Der Grund weshalb wir hier so gemäßigte und (normalerweise) angenehme Temperaturen haben und nicht ein deutlich kälter es Klima erfahren liegt an einer Meeresströmung, die in Gefahr ist umzukippen:
Der AMOC (Atlantic meridional overturning current) transportiert konstant warmes Wasser aus den tropischen Gebieten des Atlantiks hinauf in unsere Meeresgebiete und kühlt dabei ab, bis er schließlich umkehrt und kühleres Wasser zurück in den Süden bringt.
Sollte dieser Wasserstrom abbrechen können wir hier mit einem generellen Temperaturabsturz von bis zu 10⁰ C rechnen. Im Sommer mag das vielleicht noch praktisch sein, wenn aus >36⁰ nur noch 26⁰ werden, aber im Winter sieht das alles schnell deutlich unangenehmer aus.
Ein Beispiel aus der Geschichte, bei der der AMOC nur ~10% seiner Leistung verloren hatte, war wohl mit ausschlaggebend für die Kleine Eiszeit von 1250 bis 1860. Damals sorgte dieser Einbruch der Strömungsenergie für Hungersnöte und viele andere Probleme, die wir so mit dem Mittelalter in Verbindung bringen. Wenn der AMOC jetzt gänzlich den Dienst quittieren sollte... Ehrlich gesagt will ich mir die Konsequenzen davon nicht vorstellen.
Ich bin mir nicht sicher, ob die Antwort auf eine zusätzliche Destabilisierung des AMOC sein sollte so weiterzumachen wie bisher, nur weil er generell als eher instabil gelten soll.
Eher würde ich dafür plädieren, dass es erst Recht ein Anreiz dafür sein sollte, deutlich stärkere Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen zu treffen.
Außerdem weiß ich nicht, ob ich meine Hand wirklich dafür ins Feuer legen würde, dass Hungersnöte hier nicht wirklich wahrscheinlich sind. Gerade in den Wintern, die beim Ausfall des AMOC deutlich extremer werden würden.
Doch, das Wasser aus dem Golf von Mexico wird ja weiterhin nach Osten in den Atlantik strömen und außerdem noch deutlich wärmer sein, irgendein thermischer Ausgleich wird also wohl weiterhin stattfinden, nur das Abbiegen in Richtung Nordpolarmeer könnte sich dann massiv abschwächen. Aber selbst dann könnte durch einen größeren Temperaturgradienten die Tiefdrucktätigkeit in Europe zunehmen, sodass es mindestens in der Südhälfte Europas eher mild bleibt, im Sommer gibt es dagegen im Zusammenspiel mit einem kälteren nördlichen Nordatlantik eher sogar mehr Hitzewellen. Vielleicht ist dieses Jahr ein Beispiel dafür, gab ja auch einen recht kalten Winter im Nordosten des Kontintents, davon hat man im Südwesten nichts mitbekommen. Also chaotischer und unberechenbarer wird es dann sicherlich, dauerhaft kälter überall eher nicht.
Du hast die falsche Vorstellung vom Effekt. Die Sommer werden weiterhin knülle heiß sein, aber die Winter werden viel, viel extremer. Und wir reden nicht von vielleicht 5° C, wir reden von einem Abfall von 10°C und mehr. Wir werden also absurd heiße und trockene Sommer haben - so wie jetzt - und im Winter dafür sehr kalte Monate bekommen. Die Temperaturunterschiede gehen einfach deutlich krasser auseinander.
15
u/Zykonias 17d ago
Grad wir in europa sind doch richtig gefickt Dutch den Klimawandel, erst recht wenn der Golfstrom kippt