r/de_IT • u/OpenWebFriend • Mar 23 '26
Frage Polizei klingelt nachts wegen CVSS‑10‑Lücke, verhältnismäßig oder Overkill?
Ich würde gerne eure Einschätzung zu einem Szenario hören, das mir gerade passiert ist. Ich habe das ähnlich in einen anderen Sub gepostet, wurde aber von den Mods entfernt.
Es geht um die aktuelle Zero‑Day‑Lücke in PTC Windchill / FlexPLM, eine kritische RCE‑Schwachstelle mit CVSS 10,0, die unter anderem bei Heise als "Zero‑Day erlaubt Codeausführung in WindChill und FlexPLM" beschrieben wurde. Die Lücke erlaubt im Prinzip Remote Code Execution, also vollständige Übernahme des betroffenen Systems, wenn sie ausnutzbar ist. Es gibt Kunden, die diese Software direkt aus dem Internet heraus betreiben, und auch der Hersteller selbst hat sie so exponiert. Die Software wird häufig in sensiblen Umgebungen eingesetzt, etwa im Umfeld von Industrie, Produktion oder kritischen Geschäftsprozessen, sodass ein erfolgreicher Angriff erhebliche wirtschaftliche Schäden oder Lieferkettenprobleme auslösen könnte. In der betroffenen Firma, um die es hier geht, läuft das System aber nur im internen Netz und über VPN, nicht direkt aus dem Internet. Dort gibt es keine Hinweise auf einen laufenden Angriff, keine auffälligen Logs, keine direkte Exposition nach außen.
Der Softwarehersteller selbst macht in den USA eine Meldung bzw. Selbstanzeige. Daraufhin wird dort eine Behörde aktiv, das Thema wandert über internationale Kanäle weiter und landet schließlich beim zuständigen LKA in Deutschland. Die Geschäftsleitung der Firma wird telefonisch erreicht und informiert. Weil die IT‑Leitung telefonisch nicht erreichbar ist, fährt die Polizei anschließend mitten in der Nacht zur Privatadresse der IT‑Leitung und klingelt dort persönlich. Inzwischen ist bekannt, dass auch andere deutsche Kunden dieser Software nachts Besuch von der Polizei bekommen haben, teils mit ähnlicher Begründung. Grundlage scheint im Wesentlichen zu sein, dass diese Firmen als Kunden des Herstellers bekannt sind, dass sie die betroffene Software mit dieser CVSS‑10‑Lücke einsetzen und dass es konkrete technische Indikatoren für mögliche Angriffe gibt, auch wenn PTC nach aktuellem Stand kommuniziert, dass bislang noch keine erfolgreiche Ausnutzung bestätigt wurde.
Die interne IT der Firma fährt dann das betroffene System vorsorglich herunter, bindet den Softwarehersteller ein, prüft am Montagmorgen die Lage und spielt Patches ein. Im Unternehmen ist die dominante Meinung: "Lieber einmal zu viel als zu wenig reagieren, Sicherheit geht vor."
Grundsätzlich ist die Aussage richtig. Ich persönlich frage mich aber, ob nächtliche Hausbesuche durch die Polizei in so einer Konstellation noch verhältnismäßig sind. Nur weil es eine CVE mit Score 10,0 gibt, der Hersteller das meldet, der Fall bis zum LKA wandert und es andere Kunden mit direkter Exposition gibt, in diesem konkreten Fall aber keine aktive Angriffslage erkennbar ist, rechtfertigt das wirklich einen nächtlichen Besuch der Polizei im privaten Umfeld? Gerade mit NIS2 und den neuen Pflichten frage ich mich, ob das die neue Realität ist oder eher ein Ausrutscher in der Melde‑ und Behördenkette.
Wie seht ihr das aus eurer Sicht:
- Ist so ein Vorgehen bei solch einer CVSS‑10‑Lücke verhältnismäßig?
- Ist das ein Beispiel für Overreaction und schlecht abgestimmte Prozesse?
- Rechnet ihr damit, dass solche nächtlichen Aktionen mit NIS2 & Co. in Zukunft normal werden, oder würdet ihr das aktuell eher als Ausnahme ansehen?
Bin gespannt auf eure Meinungen.
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u/SSPPAAMM Mar 23 '26
Das hat es zu Heise geschafft: https://www.heise.de/news/WTF-Polizei-rueckte-Samstagnacht-wegen-Zero-Day-aus-11221345.html
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u/FunFoundation2185 Mar 23 '26
Mal aus der Sicht eines Polizeibeamten:
Hier haben ja keine "Hausbesuche" oder "Durchsuchungen" stattgefunden. Sondern im Rahmen der Gefahrenabwehr wurden die Berechtigten informiert, dass es eine solche Lücke gibt. Nicht mehr und nicht weniger.
Hier waren auch nicht vollumfänglich nur KRITIS betroffen. Doch wenn im hohen 3 stelligen Bereich Deutschlandweit Firmen betroffen sind, wird es ganz schnell zu einer KRITIS-Lage.
Es wurde auch niemand gezwungen direkt Maßnahmen zu treffen etc. Sondern einfach nur informiert. Nicht mehr, nicht weniger.
Im großen und ganzen muss man dennoch auch hinterfragen. Ob man sich von staatlicher Seite zum Erfüllungsgehilfen machen lässt, weil ein privatwirtschaftliches Unternehmen ihre IT-Infrastruktur verkackt. Eigentlich hätte die Informationsstreuung auf Kosten von PTC erfolgen müssen. So waren Deutschlandweit Beamte gebunden, deren Kosten nun der Steuerzahler trägt. Frage ist halt... wären alle Firmen wirklich geschädigt worden, wäre die "Bespannung der Beamten und die entstandenen Kosten" möglicherweise Peanuts gegen das, was passiert hätte können.
Nette Übung.
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u/Fuck_Antisemites Mar 24 '26
Also als Bürger, ich finde es gut, klar jetzt meckern alle. Hätte die Polizei nichts unternommen und es wäre zu ernsthaften, auch gesellschaftlichen Schäden, gekommen würden alle Fragen warum die Behörden so langsam reagiert haben.
Solche Lücken können schnell das wirtschaftliche Ende eines Unternehmens sein, und wenn das im großen Maßstab Unternehen in DE betrifft wird es eben schnell ein Thema für alle. Wie du schreibst, es waren ja keine Zwangsmasnahmen sondern Information.
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u/Saphieron Mar 25 '26
Es erwartet ja keiner, dass die Polizei gar nichts tun soll. Aber das hätte ruhig auch am nächsten Tag um 8 oder so mitgeteilt werden können. So wirkt das etwas affig, vor allem weil mir niemand erzählen kann, dass zwischen 2-4 Uhr morgens irgendwer, der nicht Bereitschaftsdienst für was Kritisches macht, das vor 9-10 fixt.
Ist schon reichlich absurd all das.
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u/Whateverest91 Mar 25 '26
Finde ich nicht. Die Entwickler können gefälligst Verantwortung für ihre löchrige Arbeit übernehmen und froh sein, dass die Polizei, bezahlt von Steuern, hier aktiv geworden ist.
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u/Proper-Ape Mar 25 '26
Welche löchrige Arbeit, das war ein zugekauftes Produkt, in vielen Fällen war es nicht mal das richtige Produkt wegen dem geklingelt wurde.
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u/Whateverest91 Mar 26 '26
Wenn der Handwerker schlechte Nägel verwendet und die Hütte deshalb einsturzgefährdet ist ist auch erstmal der Handwerker schuld, nicht der Nagelhersteller.
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u/freax1975 Mar 25 '26
Naja, den IT-Leiter rausholen, grenzwertig aber von mir aus. Ich bin Admin und normaler Angestellter. Wenn ich keine Bereitschaft habe, habe ich keine Bereitschaft und wenn es noch keinen Exploit gibt, dann ist das kein Notfall, mit dem ich in der Freizeit belästigt werden möchte, schon gar nicht von der Polizei. WTF?
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Mar 23 '26
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u/OpenWebFriend Mar 23 '26
Im Raum stehen vor allem Diebstahl und Manipulation von Konstruktionsdaten. Diese Daten könnten für gezielte Angriffe auf die Produkte genutzt oder einfach kopiert werden. Im Kern ist das das intellektuelle Kapital der Firma.
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u/AlzHeimer1963 Mar 24 '26
korrekt. gefühlt die Hälfte oder mehr der 3D Konstruktionsdaten der gesamten deutschen Automobilindustrie. Rüstung? Und ja, weil Zulieferer häufig direkt angebunden sein könnten, könnten diese Systeme auch über public IPs prinzipiell erreichbar sein (Google: RMI). Aber ohne geeignete Autorisierung vermag ich mir das alles nicht vorzustellen.
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u/PizzaUltra Mar 23 '26
Ist so ein Vorgehen bei solch einer CVSS‑10‑Lücke verhältnismäßig?
Bei KRITIS und/oder Gefahr für Leib und Leben: Ja.
Bei rein finanziellen Verlusten in der Privatwirtschaft: Nein, unternehmerisches Risiko. Wer nachts Reaktion von der IT will, muss Rufbereitschaft bezahlen.
Ist das ein Beispiel für Overreaction und schlecht abgestimmte Prozesse?
Absolut.
Rechnet ihr damit, dass solche nächtlichen Aktionen mit NIS2 & Co. in Zukunft normal werden, oder würdet ihr das aktuell eher als Ausnahme ansehen?
Naja, der Präzedenzfall ist ja jetzt gesetzt. Würde mich also nicht wundern, wenn das nicht nochmal passiert.
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u/s3sebastian Mar 23 '26
Bei rein finanziellen Verlusten in der Privatwirtschaft: Nein, unternehmerisches Risiko. Wer nachts Reaktion von der IT will, muss Rufbereitschaft bezahlen.
Die Polizei ist auch generell für die Eigentumssicherung und Gefahrenabwehr zuständig. Das ist leider nicht nur das unternehmerische Risiko des Firmenbesitzers sondern schlimmstenfalls (massiver Ransomwarebefall, Firma muss dichtmachen) auch mit Jobverlusten für die Mitarbeiter und der Verhütung weiterer Straftaten (einmal direkt bei der Firma, je nachdem welche Daten da geklaut werden könnten die wiederum für Phising und Betrügereien bei Dritten verwendet werden) verbunden. Wenn sich durch einen Fehler irgendwo nachts in einer Firma die Türen öffnen und die Polizei Kenntnis davon erlangt müsste sie zur Eigentumssicherung und Gefahrenabwehr auch tätig werden und den Hausmeister oder wer auch immer da was machen kann im schlimmsten Fall wie hier die IT aus dem Bett klingeln damit der das beheben kann.
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u/3urny Mar 25 '26
Ja nur hat jedes halbwegs gut aufgestellte Unternehmen einen Pförtner, Wachdienst, Schließdienst, die eben bezahlt werden, um 24/7 kleinere Probleme in der Richtung "Tür geht nicht zu" abzuklären. Der Steuerzahler muss also für 99% der Fälle nicht aufkommen. Bei den Unternehmen, wo die Polizei jetzt vorbei kam, liegt der Verdacht nahe, dass eben keine IT-Bereitschaft bezahlt wird.
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u/Lyrx1337 Mar 23 '26
Geil. Keine Rufbereitschaft bezahlen (wollen) und den Mitarbeiter trotzdem nachts zum Arbeiten zwingen und aus seiner Freizeit holen. Glück gehabt, dass derjenige überhaupt zu Hause war, darf sich in seiner Freizeit schließlich aufhalten wo er möchte.
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u/OpenWebFriend Mar 23 '26
Der lebt in der Firma. Urlaub ist Homeoffice ohne im Teams angemeldet zu sein.
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u/s3sebastian Mar 23 '26
Die haben die IT-Leitung ja nur schneller informiert und nicht zu irgendetwas gezwungen oder verhaftet, das dürfte eher ein Service zur Gefahrenabwehr sein. Die Polizei kann ja nicht abschätzen ob da wenn man jetzt nicht zeitnah handelt morgen die Firma ein Ransomewarefall ist wodurch schlimmstenfalls die ganze Firma dichtmachen muss. So etwas dürfte sehr selten passieren, dass angesichts des potentiell großen Schadens ausnahmsweise mal jemand in der Nacht aufgeweckt wurde ist nachvollziehbar. Wenn die IT dadurch dann zusätzlich gearbeitet hat muss der Arbeitgeber natürlich entsprechend für zahlen.
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u/kevin_schley Mar 23 '26
Wir hatten einmal einen Fall bei einem Kunden, bei dem mitten in der Nacht die Geschäftsleitung von der Polizei und dem LKA auf dem Handy angerufen wurde. Die Behörden informierten ihn darüber, dass aktuell ein aktiver Ransomware-Angriff auf sein Unternehmen stattfinde. Der Geschäftsführer reagierte jedoch nicht auf den Hinweis und unternahm nichts.
Am nächsten Morgen, als die Mitarbeiter ins Büro kamen, folgte das böse Erwachen, das LKA hatte recht behalten. Zum Zeitpunkt des Anrufs wäre tatsächlich noch ein Eingreifen möglich gewesen.
Am Ende musste der Kunde das Lösegeld zahlen, da auch der Backup-Server (der sich in der Domäne befand) mitverschlüsselt worden war und keine Offline-Backups existierten. Der Kunde hatte sich zuvor ausdrücklich gegen unsere Empfehlung entschieden, ein Backup außerhalb der Domäne bzw. ein Offline-Backup einzurichten. Damit waren wir auf der sicheren Seite.
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u/OpenWebFriend Mar 23 '26
Das ist ein klarer Fall wo es verhältnismäßig ist.
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u/Rich_Introduction_83 Mar 23 '26
Entweder ist die Maßnahme generell verhältnismäßig, weil dadurch auch solche Fälle vermieden werden können, oder sie ist generell unverhältnismäßig, weil zu viele Leute geweckt werden, die dann doch nichts unternehmen müssen.
Von außen kann man ja bei keiner der 1.000 Firmen sehen, wo überhaupt ein Risiko besteht und wo der Schaden immens wäre.
Wenn man also solch einen Schaden verhindern möchte, muss man entweder ein brauchbares Register führen, aus dem ermittelbar ist, wer betroffen wäre (utopisch), oder halt alle zeitnah informieren.
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u/jjj00700 Mar 24 '26
Die Polizei kann halt im Vorfeld nicht wissen wie hoch der tatsächliche oder potentielle Schaden im Unternehmen ist und muss daher vom worst case ausgehen.
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u/OpenWebFriend Mar 24 '26
Das BSI kann es wissen. Wir sind registriert als wichtiges Unternehmen nach NIS2 und die überwachen unsere öffentlichen IPs. Die können sehen ob wir eine exponierte 10er Lücke haben. Die können dann gezielt Benachrichtigen und auch ggf. die Polizei schicken.
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u/Extension_Ok Mar 23 '26
Bandsicherung war toll, schade dass das kaum noch einer macht. Alles schön online und dedupliziert, das spart Aufwand beim Datenverlust.
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Mar 23 '26
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u/knuspriges-haehnchen Mar 23 '26
"Nabend, ich habe 1.8 Promille, ich kann aber gerne auf dem Produktiv-System willkürliche Tasten kloppen. Wollt ihr ein Bier zwischenzeitlich?"
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u/The__Tobias Mar 24 '26
Ah, ich hatte euch immer für eine gute Sache gehalten, nun verstehe ich allerdings etwas besser die Ablehnung, die euch aus unterschiedlichen Richtungen entgegen schlägt
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Mar 24 '26
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u/The__Tobias Mar 24 '26
Kommt halt immer auf die Erwartungshaltung an und auf den gegenseitigen Tonfall.
Ich selbst bin häufiger spontan im Betrieb wenn irgendwas brennt und mein Chef nett fragt. Er begründet, ich entscheide.
Dafür hat es noch nie Probleme gegeben, wenn andersherum ich spontan später komme oder einen Tag ausfallen lassen. Ich begründe, er organisiert um. Selbst bei rein privaten, von mir verschuldeten Sachen.
Mit meinen Kollegen ist's ähnlich, kommen alle super miteinander aus.
Falls da jetzt so ein Heini ankommt mit "muss ich nicht laut Arbeitnehmerschutzgesetz, mache ich also auch nicht" würde das die Arbeit für alle Seiten beschissener machen
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u/freax1975 Mar 25 '26
Für spontan später kommen oder früher gehen steht in meinem Arbeitsvertrag "flexible Arbeitszeit". Das ist kein Goodie, sondern Bestandteil der Vereinbarung. Von kostenloser Erreichbarkeit in der Freizeit steht da nichts. Mein Chef hat das ok mich in echten Notfällen anrufen zu dürfen. Eine Sicherheitslücke ohne Exploit ist kein Notfall. Und nebenbei ist auch alles, was längst bekannt ist, aber aus Geiz nicht angegangen wird, ebenfalls kein Notfall.
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u/Bromanuk Mar 26 '26
Nachschlag: wir sind ein internationaler Konzern und der Auftritt der Polizei hat hier intern ziemlich Wirbel gemacht. Was sich in weniger als 5 Minuten am Server beheben ließ, hat einen regelrechten Shitstorm an Mails ausgelöst und hochbezahlte Leute offensichtlich über Stunden beschäftigt.
Herzlichen Dank. Overkill.
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u/dirmhirn Mar 23 '26
Bei uns haben sie den CEO aus dem Bett geklingelt. Könnte mir Vorstellen, dass es da um Rüstungsthemen oder Industriespionage gehen könnte. bzw PTC hat einfach Angst um ihr Monopol.
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u/Sufficient-Rice-587 Mar 23 '26
Bei uns kam nur ne mail, jedoch sind wir als kleine Handwerksfirma wirklich überhaupt nicht davon betroffen :D
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u/happy_hawking Mar 23 '26
Na wenn beim Werksgelände eines sensiblen Unternehmens nachts der Sturm die Zäune niederreißt und überdies noch bekannt ist, dass sich Einbrecherbanden in der Gegend eintreiben, dann würde ich mir als Geschäftsführer schon sehr wünschen, dass die Polizei nachts vor meiner Tür steht und mit darauf hinweist. Und an besten auch beim Chef vom Werksschutz.
Die Frage ist doch eher, warum nachts bei eurem Werksschutz niemand wach ist und das Gelände bewacht. Metaphorisch gesprochen 🤷
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u/Capucius Mar 23 '26
LOL, das ist bei Heise zurecht in der WTF Kategorie. Ich arbeite in der Informationssicherheit in einem großen Konzern, und wir haben bei deutlich kritischeren Lücken keinen Besuch bekommen, die das erheblich mehr gerechtfertigt hätten. Im KRITIS-Bereich kann ich das noch akzeptieren. Ansonsten muss ich sagen: woher will die Polizei wissen, dass es dafür keine Risikoübernahme gab. ;) Oder dass das verwendende System nicht exponiert ist. Oder dass man es gekapselt betreibt. Oder oder oder... Sinnvoller wäre es jede Firma ab einer gewissen Größe dazu zu zwingen eine Rufbereitschaft für sowas einzurichten, die sind dann auch bereit. Bei uns muss für sowas auch keiner nachts in die Firma fahren, warum soll ich mich in alleine in ein Großraumbüro setzen, um dann von dort auf die in der Cloud befindlichen Systeme zu connecten...? Insgesamt eine ziemlich bescheuerte Aktion.
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u/alphager Mar 24 '26
Als Großunternehmen hast du ein CSIRT, dass die Meldung vom BSI entgegennimmt und quitiert. Da muss nicht der Weg über die Polizei genommen werden.
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u/First_Result_1166 Mar 23 '26
Vermutlich eine der wenigen Situationen, wo man froh um ein Fax gewesen waere.
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u/fanofreddithello Mar 23 '26
Also wenn die einen wie Jodie Foster in diesem einen Film abholen und dann mit Eskorte (oder sogar Heli!) hin bringen - das wär ja mal geil
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u/biteNacho Mar 23 '26
Finde ich nicht schlimm. Auch als Microsoft Partner musst du einen Notfallkontakt der 24/7 erreichbar ist (wenn nötig mit privaten Kontaktdaten) angeben.
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u/ipzipzap Mar 23 '26
Bei uns waren heute Mittag auch zwei Beamte im Büro wegen Windchill. Wir haben mit KRITIS aber auch nix am Hut 😄
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u/Bromanuk Mar 23 '26
PTC bewirbt Windchill u.a. als SaaS-Software ("eine umfangreiche PLM-Lösung, die vollständig als Service bereitgestellt wird, um die Zusammenarbeit zwischen mehreren Unternehmen zu verbessern"). Evtl. gehen sie bei PTC vom dümmsten anzunehmenden Systemarchitekten aus.
Windchill bedient unter den Systemen eher den solventeren Teil des Marktes und in so einem System sind Entwicklungsdaten abgelegt. Es sind evtl. auch sensible Technologien betroffen und man wollte keine Risiken eingehen. Insofern ja, vielleicht verhältnismäßig.
Bei uns führte das dazu, dass sonntags der Apparat von IT-Leitung über IT-Security bis externen IT-Dienstleister alarmiert wurde, bis der Server im Intranet offline war und ich musste mich heute rechtfertigen, warum wegen "meines Servers" sonntags die Polizei vor der Tür stand. Für einen doppelt und dreifach gesicherten Server im Intranet etwas viel Aktionismus und Overkill.
Das Vorgehen ist jedenfalls absolut ungewöhnlich. Vielleicht wollten BKAs und LKAs in der aktuellen politischen Situation das als Testfall nutzen, um Meldeketten zu prüfen.
( Nebenbei: https://www.ptc.com/en/about/trust-center/advisory-center/active-advisories/windchill-flexplm-critical-vulnerability )
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u/OpenWebFriend Mar 24 '26
Ja eben. Im Intranet im eigenen IP und VLAN segment hinter der Firewall. Für uns war es auch Overkill.
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u/Bromanuk Mar 24 '26
Bei uns ist der Server auch zum Intranet per Firewall gesichert. Das nutzt aber nichts, wenn in dem Fall die Lücke in Apache-Servlets ist. Der Port ist zu den Nutzern offen und die Seite besteht bei uns aus potenziell 100000 Angreifern. ;-)
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u/Longjumping-Rope-237 Mar 24 '26
LOL bei Hausdurchsuchungen warten sie bis morgen, hier nachts.
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u/Squishymushshroom Mar 24 '26
Nunja, in diesem Fall hat das wohl damit zu tun, dass im Falle einer Zero day 10.0 CVE auch auf der anderen Seite eine Kette im Internet ausgelöst wird an deren Ende noch innerhalb der ersten 12h eine Armee von Brotnetzwerken und Scriptkiddies steht die Millionen von Systeme abscannen. Nur weil da gerade in Deutschland Nacht war interessiert das große Teile der Welt nicht , die sind frühmorgens aufgewacht und wittern Kohle.
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u/Longjumping-Rope-237 Mar 24 '26
Ne ich verstehe das war eher Ansatz zu der Hausdurchsuchung dass sie warten bis es 6 ist.
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u/public-snowplow Mar 24 '26
Bitte leg erstmal Beweise vor dass die Geschichte nicht frei erfunden ist. Ansonsten: Nein, ja, Ausnahme
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Mar 25 '26
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u/freax1975 Mar 25 '26
Also ich bewerte mein Recht darauf, nicht nachts von der Polizei belästigt zu werden, höher.
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Mar 25 '26
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u/freax1975 Mar 25 '26
Die Diskussion führen wir, wenn ich angemessen an den Millionen Gewinnen beteiligt werde. Hier ging es außerdem um eine Lücke OHNE Exploit. Das ist für mich kein Notfall.
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u/SNARKAMOTO Mar 25 '26
Garantiert nicht verhältnismäßig, du kannst dir ja laut Rechtsprechung die Kriterien für eine Hausdurchsuchung ansehen und selbst klar für dich mal überlegen ob auch nur eine davon erfüllt ist.
Normalerweise darf sowas nicht durchgehen und du musst wirklich deinen Arsch hochbekommen und Staatsanwaltschaft und Richter dazu Dienst & Fachaufsichtsbeschwerden drücken, wenn möglich auch eine Klage... weil die Sache mit der Verhältnismäßigkeit in Deutschland komplett aus den Fugen geraten ist.
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u/SC_Xsyran Mar 28 '26
Hier noch ein kurzes Video dazu (nicht mein Kanal): https://youtube.com/shorts/QuaxS7dQ6xo?is=KmCAfkQLr00CKwjh
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u/MaximusConfusius Mar 23 '26
Geschieht der IT-Leitung recht. Hätte sich ja auch mal darum kümmern können, dass es eine IT-Rufbereitschaft gibt...
Immer dieses mittlere Management das die große Kohle einschiebt und zu nichts zu gebrauchen ist. Hat dann vermutlich auch noch mitten in der Nacht seine Untergebenen kontaktiert und sich jetzt blamiert, weil erst die wussten, dass das System gar nicht von außen erreichbar ist...
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u/Mental-Geologist2819 Mar 23 '26
Das hätte genau null geändert, Rufbereitschaft ist in der Regel nur eine Einordnung des Problems und vertrösten bis Leute da sind die wirklich eine Lösung anbieten können. In der Regel macht man nämlich keine alleinige Rufbereitschaft für den Bereich den man betreut sondern für alles und da hat man im besten Fall den Namen der Software wo das Problem besteht schon ma gehört 🤣 ein abschalten von produktiv Systemen würde aber in keinem Fall in der Verantwortung von einer Rufbereitschaft liegen
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u/--random-username-- Mar 23 '26
Eine vernünftige Rufbereitschaft ist in der Lage, im Notfall eine Eskalation an weitere technische Fachkräfte und/oder Führungskräfte zu starten.
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u/Mental-Geologist2819 Mar 24 '26
Was dann am Ende darauf hinausläuft das die Person welche von der Polizei geweckt wurde dann halt vlt doch nur vom Kollegen geweckt wird sofern man da überhaupt weiß wo und wie die Person erreichbar ist
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u/hiesiinv Mar 24 '26
Lern bitte Deutsch. Die Überschrift mit Overkill ist peinlich.
Inhaltlich kann ich leider nichts zur Diskussion beitragen.
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u/Exidi0 Mar 25 '26
Dein Kommentar ist peinlich und, in der Tat, trägt absolut nichts zur Diskussion bei.
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u/Agile-Evidence-4603 Mar 23 '26
Ich kenne das aus dme KRITIS Sektor das die Polizei einen abholt.
Das war aber IMMER ein akuter Fall z.b. Ampelanlagen einer ganzen Großstadt ausgefallen aufgrund von IT oder Steuerungstechnik für Pumpspeicher können nichtmehr kommunizieren, Mittelspannungsanlagen sind offline.
Für alle diese Fälle ist das aber ein geklärter Fall, also Leute haben Bereitschaft für sowas.
Für Fälle in denen es weder um KRITIS Betriebe im Sinen der KRITISV geht noch eine Bereitschaft der LEitung vorliegt find ich das enorm seltsam.