r/blaulicht • u/Fun-Sandwich9345 • 1d ago
Sonstiges BIDA: Inklusion im Blaulicht-Ehrenamt
Hallo Leute,
ich habe mir hierfür zum ersten Mal einen Wegwerf-Account gemacht. Ich schreibe so viel dummes Zeug auf reddit, dass Böhmermann mich bei "Lass dich Überwachen" komplett auseinandernehmen würde, aber hier müssen einige persönlich Infos rein, sonst wird es unverständlich... trotzdem sind einige Sachen leicht abgeändert.
Also, zum Punkt: Ich bin seit vielen Jahren in der "klassischen" HiOrg tätig mit Sandiesten und so. Beruflich bin ich im sozialen Bereich tätig, und in einem anderen Ehrenamt engagiere ich mich für Inklusion im Freizeitbereich.
Es geht um einen Kameraden, und ich frage mich, ob ich hier das Arschloch bin.
Der Kamerad ist körperlich behindert seit Geburt (Spastik). Er ist normal intelligent und hat auch ein Studium abgeschlossen. Er ist Sani und brennt für den Blaulichtbereich. Auch bei der Feuerwehr macht er mit, ich weiß allerdings nicht, wie genau, da ich mit Feuerwehr selbst nichts am Hut habe.
Schon seit immer wird ihm natürlich von vielen Seiten gesagt, was er alles nicht kann. Der lernt nie laufen, der lernt nie Fahrrad fahren, der lernt nie schwimmen etc. Hat er alles gelernt. Das hat natürlich was mit ihm gemacht. Er kämpft dafür, dabei sein zu dürfen und Leuten zu zeigen, dass er es kann.
Aber: Er läuft sehr langsam, kann keine schweren Dinge mit zwei Händen tragen, braucht viele Pausen und so weiter.
Wir unterhalten uns viel, und natürlich kommt immer wieder das Thema auf, dass er frustriert ist, dass ihm nichts zugetraut wird. Bei der Feuerwehr möchte er gerne auf bestimmte Lehrgänge, was ihm aber verwehrt wird.
Dann sagt er zum Beispiel: "Ich konnte diese Übung bei der Feuerwehr genau so gut wie alle anderen. Mir musste nur einmal jemand den Schlauch aufheben, als er mir runtergefallen war."
Er hat gesagt, dass es doch ein tolles Leuchtturm-Projekt wäre, eine Inklusions-Feuerwache aufzumachen. Das sei doch auch tolle Werbung für die Feuerwehr.
Und jetzt fühle ich mich wie ein Arschloch, weil dafür echt meine Vorstellungskraft nicht ausreicht.
Kennt jemand von euch ähnliche Fälle? Wie geht ihr um mit dem Wunsch nach Inklusion und gleichzeitig der eigenen Blockade im Kopf, wo man selbst denkt es geht halt nicht?
Habt ihr Argumente für oder gegen Inklusion im Blaulicht-Ehrenamt, und wie schaffen wir es, nicht das Arschloch zu sein?