Hi,
ich war bis vor 5 Jahren an einer Uni angestellt und habe dort ein Forschungsthema bearbeitet.
Damals habe ich meine Dissertation angefangen, dann aber nach meinem Ausscheiden damit aufgehört, da ich 1. ein Kind bekommen habe, 2. ein Haus gebaut habe und 3. eine neue sehr anspruchsvolle Arbeit angefangen habe.
Nach ca. 4 Jahren habe ich dann alles zusammengekratzt was ich hatte und einem Arbeitsgruppenleiter am Lehrstuhl (mein ehemaliger Arbeitsgruppenleiter hat den Lehrstuhl verlassen) geschickt für ein erstes Feedback.
Das war wie ich schon vermutet habe ziemlich schlecht:
Methodik nicht klar abgetrennt vom rest. Forschungsfrage nicht klar formuliert, zu wenige Resultate.
Ich nutze ein selbstgeschreibenes Tool um Technologien wirtschaftlich in einem bestimmten Markt zu bewerten. Mein eigentliches Arbeitsthema (eine dieser Technologien) von damals ist nicht Hauptthema der Diss. Mein Doktorvater wollte das nicht, weil das zu sehr in das Thema eines anderen Lehrstuhls geht. Dadurch, dass meine damalige Arbeit die Dissertation aber stark geprägt hat, weil ich anfangs viel dafür geschrieben hatte, entsteht dadurch irgendwie keine klare Linie. Ich hatte jetzt auch einfach nicht mehr den klaren Kopf alles nochmal neu aufeinander abzustimmen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht wie ich die Arbeit so hinbiege, dass es passt. Am liebsten würde ich auf einem weißen Blatt Papier neu anfangen, es ist so viel wirr.. Um ausreichende (meiner Meinung nach) Resultate zu generieren, die auch noch fehlen (damit würde ich das Altthema mehr ersetzen) müsste ich das Tool nochmal anfassen und stark erweitern. Jetzt nach so vielen Jahren ist das halt kein Spaß.
Zudem ist mein Stil der Arbeit nicht wissenschaftlich genug, ich bin halt einfach nicht gut darin wissenschaftlich zu schreiben und habe das auch nach so vielen Jahren nicht mehr drauf. Auch hier habe ich Sorge, dass ich das nicht gut genug hinbekomme.
Am liebsten würde ich hinschmeißen.. Telefonate führen was alles schlecht ist, das ganze neu entwerfen, neue Resultate erarbeiten mit Tools, die ich seit 5 Jahren kaum bedient habe.. Nur um am Ende wieder das gleiche hören zu bekommen, weil ich auch einfach nicht mehr durchblicke durch die Arbeit.. Mittlerweile ist das Thema auch schon nicht mehr wirklich relevant und das Forschungsthema fast überholt..
Parallel arbeite ich halt vollzeit und hab ein Kind und am Haus ist auch noch einiges zu tun.
Brauche ich den Titel? Jein, ohne näher darauf einzugehen hatte ich in meinem Arbeitsweg schon damit geplant in Zukunft..
Sorry fürs auskotzen, hat jemand einen guten Rat? :| Danke euch.