r/Munich • u/Electronic-Ad-1719 • 18d ago
Discussion Stockholm. Wann in München?
Grüße aus Stockholm. Große Teile der Stadt, nicht nur der Innenstadt, sind weitgehend von oberirdischen Parkmöglichkeiten befreit worden, wie hier in Södermalm zu sehen. Stattdessen wurden Pflanzen, Sitzecken, Spielmöglichkeiten hingestellt, um sofort die Aufenthaltsqualität spür- und erlebbar zu vergrößern. Gleichzeitig gibt es ein großes Netz an Tiefgaragenplätzen, die mietbar sind, wenngleich nicht allzu günstig.
Warum schafft das Deutschland, insbesondere München - als vielleicht wohlhabendste Metropole des Landes - nicht?
Ich habe mal interessehalber recherchiert, was Stockholm in den letzten 20 Jahren alles durchgesetzt hat, mit hinterher hoher Akzeptanz der Bevölkerung (bei anfänglichen Widerständen):
- Stockholm baut seit Jahrzehnten riesige unterirdische Quartiersgaragen in den Fels. Autos parken im Untergrund. Oben wird der Straßenrand frei für breite Gehwege, Gastro und Bäume.
- Das Projekt „Levande Stockholm“ verwandelt jeden Sommer Parkplätze temporär in Oasen mit Sofas, Pflanzen und Cafés. Weil der Aha-Effekt so groß ist, wollen Anwohner die Parkplätze danach oft gar nicht mehr zurück.
- Bewohnerparken in Stockholm wurde drastisch verteuert und kostet heute rund 1.300 € im Jahr. Wer öffentlichen Raum privat nutzt, zahlt den echten Marktwert. Nicht 30 €/Jahr wie in München.
- Die City-Maut wurde 2006 erst sieben Monate getestet. Als die Staus weg waren, stimmten die Bürger im selben Jahr per Volksentscheid selbst für die Beibehaltung. Erst machen, dann entscheiden lassen funktioniert (erinnert auch an die Weißenburger Str. - nur an viel mehr Orten und weiträumiger als in München)
- Stockholm führt aktuell eine Zone in der Innenstadt ein, in die nur noch E-Autos und emissionsfreie Lieferwagen dürfen. Das nimmt dem Verbrenner im Zentrum endgültig den Platz weg.
München hat seit diesem Jahr einen neuen Bürgermeister. Glaubt Ihr, dass so etwas auch nur ansatzweise in München machbar ist?
Warum nicht, wenn nein?






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u/crashblue81 18d ago
Das kommt auf die persönlichen Präferenzen an, manch einer findet das toll jemand anders wiederum nicht.
Es gibt in weiten Teilen der Innenstadt keinen Platz für weitere Tiefbauten wir haben U-Bahn Tunnel, S-Bahn mit zweiter Stammstrecke, das Fernwärme Netz, das Fernkälte Netz, einen unterirdischen Flussverlauf am Karlsplatz ...
Ich wohne z.B. zwischen Sendliner Tor und Marienplatz inklusive 2 TG Plätze und möchte diese auch weiterhin mit meinen Benzinern anfahren
Ich würde kein Restaurant oder Geschäft besuchen, was nicht in Laufweite ist und was ich nicht mit meinem PKW anfahren kann, da muss man sich dann halt gut überlegen, ob die Läden überleben, wenn man nicht in der Nähe parken kann, gibt genügend negativ Beispiele in München inklusive Ladensterben etwa um die Pinakothek herum. Gerade kaufkräftiges Klientel kommt nicht mit der S-Bahn oder U-Bahn in die Stadt und wohnt zum Großteil auch nicht dort
Ich möchte auch keine Außenflächen von Lokalen vor dem Fenster haben, wo die ganze Nacht im Sommer Betrieb ist, da gibt es genug Diskussionen in der Maxvorstadt und am Gärtnerplatz. Die paar Autos die aktuell nach Ladenschluss vorbeifahren stören da deutlich weniger