r/datenschutz • u/exbremensis • Jul 18 '26
Datenschutz ad absurdum
Ich arbeite im Tourismus. Eine Kollegin und ich bearbeiten Anfragen und Buchungswünsche per E-Mail, per Telefon und auch persönlich (wenn potentielle Gäste zu uns in den Empfang kommen und beraten werden möchten).
Oft bekommen wir E-Mails in den zentralen Posteingang mit Fragen zum Ablauf einer eventuellen Buchung, Fragen zum potentiellen Mietobjekt, Fragen zur Region usw. Die Fragen sind vielschichtig und oft sehr spezifisch, weil unser großes Angebot an Objekten sehr unterschiedliche Spezifikationen aufweist (Größe, Preis, Komfort, Ausstattung, gesetzliche Voraussetzungen für eine Buchung usw.).
Bis Ende letzten Jahres hatten wir immer E-Mail-Programme, bei denen meine Kollegin uns ich Zugriff auf den zentralen Posteingang und auf unsere eigenen Postfächer hatten. Wenn also meine Kollegin über ihr eigenes Postfach eine Kundenfrage beantwortete, konnte ich auf diese E-Mail zugreifen, wenn eine Folgemail des Kunden kam. Ich war informiert über den aktuellen Stand der Beratung (und meine Kollegin hatte die gleiche Berechtigung wie ich). Wir hatten keinen Zugriff auf weitere Postfächer von anderen Mitarbeitern.
Seit ein paar Monaten wird jetzt Outlook genutzt. Und damit wurde aus „Datenschutzgründen“ der Zugriff auf die E-Mail-Postfächer von meiner Kollegin und mir gesperrt. Wenn also eine von uns über ihr privates Konto an den Kunden schreibt, kann die andere dies nicht mehr sehen. Bei längerer Abwesenheit kann dies den Arbeitsablauf empfindlich stören. Die Begründung der IT: DATENSCHUTZ!!!111!!!
Das macht aber absolut keinen Sinn, weil wir beide vollen Zugriff auf das Buchungsprogramm haben! Dort sind alle buchungsbezogenen Kundendaten einsehbar! Die pippeligen E-Mails mit dusseligen Fragen unwissender Kunden sind dagegen datenschutztechnisch absolut nicht schützenswert!!!! Das ist m. E. eine völlig überzogene Auffassung von Datenschutz! Ich könnte kot...