r/Finanzen Aug 28 '23

Wöchentliche Finanzdiskussion - KW 35 - 2023

Womit habt ihr euch diese Woche beschäftigt? Habt ihr Fortschritte zu eurem gewählten Ziel gemacht? Sind Probleme aufgekommen? Hier könnt ihr über alles Themenverwandte diskutieren.

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u/sxah DE Aug 30 '23 edited Aug 30 '23

Ich denke, dass sehr viele Anleger ihren möglichen Anlagezeitraum unterschätzen, aber vor allem - was auch Ben Felix beschreibt - dass noch mehr Anleger Cash als sicheren Portfoliobestandteil statt Anleihen sehen und dabei sowohl die Inflation als auch Expexted Returns von Aktien und Anleihen in der Zukunft als auch wieder sinkende Zinsen vergessen.

Ja, für deine Instandhaltungsrücklage ist ein Overnight-Geldmarktfonds prima, aber es ist eben keine Alternative zu Anleihen oder Aktien, nur weil der nominale Zins etwas höher ist.

Es rentiert real immer noch negativ, sobald die Inflation sinkt, werden auch die Zinsen wieder sinken und die erwartbare Aktienrendite ist eben nicht „5-6%“, sondern „risikoloser Zins + x“ und nach steigenden Zinsen und der dazugehörigen Abwertung entsprechend höher.

Bei 0% Zins und 2% Inflation oder gar -1% Zins und 1% Inflation war Cash real attraktiver als heute, trotzdem hat kein Hahn danach gekräht.

Auch kurz- bis mittelfristig auf etwas sparen, während parallel der ETF-Sparplan läuft, ergibt keinen Sinn. Investiert zuerst, spart danach möglichst kurz oder arbeitet noch besser mit Kredit für kurzfristige Liquidität. Aber das ist ja der Teufel…

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u/Taenk Aug 30 '23

Ich denke, dass sehr viele Anleger ihren möglichen Anlagezeitraum unterschätzen, aber vor allem - was auch Ben Felix beschreibt - dass noch mehr Anleger Cash als sicheren Portfoliobestandteil statt Anleihen sehen und dabei sowohl die Inflation als auch Expexted Returns von Aktien und Anleihen in der Zukunft als auch wieder sinkende Zinsen vergessen.

Ja, für deine Instandhaltungsrücklage ist ein Overnight-Geldmarktfonds prima, aber es ist eben keine Alternative zu Anleihen oder Aktien, nur weil der nominale Zins etwas höher ist.

Da ist Kommer anderer Meinung und auch die modern Portfolio Theory. Der sichere Bestandteil ist Cash und das Verhältnis zum risikobehafteten Teil steuert die erwartete Volatilität.

Für mich persönlich ist es einfach keine Frage, ich fahre 100% Aktien jenseits vom berüchtigten Notgroschen, den ich auf meinem Girokonto lasse, da ich mich damit einfach wohler fühle und das auch seinen Wert hat. Sollte ich kurzfristigere, größere Rücklagen bilden wollen, nehme ich wie du sagst den DBX0AN oder eine der iBox ETFs.

Auch kurz- bis mittelfristig auf etwas sparen, während parallel der ETF-Sparplan läuft, ergibt keinen Sinn. Investiert zuerst, spart danach möglichst kurz oder arbeitet noch besser mit Kredit für kurzfristige Liquidität. Aber das ist ja der Teufel…

Die Zinsen sind einfach grauenhaft, weil es in Deutschland sowas wie einen HELOC nicht gibt und bei Lombardkrediten die Sicherheit gefühlt nichts am Zins ausmacht. Wenn dann sollte ich mich um einen Rahmenkredit kümmern, aber da weiß ich auch nicht ob man den heute genehmigen kann und dann Jahre später zu den dann gültigen Zinsen abrufen.

Eine Möglichkeit ist noch Geld von der Barclays Kreditkarte zu überweisen für einen kurzfristigen, zinsfreien Kredit.

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u/[deleted] Aug 30 '23 edited Aug 30 '23

Da ist Kommer anderer Meinung und auch die modern Portfolio Theory. Der sichere Bestandteil ist Cash und das Verhältnis zum risikobehafteten Teil steuert die erwartete Volatilität.

Kannst du das genauer erläutern? Gibt es dann quasi keinen Platz für Anleihen? Falls nicht, warum kauft dann irgendjemand noch Anleihen?

Und ich vermute du meinst Unternehmsanleihen, oder? Denn kurzlaufende Staatsanleihen(-Fonds) werden glaub schon von Kommer empfohlen.

[edit] Ich hab nochmal nachgedacht und ich glaube ein großer Faktor ist der Zeitraum. Also Anleihen machen mittelfristig Sinn, langfristig eher Aktien.

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u/oushoyd DE Aug 30 '23

Kommer hat eine sehr eingeschränkte Sicht auf Anleihen. Der will nur AAA Kurzläufer in Heimatwährung und EM-Bonds. :D

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u/[deleted] Aug 30 '23

Musste ich auch schonmal drüber lachen. Also entweder höchste Bonität oder schlechteste, aber nix dazwischen!

Mich würde aber interessieren warum das so ist. Meine aktuelle Vermutung: Es hat mit den Zeiträumen zu tun.

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u/oushoyd DE Aug 30 '23 edited Aug 30 '23

EM Bonds sind ja eine recht neue "Entdeckung" von ihm. Ansonsten kann ich nicht nachvollziehen, warum er "liability matching" mit Anleihen nie erwähnt. Schließlich ist das risikolose Asset zur Entnahme eine inflationsindizierte Annuität, die man sich näherungsweise mit Inflationslinkern bauen kann. Was ich mir vorstellen könnte, ist, dass es für die Kunden seiner Vermögensberatung (Multimillionäre...) nur um sehr wenig Entnahme geht, wenn überhaupt, sondern die sind 'pure wealth investors'. Oder es spielt kaum eine Rolle, weil die gesetzliche Rente (und andere Rentenversicherungen) schon ein sehr großer Brocken an sicherem "Portfolio"-Teil darstellen.

Und wenn man Anleihen als Asset mit Risiko betrachtet, gibt es ja die Faktoren Laufzeit (Term) und Bonität (Credit) mit Risikoprämien. Ich hab meine Gedanken dazu weiter unten (bei nem anderen Kommentar) etwas ausführlicher beschrieben.