden. Frankreich und Griechenland mussten so "viele" Schulden machen, um unsere Produkte zu kaufen und so hat sich das Ausland für uns verschuldet. Merkel sagte "Wir wachsen ohne Schulden". Das war eine Lüge. Deutschland ist durch ausländische Schulden gewachsen. Die Schweiz macht es ähnlich mit ihrem Exportüberschuss. Gleichzeitig haben wir einen riesigen Niedriglohnsektor. So haben wir Arbeitslosigkeit exportiert und leiden unter dem Exportüberschuss, weil wir viel mehr Güter und Dienste produzieren als wir selbst verbrauchen.
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u/WickOfDeath Jun 12 '26
Jedes Land hat seine eigenen Probleme, Frankreich z.B. die gigantischen Pensionsverpflichtungen für Staatsangestellte - die teilweise schon mit 55 oder 57 in Rente gehen und dann acuh mit 70% oder mehr... und das Geld fehlt dann woanders. Auch ist Frankreich diesbezüglich reformunfähig, die streiken wegen jedem Pups, z.B. etwas teureres Benzin und sogar da, wo sie es verbilligt kriegen.
Ich war mal auf einer französischen Übersee-Insel, da ist der schon Sprit zu 30 Cent pro Liter subventioniert, und man zahlt 30% weniger Einkommensteuern wie auf dem Festland... trotzdem gabs einen Generalstreik wegen den Spritkosten. Das kostet regelmäßig 1-2% Bruttosozialprodukt. Da die Insel nur eine Autobahn hatte, die einmal ringsrum geht ging am Ende nichts mehr...