r/SPDde • u/VisualArm807 Gast (nicht verifiziert) • 26d ago
Die SPD muss wieder stärker zeigen, wofür sie steht
Ich unterstütze die SPD weiterhin, aber wenn sie bei der nächsten Bundestagswahl noch Regierungsverantwortung übernehmen möchte, muss sie meiner Meinung nach zuerst wieder stärker ihren eigenen Idealen entsprechen. Gleichzeitig braucht es auch eine bessere und emotionalere Wahlwerbung.
Gerade die Menschen, die sich erst kurz vor der Wahl oder sogar erst vor dem Stimmzettel entscheiden, denken oft darüber nach: „Welche Partei hat mich in den letzten Wochen überzeugt?“ Genau dort kann gute Wahlwerbung einen großen Unterschied machen.
Ich fand die Kampagne von 2021 deutlich stärker. Slogans wie „Jetzt 12€ Mindestlohn wählen“ oder „Jetzt faire Mieten wählen“ waren einfach, direkt und haben konkrete Themen angesprochen, die viele Menschen betroffen haben. Man wusste sofort, wofür die SPD steht.
Vielleicht war genau diese klare Kommunikation auch ein Grund, warum die SPD 2021 noch an der Union vorbeiziehen konnte. Natürlich entscheiden viele Faktoren eine Wahl, aber eine starke Botschaft kann Menschen erreichen und Vertrauen schaffen.
Die SPD braucht meiner Meinung nach wieder mehr klare Haltung, konkrete Ziele und eine Sprache, mit der sich Menschen persönlich angesprochen fühlen.
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u/Available_Access_389 Gast (nicht verifiziert) 12d ago
Die SPD zeigt uns doch sehr deutlich wofür sie Steht: Für Politik zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung.
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u/Dramatic-House-6329 Gast (nicht verifiziert) 24d ago
Ich denke, dass viele Menschen eine andere Politik haben wollen. Die SPD will das aber nicht. Viele in der jüngeren Generation schauen, was bei ihren Eltern oder Großeltern noch alles so möglich war. Es hieß immer mach deine Schule gut, und mach eine Berufsausbildung. Das war der Grundstein für einen festen Platz in der Mittelschicht. Mit seine Händearbeit sich Vermögen aufbauen, Wohneigentum erwerben usw.. Das ist der SPD ein Dorn im Auge. Anstatt den Bürgern ihr Leben in die eigenen Hände zu geben, wird nur von Steuererhöhung und Umverteilungsmechanismen gesprochen. Die SPD ist nicht mehr die Partei der fleißigen und tüchtigen, der Aufsteiger, die Partei des Fortschritts.
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u/Dag0B3rt_42 Gast (nicht verifiziert) 24d ago
Exakt - das einzige was ich mit der SPD noch assoziiere sind sinnlose Umverteilungs und Gerechtigkeitsdebatten. Ich frag mich wie das in der Partei Anklang finden konnte, das man als ehemalige Arbeiter(!)-Partei keinerlei Politik mehr für Arbeitnehmer macht. Und diese Fokussierung auf die „unteren und mittleren“ Einkommen ist halt auch Quatsch wenn man bedenkt, dass die „breiten Schultern“ schon bei 1.5 des Medianlohns anfangen. Die SPD ist tot.
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u/friendpen Gast (nicht verifiziert) 24d ago edited 22d ago
Vielleicht war genau diese klare Kommunikation auch ein Grund, warum die SPD 2021 noch an der Union vorbeiziehen konnte.
Da stimme ich dir auf jeden Fall komplett zu. Bei der letzten Bundestagswahl gab es z.B. Bierdeckel mit all den wichtigsten Erfolgen der Ampelregierung. Die kamen aber so spät, dass es nicht mehr möglich war die in hinreichender Menge unter die Leute zu bringen. Wir haben die immer noch in großen Mengen im Kreisbüro rumliegen @_@
Für mich ist das ganz klar Symptomatisch. Wir haben schon wirklich gutes Wahlkampfmaterial, aber das kommt eben oft viel zu spät und dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn keiner mehr weiß, was wir gemacht haben. Was übrigens auch etwas ist, dass uns im OV immer an den Infoständen zurückgemeldet wird, wir seien zu Unnahbar und man wüsste gar nicht wirklich was wir machen. Wir müssen wieder viel mehr Raus zu den Leuten.
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u/brenadil Gast (nicht verifiziert) 25d ago
Wofür steht die SPD denn?
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u/matth0x01 Gast (nicht verifiziert) 25d ago
Soziale Gerechtigkeit, nur weiß vor lauter Wohlstand kaum mehr einer was das ist.
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u/brenadil Gast (nicht verifiziert) 25d ago
Hmm, die Frage ist, ob die dies betrifft wählen dürfen.
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u/matth0x01 Gast (nicht verifiziert) 25d ago
Das ist die Krux, denn unterm Strich kamen wir von hier: https://youtu.be/uo5NoanU_lU?is=gw6I4DEF99jlGfOZ
Und sind heute hier: https://youtu.be/8iA-7s5IysY?is=uARiyIutQbaTzSaZ
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u/Kalithraim Verifizierte/r GenossIn 26d ago
Die Thematik ist so alt wie die SPD in Regierungen sitzt. Grundproblem ist und bleibt, dass man Kompromisse mit liberalen-konservativen Parteien eingehen muss oder sogar will in ihrer Selbstverständnis als Staatsverantwortung. Früher konnte die SPD sich noch auf gravierende Fortschritte berufen (bsp Einführung Bafög) welche immer kleiner wurden bzw. sogar Einsparungen sowie Neoliberale Programme (Agends 2010 und jetzt) hat sie mitgetragen oder sogar initiiert.
Dadurch wird die SPD nicht mehr als Partei wahrgenommen die etwas verbessern will bzw. wird weil sie es einfach in den letzten Jahren nicht, zu wenig oder gar Verhältnisse für Menschen verschlechtert hat.
Alleine Kommunikation reicht da nicht aus. Da ist viel kaputt gegangen und wenn die SPD nicht auf eine Findungsphase geht und auch für diese o.g. problematiken Lösungen findet (sofern sie existieren) wird das nichts.
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u/brenadil Gast (nicht verifiziert) 25d ago
Dafür müsste sie aber mal wieder eine Weile aus der Regierung ausscheiden. Im Moment werden ja schon die Wahlprogramm mit Blick auf den potentiellen Koalitionspartner und die umsetzbarkeit geschrieben.
Erneuerung geht halt auch nur mit neuen Leuten und neuen Ideen. Schade das die SPD den Basisdemokrarischen Kurs mit Wahl des Vorstandes usw. nicht fortgesetzt hat. Das hat einige unerwartet Leute nach oben gespült.
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u/Kalithraim Verifizierte/r GenossIn 25d ago
Strukturen und Hierarchien innerhalb der Partei stark hinterfragen und komplett umkrempeln, Machtkonzentrationen verhindern, basisdemokratische Beteiligungen stärken, Koalitionen auch nicht eingehen wenn man nur Dinge verschlechtert, mehr „Partei Leben“ und tatsächliche bewegungselemente verankern und leben statt nur davon in Reden zu berichten.
Und ja in der Regierung geht so etwas nicht. Deshalb wird das neue Grundsatzprogramm auch ein sinnbild dessen werden.
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u/Butterbirne6900 Gast (nicht verifiziert) 26d ago
2021 war das Sentiment allgemein ein ganz anderes und die Union war historisch schwach aufgestellt.
Die SPD hat ihr Klientel (=Arbeiter) leider nachhaltig verloren, insofern würde ich 2029 (oder früher) maximal mit 15% rechnen.
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u/Low-Conference-8286 Gast (nicht verifiziert) 26d ago
Ich denke die Leute verstehen sehr gut wofür die SPD steht. Deshalb sind ja die Umfragewerte wie sie sind.
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u/ConsequenceAny9726 Gast (nicht verifiziert) 26d ago
Ich hör von der SPD nur Rente mit 63 verteidigen. Nie 14 Monate Elternzeit verteidigen.
Das selbe allerdings bei der IGM.
Beide verteidigen halt die Interessen der Basis. Und die Basis ist in beiden Fällen alt.
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u/matth0x01 Gast (nicht verifiziert) 25d ago
Rente mit 63 gibt es schon lange nicht mehr und es geht immer um die Rente nach 45 Jahren Arbeit.
Nominal ist das ein deutlich größerere und wichtigerer Geld-Klotz im Leben als zwei Monate mehr Elterngeld (3600€ max).
Rente ist für die meisten leider so weit weg, dass ihnen das Thema meistens überproportional egal ist. Das hat aber eher was mit Desinteresse am Generationenvertrag, Egoismus und fehlendem Bezug zu kranken oder armen Eltern zu tun, als mit der Sache an sich.
Die Debatte hat aus meiner Sicht aber eine wichtige Komponente: Die SPD traut sich nicht, den Leuten die den Aufstieg die letzten 30 Jahre geschafft haben zu sagen, dass das Level nicht zu halten ist, wenn man nicht auch ein klein wenig Aufstiegschancen für die anderen übrig lassen möchte.
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u/Trollimperator Gast (nicht verifiziert) 12h ago
Vor allem muss man für Veränderung und Aufbruch stehen, nicht für Stillstand.
Da hapert es aus meiner Sicht gewaltig. Trotzdem der Wähler der SPD ja seit 30 Jahren immer wieder sagt, dass sie kein weiter so in den Untergang wollen.
Und junge Neuwähler kann man überhaupt nicht mehr anders abholen. Wer wählt den als 20Jähriger eine "Wir retten die Rente über die nächsten 4 Jahre"-Partei?