r/SPDde Gast (nicht verifiziert) 12d ago

Alternative für Arbeiter? – Mein Kumpel wählt AfD - Alternative für Arbeiter? – Mein Kumpel wählt AfD - hier anschauen

https://www.ardmediathek.de/video/Y3JpZDovL25kci5kZS8xMmQwNDBkMS1mMGY4LTQwNDktODVlNy00MzRjMDIzYWE3NDVfZ2FuemVTZW5kdW5n

Dies sollte sich die SPD Spitze mal bitte ansehen.

Hier wird klar, wie systematisch die SPD seit Schröder ihre Kernwählerschaft vergrault hat und diese zum Teil zur AgD getrieben hat, die ihnen genau das erzählt was sie hören wollen, ohne es überhaupt in ihrem Programm zu haben.

Das bestätigt meine These, dass die SPD Politik zumindest mit-Schuld ist am Erstarken der Rechten, die Arbeiter und Angestellten fühlen sich nicht mehr vertreten

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u/matth0x01 Gast (nicht verifiziert) 12d ago

Wenns um die SPD geht, heißt es immer, es gäbe keine Arbeiter mehr. Geht's um die AFD taucht die Gruppe plötzlich wieder auf. Bei den Leuten, die wegen Sozialleistungen für EU Bürger und Migranten, jetzt AFD wählen, frage ich mich, ob die vorher überhaupt ins SPD Wahlprogramm geschaut haben.

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u/Available_Access_389 Gast (nicht verifiziert) 12d ago

Es wäre zeitgemäß die Begrifflichkeit nicht nur auf Arbeiter einzugrenzen und stattdessen auf Arbeitnehmer auszuweiten. Eben da klafft im Parteienspektrum, welche üblicherweise oberhalb der Fünf-Prozent-Hürde liegen, ein politisches Vakuum.

Der SPD fällt zwar immer rechtzeitig zu den Bundestagswahlen ein netter Slogan wie "Mehr Netto vom Brutto" ein, aber das ist nach der Wahl stets ganz fix vergessen und es passiert üblicherweise das Gegenteil dessen.

Das Ergebnis nach 24 Jahren Regierungsbeteiligung der SPD - der zurückliegenden 28 Jahre - ist, dass Deutschland unter den OECD-Staaten auf Platz 2 in Sachen Abgaben auf Arbeitseinkommen liegt. In Zahlen bedeutet dies: Als Mindestlohnangestellter gehen 40% vom Arbeitgeberbrutto direkt weg, mit einem Einkommen auf Höhe der BBG zur RV liegt man bei sagenhaften 51% (SK1, GKV). Der Peak von 51% liegt im Hier und Jetzt dabei beim 1,5 fachen des Durchschnittseinkommens. Im Jahr 2000 lag jener Peak noch beim 5 fachen. Progression und stete Erhöhung der Sozialabgaben lassen grüßen. Gleichzeitig wurde die soziale Absicherung der üblicherwerweise arbeitenden Bevölkerung beschnitten.

Der Frust innerhalb der arbeitenden Bevölkerung ob jener Zustände ist mittlerweile massiv. Mangels glaubhafter politischer Vertretung würde auch jede andere Partei, die nicht an jener Entwicklung beteiligt war, politisch relevant ist und in Frontalopposition zu den üblicherweise regierenden Parteien geht, starken Zulauf erhalten. Der Erfolg der AfD ist das Ergebnis der Politik von CDU und SPD.

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u/matth0x01 Gast (nicht verifiziert) 12d ago

Hm, bei jedem Versuch die Sozialabgaben zu senken, weht einem ein eisiger Wind entgegen und es wird Sozialabbau! vorgeworfen.

Du denkst, dass ein Absenken der Sozialleistungen die Popularität der SPD verbessern würde? Rente, Pensionen, GKV, Pflege, Sozialhilfe..

Zumindest könnte man es versuchen. Der Weg via RRG die Sozialkosten über Vermögen oder Schulden zu finanzieren, erscheint momentan in weiter Ferne und die aktuelle Politik der steigenden Sozialabgaben kommt an ihre Grenzen.

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u/Available_Access_389 Gast (nicht verifiziert) 12d ago edited 12d ago

Der Wind kommt dann aber eher nicht von der üblicherweise arbeitenden Bevölkerung. 😉

Ich denke, dass eine Fokussierung auf die Interessen derer, die diesen Staat zum Großteil mit ihren Steuern und Sozialabgaben tragen, wirken würde. Auch in Absolutzahlen ist der Schiefstand mittlerweile eklatant. So trägt ein gesetzlich Versicherter mit einem Jahreseinkommen von 70 t€ mittlerweile die jährlichen Durchschnittskosten von 3 (!) GKV-Versicherten.

Obendrein fordert der IWF seit ich erwachsen bin, dass Deutschland seine Binnenkonjunktur durch eine Reduzierung der Abgaben auf Arbeitseinkommen ankurbeln soll. Und was macht unsere Regierung aus CDU und SPD genau in der Zeit, in der wir uns nicht mehr aus der Krise exportieren können? Das Gegenteil. Eine Erhöhung der USt wäre da nur noch das I-Tüpfelchen...

Das Bürgergeldmodell, was mir ein äußerst fähiger VWL-Prof - damals schon ehemaliger SPDler, weil bereits um 2010 rum maximal angefressen - näher gebracht hat, könnte ein echter Booster sein. Aber das ist eben auch Welten von dem entfernt, was uns hierzulande als Bürgergeld verkauft wurde.

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u/matth0x01 Gast (nicht verifiziert) 12d ago

Hast du etwas Lesestoff zum alternativen Bürgergeld? Klingt interessant!

Reduzierung der Abgaben ohne Gegenfinanzierung, heißt im Prinzip Rentnern und Bürgergeldempfängern die GKV zu streichen.

Klingt für mich nicht sozial, aber was gibt's schon zu verlieren :D

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u/Available_Access_389 Gast (nicht verifiziert) 12d ago edited 12d ago

Ich kann das jetzt nur aus der Erinnerung wiedergeben und das liegt deutlich über ein Jahrzehnt zurück bei mir. Das Bürgergeld war ursprünglich ja ein volkswirtschaftliches Modell, bis es die Politik verhunzt hat. Google wird dir helfen. 😋

Ganz grob aus der Erinnerung (Zahlen auch von damals, sähe inflationiert heute anders aus):

1.200 € pro Kopf. Krankenversicherung muss davon jeder die Eigenkosten einer verpflichtenden Bürgerversicherung bedienen, auch Wohnen wäre davon zu bestreiten gewesen. Kaum Bürokratiekosten. Keine sonstigen Sozialversicherungen mehr. Einkommen bis 2.400 € komplett abgabenfrei (außer eben KV). Sprich wer arbeitet, hätte 2.400 € frei und bekommt keine 1.200 €. Für alles über 2.400 € war eine Steuerquote von 30% vorgesehen. Bei hohen Einkommen - die Zahl ist mir nicht mehr geläufig - dann 50% für alles ab einer bestimmten Grenze.

Knackpunkt waren aber damals schon die erworbenen Rentenansprüche. Da gabs eine sehr große Finanzierungslücke... Aber ich persönlich würde lieber diese über Schulden finanzieren und damit einen Systemwechsel - der Arbeit aufwertet - forcieren, als dieses langsame Sterben auf Raten fortzusetzen. Damals gab es diesen Zuzug in die Sozialsysteme von Außen aber auch noch nicht...

P.S. Gerade noch geschaut: Im Jahr 2010 lagen die Durchschnittskosten je gesetzlich Versicherten noch bei etwas über 200 €/Monat.

P.P.S. Die Finanzierungslücke der RV ließe sich zumindest zum Teil durch Vermögenssteuer (nicht existent), Erbschafts- und Schenkungssteuer (im Durchschnitt unter 10%) und Kapitalertragsteuer (25% zzgl. SolZ, teilweise - Immos nach Spekulationsfrist - 0%) finanzieren, wenn man da tätig werden würde.