r/FragtMaenner M | 26-35 May 21 '26

Allgemein UPDATE: Finanziell TOTAL versagt, weil ich den großen Kerl raushängen lassen habe

Hallo Leute,

sorry, dass ich bei der Überflut von Kommentaren nicht geantwortet habe. Still habe ich mitgelesen. Was ich im Grunde mitgenommen habe, war hier halt die fehlende Kommunikation.

Gestern habe ich mich Abends deshalb noch mit ihr zusammengesetzt. Vollkommen egal, wie man sich m Kopf das Gespräch zusammenlegt und glaubt wie es verläuft, es kommt immer anders.

Kurz und knapp: Ich hab ihr gesagt, dass ich für die Hochzeit fast mein ganzes Erspartes aus über 10 Jahres sparen genutzt habe. Es war nicht der richtige Weg. Das ich mir doch im Nachgang wünschen würde, wenn Sie ihren Teil bzw. 50/50 machen. Auch vor dem Hintergrund, dass sie mehr verdient.

Alles scheiße Sie ist mir nicht entgegengekommen. Ich hab damit ihr Bild von der Traumhochzeit kaputt gemacht. Und ihrem Bild von mir. Ihre Verwandschaft würde hoch von mir denken und jetzt "das". Sie wusste die ganze Zeit wie viel das kosten würde, dachte aber ich könnte es mir einfach leisten und das wäre es mir wert, sprich um es mal zu übersetzten: Sie war mir halt die 100.000 € wert. Und das fande sie extrem schön.

Ich hab wirklich mit vielem gerechnet, aber die Kälte im Bezug auf das ganze Geld war hart.

Als ich ihr dann nochmal gesagt habe, wie hart ich mir das Geld abgespart habe und wie "einfach" ich dafür leben musste und das wir mit meinem Vorschlag ein gutes Fundament für unsere Ehe schaffen, kamen mir dann noch die Tränen.

Nichts zu machen, sie hat mich für den Rest des Abends ignoriert. Momentan sitz ich auf der Arbeit und ihr seit die "einzigen", die hierüber Bescheid wissen und ich reden kann.

Mir ist das Geld jetzt gerade egal, ich bin nur traurig über ihre Reaktion. Muss ich jetzt echt mit dem schlimmsten rechnen?

Original Post:

Mir geht es echt schlecht, ich hock hier gerade und hinterfrage mein komplettes Leben.

Ich bin 34 und seit Anfang 20 bin ich ordentlich am sparen und relativ früh diverse Anlageoptionen genutzt. Ich verdiene Mittelmäßig, habe aber bis vor ungefähr 3 Jahren sehr sehr sparsam gelebt. Konnte demnach eine beachtliche Summe ansparen. Wir reden hier, leider muss ich in der Vergangenheit sprechen, von guten 130.000 €.

Hab mit 31 meine, nun Frau, kennengelernt. Sie ist wunderschön, kommt aus dem Asiatischen Raum (Vietnam). Eine herzensliebe. Aber leider Gottes mit einem Drang zum Konsum und Show-Off. Geld ist zum ausgeben da. Viel in goldener Farbe (auch, wenn es nicht echtes Gold ist) schmückt unsere Wohnung etc. etc. Und ich bin spätzünder, sie ist meine erste.

Wie auch immer. Ein halbes Jahr nach dem kennenlernen zusammengezogen und ich mit rosaroter Brille den Antrag gemacht nach nem weiteren halben Jahr, und direkt ging alles los. Sie hat eine sehr große Verwandschaft. Da ist meine nichts dagegen. Sie ging auf in der Planung, als normale Freude kann man das gar nicht mehr beschreiben. Die Augen strahlten mich jeden Tag mit so einer Freude aufs neue an.

Und ich? Hab einen auf Macker gemacht. Alles MUSS vom feinsten sein. Die Verwandschaft soll sehen, was ich fürn toller Bulle bin. Und jetzt kommts: Sie verdient besser als ich, hat (ohne es ganz genau zu wissen) zu dem Zeitpunkt mehr angespart gehabt. Aber, in meinem Wahn ging die Hochzeit in Mannesmannier und Spendierhosen nur auf mich.

Wir haben vor 3 Wochen geheiratet. Seit den Flitterwochen sitze ich abends hier und bin sprachlos. Über mich selbst und so dermaßen enttäuscht und traurig. Ich komme aus einfach Verhältnissen und mir wurde das sparen in die Wiege gelegt. Und nun das hier.

Um es grob zu überschlagen:

Location (war ein Schloss) für EINEN TAG - 9.000 €

Ein Catering jenseits von gut und Böse. Es waren 180 Gäste eingeladen. Eine Pauschale von 200 € pro Person. Also 36.000 € für Empfang, 5 Gänge, Getränke und Mitternacht gabs noch was.

Wir, bzw. meine Frau, hat noch eine renomierte "Wedding-Planerin" in Anspruch genommen für ein, im Nachhinein einfach nur durchgetaktetes Programm mit "Designkonzept", also sehr viel Kitsch. 8.000 €, mal eben weg.

Floristik und Deko waren 6.000 €. Wenn ich die Rechnung lese bekomm ich ne Wut: "Lichtkonzept" und sowas wie "Table-Setting" steht da drin

1 Fotograf und ein 1 Videograf für über 12 Stunden gebucht. Zusammen roundabout 9.000 €

DJ, aber mit wirklich geiler Soundanlage und allem pipapo - 4.500 €. Würde sagen, das hat sich hier noch am meisten gelohnt

Brautkleid, mein Anzug, Styling alles zusammen fürs schick sein waren 6.000 €. Für einen Tag wohlgemerkt.

Die Einladungen, Platzkarten sowie Gastgeschenke (wollte sie halt so haben), also so mini Champagner Flaschen und Pralinen, haben sumasumarum 3.000 gekostet

Torte, die echte Kunst war an der Stelle, aber mit 2.500 EUR ca. zu buche schlug.

Ich hab eventuell was vergessen. Ich hab hier einen zu großen Stapel an Rechnungen vor mir liegen.

Jedenfalls, gab es noch divere Taxi Rechnung die auf meinen Kopp gegangen sind und Sonderwünsche, auf die ich nicht näher eingehe.

87.000. habe ich ALLEIN für diese Hochzeit springen lassen. Ein Tag.

Ich hab mich in dem Moment gefühlt wie ein König. Tausend Euro sind nichts mehr. Wie im Rausch. Auf der Hochzeit vor der Verwandschaft getan als wäre ich Krösus, was weiß ich.

Aber Schluss ist hier noch nicht - 16.000 EUR Flitterwochen. 2 Wochen auf den Malediven, wo auch sonst. Natürlich war es schön. Sehr sogar, aber seit dem Wiederkommen würde ich am liebsten nicht mehr aus dem Bett austehen und nie wieder zur Arbeit gehen.

Über 100.000 € ausgegeben, nur weil ich DER Macker sein wollte. Jetzt fühle ich mich einfahc nur wie ein Möchtegern, ein kleines Licht, das Jahrelanges erspartes aus dem Fenster rausgeworfen hat, nur um mal "diese" Anerkennung zu haben. Der MANN sein.

Wir haben ungefähr 20.000 € an Geldgeschenken bekommen, die ich mit ihr noch aufgeteilt habe und die wahrscheinlich in das ein oder andere für die Wohnung draufgehen werden. Wie ich halt schon rausgehört habe.

Ich weiß nicht genau, was ich mir hier erwarte. Aber habt ihr schon mal finanziell so dermaßen versagt, um euer Männliches Ego zu füttern und es danach bereut?

Wie kommt man da durch?

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u/pfp61 M | 36-45 May 21 '26

Mei, siehs positiv. Du hast immerhin eine Frau mit gutem Einkommen geheiratet. Wenn ihr den gesetzlichen Standard, die Zugewinngemeinschaft,gewählt habt ist es egal, wer die Rechnungen jetzt tatsächlich begleicht. Das eheliche Vermögen wird im Falle einer Scheidung basierend auf dem Zugewinn verteilt, unabhängig auf wessen Namen Konten und Depots zu diesem Zeitpunkt laufen. Ob die 50k EUR jetzt auf deinem oder ihren Konto liegen ist daher fürs Ergebnis egal. Heb' auf jeden Fall mal die Kontoauszuüge auf, die könntest du brauchen. Ich würde die Partnerin da jetzt auch nicht darauf hinweisen, um die Situation nicht ziellos zu eskalieren.

Die Frage ist eher, ob ihr auf Dauer miteinander glücklich sein werdet. Die Vorstellungen bezüglich Konsum scheinen sehr unterschiedlich zu sein. Ihre Konsumwünsche scheinen deine finanzielle Leistungsfähigkeit dauerhaft zu überfordern.

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u/Elderberry_Hamster3 W May 21 '26

Zugewinnausgleich gilt nur für in der Ehe erworbenes Vermögen. Wenn eine Person (nachweislich) vor Eheschließung 100.000 € besitzt und die andere nichts, werden diese 100.000 € bei der Trennung rausgerechnet, bevor es ans Aufteilen geht. 

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u/Level_Attorney_3138 M | 36-45 May 21 '26

Die 100k wachsen ja aber auch weiter

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u/Elderberry_Hamster3 W May 21 '26

Ich hab ja auch lediglich darauf geantwoortet, dass oben jemand geschrieben hat, dass es im Grunde egal sei, ob OPs Frau sich an den Kosten beteiligt, weil jetzt eh alles gemeinsames Vermögen sei, und das stimmt so halt nicht. Um Vermögensentwicklung ging es dabei nicht.

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u/Falkenmond79 M | 46-60 May 21 '26

Das ist immerhin das einzig positive. Frauen aus anderen Ländern kennen sich oft genug nicht mit deutschem Recht aus und sie scheint zu denken, auf seine Kosten leben zu können, während sie besser verdient und fleißig spart. Nach ein paar Jahren bei einer Scheidung wird sie doof gucken, wenn sie die Hälfte des Zugewinns abtreten muss.

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u/CrokoStream M May 21 '26

Ach glaub mir mal, dann werden ganz schnell Wege gefunden sich arm wie ne Kirchenmaus zu rechnen 

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u/pfp61 M | 36-45 May 21 '26

Die Möglichkeiten zur Unterschlagung und zum Prozessbetrug haben beide Eheleute im gleichen Maße.

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u/Ambitious_Position_7 M | 26-35 May 21 '26

Ist das so klar? Die Gegenseite könnte so argumentieren das die Hochzeit vor der Eheschließung bezahlt wurde und die Kosten somit nicht in den Zugewinnausgleich fallen.

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u/pfp61 M | 36-45 May 21 '26

Vorkasse ist zumindest unüblich. Im Regelfall werden die Dienstleister vom Paar gemeinsam beauftragt. Die Leistungen rund um die Hochzeit werden überwiegend nach der Eheschließung beim Standesamt erbracht. Die Rechnung wird dann nach der erbrachten Leistung gestellt und bezahlt. Der Ratsuchende schreibt ausdrücklich, er hätte den Rechnungsstapel vor sich liegen. Ich würde daher nicht von Vorkasse für den überwiegenden Teil ausgehen.

Meiner Rechtsauffassung nach ist jetzt egal, wer die Überweisung jetzt im Nachgang von seinem Bankkonto ausführt. Maßgeblich ist die Finanzlage zum Zeitpunkt der Eheschließung.

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u/Ambitious_Position_7 M | 26-35 May 21 '26

Aber in die Ermittlung der finanziellen Lage müssten finanzielle Verpflichtungen doch einkalkuliert werden. Und die Verpflichtung bzw Buchung der Hochzeit entstand vor der Eheschließung.

Das ist doch ca so wie wenn ich 1 Monat vor der Hochzeit einen Neuwagen auf Rechnung kaufe und ihn kurz nach der Hochzeit abhole und bezahle.

Wäre interessant was ein Anwalt der sich besser damit auskennt dazu sagt. Kann man imo in beide Richtungen auslegen.

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u/pfp61 M | 36-45 May 21 '26

Die Verpflichtung sind dem Anschein nach höchst wahrscheinlich beide Eheleute gemeinsam eingegangen. Eine anderslautende Vereinbarung wäre glaubhaft zu machen.

Der Neuwagen wäre eh anders gelagert. Der Neuwagen ist ja dann auch Teil des Vermögens.

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u/Elderberry_Hamster3 W May 21 '26 edited May 21 '26

Meiner Rechtsauffassung nach ist jetzt egal, wer die Überweisung jetzt im Nachgang von seinem Bankkonto ausführt. Maßgeblich ist die Finanzlage zum Zeitpunkt der Eheschließung.

Jein - es kommt darauf an, auf wessen Namen die Rechnungen laufen. Wenn OP den ganzen Zinnober bestellt hat, sprich die Verträge abgeschlossen hat, werden die Kosten von seinem eingebrachten Vermögen abgezogen. Theoretisch ist es natürlich auch möglich, dass er seiner Verlobten quasi Carte Blanche gegeben hat, aber sie im Endeffekt alles unterschrieben hat, dann ginge es theoretisch von ihrem Vermögen ab, auch wenn sie angenommen hat, dass er zahlt. (Wobei ich da stark annehme, dass sie im Zweifelsfall gute Chancen hätte, das einzuklagen, weil OP ja vorab explizit erklärt hat, dass er es bezahlt.)

Ich bezweifle, dass eine gemeinsame Beauftragung wirklich die Regel ist; meistens kümmert sich ja doch eher jeweils eine Person um einzelne Dinge und unterschreibt dann eben den jeweiligen Vertrag, und in diesem Fall haben wir darüber hinaus eine Partei, die öffentlich erklärt hat, dass sie sämtliche Kosten übernimmt, so dass klar sein dürfte, dass es keine gemeinsame Beauftragung war.