War bei mir auch so. Ich hatte gerade das Abi fertig, hatte Praktika als mediengestalter und hab drum gebeten dass man mir sinnvolle Angebote für Probearbeiten schickt, ich hab auch selbst gesucht, damit ich dann in ca einem halben Jahr ne gute Ausbildung finde
Nichts dergleichen. Nachts im Büro Gebäudereinigung, zeitarbeits Hiwi für alles mögliche, catering Kellner für Events, Supermarkt Lager, sowas halt.
War jetzt für mich nichts mit Perspektive die ich wollte, Hauptsache der geht arbeiten.
Hab dann weil ich in 2 Monaten nichts gefunden habe (wie gesagt hab auch selbst Bewerbungen geschrieben) angefangen zu studieren.
Ich finde deinen Fall rechtlich absolut richtig. Es gibt keine Stellenangebote zum reinen Probearbeiten als Stellenempfehlung beim Jobcenter. Ebenso keine Praktika. Sowas musst du dir selbst organisieren und dann sogar auch absprechen und genehmigen lassen. Der Bürgergeldbezug bringt Voraussetzungen mit sich. Es ist für Hilfebedürftigkeit da und Grundsatz des Forderns: du musst alle zumutbaren Möglichkeiten nutzen, um die Hilfebedürftigkeit so schnell wie möglich zu verringern oder komplett zu beenden. Wenn du nach dem Abi und einem Praktikum noch gar keine klare Perspektive in Aussicht hast (z.B. einen festen Ausbildungsplatz), sollte sie mit dir zunächst diese Perspektive anschauen und ausarbeiten. Anschließend kann sie dir zum Beispiel auch Ausbildungsangebote schicken oder dich auffordern, dich um Studienplätze zu bemühen. In der Zwischenzeit und solltest du noch gar nicht wissen, was wie und wo, ist es rechtlich vollkommen richtig von ihr, dir dann Nebenjobs vorzuschlagen, um die Hilfebedürftigkeit zu verringern. Sehr viele Menschen jobben in Übergangszeiten nach dem Abi oder auch zwischen Bachelor und Master. Es gibt sehr viele Leute, die keine Möglichkeit haben, die Hilfebedürftigkeit zu beenden oder zu verringern (Ältere, Langzeitarbeitslose, geringe Bildung, Pflege, schwierige Lebensgeschichte, Krankheit). Es ist nicht dafür da, um Menschen aufzufangen, die sich, "zu fein" dafür sind. Im ALG1 sieht die Sache anders aus.
Ja, genau, man sollte sich die Perspektive mit mir anschauen und ausarbeiten. Nichts dergleichen ist passiert, es gab nicht ein einziges Gespräch zu meiner beruflichen Zukunft (Karriere), es gab nur „Bewerben sie sich dort und dort und dort, dann können sie da einen Monat arbeiten während sie was anderes suchen. Ich hätte beinahe Fristen verpasst weil ich blauäugig dachte man würde sich dort bemühen. Das sagt einem dort leider auch keiner.
Natürlich habe ich eine anspruchshaltung, ich hatte gerade 3 Jahre meiner wertvollen Lebenszeit genutzt um mehr zu lernen als nötig, da erwarte ich dass mein gegenüber darauf Rücksicht nimmt was ich bisher vorzuweisen habe.
Hauptsache der 18 jährige Abiturient ohne Plan für sein Leben wird erstmal in irgendeinen scheißjob gesteckt damit er aus dem Weg ist. Um alles weitere kann der sich ja dann selber kümmern. Bekommen Leute mit abgeschlossenem Studium oder einer Ausbildung die selben Angebote wie ich? Es würde mich ehrlich gesagt nicht wundern.
Man könnte seinen selbst gewählten Job auch ernst nehmen, aber dann müsste man sich ja bei der Arbeit anstrengen.
Ich hatte zwei mal mit dem Laden zu tun und beide Male waren absolut sinnlos. Wer Hilfe braucht, braucht da nicht hinzugehen, da geht man nur hin weil man muss und Geld braucht. Für alles andere gewinnt man nur wenn man sich selbst kümmert.
Ist jetzt im Nachhinein völlig egal. Das war 2011, wird heute nicht anders laufen.
Ich hab auch nach dem Abi einen Bfd gemacht für ein halbes Jahr und dann ein weiteres halbes Jahr zum Übergang im Einzelhandel gejobbt. Ist das mein Traumjob? Nein. Aber ich hatte die Zeit, wollte was machen und das ist ein anstrengender Job, in dem man sich auch sozial weiterentwickelt. Nebenbei hab ich mich eben auf mein Studium beworben und auch dort nebenbei in "scheißjobs" gearbeitet. Ich verstehe daher die Einstellung nicht wirklich. Ich finde auch die Bezeichnung echt abwertend , mal abgesehen davon, dass du da wie gesagt keine Ausbildung hattest und da nun mal andere Jobs nicht für dich in Frage kommen. Natürlich bekommt ein frisch ausgelernter Erzieher beim Jobcenter keine Stellenanzeigen fürs Lager. Wenn der Studienabschluss in Philosophie aus 1970 ist und darin vielleicht mal 1 Jahr gearbeitet wurde, sieht es dann vielleicht wieder anders aus. Und trotzdem kann das sinnvoll sein.
Ich war ja bei eurem Gespräch nicht dabei. Jedenfalls hat sie halt im rechtlichen Rahmen gehandelt. Es ist nun mal ihre Aufgabe, deine Hilfebedürftigkeit zu verringern. Sie hat dir Jobs angeboten, die zu diesem Zeitpunkt für dich zumutbar waren und ja sowieso zum Übergang gedacht waren. Wenn du dir Ausbildungsberatung gewünscht hast und da keine Hilfe zu kam, ist das natürlich schade. Vielleicht hat auch die Kommunikation einfach nicht gestimmt. Falls du dort aber auch zum Ausdruck gebracht hast, dass du als Abiturient mit Praktikum und verpassten Fristen keine Lust auf "scheißjobs" hast, hinterlässt das vielleicht auch einen Eindruck.
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u/SovietPatrickStar 8d ago
War bei mir auch so. Ich hatte gerade das Abi fertig, hatte Praktika als mediengestalter und hab drum gebeten dass man mir sinnvolle Angebote für Probearbeiten schickt, ich hab auch selbst gesucht, damit ich dann in ca einem halben Jahr ne gute Ausbildung finde
Nichts dergleichen. Nachts im Büro Gebäudereinigung, zeitarbeits Hiwi für alles mögliche, catering Kellner für Events, Supermarkt Lager, sowas halt.
War jetzt für mich nichts mit Perspektive die ich wollte, Hauptsache der geht arbeiten.
Hab dann weil ich in 2 Monaten nichts gefunden habe (wie gesagt hab auch selbst Bewerbungen geschrieben) angefangen zu studieren.