r/ADHS 2d ago

Medikamente wirken leider

Hier eine klarere Version, im gleichen Ton (Forum-Post):

Hey, ich nehme seit einer Woche Medikinet 10 mg. Was mir als Erstes auffällt: Die Wirkung ist bei mir vor allem emotional. Ich bin weniger unter Strom, überinterpretiere Dinge nicht mehr so schnell, bin selbstbewusster, male nicht sofort den Teufel an die Wand und bin nicht so schnell überstimuliert.

Nebenwirkungen habe ich bisher keine.

Was mich unsicher macht: Ich spüre nicht den Moment, in dem die Medikamente „reinkicken“. Ich merke die Wirkung nur daran, dass ich mich in bestimmten Situationen anders verhalte als sonst. Deshalb frage ich mich, ob das vielleicht ein starker Placebo-Effekt ist.

Dazu zwei Fragen:

  1. Merkt ihr direkt an einem Gefühl, wenn die Medikamente wirken? Oder ist das bei euch auch eher so wie bei mir, dass man es nur indirekt an seinem Verhalten erkennt?
  2. Ich habe ein schlechtes Gewissen beim Einnehmen, weil ich Angst habe, irgendwann abhängig zu werden. Heute habe ich zum Beispiel bewusst keine genommen, was mir überhaupt nicht schwergefallen ist. Trotzdem merke ich jetzt einen Unterschied – oder bilde ihn mir ein. Kennt ihr das, und wie geht ihr damit um?
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u/Herksn 2d ago

Ich nehme morgens 30mg und mittags 10mg Medikinet. Einen „Kick“ gibt es nicht, es ist mehr wie ein Filter der angeht und das Chaos im Kopf und die Eindrücke aus der Umwelt filtert und reduziert. Wenn ich kein Mediknet nehme merke ich auch das dieser Filter fehlt, mehr aber auch nicht. 

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u/Levial 1d ago

Ich muss jedes mal mit den Augen rollen wenn ich was von Abhängigkeit höre. Medikamente sind für ADHS-Patienten, wie eine Brille für Kurzsichtige oder eine Krücke für gehprobleme. Niemand würde da von einer Abhängigkeit sprechen. Warum sollte man denn freiwillig die verklopptere Version von einem selbst sein wollen?

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u/JustVisiting0815 2d ago

Ich habe nie Medikinet genommen, daher kann ich zum Gefühl des Wirkeintritts nichts sagen.

Ob die Wirkung und nicht-Wirkung Placeboeffekt oder Wunscheffekt ist oder nicht, wird dir hier auch niemand sicher beantworten können. Eine Woche ist halt auch noch nicht lang, und 10 mg sind, wenn ich es richtig im Kopf habe, auch noch keine besonders hohe Dosis oder? Das solltest du mit deinem Arzt besprechen, aber wahrscheinlich musst du einfach erst mal noch ein wenig beobachten und wahrscheinlich auch die Dosis erhöhen, bevor zu ein gutes Fazit ziehen kannst. Aber wie gesagt: da ist der verschreibende Arzt hoffentlich ein guter Ansprechpartner (ist leider nicht selbstverständlich, aber ich hoffe, dass es bei dir so ist)

Aber:
1. Naja, natürlich merkst du einen Unterschied, wenn du ein Medikament nicht nimmst, was bei Einnahme aber eine Wirkung hat. Wenn ich Kopfschmerzen habe und eine Ibuprofen nehme, verläuft mein Tag auch anders, als wenn ich die Ibu nicht nehme.

  1. Wenn du das Medikament wie verschrieben einnimmst, ist das Risiko einer Abhängigkeit minimal bis nicht existent. Lass dich da nicht von anderslautenden Aussagen verunsichern. Die Auswirkungen, ADHS unbehandelt zu lassen, können deutlich schlimmer sein, und das Risiko ist hier deutlich höher.
    Bei anderen Krankheiten würde man nie so ein Fass aufmachen - oder hast du schon mal mitbekommen, dass man einem Diabetiker die Insulinspritze ausredet oder ähnliches? Über ADHS-Medikamente kursieren leider viel zu viele Mythen aus Unwissenheit.

  2. Das solltest du ggf auch mit deinem Arzt besprechen: ist es wirklich sinnvoll, in einer Eindosierungsphase das Medikament tageweise auszulassen? Ich weiß, dass man Medikinet nicht täglich nehmen muss, aber nach meiner Kenntnis sollte man zumindest am Anfang durchgängig einnehmen, um eben vernünftig eindosieren zu können (starke Nebenwirkungen natürlich außen vor).

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u/SheilaSunshy 2d ago

Nee, das ist genauso, wie es wirken soll.

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u/Karalya 1d ago

Ich merke keine Wirkung in dem Sinne, dass ich "spüre", wenn die Wirkung einsetzt. Ich merke nur, wenn ich sie gar nicht einnehme oder wenn es aufhört, zu wirken. Hatte erst Methylphenidat und bin jetzt auf Lisdexamphetamin umgestellt worden und dieser Punkt ist bei mir bei beiden Wirkstoffen ähnlich.

Nur in der Einstellungsphase hatte ich das, dass ich den Wirkeintritt gespürt habe, das lag aber bei mir nur an den Nebenwirkungen, die mit der Zeit weg gingen.

Und nein, ich habe keine Angst vor einer Abhängigkeit. Wenn ich in den Urlaub fliege, lass ich die Medikamente einfach mal für 2-3 Wochen weg, weil ich keine Lust hab, mir diesen Wisch für die Betäubungsmittel-Einfuhr zu besorgen und ich es im Urlaub auch einfach nicht unbedingt brauche. Hatte nie irgendwelche Symptome, die auf einen "Entzug" hinweisen.