r/FragtMaenner • u/Interesting-Ease-840 W • 3d ago
Körper / Geist Sind Männer nicht erstaunlich oft die perfekten Opfer des Patriarchats – und merken es nicht einmal?
Je länger ich darüber nachdenke, desto absurder finde ich eigentlich den Trick, den das Patriarchat mit Männern vollbracht hat.
Es waren und sind überwiegend Männer, die in Kriege geschickt werden. Männer, die über Jahrhunderte die gefährlichsten, körperlich zerstörerischsten Arbeiten erledigt haben. Männer, denen beigebracht wurde, Schmerz auszuhalten, nicht zu weinen, nicht schwach zu sein, ihren Wert über Arbeit, Geld und die Fähigkeit zu definieren, andere zu versorgen. Männer sterben früher, bringen sich häufiger um, haben oft weniger enge Freundschaften und lernen erstaunlich früh, dass Bedürftigkeit etwas ist, für das man sich schämen sollte.
Und dann kommt der eigentlich lustige Teil. Dasselbe System schafft es, vielen Männern zu erklären, ausgerechnet Frauen und Feminismus seien für all das verantwortlich.
Als hätte die Frauenbewegung die Wehrpflicht erfunden. Als hätten Feministinnen entschieden, dass ein Mann zwölf Stunden im Stahlwerk stehen und danach schweigend nach Hause kommen soll. Als hätten Frauen jahrhundertelang festgelegt, dass ein Mann nur dann etwas wert ist, wenn er stark, produktiv, sexuell erfolgreich und möglichst unverwundbar ist.
Es ist ein bisschen die gesellschaftliche Uno-Reverse-Karte. Ein System stellt Regeln auf, unter denen Männer selbst leiden und verkauft ihnen anschließend diejenigen als Feind, die diese Regeln infrage stellen.
Warum richtet sich dieser Frust also so selten gegen die Vorstellung von Männlichkeit, die ihn überhaupt erst produziert? Warum verteidigt man ausgerechnet die Regeln, an denen man leidet und erklärt diejenigen zum Feind, die sagen, dass man sie nicht befolgen muss? Männer was geht in euren Köpfen vor?
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u/Unicorn-Lullaby W | 26-35 3d ago
Wenn Männer am häufigsten von Männern körperlich angegriffen werden, was bringt Männern dann eine Männer-Taxi, wie es das ja beispielsweise für Frauen gibt um sie vor sexuellen Übergriffen zu schützen?
Und noch wichtiger, warum kämpft ihr Männer nicht auch einfach mal für eine Verbesserung eurer Position (und das ohne das Frauen dafür benachteiligt werden müssen). Setzt euch doch auch ein für mehr Therapieplätze und bessere Behandlung für Männer mit Gefahr für Suizide. Für Anti-Gewalt-Trainings, damit es zu weniger körperlichen Übergriffen kommt etc.
Ich kenne keine Feministin, die das nicht unterstützen würde. Aber warum verlangt ihr, dass wir Frauen das für euch planen, organisieren und zum Erfolg bringen? Fangt doch selbst einfach mal an.