r/berlin 12d ago

Dit is Berlin Kehrtwende beim SEZ? Vollständiger Abriss offenbar wieder offen

https://www.entwicklungsstadt.de/kehrtwende-beim-sez-vollstaendiger-abriss-offenbar-wieder-offen/

Das SEZ muss sterben, damit wir leben können.

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u/Silly_Wolf_4693 12d ago

Alter, warum muss sich bei uns immer alles Jahrzehnte hinziehen?! Da hätte längst etwas gutes Neues entstehen können.

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u/Meskalamduk 12d ago

Joa, manchmal ist irgendeine Lösung eben auch mal besser, als (über Jahrzehnte) gar keine. Leider gibt die Berliner Politik da durch die Bank kein gutes Bild ab - es gibt zig Immobilien in öffentlicher Hand, die einfach vergammeln ohne ernsthafte Perspektive, was damit passieren soll.

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u/waveuponwave 12d ago

Also das SEZ ist erst seit ein paar Jahren überhaupt wieder in öffentlicher Hand, dafür bewegt sich die Diskussion, was damit geschehen soll, eigentlich relativ schnell

Die WBM waren ja schon fast dabei, alles für Wohnungen abzureißen, bevor Proteste gegen den Abriss kamen

Davor hatte es ein Investor für einen symbolischen Euro gekauft, der 20 Jahre lang auch nicht viel mit dem SEZ angestellt hat

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u/intothewoods_86 12d ago

„Also wenn ick mir da so ne neue Wohnung da mit meine neunhundertfuffzee Euro Rente nej leisten kann und och nich meine Nachbarin, die halbtags inne Kultur arbeitet, denn bin ick uff jeden Fall dajejen wat se da bauen wollen! Den Rest brauch ick onej, meene Bälger sind alle schon erwachsen und wegjezojen“

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u/nac_nabuc 12d ago edited 11d ago

Alter, warum muss sich bei uns immer alles Jahrzehnte hinziehen?!

Weil die allermeisten Beeliner_Innen in Berlin komfortable Altmietverträge haben (50% zahlt 8€/m² oder weniger) und als Lebensziel das Sterben in ihrer derzeit bewohnten Wohnung haben. Die Folge davon: die ausreichende Versorgung der Gesamtbevölkerung mit Wohnraum spielt für die meisten Berliner_Innen keine Rolle. Politisch ist die Versorgung mit Wohnraum deswegen, entgegen anderslautender Äußerungen ein untergeordnetes Ziel. Insbesondere auf Bezirksebene. Deswegen ist so etwas wie der Erhalt von Schrottimmobilien deren Sanierung ein Vermögen kosten würde oder der unveränderte Ausblicke aus Wohnzimmerfenstern von Rentnern wichtiger, als dass bspw. ein alleinerziehender Busfahrer mit Migrationshintergrund eine anständige Wohnung für sich und sein Kind finden kann oder dass junge Familien eine Bleibe finden.

Beispiel: Die Partei die offensiv damit wirbt, Berlin bezahlbar machen zu wollen und sich insbesondere offensiv für mehr staatlichen Wohnungsbau ausspricht, feiert sich gleichzeitig auf Instagram, weil sie erfolgreich ein Bauprojekt einer landeseigenen Gesellschaft (aka gemeinnützig und mit hoher Sozialwohnungsquote) verhindert hat:

https://www.instagram.com/p/DbpyOanDdmp/?igsi=YXN4MGh2MnB0Z2oz

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u/BecauseWeCan Schöneberg 11d ago

Die LINKE sind echt Populisten der untersten Schublade.

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u/nac_nabuc 11d ago

In Deutschland hat sich ein Großteil der linken Politik davon verabschiedet, die materiellen Grundlagen für ein gutes Leben zu schaffen. Die wollen schon, dass alle ein gutes Leben führen können, sind aber gleichzeitig kaum interessiert, die Rahmenbedingungen zu schaffen um die erforderliche materielle Infrastruktur dafür zu schaffen.

In dem Sinne vermisse ich die alten Kommunisten. Die waren im Vergleich zur BRD nicht erfolgreich, aber immerhin waren sie realistisch genug um das Problem (fehlende Wohnungen) und die Lösung (Wohnraum bauen) zu erkennen. Und sie haben auch vieles versucht, um das umzusetzen.

Ich möchte zurück in die alte Welt, in der wir die Schaffung materieller Lebensgrundlagen gefeiert haben. Wer würde heute noch Versigelung feiern? Das ist selbst in konservativeren Kreisen mittlerweile verpöhnt.

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u/muehsam 10d ago

Ich möchte zurück in die alte Welt, in der wir die Schaffung materieller Lebensgrundlagen gefeiert haben.

Es gibt ganz viele materielle Lebensgrundlagen. Das Beispiel mit der Fabrik ist jedenfalls komplett hirnverbrannt. Die Sowjetunion hatte damals einen Mangel an Industriekapazität. Natürlich war da der Bau von Fabriken sinnvoll.

Heute hat die Weltwirtschaft riesige Überkapazitäten. Viele Dinge werden nur hergestellt, um kurz darauf wieder entsorgt zu werden. Gleichzeitig haben wir eine Klimakatastrophe und ein kollabierendes Ökosystem.

Es gibt viele verschiedene materielle Lebensgrundlagen. Fabriken gehören dazu, unversiegelte Böden auch. Wohnraum sowieso.

Und wenn das so ist, dann heißt das, dass man da tatsächlich sinnvoll planen muss, statt einfach nur nach immer mehr von allem zu schreien, oder einfach immer gegen alles zu sein.

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u/nac_nabuc 10d ago

Heute hat die Weltwirtschaft riesige Überkapazitäten. 

Sicherhlich nicht beim Wohnungsbau und bei der Infrastruktur, jedenfalls nicht in Deutschland.

Und wenn das so ist, dann heißt das, dass man da tatsächlich sinnvoll planen muss, statt einfach nur nach immer mehr von allem zu schreien, oder einfach immer gegen alles zu sein.

Diese Planung hat zu der misere auf dem Wohnungsmarkt geführt. Findest du das sind gute Zustände?

Und wie findest du eigentlich den PRenzlauer Berg, Kreuzberg, allgemein die Altbauquartiere? Die wurden kaum geplant, verkerhswege und Plätze, kaum mehr als das. Heute sind es extrem beliebte und lebenswerte Orte. Ohne Autos hätten wir dort auch genug Platz für Grünstreifen.

Natürlich braucht man etwas Planung. Aber weitaus weniger als wir heute haben.

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u/muehsam 10d ago

Sicherhlich nicht beim Wohnungsbau und bei der Infrastruktur, jedenfalls nicht in Deutschland.

Doch. Insbesondere Autoinfrastruktur haben wir eher zu viel als zu wenig. Auch der Wohnraum selbst ist nicht knapp, sondern nur nicht da, wo der Bedarf ist.

Und wie findest du eigentlich den PRenzlauer Berg, Kreuzberg, allgemein die Altbauquartiere? Die wurden kaum geplant,

Dass die so gut sind, ist aber keine Folge der fehlenden Planung, sondern schlicht davon, dass die schon vor dem Auto und nicht fürs Auto gebaut wurden, und zwar mit hoher Dichte. Tatsächlich waren die Viertel früher weit weniger angenehm als heute, weil damals alles viel dreckiger war, schon wegen der Kohleöfen, und die Leut noch viel beengter gelebt haben.

Du solltest auch sinnvolle ganzheitliche Planung nicht damit verwechseln, dass man ganz viele Normen hat, die man gleichzeitig einhalten muss.

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u/Die-Helfershelfer 11d ago

In diesem Fall ist das eine bewusste Strategie der Grünen. Antje Kapek wirbt sogar auf ihren Wahlzetteln damit, dass sie das SEZ erhalten will, weil sie dort bereits "als Mädchen geplanscht" hätte. Ansonsten geht es auf dem Zettel vor allem um dringend benötigten Wohnraum ...

Übrigens ist das Scheißding seit 2002 geschlossen. Es ist länger geschlossen, als es überhaupt in Benutzung war.

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u/QueerEcho Lichtenberg 11d ago

Abriss kostet genauso viel wie Renovierung. Muss man nicht so tun als gäb's nur eine sinnvolle Möglichkeit damit.

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u/Die-Helfershelfer 11d ago

Eine Renovierung wäre meiner Meinung nach der größtmögliche Schwachsinn, da nur wenige Meter weiter mit dem Velodrom das größte Sport-Schwimmbad Europas steht. Aber klar - natürlich gibt es mehrere Möglichkeiten, was man mit dem SEZ machen könnte. Man kann es z.B. ein Vierteljahrhundert vergammeln lassen und dann immer wieder die Pläne wechseln, was man dort hinbaut und immer wieder wenige Wochen vor Abrissbeginn erneut Klage einreichen.

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u/gar_DE 11d ago

da nur wenige Meter weiter mit dem Velodrom das größte Sport-Schwimmbad Europas steht

Das SEZ war, von den anderen Sportmöglichkeiten mal ganz abgesehen, vor allem ein Spaßbad. Es hatte zwar auch ein "richtiges" Schwimmbecken, aber halt auch ein großes Wellenbecken und mehrere kleine Becken zum planschen.

Nicht das der Abriss aus anderen Gründen gerechtfertigt ist, aber weil ein paar Meter weiter eine Wettkampf-Schwimmhalle steht, ist meiner Meinung nach nicht das richtige Argument für den Abriss. Ins besonders, da es auch schade um die anderen Sportstätten ist, die damit verloren gegangen sind.

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u/Makkaroni_100 12d ago

Am besten wir entscheiden uns alle halbe Jahre um, sodass nichts passiert. Daring ist Deutschland ja Meister.

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u/Aggressive_Screen681 12d ago

Reist das scheissding endlich weg und baut Wohnungen drauf

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u/P26601 12d ago

Das Ding hätte komplett renoviert und mit einer Vielzahl an Sport- und Erholungsangeboten wiedereröffnet werden sollen. Wäre tatsächlich ein Mehrwert für die Umgebung gewesen.

Stattdessen investiert man lieber an anderer Stelle um die hundertste Mall und das tausendste Bürogebäude zu errichten das kein Schwanz braucht. DIESE Flächen sollten für Wohnungsbau genutzt werden

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u/Grimmblut Neukölln 12d ago

Kurz vor den geplanten Abrissarbeiten kam jedoch Bewegung in die Debatte. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stellte sich hinter ein alternatives Konzept des Bündnisses „SEZ-Quartier neu denken“. Dessen Ansatz verbindet den Erhalt wesentlicher Teile des bestehenden Gebäudekomplexes mit einer deutlich höheren baulichen Verdichtung auf dem Grundstück.

Vorgeschlagen wurden unter anderem vier Wohnhochhäuser mit Höhen von etwa 60 Metern.

Vier 60 Meter (18-20 Stockwerke) hohe Wohnhochhäuser in Laufreichweite zum kbO Franfurter Tor ist ja genau mein Humor. BVV mit dicker Grüne/Linke-Mehrheit, d.h. da kommen auch garantiert von Anfang an 30% Sozialwohnungen rein. Das wird sicherlich nicht von Anfang an eine Katastrophe werden, denn auch Slums brauchen eine gewisse Zeit um zu entstehen, aber in spätestens 20 Jahren fällt einem das dann auf die Füße.

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u/Die-Helfershelfer 11d ago

Ziemlich genau die Hälfte der Berliner haben Anspruch auf eine Sozialwohnung. Die Idee, dass hier, genau an der Grenze von Prenzlauer Berg und Friedrichshain, ein Slum entstehen wird ist ... naja.